Sibylle Bergemann
Das Geheimnis ihrer Bilder war die Nähe zu den Menschen.
Von Ralf ZimmermannDie Premiere des Dokumentarfilms Mein Leben am 10. November in Berlin erlebte sie nicht mehr. Sibylle Bergemann starb am 3. November in Gransee in Brandenburg, wo sie gemeisam mit ihrem Ehemann Arno Fischer lebte. Bekannt wurde sie in der DDR durch ihre Arbeit für die Modezeitschrift Sybille. Bergemanns Models, eigenwillige Schönheiten, mit großer persönlicher Ausstrahlung, waren ihr dabei wichtiger als die Mode selbst. Neben zahlreichen Portäts fotografierte sie immer wieder den DDR-Alltag. Eine ihrer berühmtesten Fotoserien dokumentiert die Entstehung und Aufstellung des Marx-Engels-Denkmals am inzwischen abgerissenen Palast der Republik. Von 1975 bis 1986 hatte sie den Bildhauer Ludwig Engelhardt mit ihrer Kamera bei der Arbeit daran begleitet. Mit sechs befreundeten Fotografen gründete sie 1990 die Agentur Ostkreuz, später kam noch die gleichnamige Schule dazu. Ihr leiser Stil, der mit wenigen Mitteln und ohne Effekhascherei eine Geschichte erzählen kann, setzte sich nach der Wende auch im Westen durch. Die Magazine Stern, Geo und Spiegel schickten sie für Reportagen um die Welt. Seit 1994 war sie Mitglied der Berliner Akademie der Künste, die ihr 2006 eine Werkschau widmete. Noch bis 23. Januar kann man eine ihrer letzten Arbeiten in München in der Ostkreuz- Ausstellung Die Stadt. Vom Werden und Vergehen im Kunstfoyer der Bayerischen Versicherungskammer sehen.
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