Die neun Augen von Google Street View
Der kanadische Künstler Jon Rafman nutzt Google Street View für einen leidenschaftslosen Blick auf das Menschsein.
Von Ralf ZimmermannGoogle hat am Dienstag bekannt gegeben, seinen Kartendienst Street View noch in diesem Jahr für die 20 größten deutschen Städte zu starten. Eine Armee von Googleautos, ausgestattet mit GPS und einer neunäugigen Kamera auf dem Dach produziert seit 2008 unzählige Bilder aller Straßen in bisher 23 Ländern. Im Abstand von zehn Metern fotografieren die neun Kameras alles, was ihnen in den Weg kommt. Ein Computerprogramm fügt die Bilder automatisch zusammen und baut daraus 360-Grad-Panorama-Fotos.
Für den in Montreal lebenden Künstler Jon Rafman ist die Street View Fotografie die neutralste Repräsentation der Wirklichkeit. Er streift täglich durch die virtuellen Straßen und macht Screenshots. Nur angetrieben von Geodaten, erzeugt der neutrale Blick der Street-View-Photographie für ihn eine wahrhaftige Dokumentarfotografie, die frei von allen kulturellen Zwecken ist. Unberührt von den Befindlichkeiten und Absichten eines Fotografen entstehen so seltsam rohe Bilder, die manchmal an die allerersten Straßenfotografien aus dem 19. Jahrhundert erinnern.
Als wertvollen Beitrag zur ethischen Debatte über Google Steet View empfehlen wir Jon Rafmans Beitrag The Nine Eyes of Google Street View im Art Fag City Blog.
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13 Uhr 19
in meinen augen ist das belanglos. wieso gibt man dem noch öffentlichkeit. ich denke, da gibt es sehr viel kreativere möglichkeiten google-street-view im kontext kunst zu nutzen.
14 Uhr 17
Seltsam: Die Street-View-Ergebnisse sind weitaus gelungener als die doch etwas unbedarften Erzeugnisse des auf SZ-Kosten um den Globus jettenden Knipsers Simon Koy. Da könnte sich der Verlag eine Stange Geld sparen.
11 Uhr 00
Faszinierend! Was mag dann bloß mit all diesen Unnormaitäten passieren? Ein Mann liegt auf der Straße, ein Haus das brennt passen nicht in die standardisierte Computerwelt dieser seltsam verrückten Idee, anstatt von oben jetzt auch alles aus der persönlichen Sicht zu fotografieren. Sie werden wohl ausradiert, wegretuschiert – normalisiert – oder es muss noch einmal fotografiert werden; zur Fehlerbehebung.
17 Uhr 44
warum die Aufregung? Strassen, Strassenleben sind doch oeffentlich! Niemand schaut ins Haus usw….Man muss sich halt angemessen verhalten, dann ist es kein Problem.
14 Uhr 27
An was erinnert das Bild….ha, ich hab´s!
http://starwars.wikia.com/wiki/IT-O_Interrogator
12 Uhr 14
.. eine wunderbare, hochpoetische und intelligente Idee. Auf geheimnisvolle, kaum zu beschreibende (aber zu fühlende!) Art zeigt der Künstler, wie sich die Welt selbst beschreibt, bezeichnet – und wir uns in ihr und durch sie erzählen.
18 Uhr 37
Im Grunde genommen n brauchbarer Beitrag, aber konnt ihr beim nachsten Mal ein bisschen umfassender schreiben?
01 Uhr 59
Da fragt man sich beim groben Uberfliegen schon, ob man doof war. Herzlichen Dank fur deine Einsichten