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Kaisers Klassik-Kunde

Kaisers Klassik-Kunde  6 Kommentare

Folge 84: Die Furcht der Geigerin?

Johann Sebastian Bachs Sonaten und Partiten für Solo-Violine sind Hauptwerke des Geigenrepertoires. Warum haben sich Ausnahmemusiker wie David Oistrach und Anne-Sophie Mutter dennoch nicht an ihnen versucht?

Von Joachim Kaiser

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Der große Mann des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung geht online: Joachim Kaiser öffnet sein Klavierzimmer und beantwortet in seiner Video-Kolumne Fragen der Leser des SZ-Magazins zu klassischer Musik.

Haben Sie eine Frage? Schicken Sie eine Mail an kaiser@sz-magazin.de.

Kommentare

  • Gerd Franke

    Ich denke, man sollte sich eine Bach-Einspielung von Mutter nicht wünschen. Sie ist eine fantastische Geigerin – das steht außer Zweifel – aber in manchen Bereichen ist sie überhaupt nicht stil- und geschmackssicher, und dazu gehört wohl auch Bach. Es gibt schon genug Aufnahmen mit ihr, die im Interesse der Wahrung ihres Nimbus besser nicht gemacht worden wären. Das sehen sicherlich auch die Plattenproduzenten so.

  • HansA

    Nun habe ich in der Antwort einiges über Pianisten erfahren, die nicht Beethoven spielten,aber zu Oistrakh und Bach nur sehr vage Spekulationen.Überdies war die Antwort sachlich falsch. Oistrakh hat Bach gespielt und eingespielt: Natürlich seine überragende Wiedergabe des Doppelkonzert, aber auch,überragend, zwei Sonaten BWV 1019 und 1019 mit Hans Pischner. Irgendwo in einer der zahlreichen Oistrakh-Boxen ist auch eine Solosonate versteckt.

    Deswegen ist die Annahme,Oistrakh habe vielleicht zu Bach nichts sagen können und wollen, sicher definitiv falsch.

  • Gerd Franke

    Sie haben Recht, HansA: So schreibt das Musikmagazin “Rondo” über die Aufnahme mit David Oistrach: “Bachs erste Solosonate hat er in einer wohl nie wieder erreichten Monumentalität so groß, hell und mächtig erstrahlen lassen, als spiele er nicht auf einem kleinen Holzkasten, sondern auf einer riesigen Orgel”.

  • Gerd Franke

    Nachtrag: Die Aufnahme mit der g-Moll-Solosonate von Bach wurde in die Kassette aufgenommen, die zum 100. Geburtstag Oistrachs 2008 beim Label “Brilliant”erschienen ist.

  • Gabor Kreisky

    @ Hans A: Richtig, es gibt eine Oistrach-Aufnahme. Das hätte der Herr Professor doch wissen müssen…

  • Rainer Tilgner

    Bei Bachs 6 Solosuiten für Cello gilt im Fall Rostropowitsch das Bedauern über das offensichtlich zu späte Datum der Aufnahme in der Basilika von Vezelay. Hier war der klangliche Zenit schon überschritten.
    Wenn ich mich an Rostropowitschs ersten Auftritt im Herkulesaal im April 1968 erinnere, bleibt mir ein unvergesslicher Eindruck von Tonschönheit und technischer Perfektion. Glückliherweise ist diese Perfektion etwa in Aufnahmen, die er zusammen mit Benjamin Britten gemacht hat, überliefert: neben der Brittenschen Klavier/Cello-Sonate und einer Aufnahme der Schubertschen Arpeggione existieren noch Aufnahmen zweier Cello-Solosuiten von Britten. An den Bach-Suiten hat er sich zwar bereits in der Sowietunion versucht, aber das Ergebnis bleibt blaß und fällt sowohl gegen Altmeister wie Pierre Fournier oder modernere Aufnahmen von YoYo Ma oder Wen-Sinn Yang deutlich ab.
    Merkwürdig.