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Küchenzeilen

Ein Witzigmann lernt kochen

Küchenzeilen  33 Kommentare

WANN KOMMT DIE GLUT?

Die Wünsche bleiben im Baum hängen / Warum kann man Bier nicht grillen? / Kinder von Grillvätern werden bevorzugt / ein Grill namens Kermit / Hartz-IV-Dübel statt gefüllter Paprika / Kochen kann man lernen, zum Grillen wird man geboren / Zum Glück haben wir einen Ofen / Eierkartons in Pflanzenöl / Hier riecht’s ja wie in Istanbul! / Der Funke springt über / Mundfasching trifft Gesichtsdisko / Anzündkamine sind was für Loser / Feureka! / Rat vom BBQ-Experten

Von Max Witzigmann

Sonntag, 17.07.2011, 9 Uhr, München. Eine dicke schwarze Rauchsäule zieht von unserem Balkon im zweiten Stock in den Himmel überm Glockenbachviertel. Plötzlich hämmert jemand an die Tür. BAMM! BAMM! BAMM!

Im Treppenhaus steht unser Nachbar Luigi, der ein Stockwerk über uns wohnt, im Schlafanzug und mit zerzauster Frisur. „Brennt’s bei euch?! Bei uns stinkt die ganze Wohnung nach Rauch.“

„Ähm… ich grille“, sage ich.

„Ach, du Scheiße!“ Er stolpert die Treppen nach oben: „Andrea! Nicht die Feuerwehr anrufen. Die Deppen grillen!“

Freitag, 15.07.2011, 14 Uhr, München. Sommerfest in der Grundschule meiner Kinder. Sämtliche Schüler haben sich auf dem Sportplatz versammelt, um die Viertklässler zu verabschieden, für die im Herbst ein neuer Lebensabschnitt beginnt. „Zeit zum Aufstehen, zum Gehen / Zeit zum Wachsein, zum Sehn / Zeit zu leben, Zeit zu lieben / Zeit zu geben, Zeit zu sein“ singen die kleinen Menschen aus voller Kehle. Am Ende lassen die Schüler der ersten bis dritten Klasse Luftballons steigen, an die sie Kuverts gebunden haben. Darin befinden sich Wünsche, die für die scheidenden Viertklässler in Erfüllung gehen sollen. Unter großem Jubel streben die bunten, Helium gefüllten Plastikkörper der Sonne entgegen, manche bleiben in den Bäumen hängen. „Tja, so ist das mit den Wünschen im Leben“, sagt eine befreundete Mutter. “Nicht jeder kommt an.“ Ich lächle, in Wahrheit jedoch sitzt mir ein dicker Kloß im Hals. Der Anblick all dieser Kinder, die so fröhlich sind und voller Hoffnung, stimmt mich melancholisch. Als eine Lehrerin zur Wandergitarre greift, um mit den Schülern ein neues Lied anzustimmen, schleiche ich mich ins Schulhaus auf die Toilette.

Gute Reise: Au revoir, les enfants. (Bildnachweis: N. Witzigmann)

Auf dem Weg zum WC komme ich an einer vollgekritzelten Tafel vorbei, bei deren Betrachtung sich meine Stimmung wieder hebt.

Rechtschreibreform 2011: Arschloch mit doppel o. Macht am Eingang zur Toilette durchaus Sinn. Weiter so, Kids!

16 Uhr. Das Sommerfest ist in vollem Gange. Ich habe mich vom Elternbeirat für die Grillstation einteilen lassen. Insgeheim hatte ich gehofft, heute etwas über die mir immer noch recht unbekannte Kunst des Grillens zu lernen. Auf dem Rost des großen, schubladenförmigen Holzkohlegrills liegen allerdings keine ausgefuchsten Schmankerl, sondern nur die Klassiker: marinierte Puten- und Schweinesteaks sowie die obligatorischen Hartz-IV-Dübel, also Nürnberger Bratwürstel.

Gut, dann mach ich halt mal wieder den Hanswurst. Denkste. Die beiden Grillchefs, auf deren Schürzen „Licence to grill“ und „Warum kann man Bier nicht grillen?“ steht, verdammen mich zur Essensausgabe. Der Andrang ist so groß, dass die Nürnberger in der Semmel, im Fachjargon auch „Schildkröte“ genannt, innerhalb weniger Minuten aus sind. Die beiden Grillprofis haben offensichtlich nie auf einem der Hofflohmärkte unserer Stadt einen illegalen Grillstand betrieben. Sonst wüssten sie, dass die Leute Würstchen, Würstchen, nichts als Würstchen wollen.

