Anzeige

Kaisers Klassik-Kunde

Kaisers Klassik-Kunde  9 Kommentare

Folge 66: Schwachstelle im Meisterwerk

Wagners "Tristan und Isolde" ist zweifelsohne große Kunst - und doch gibt es Anlass zur Kritik.

Von Joachim Kaiser

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.
Der große Mann des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung: Joachim Kaiser öffnet sein Klavierzimmer und beantwortet in seiner Video-Kolumne Fragen der Leser des SZ-Magazins zu klassischer Musik.

Diesmal: Wagners Musikdrama “Tristan und Isolde” ist zweifelsohne große Kunst – und doch gibt es Anlass zur Kritik.

Anzeige

Haben Sie eine Frage? Schicken Sie eine Mail an kaiser@sz-magazin.de.

Kommentare

  • Rolf

    Sie haben den falschen Clip ins Netz gestellt !!!!!!

  • Rolf

    Danke für die schnelle Korrektur

  • günther

    Für mich ist Wagners Musik leider nichts weiter als aufgeblähte Langeweile und weitesgehend uninspirierter Kompositionswust.

  • Hartmann

    “Tristan und Isolde” gilt als Höhepunkt im Schaffen Richard Wagners. Aber warum nur hat er sich im zweiten Akt diesen Schnitzer erlaubt? Von Joachim Kaiser
    Sehr geehrter Herr Professor Dr. Kaiser,
    diesen “Schnitzer” ??? Das Wort meint doch einen – ganz und gar unzweifelhaften – Fehler, z.B. wenn einem Holzschnitzer das Messer ausrutscht und der Heilige dann ohne Nase dasteht – der Schnitzer ist also eigentlich ein Ver-schnitzer. In einer “Handlung” kommt es schon mal zu chronologischen oder geographischen Fehlern (ein heissgeliebter: Boehmen liegt am Meer).
    Die Verheissung eines “Schnitzers” im Tristan ist aber ganz irrefuehrend – es geht darum, ob man den Marke als mehr oder weniger langweilig einstuft.
    Mit freundlichen Gruessen
    K. Hartmann

  • Johannes Waechter

    Sehr geehrter Herr Hartmann,
    ich muss Joachim Kaiser in Schutz nehmen. Die Formulierung mit dem “Schnitzer” stammte nicht von ihm, sondern von der SZ-Magazin-Redaktion und bezog sich auch nicht auf Herrn Kaisers Ausführungen zum Tristan, sondern auf den Brief des Fragestellers, der die entsprechende Stelle nicht mag. Bitte sehen Sie uns diese etwas zugespitzte Formulierung nach.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Johannes Waechter
    Redaktion SZ-Magazin

  • Sorel

    @günther

    Leider geht Ihr Kommentar am Thema vorbei, “Thema vertehlt” hätte man in der Schule dazu gesagt. Warum unterziehen Sie sich überhaupt der Mühe, zu einem Ihnen offensichtlich so missliebigen Thema hier einen Beitrag zu posten?

  • Thomas W.

    Es gibt ja eine Reihe von Stellen in Wagners Werk, die man als zu lang uns ausführlich empfinden könnte, etwa die große Szene des David im ersten Akt der Meistersinger oder die Gurnemanz Erzählung im Parsifal. Und natürlich ist es legitim das als dramaturgische Schwäche anzumerken. Doch ist es eben ein Merkmal der Größe Richard Wagners, dass ihm praktisch pragmatische Mittelwege gar nicht liegen. Bei Wagner gibt es nur ein ganz oder gar nicht. Und so muss er all die Trauer und Enttäuschung, für die er musikalisch wunderbar treffenden Ausdruck finden, sich ganz aussprechen lassen. Im übrigen gibt das Gewicht, das Wagner Markes Trauer gibt, auch der Handlung eine zusätzliche tragische Dimension. Wäre Marke unsympathisch oder unbedeutend fehlte der Schmerz Tristans über den Verrat, der der ganzen Konstellation und der Gefühlslage Tristans eine zusätzliche schmerzliche Komponente gibt.

  • Sebastian U

    @ Thomas W. Bis ich ihren Beitrag gelesen hatte, fühlte ich mich mit meiner Meinung ein wenig außenstehend. Als Bass-Bariton liegt mir der Marke-Monolog, da durchauß heimlich zu Hause getrellert, besonders am Herzen und ich teile keinesfalls die Meinung er wäre zu lang geraten (vor allem nicht bei der Gurnemanz Erzählung).
    Diese Ungeheure Gewichtigkeit die auf diesem Monolog liegt und welcher den Zuhörer durch tiefes Leid anregt Emphathie für den durchaus liebevollen Konig zu hegen, schafft einen starken Kontrast zu der Liebesnacht, dem Abreißen des Spannungsbogens und lässt den Hörer selbst in eine Art resignation fallen, welche sich nicht durch 2-3 enttäuschende Worte entfalten könnte. Weiter natürlich wie sie schon erwähnten gibt es der Handlung eine hinzukommende tragische Dimension welche für mich im darauf folgendem Kontext nich wegzudenken ist (Tristans innere Verzweiflung = Kampf mit Melot = Fieberwahn).
    Hinzu kommt, dass diese Stelle musikalisch und vor allem harmonisch einfach genial konzipiert ist : anfangend mit der tiefen Trauer bis zum vorwurfsvollem Ausbruch “Warum mir diese Hölle”.
    Durch das Verhältnis zwischen Tristan und Marke welches ja beinahe als famliliär bezeichnet werden kann oder zumindest als freundschaftlich, kann man Tristans Verzweiflung nach seinem Treuebruch erst richtig nachvollziehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sebastian U

  • Gabor Kreisky

    Ein interessanter Aspekt an Tristan! Aber warum der oberlehrerhafte Duktus der Kritik? Man kann Wagner hassen oder mögen – aber wie ein Schüler der Korrektur unterziehen muß er sich wohl nicht. Das spricht schon eher gegen den “Kritiker”…