Anzeige

Kaisers Klassik-Kunde

Kaisers Klassik-Kunde  15 Kommentare

Folge 69: Früh übt sich

Wie kann man Kinder und Jugendliche für klassische Musik begeistern?

Von Joachim Kaiser

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Der große Mann des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung geht online: Joachim Kaiser öffnet sein Klavierzimmer und beantwortet in seiner Video-Kolumne Fragen der Leser des SZ-Magazins zu klassischer Musik.

Haben Sie eine Frage? Schicken Sie eine Mail an kaiser@sz-magazin.de.

Anzeige

Kommentare

  • Robert Schulz

    Wie kann man Kinder und Jugendliche für klassische Musik begeistern?

    Mit klassischem Punk-Rock natürlich!

  • Mo

    Diesen Königsweg bezweifle ich, auch wenn ein Gespräch natürlich immer einen anregenden und breichernden Character haben kann, ist doch die Vorstellung für einen normalen Jugendlichen, auch einen angehende Akademiker doch schreklich sich über Musik zu unterhalte, die ihn gar nicht intressiert. Musikgeschmack und Bewertung bleiben etwas höchst subjektives und sind auch immer ein bischen Generationengebunden.

    Sie würde einem Gespräch über die Entwicklung des amerikanischen Rap ja auch nicht soviel abgewinnen können, und warscheilich auch Schwierigkeiten haben den tieferen Character der Musik zu endecken hinter den ” Fags, Bitches, N***ers”
    Und das auch wenn ich mit Phatos erzählen würde, warum das neue Eminem Albums eins der besten aller Zeiten ist.

  • Markus Adorno

    Wie kann man Kinder und Jugendliche für algebraische Geometrie oder Altgriechisch begeistern? Man sollte einen Katalog bürgerlich wertvoller Bildungsgüter erstellen und Kinder erst dann für volljährig erklären, wenn sie nachweisen können, mindestens 75% zu beherrschen. Es versteht sich von selbst, daß sie den Nachweis erbringen müssen, niemals Eminem und Lady Gaga gehört zu haben.

  • Atze Adorno

    Wie kann man Kinder und Jugendliche für algebraische Geometrie oder Altgriechisch begeistern? Man sollte einen Katalog bürgerlich wertvoller Bildungsgüter erstellen und Kinder erst dann für volljährig erklären, wenn sie nachweisen können, mindestens 75% zu beherrschen. Es versteht sich von selbst, daß sie den Nachweis erbringen müssen, niemals Eminem und Lady Gaga gehört zu haben.

  • Klaas Klever

    Nee, wenn mir jemand heutzutage eine Kassette gibt, würde ich die auch nicht anhören!

  • N.N.

    Die Antwort des Herrn Prof. Kaiser lässt ein wichtiges Detail aus: Wer versucht, seinen Kindern musikalischen Schrott unterzujubeln, der wird auch dann keinen Erfolg haben, wenn er von der ästhetischen Qualität dieses Schrotts noch so überzeugt ist. Ich wurde in meiner Kindheit z.B. mit dem “großartigen” J.S. Bach gequält; meine Mutter war voller Begeisterung für seine Werke. Ihre Begeisterung konnte ich jedoch schon damals nicht teilen und kann es auch heute nicht. Bach war ein Komponist des Barock und hat Auftragsarbeiten (!) geschrieben – er war, mit anderen Worten, nichts anderes als ein kreatives “Loch”, um es böse zu formulieren. Das merken Kinder aber natürlich. Schnell habe ich mich deshalb von allem, was sich “klassische Musik” nannte abgewandt. Erst als ich über die Popularmusik (insbesondere die Rockmusik) zu Komponisten wie bspw. Rachmaninow gefunden habe, konnte ich erkennen, dass die “klassische Musik” auch Kreatives, Interessantes und emotional Bewegendes zu bieten hat. Die Moral von der Geschicht: Mit Musik, die auch von einem Computerprogramm geschrieben werden könnte (cf. J.S. Bach) lockt man Kinder nicht!

  • N.N.

    Die Antwort des Herrn Prof. Kaiser lässt ein wichtiges Detail aus: Wer versucht, seinen Kindern musikalischen Schrott unterzujubeln, der wird auch dann keinen Erfolg haben, wenn er von der ästhetischen Qualität dieses Schrotts noch so überzeugt ist. Ich wurde in meiner Kindheit z.B. mit dem “großartigen” J.S. Bach gequält; meine Mutter war voller Begeisterung für seine Werke. Ihre Begeisterung konnte ich jedoch schon damals nicht teilen und kann es auch heute nicht. Bach war ein Komponist des Barock und hat Auftragsarbeiten (!) geschrieben – er war, mit anderen Worten, nichts anderes als ein kreatives “Loch”, um es böse zu formulieren. Das merken Kinder aber natürlich. Schnell habe ich mich deshalb von allem, was sich “klassische Musik” nannte abgewandt. Erst als ich über die Popularmusik (insbesondere die Rockmusik) zu Komponisten wie bspw. Rachmaninow gefunden habe, konnte ich erkennen, dass die “klassische Musik” auch Kreatives, Interessantes und emotional Bewegendes zu bieten hat. Die Moral von der Geschicht: Mit Musik, die auch von einem Computerprogramm geschrieben werden könnte (cf. z.B. J.S. Bach) lockt man Kinder nicht!