Hektisch werden neue Nürnberger nachgelegt. Aber die Glut ist schwach und eine Abdeckhaube, um die wenige Hitze zu halten, gibt es auch nicht. Die Warteschlange wird länger und länger. Endlich sind wieder ein paar Würstel fertig. Die bekommen jedoch nicht die wartenden Hungrigen, sondern die Söhne und Töchter der beiden Grillmeister. Weil: „Kinder von Grillvätern werden bevorzugt“. Ganz schön gewieft.

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Samstag, 16.07.2011, 11 Uhr. Im Schaufenster eines Teeladens (!) entdecken meine Kinder und ich einen grünen Minigrill sehen. „Och, schau mal, Papa“, sagt mein Sohn Alois (8). „Kann ich den haben?“ Normalerweise bekomme ich solche Sätze nur zu hören, wenn wir an Zoohandlungen vorbei gehen, in denen Hamster und Zwergkaninchen apathisch in der Ecke liegen und darüber nachdenken, was sie wohl in ihrem letzten Leben verbrochen haben, um als Haustier auf dieser Welt wiedergeboren worden zu sein.

„Schau ma mal“, sage ich. Ich bin nicht wirklich überzeugt von diesem Pygmäengrill.

„Papa, bitte!“

„Vielleicht morgen.“ Zum Glück hat Loisi die Wochentage noch nicht so richtig drauf, sonst würde er merken, dass morgen Sonntag ist.

„Aber am Sonntag haben doch die Geschäfte zu“, sagt meine Tochter Leni (6).

„Ach ja, richtig. Dann vielleicht übermorgen.“

„Nein, ich hol jetzt mein Taschengeld“, sagt Loisi, “und kauf mir den Grill selbst.“

„Schon okay. Ich schenk ihn dir.“

Auf dem Heimweg klopfe ich mir selbst auf die Schulter. Ist doch schön, wenn sich dein Sohn so fürs Grillen interessiert; und jetzt kannst du endlich selbst hinter das Geheimnis des Holzkohlegrillens kommen. Diese Technik habe ich wegen der leidigen Sache mit der Glut bisher immer gemieden.

14 Uhr. Meine Kinder und mich hat das Grillfieber gepackt. Voll beladen mit jeder Menge Lebensmitteln, die wir für unser Grillgelage brauchen, kommen wir aus dem Supermarkt. „Weißt du, was ich so toll finde, Papa?“, sagt Loisi, der einen Sack Holzkohle trägt.

„Was denn?“, sage ich.

„Dass auf der Holzkohle MAX drauf steht.“

„Stimmt. Aber weißt du, was ich noch viel toller fände? Wenn auf der richtigen Kohle MAX drauf stünde.“

“Verstehe ich nicht”, sagt Leni. Tja, so ist das mit den Witzen im Leben. Nicht jeder trifft das Humorzentrum.

19 Uhr. Ich habe mir eine Menge vorgenommen, will für die Kinder und mich ein komplettes Menü grillen. Zuerst müssen wir aber unseren neuen Grill aufbauen. „Darf ich das machen?“, sagt Loisi.

„Na klar, hol doch mal deinen Werkzeugkasten“, sage ich. Kurz darauf kommt er wieder mit Werkzeug und Bauarbeiterhelm.

Keine fünf Minuten später sitze ich alleine auf dem Balkon und schraube den Grill zusammen, während sich die Kinder mit Wasserpistolen duellieren. Ich fühle mich ein wenig an Weihnachten erinnert, wo ich bis spät nachts das Spielzeug der Kinder zusammenbauen darf. Einmal bin ich geschlagene vier Stunden dagesessen und habe den Sternenkreuzer aus dem Hause Lego zusammengebaut. Am nächsten Tag hat mein Sohn mit seinen Freunden “Die Rückkehr der Loisi-Ritter” gespielt. Um das ganze möglichst authentisch zu gestalten, haben sie in das Raumschiff einen Chinaböller gesteckt und in die Luft gejagt.

20 Uhr. Der Grill ist endlich fertig. Sieht gut aus. „Hey, wir könnten den Grill doch Kermit nennen“, sagt Leni, “weil er so schön grün ist.”

