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Doppelklick

Das Fotoblog von Thomas Kartsolis und Ralf Zimmermann

Doppelklick  8 Kommentare

Die neun Augen von Google Street View

Der kanadische Künstler Jon Rafman nutzt Google Street View für einen leidenschaftslosen Blick auf das Menschsein.

Von Ralf Zimmermann

Google hat am Dienstag bekannt gegeben, seinen Kartendienst Street View noch in diesem Jahr für die 20 größten deutschen Städte zu starten. Eine Armee von Googleautos, ausgestattet mit GPS und einer neunäugigen Kamera auf dem Dach produziert seit 2008 unzählige Bilder aller Straßen in bisher 23 Ländern. Im Abstand von zehn Metern fotografieren die neun Kameras alles, was ihnen in den Weg kommt. Ein Computerprogramm fügt die Bilder automatisch zusammen und baut daraus 360-Grad-Panorama-Fotos.

Für den in Montreal lebenden Künstler Jon Rafman ist die Street View Fotografie die neutralste Repräsentation der Wirklichkeit. Er streift täglich durch die virtuellen Straßen und macht Screenshots. Nur angetrieben von Geodaten, erzeugt der neutrale Blick der Street-View-Photographie für ihn eine wahrhaftige Dokumentarfotografie, die frei von allen kulturellen Zwecken ist. Unberührt von den Befindlichkeiten und Absichten eines Fotografen entstehen so seltsam rohe Bilder, die manchmal an die allerersten Straßenfotografien aus dem 19. Jahrhundert erinnern.

Als wertvollen Beitrag zur ethischen Debatte über Google Steet View empfehlen wir Jon Rafmans Beitrag The Nine Eyes of Google Street View im Art Fag City Blog.

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Kommentare

  • ich

    in meinen augen ist das belanglos. wieso gibt man dem noch öffentlichkeit. ich denke, da gibt es sehr viel kreativere möglichkeiten google-street-view im kontext kunst zu nutzen.

  • Gerd Franke

    Seltsam: Die Street-View-Ergebnisse sind weitaus gelungener als die doch etwas unbedarften Erzeugnisse des auf SZ-Kosten um den Globus jettenden Knipsers Simon Koy. Da könnte sich der Verlag eine Stange Geld sparen.

  • David Burmeister

    Faszinierend! Was mag dann bloß mit all diesen Unnormaitäten passieren? Ein Mann liegt auf der Straße, ein Haus das brennt passen nicht in die standardisierte Computerwelt dieser seltsam verrückten Idee, anstatt von oben jetzt auch alles aus der persönlichen Sicht zu fotografieren. Sie werden wohl ausradiert, wegretuschiert – normalisiert – oder es muss noch einmal fotografiert werden; zur Fehlerbehebung.

  • georg

    warum die Aufregung? Strassen, Strassenleben sind doch oeffentlich! Niemand schaut ins Haus usw….Man muss sich halt angemessen verhalten, dann ist es kein Problem.

  • G. Lukas

    An was erinnert das Bild….ha, ich hab´s!

    http://starwars.wikia.com/wiki/IT-O_Interrogator

  • christian

    .. eine wunderbare, hochpoetische und intelligente Idee. Auf geheimnisvolle, kaum zu beschreibende (aber zu fühlende!) Art zeigt der Künstler, wie sich die Welt selbst beschreibt, bezeichnet – und wir uns in ihr und durch sie erzählen.

  • hacken

    Im Grunde genommen n brauchbarer Beitrag, aber konnt ihr beim nachsten Mal ein bisschen umfassender schreiben? :)

  • Amerikanisches poker

    Da fragt man sich beim groben Uberfliegen schon, ob man doof war. Herzlichen Dank fur deine Einsichten