  • Franz Josef Neffe

    Durch Quatschen lernt keiner Musikbegeisterung. Selbst muss mans tun. Als ich als Bsonderschullehrer anfangen durfte, entwickelte ich die Klangfarben-Methode, mit der man sofort auf allen Glockenspielen, Metallophonene, Xylophonen einfache Lieder (z.B. Das alte Haus von Rocky Doky) in den Grundakkorden begleiten kann. Zu Weihnachten spielten wir “Komm, wir gehn nach Bethlehem” und die Lehrer spielten nicht nur das “Dideldueldei” mit mit Klarinette, Posaune, Geige usw. Der passende Ich-kann-Schule-Satz zum Thema sagt es so: “Wenn Du willst, dass Dir die Kinder folgen, vergiss nicht, vorauszugehen!” Damit klappt es vorzüglich.
    Franz Josef Neffe

  • Sorel

    Also Bach als ‘kreatives Loch’ zu bezeichnen, ist schon sehr stark. Natürlich ist es vollkommen legitim seine Musik nicht zu mögen, aus welchen Gründen auch immer. Aber Bachs Musik als ‘von einem Computerprogramm geschrieben’ zu empfinden, ist schon der musikalische Offenbarungseid. Man sollte wenigstens sein Bedeutung richtig einzuschätzen wissen und verstanden haben, dass die abendländische Musikgeschichte , so wie wir sie kennen, undenkbar ist ohne Bach.

  • Peter Brandt

    @Sorel: N.N. formuliert das zwar sehr harsch, aber es gibt tatsächlich Computerprogramme, die Musik im Stil des Barocks komponieren können. Das liegt am Barock :-) .
    Ob Kinder sich davon beeindrucken lassen, dass Bach eine große Bedeutung für die abendländische Musikgeschichte hatte, wage ich übrigens zu bezweifeln. Aber es stimmt, Bach war schon wichtig.

  • Uschi_baerchen

    Zu Herrn Adorno : was algebraische Geometrie ist weist du schon oder? MIt sowas kann man nämlich keine Kinder sonder allenfalls Studenten im Masterstudium Mathematik traktieren, fünf setzen! Jetzt aber mal der absolute Gipfel, die Banausenmeinung von Herrn / Frau NN zu Bach : weil du in deinem – ich möchte jetzt nicht unter die Nettikettezensur fallen, sonst würde ich sagen, ich lass es, ….hirn meinst, dass die Toccata und Fuge in D-Moll (um nur mal ein Beispiel zu nennen, ich lass die englischen Suiten aussen vor, die brandenburgischen Konzerte, die Passionen, egal, die Goldbergvariationen, die Kantaten, alles Mist, den ganzen 200 stündigen Scheiss, den er geschrieben hat, das wohltemperierte Klavier) von einem Computer geschrieben worden sein könnte (könnte es nicht, Eminem wäre möglich, vom Computer) oder weil du ein Problem mit deiner Mutter hast, kannst du wohl kaum behaupten, dass man Kindern klassische Musik nicht nahe bringen kann oder AUCH NICHT. SECHS EBENFALLS SETZEN.

  • Sorel

    @Peter Brandt: zweifellos gibt es Computerprogramme, die Musik produzieren können, die nach Barockmusik klingt. Die Qualitäten Bachscher Musik wird diese Musik dennoch kaum erreichen.

    Natürlich vermögen Kinder die Bedeutung Bachs in der Regel nicht erfassen, als Erwachsener sollte man das aber schon, auch wenn man die Musik nicht mag.

  • Anonymus

    Ich gehöre (fast) noch zu der angesprochenen Generation und ja: ich höre auch(!) Lady Gaga!
    Viele Kinder und Jugendliche haben Angst vor der Strenge, die mit klassischer Musik assoziiert wird, genauso wie der oft erlebte Zwang. Ich habe herausgefunden, dass ich Freunde, die bisher nichts mit klassischer Musik am Hut hatten, am Betsen mit Filmmusik oder leicht hörbaren Werken( z.B. Dvorak) begeistern kann. Man sollte doch vor allem nicht vergessen: Musik soll gefallen und Spaß machen! Nur so bleiben Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene wirklich dabei!

  • Gabor Kreisky

    Bei allem Respekt – aber dieser alte, besserwisserisch daherkommende, eifersüchtig über die Deutungshoheit der Klassik geifernde Mann vergällt mir alle Freude an der Klassik. Und der Jugend noch viel mehr….!

  • Carlo Carrar

    Die beste Art Kindern und Jugendlichen klassische Musik nahezubringen ist es, ihnen den irgendwann auftretenden Wunsch ein Instrument zu spielen derart zu erfüllen, dass sie an einer Musikschule mit “ernster” Musik konfrontiert werden. Denn wer langsam auf Klavier/ Gitarre/ Violine/ etc lernt komplexe Stücke zu spielen wird gleichzeitig anfangen auch den musikalischen Gedanken dahinter zu fassen und aus Neugier sich daraufhin umhören, welche weiteren musikalischen Ideen und Stile es gibt.