Guten Quak! Kermit, der Grill.

21 Uhr. Ich habe es geschafft, die Holzkohle halbwegs zum Glühen zu bringen. Sie ist aber weit davon entfernt, rundherum mit einer weißen Ascheschicht überzogen zu sein. Irgendwas scheine ich falsch gemacht zu haben. Weil die Kinder sehr hungrig sind, lege ich statt gefüllter Paprika Nürnberger Würstchen auf den Rost. Das geht ja schon mal gut los.

„Papa, das sind die besten Würstchen, die wir je gegessen haben“, sagen Leni und Loisi.

Hoch motiviert machen wir uns an die Mini-Pizzen nach einem Rezept aus dem Kindergrillbuch von BBQ-Europameister Andreas Rummel, dem ich unlängst auf Sylt assistieren durfte. Platt gewalkte Toastbrotscheiben werden mit Tomatensugo bestrichen und zum Beispiel mit gehackten Tomaten und Mozzarella belegt. Als ich die Pizzen auf den Rost legen will, ist die Glut schon wieder erloschen. Also wieder alles auf Anfang. Holzkohle nachlegen und unter Zuhilfenahme von sehr vielen Grillanzündern abfackeln. Flammen lodern, es qualmt und stinkt. Im Hof des Nachbarhauses sitzen ein paar Leute, die hustend meine Feuerkünste kommentieren: „Ihr fackelt noch das ganze Haus ab. Warum grillt ihr nicht mit Gas?“

23 Uhr. Wir sitzen am Balkon und lassen uns die Mini-Pizzen schmecken. „Papa, du bist ein guter Autor und ein guter Koch“, sagt Leni.

„Aber ein schlechter Griller“, sage ich. Kochen kann man lernen, zum Grillen wird man geboren, hat schon der Gastrosoph Jean Anthelme Brillat-Savarin gewusst. Aus mir unerfindlichen Gründen hat das mit der Glut wieder nicht richtig funktioniert. Zum Glück haben wir einen Ofen.

Sonntag, 17.07.2011, 8 Uhr 30. Ich sitze im Bademantel auf dem Balkon und lese im Internet nach, wie man eine vernünftige Glut produziert, und bin nebenbei überrascht, wie kreativ meine Nachbarn beim Benennen ihrer drahtlosen Netzwerke sind. Eines heißt „rocknrolf“, ein anderes „haarige Muschi“, wieder ein anderes „rasierte Muschi“. Schon ein verrücktes Viertel, das Glockenbach.

Zurück zur Holzkohle. Ich entscheide mich für die Anzündmethode „Eierkartons in Pflanzenöl tränken und Holzkohle drauflegen“. Keine gute Idee. Innerhalb weniger Minuten bin ich komplett eingeräuchert. Vielleicht hätte ich die Grillanzünder weglassen sollen. Hustend kommt meine Frau auf den Balkon: „Hier riecht’s ja wie in Istanbul.“

„Ich war noch nie in Istanbul“, sage ich. „Aber ich finde, wir sollten noch ein paar Bongospieler engagieren und einen Hammel schlachten.“

9 Uhr 30. In regelmäßigen Abständen schließen Nachbarn ihre Fenster und Balkontüren. Ich verstecke mich unter unserem Sonnenschirm. Ein wenig peinlich ist mir die Aktion schon, aber ich will verdammt noch mal hinter das Geheimnis der Glut kommen.

Die Rauchsäule will nicht vergehen. Ich nehme die qualmenden Eierkartons aus der Grillschale und versuche es noch mal nur mit Grillanzündern.

11 Uhr. Meine Lunge fühlt sich an als hätte ich innerhalb einer Stunde zwei Schachteln Zigaretten geraucht, so viel Qualm habe ich mittlerweile eingeatmet. Aber immerhin – das ganze Blasen und Luft zufächern hat dazu geführt, dass ich mit den Kindern Stockbrot grillen kann. Als nächstes lege ich mit Speckscheiben umwickelte Maultaschen auf den Rost. Schmecken gut, könnten aber krosser sein. Mehr Glut!

15 Uhr. Es regnet. Ich lasse mich von dem Wetter nicht beeindrucken, knie dicht vor Kermit, dem Grill, als wäre es ein heiliger Schrein, und blase, blase, blase. Die Holzkohle knackt. Ein Funke springt mir ins Auge. Schmerz. Egal. Weiter blasen. Die Glut darf nicht ausgehen.

