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Kaisers Klassik-Kunde

Kaisers Klassik-Kunde  8 Kommentare

Folge 80: Stirbt die Liebe zur Klassik aus?

Man sieht kaum noch Konzertbesucher unter 55 Jahren. Sind die Liebhaber der klassischen Musik bald nur noch eine verschrobene Sekte?

Von Joachim Kaiser

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Der große Mann des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung geht online: Joachim Kaiser öffnet sein Klavierzimmer und beantwortet in seiner Video-Kolumne Fragen der Leser des SZ-Magazins zu klassischer Musik.

Haben Sie eine Frage? Schicken Sie eine Mail an kaiser@sz-magazin.de.

Kommentare

  • Johannes

    Vielen Dank für diesen Beitrag! Hat mir sehr viel Spaß bereitet.

  • der Täufer

    Wo ist der Bus?

  • Peter Gatty

    Ja, Leidenschaft haben Sie noch immer in ganz erstaunlichem Maß, sehr verehrter Herr Kaiser! Dafür bewundere ich Sie aufrichtig. Auch Ihr Vorbild-Gedanke stimmt – zumindest in der Theorie. Ich selbst bin so – über “Vorbilder”, d. h. Menschen, die mich durch ihr Dasein und Wirken geprägt haben – zur Musik gekommen. Aber das waren emotional konnotierte Begegnungen – ob das heute im Zeitalter der “coolness” noch funktioniert? Da habe ich meine Bedenken. Leider …

  • Aloisius

    Eine sehr gute Antwort, Enthusiasmus ist sicher der wichtigste Aspekt. Drei andere Aspekte sind leider in der Kürze der Zeit nicht erwähnt worden.
    Der erste Aspekt ist finanziell: Ich bin Doktorand und verdiene nicht besonders viel, kann mir also auch nicht besonders viele Konzertbesuche leisten und ich weiß dass es vielen klassikbegeisterten Studenten ähnlich geht. Von den paar Konzertsälen, die ich inzwischen kennengelernt habe ist der Münchner Gasteig mit Abstand der größte, hat das beste Stammorchester ist aber auch der teuerste und hat die áltesten Besucher. In Bristol, wo ich inzwischen wohne, würde ich den Altersdurchschnitt gerade bei Besuchen hochkarätiger Orchester auf 50 Jahre oder niedriger schätzen.
    Der andere Aspekt ist sozialer bzw. infrastruktureller Natur: In welche bezahlbare Bar (oder bezahlbares Restaurant) kann man nach einem klassischen Konzert mit Freunden zum gemütlichen ausklingen gehen ohne dass einem die Stimmung ruiniert wird? Selbst Jazz- oder Bluesbars mit sehr guter Musik passen nach einem Klassikkonzert nicht, von Rock oder Pop ganz zu schweigen. Und Bars oder Restaurants die klassische Musik spielen sind für junge Leute meist nicht erschwinglich. Wenn man nicht mit einem festen Partner ins Konzert geht lässt sich ein klassisches Konzert oft schlecht in das sonstige soziale Leben integrieren.
    Der letzte Aspekt ist denkbar einfach: Junge Eltern haben oft einfach nicht die Zeit in ein Konzert zu gehen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Aloisius

  • sebberger

    Sehr interessant, als Musikpädagoge unterrichte ich an einem Gymnasium und vermittele Werke der klassischen Musik (Partiturarbeit, SHF, etc.) , prüfe die Kenntnisse auch in Klassenarbeiten / Klausuren ab. Mir sind nicht nur persönlich die Kompositionen minus 1800 (+ 19. Jhdt.) ein Anliegen.
    Aber: Die musikalischen “Erfindungen” des eher späten 19. Jahrhunderts (Blues, work-song, Gospel, Ragtime, Jazz in allen Formen und die Bandkultur ab 1950 sind doch musikgeschichtliche ” Tatsachen”, die nicht ignoriert werden können: Sie sind musikgeschichtlich keine “Nullnummern”.
    Ich finde es schade, dass Sie, und Andere, dazu nicht Stellung nehmen und z.B. die Verbindungen von Beethoven und Rammstein (sehr gewagt, überspitzt) nicht betrachten, keine Verbindungen beschreiben, Stellung nehmen.
    Nach meinem Dafürhalten sind Sie in Ihrer verdienstvollen publizistischen Tätigkeit “stehengeblieben”, sie berücksichtigen nicht Musik, die längst historisch geworden ist, sich etabliert hat.
    Gruß Seb.Berger

  • Bernhard Zech

    Ich höre und sehe die Beiträge nun schon seit es die “Klassik-Kunde” gibt und es gab noch keinen, dem ich nicht mit der größt möglichen Aufmerksamkeit gefolgt bin. Vielen Dank auch von mir! Berhard Zech

  • Emil

    Lieber Aloisius,

    Ihre Bedenken kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich bin selbst Doktorand und besuche regelmäßig kostengünstig Konzerte. Auch während meiner Studentenzeit, ebenfalls in München, war ich häufig im Gasteig und im Herkulessaal, ohne arm zu werden. In beiden Konzertsälen bekommen Studenten Karten unter 10 Euro, in anderen Städten (z.B. Köln) ist es ähnlich.
    Mir hat eine Bar mit dezenter Musik nach dem Konzert die Stimmung nie zerstört, aber wenn es Ihnen so ergeht, können Sie doch einfach mit Ihren Freunden noch ein Glas Wein bei sich zuhause trinken – da können Sie Musik Ihrer Wahl laufen lassen und es schont auch noch den Geldbeutel. Und schließlich verstehe ich nicht, warum man für den Konzertbesuch einen festen Partner braucht…

    Ich finde, daß gerade für Studenten aufgrund der sehr günstigen Preise ein Konzertbesuch durchaus erschwinglich und lohnenswert ist!

    Mit freundlichen Grüßen,
    E.W.

  • Anne Kramp

    Gleich zu Beginn: Ihre Kompetenz stelle ich nicht in Frage.
    Jedoch habe ich eine Frage: Was bewegt Sie dazu, diesen unsäglichen Nachruf zum Tod von Peter Hofmann zu verfassen?
    Meines Erachtens verlieren Sie vor lauter Fachkompetenz den Blick auf den richtigen Ton. Dies in Details zu erörtern, ist mir zu mühsam.
    Dieser Nachruf vermisst jeden Respekt vor dem Verstorbenen.
    Ich bin eine eifrige Opern-Besucherin und verstehe oft Ihre Kritiken überhaupt nicht. Dies ist mir alles zu wissenschaftlich und -vielleicht- zu überholt.
    Und was Hofmann angeht: er war auf der Bühne eine Sensation; und zwar im E- wie im U-Bereich. Hätte ich die Wahl zwischen (z.B.) Kollo und Hofmann, ich würde IIMMER Hofmann wählen. Denn ist kommt nicht nur auf die ausgefeilte Superstimme an, sondern auch auf die Präsenz. Und junge Leute sehen dies ganz gewiss so. Aber Sie sind ja schon älter -hoffentlich nicht verknöchert-! Lesen Sie den Artikel von Gerhard Rohde in der FAZ zum Tod von Peter Hofmann. Auch Sie können noch lernen, einem Verstorbenen Würde zu lassen.
    In dem Sinne
    A. Kramp