16 Uhr. Die Kinder und ich stecken Erdbeeren und Marshmallows auf Spieße und stellen sie hochkant auf den Rost. Der amerikanische Süßkram schmilzt und verteilt sich gleichmäßig über die Früchte, die wir in Minzzucker wälzen – die Minze stammt aus unserem kleinen Kräutergarten – und anschließend mit Brausepulver bestreuen. Das ist absoluter Mundfasching, sagt mein Freund Andreas Rummel, doch die Gesichter meiner Kinder sehen beim Verzehr der Spieße eher aus wie Gesichtsdisko. Sie finden den Geschmack grauenhaft. Weil es mir leid tut um die schönen Erdbeeren, esse ich sie, obwohl es mich vor diesen Früchten ekelt. Und siehe da – mir schmeckt’s.

18 Uhr. Die Glut ist weg! Jetzt habe ich auch keine Lust mehr. Ich beschließe, mit den Kindern aus dem restlichen Stockbrotteig Pizza zu machen und im Ofen zu backen. Dank meines Pizzapraktikums gelingen mir schöne Fladen und Loisi erweist sich unter meiner Anleitung ebenfalls als begnadeter Pizzaiolo. Weil der Küchentisch mit Mehl und Tomatensugo versaut ist, machen wir ein Pizzapicknick auf dem Fußboden. Die Kinder sind happy. Nur ich ärgere mich immer noch über mein Unvermögen, eine vernünftige Glut zu erzeugen.

Montag, 18.07.2011, 17 Uhr. In einem Fachgeschäft für Haushaltsartikel. „Ich hätte gerne einen flüssigen Grillanzünder“, sage ich zum Verkäufer und erzähle ihm von meinem Holzkohlendesaster.

„Ja, das mit der Holzkohle ist eine Wissenschaft für sich“, sagt der Mann. „Warum nehmen sie keinen Anzündkamin?“

Vielleicht weil ich mir damit eingestehen würde, dass ich ein Loser bin? Der Wunsch, endlich mit Holzkohle zu grillen, ist andererseits so groß, dass ich den Anzündkamin kaufe.

19 Uhr. Bei strömendem Regen stehe ich auf dem Balkon und bestaune die Feuerkraft des Anzündkamins. Die Briketts glühen hellrot. „Warum raucht das eigentlich so komisch?“, sagt meine Frau.

„Keine Ahnung“, sage ich.

„Meinst du nicht, dass du den Karton um den Kamin wegmachen musst?“

„Warum musst du mich immer demütigen?“ Natürlich hat sie Recht. Die Kartonage muss weg. Ich verbrenne mir beim Entfernen die Finger. Macht nichts. Ich habe endlich eine Top-Glut.

Feureka! Briketts aus dem Anzündkamin.

20 Uhr. Es gibt marinierte Hühnerspieße vom Grill. Göttlich. Als ich eine neue Ladung auf den Rost legen will, breche ich beinahe in Tränen aus. Die Glut, wo ist die schöne Glut? Zum Glück haben wir noch Nudeln im Haus.

Dienstag, 19.07.2011, 8 Uhr 30. Die Sache mit der Glut hat mich die ganze Nacht beschäftigt. Ich brauche Rat von einem Experten. Andreas Rummel! Immerhin ist der Mann BBQ-Europameister. Wenn der mir nicht helfen kann, wer dann? Anrufen!

„Andreas, oide Brezl. Hier ist der Max.“

„Hi.“

„Was machst du gerade?“

„Ich verwandle gerade stinknormalen Balsamico per Ultraschall in 20 Jahre alten Balsamico.“

„Wow! Du, ich hab da mal ne Frage. Woran kann es liegen, dass mein Grill die Glut nicht halten kann?“

„Weil er möglicherweise Schrott ist?“

„Wie?“

„Kommt denn von unten genug Luft ran?“

„Na ja, der hat so zwei kleine Löcher.“

„Das reicht nicht.“

„Und jetzt?“

„Entweder neuen Grill kaufen oder Löcher unten reinbohren, aber dann verfeuerst du Holzkohle ohne Ende.“

Am liebsten würde ich einen neuen Grill kaufen. Loisi will Kermit aber unbedingt behalten. Also werde ich unserem grünen Freund demnächst wohl seinen grünen Blechbauch durchlöchern müssen. Und wenn das auch nichts nützt, hab ich wenigstens einen spitzen Fahrradhelm.

Sehr g(l)ut: Abdeckhauben von Kugelgrills eignen sich hervorragend als Kopfbedeckung. (Bildnachweis: G. Holzer)

In diesem Sinne: Wann kommt die Glut? Frei nach Joachim Witt und Peter Heppner:

Peter Heppner: Die Flut.

Stay hungry!

Comin’ up: PLATT AM SEE! Erinnerungen an einen Sommer, der keiner war: Max Witzigmann kocht am Plattensee in einem Strandlokal namens „Casanova“, das 120 verschiedene Gerichte auf der Karte hat, und wird von einer ungarischen Wirtin mit Pálinka unter den Tisch getrunken. WARNHINWEIS AN ALLE KATZENLIEBHABER: Dieser Artikel enthält ein Bild, das Sie schockieren könnte!


Kommentare

  • Frank2

    …die Loisi-Ritter…sehr schön. Deine Kinder müssen dich wirklich lieben.
    Nette Ankündigung für “Platt am See”. Jetzt Neu: tote und platte Katze.
    Die meisten Grills leben. Und sind böse.

  • Max Witzigmann

    … der kermit ist schon okay. kann ja nichts dafür, dass er mit ein paar löchern zu wenig auf die welt gekommen ist. feuerflammige grüße_max

  • MuhMäh

    Ja ja, das mit dem feuer machen ist schon eine sache … vorallem für die männlichen vertreter ein geheimnis was unbedingt ergründet werden muss.

    Wer lernt das feuer zu entfachen, schüren und zu halten, der wird die gewonnen erkenntnisse, die von essentieller natur sind, auch fortan auf alles andere in seinem leben bzw. der existenz im allgeminen, anwenden können.

    Das der grill einen negativen einfluss auf die glutentwicklung haben könnte, war eine von anfangn an, mehr als zwingen konsequenz, die sich aus dem logisch ablauf einer physikalisch/chemischen veränderung der oberflächenbeschaffenheit des brandgutes, bei hitzeinwirkung ergeben. Das für eine oxidation der obligatorische und eben erwähnte sauerstoff nicht fehlen darf, hätte eigentlich schon die allererste quintessenz der fehleranalyse sein müssen.

    Daher war der artikel ab dem zweiten versuchstag, in der tat ein wenig peinlich. Aber vielleicht entziehen sich solch doch naheliegenden erkenntnisse demjenigen, der eben noch nicht, gleich faust, nach dem sucht was die welt im innersten zusammenhält, wozu eben auch das bis heute magische phenomän des feuers gehört.

    Ab jetzt sollte dies allerdings nicht mehr passieren ;)

    Schöne nacherzählung, unterhaltsam gestaltet, doch bin ich froh in berlin zu leben, wenn ich von solchen mangelzuständen bei den würstel, erfahren muss.
    (Hier behält man eben das große ganze, die wichtigen dinge im blick, kleine banalitäten und profanes, gehen da schonmal unter ^^)

  • Chris

    Max,

    Du hast alles richtig gemacht und Kermit ist der perfekte Grill! Der Grill muss einfach länger brauchen als gedacht, um die Holzkohle zum Glühen zu bringen. Und dann ist die Glut auch schon bald wieder weg. Das Grillgut muss einfach entweder verkohlt sein oder mehr oder weniger roh (wahlweise auch beides gleichzeitig).
    Das ist doch der Spass beim Grillen. Wenn man darauf keinen Bock hat, benutzt man den Herd. Doch um perfekte Grillergebnisse geht es doch garnicht beim Grillen. Sondern darum, gemeinsam ums Feuer zu hocken.

  • ColaPernod

    Gut geschrieben. Habe mich gut auf deine Kosten amüsiert. :)

  • Sybille

    Ich find Kermit cool! Wir haben den gleichen, allerdings ohne Farbe. Bei uns hat er den Sptznamen “Sputnik” und ist von IKEA :-) . Der funktioniert prima… Die Pizzatoasts vom Grill muss ich auch mal ausprobieren, das klingt super! Tolle Kolumne, weiter so!

  • KollegeAhmed

    Die schwache Anspielung auf Istanbul hätte nicht sein müssen. Dort spielt man auch keine “Bongos” sonder Darbuka und schlachtet keine Hammel am Laufenden Band. Ansonsten ganz nett.

  • Max Witzigmann

    … wie gesagt: war noch nie in istanbul (und meine frau offensichtlich auch nicht). danke für den hinweis. man lernt eben nie aus.

  • FFM Hugo

    Ein witziger Bericht, hatte neulich genau die gleichen Probleme mit so einem Kugelgrill. Das wird dann zu einem Problem, wenn die spießigen Nachbarn neurotisch-neidend die Rauchentwicklung kommentieren

  • Bernhard Karrer

    Dem Herrn Witzigmann kann in seiner Glut-Not geholfen werden:
    Übrigens made in Bavaria.

    Hier die Website eines Tischgrills, der kinderleicht anzuheizen ist, jede Menge Power hat, und die Glut solange hält, dass die gesamte Familie Witzigmann soviel gar nicht grillen kann, bevor sie platzt.

    Grillergebnisse natürlich perfekt. Grillgitter einfach in die Spülmaschine.

    http://www.steintischgrill.de

    Herzliche Grüße
    B. Karrer

  • Bernhard Karrer

    Nachtrag:
    Entgegen der Website – Beschreibung eignet sich dieser kompakte Tischgrill
    auch hervorragend für veritable Steaks, große, richtig gute, echte Thüringer
    Rostbratwürste (falls man sie in MUC bekommt) oder auch Fisch.

    Ich habe darauf schon kleine Seezungen, Riesen-Scampi, Lachsfilets, Dentice (rote Zahnbrasse) oder Rigate (weisse Marmorbrasse) als ganze Fische gegrillt. Hervorragend. Das glatte, engmaschige Edelstahlgrillgitter ist natürlich auch ganz besonders für das Grillen kleiner und filigraner Grillstück “nach japanischer Grilltradition” geeignet. Gemüse wie Zucchini, Paprika usw. geht auch sehr gut und vor allem, es schmeckt alles richtig holzkohlegegrillt.

    Guten Appetit!

  • phönix

    lustig.
    nur eins versteh ich nicht, was soll so schwer daran sein zu grillen???
    auch erst kürzlich mit freunden und dem grünen satellit gegrillt und wir hatten gut und lange glut.
    wenn die glut zu schnell weg ist, liegts m.a. meist daran, dass’s von anfang an zu wenig war.
    und noch eine anmerkung: das ist keine holzkohle, dass sind grillbriketts. also auf dem foto.

  • Max Witzigmann

    @phönix: that’s right. für den anzündkamin habe ich briketts verwendet. hat aber auch nix genutzt. ich bleibe dran. grill on!_max

  • Andreas

    Max- wollte dir nur ein kurzes kompliment aussprechen…ich lese deine kolumne recht gerne, insbes. weil ich bin seit ca 10 jahren in USA bin, davon die letzten 3 in NY…weckt echte heimatgefuehle…weiter so!
    Andreas

  • Llarian

    Mehr Holzkohle, und zwar richtige, nicht die Briketts. Obendrauf einen Kamin aus kleinen Holzstücken (Anzündhölzer), diesen mit Spänen anzünden und warten. Nach einer halben Stunde hat man die perfekte Glut, ganz ohne Grillanzünder und Chemie.

    Ja, auch Frauen können grillen! xD

  • Martin

    Infantil, geschmacklos und gemein –
    Da liest man einen relativ lustigen Erlebnisbericht, ist entspannt und ganz im hier und jetzt und bekommt zum Schluß einen Schlag direkt in den Magen und einen Stich ins Herz.
    Das Bild mit der überfahrenen Katze geht für Katzenbesitzer, und davon gibt es viele, direkt in die Untiefen der eigenen Seele. Es haut so richtig rein.
    Und perdu ist der Entspannungseffekt des gerade gelesenen Artikels.
    Psychologisch ne Minusnummer. Ein deutliches Zeichen von mangelnder Emphatie des Autors. Nee danke. Les ich nicht mehr.

  • Dominik

    lieber max, schöne kolumne! wollte nur in diesem zusammenhang ein völkchen nicht unerwähnt lassen, über das nicht viel mehr gesagt werden kann, als dass es sich selbst “das volk der dichter und schwenker” nennt, wobei mit schwenken die dort landestypische form des grillens gemeint ist, die saarländer. unter saarländern lautet die schlimmste denkbare beleidigung: schon dein vater konnte nicht schwenken! quelle: Gernstl’s Reisen, das saarland, eine denkbar traurige folge.

  • Max Witzigmann

    @martin: danke erstmal für die blumen.
    die katze hab ich übrigens nicht überfahren. soll ich das bild rausnehmen?
    ich mag tiere ja auch gerne. aber: realität ist nun mal realität.

  • Edith

    Katze drinlassen, Max. DRINLASSEN! Muss sein. Wirklich. Hilft nix.

  • Martin

    Also, noch ist sie drin. Die tote Katze. War mir schon klar, dass Sie sie nicht selbst überfahren haben.
    Zum Thema Realität ist Realität: Mit dieser Argumetation könnten Sie als Verweis auf den nächsten Eintrag auch das Bild eines plattgefahrenes Kindes oder eine plattgefahrenen Oma zeigen.
    Spätestens hier erkennt man instinktiv, dass man sowas einfach nicht macht weil es pietätlos und herzlos ist.
    Krasses Beispiel, ich weiss, sorry, Aber eben auch Realität.
    Und zu sagen ” Es ist ja nur eine Katze” würde das zugrunde liegende Thema verschleiern: ” Leben ist kostbar in all seinen Formen.”

  • Edith

    @Martin, nix für ungut, aber: was schmeissen denn die meisten Leute auf den Grill: Fleisch. Und zwar Totes. Auch die Katzenliebhaber.

  • Martin

    Edith, nix für ungut – aber es gibt nun mal kulturell bedingte Unterschiede betreffend “Fleisch das wir essen” und “Fleisch das wir lieben”.

    In China wäre dies Bild evtl. als “Verschwendung eines guten Mittagessens” durchgegangen, (obwohl es auch in China auch sehr viele Menschen gibt die Katzen als geliebte Haustiere halten),
    in Europa haben sich Hunde und Katzen hochgearbeitet vom reinen Nutztier auf dem Bauernhof zum reinen Nutztier für die Seele. Man nennt es auch Liebe.

    Irgend jemandem hat diese plattgefahrene Katze gehört und der wird sehr traurig gewesen sein. Muss uns nicht interessieren – jeder hat genug Eigenes worüber er traurig sein kann, aber aus Rücksicht auf hier mitlesende Nicht-Chinesen bringt man solche Bilder nicht.
    Auch wenn man selber so gefühlskalt ist, dass so ein Bild einen nicht anrührt.

  • Jürgen

    @Edith: DU hast wohl nie ein Tier besessen – andere Möglichkeiten, warum Du sowas schreibst, will ich mir nicht vorstellen.
    @Max Witzigmann: Ich verstehs nicht. DAS Bild hat nun gar nichts, aber auch überhaupt nichts mit dem Artikel zu tun, und führt bei mir – und vielen anderen bestimmt auch – dazu, dass sich nach dem Artikel der eben noch auf Essen eingestimmte Magen umdreht. Steh’ zu Deinem Wort, und nimm das Bild raus. DANN hast Du meinem Respekt. (Und vielleicht verrate ich Dir auch, wie man eine prima Glut bekommt).

  • Edith

    @Martin: Herrschaftszeiten!
    Wird mir hier Gefühlskälte untergeschoben und dem Max Empathiemangel!
    Also auf in den Ring zum kulturspezifischen Nachtreten: die platte Katze am Ende ist der notwendige Kontrapunkt – und zwar inhaltlich und bildlich – zur Grillfachsimpelei, die – was nicht überrascht – hitzig werden kann, glutvoll und leidenschaftlich, vergleichbarbar (obacht: Absicht!) dieser sehr speziellen und verbreitet blutigen Passion, dem Grillen. Gleichwohl kommt das praktizierte Grillen – also das verbreitete, im Sommer, jetzt! – recht banal daher. Weil dieser Blog nicht annähernd so banal ist, sondern seine Doppelbödigkeiten hat und braucht, tut es dem Doppelboden dieses Textes gut, wenn er mit Max-mit-Blech-auf-dem-Kopf, Musik und der platten Katze endet (und zwar genau in dieser Reihenfolge), weil das Regungen auslöst, die eben gar nicht platt sind.
    Soviel zum Kontrapunkt.
    Außerdem weiß jeder, der beim Schulfest war, dass man am Ende den Klartext braucht. Katze tot. Bier her.
    Jetzt freue ich mich auf die 120 Gerichte vom Plattensee-Casanova.
    Palinka. Palimpalim. Max, wann is’ soweit?

  • Martin

    Jetzt unterstellste Max aber ein bisschen viel. EIne doppelbödige Absicht, na sowas, das ist ein bisschen viel in diesen Blogtext hineingedeutet.

    Könnte es sein, das dieser doppelte Boden gerade hinzugefügt wurde, von jemandem der eventuell, gemäß seiner kultivierten Lebensart und verfeinerten Wahrnehmung überall die Doppelbödigkeit sucht?
    Wer sucht der findet natürlich. Auch wenn man dazu eine neue Dimension erstellen muss.

    Es war imho nur ein einfacher, lustiger Text der zur Überleitung hin zum nächsten Blogeintrag ein geschmackloses Bild ans Ende bekam.
    Übrigens – vermeintliche Doppelbödikeit hin- oder her – geschmacklos bleibt es.

    Ich persönlich bin nicht geneigt die pure Menschlichkeit zu vernachlässigen und viele Menschen vor den Kopf zu stoßen nur um
    sittlich fragwürdige literarische Kontrapunkte zu setzen. Glaube auch im Leben nicht, dass Max das vorhatte mit dem Bild der platten Katze.

    Deine, Verzeihung, Ihre Reaktion auf meine Kritik am Bild ist die Seltsame, Gefühlskalte. Oder auch Eigen-Artige.
    Bereit, zu jedem Preis, das literarisch Hochkulturelle herauszukitzeln?

    Naja, ich habe meinen Standpunkt klargemacht und, zugegebenermassen mit Deinen Antworten auch meinen Spass gehabt. Friede?

    ( Ja, ich weiß, dass meine Frage nach Friede? impliziert das so etwas wie Krieg geherrscht hat, und das hat es natürlichst nicht und wir haben uns ja nur freundschaftlich ausgetauscht.)

  • Jürgen

    @Edith: Naja, künstlerisch darstellbar, aber mir muß ja nicht jede Kunst gefallen. Und … Kunst wird von Künstler definiert, nicht vom Kritiker. Und darüberhinaus wahrgenommen vom Betrachter/Leser – dort soll Kunst etwas auslösen (zumindest wenn der Künstler kein Egomane ist). Was es bei mir auslöst, hab ich ja geschrieben…

  • Edith

    Soso. Lassmas guad sa, Jungs. Basst scho. Peace.

  • Speedy

    Ich hab selten sowas blödes wie hier gelesen
    Ihr habt das geistige niveau von Schildkröten, wenn das keine Beleidigung für diese Wesen ist.

  • Rolf

    Ja, ich freue mich auch schon auf die 120 Gerichte vom Palinka-König.Ihr müsst sie euch aber mal bei einem Zaunbier erklären lassen. Ich bin schon am Plattensee in den Genuss gekommen.Das war schon Witzig—-mann

  • SirOliver1974

    Wirklich ein unterhaltsamer Tatsachenbericht über den unbändigen Willen zum Grillen! Was ich nur nicht verstehe ist, warum noch immer fast alle Holzkohlegriller Grillanzünder verwenden. Die stinken doch widerlich und sind total uneffektiv. Ein Heissluftfön, also jetzt nicht so einer, wie die Gattin zum Haaretrocknen benutzt, sondern einer, den Handwerker verwenden, um zum Beispiel Dachpappe zum Abdichten anzuschmelzen, ist im Handel schon für 10 Euro zu haben. Wenn man einen solchen Fön für einige Minuten direkt gegen die Holzkohle hält, hat man eine richtig gute Glut ohne Gestank und mit nur minimaler Rauchentwicklung. Probiert es mal aus!

  • WANN KOMMT DIE GLUT? « Sonnenschirmblog

    [...] Kommentieren! WANN KOMMT DIE GLUT? Aber die Glut ist schwach und eine Abdeckhaube, um die wenige Hitze zu halten, gibt es auch nicht. Die Warteschlange wird länger und länger. Endlich sind wieder ein paar Würstel fertig. Die bekommen jedoch nicht die wartenden Hungrigen, … Mehr lesen: sz-magazin.de [...]

  • Anna C.

    Auch ich warte sehnlich auf den Casanova-Bericht! Wann kommt er denn?

  • Max Witzigmann

    klick mal hier drauf, anna: /blogs/kuechenzeilen/1866/platt-am-see/
    viel vergnügen beim lesen_max