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Das Musikblog von Johannes Waechter

SZ-Diskothek  54 Kommentare

La Roux im Interview: “Plattenfirmen sind dumm”

Das Synthiepop-Duo La Roux gehört zu den interessantesten Newcomern des Jahres. Nach 500.000 verkauften Alben und einem Jahr im Musikgeschäft zieht Sängerin Elly Jackson nun ein provokantes Fazit: Die Plattenfirmen findet sie feige, die anderen Sängerinnen in den Charts oft widerlich – und das Revival des Synthiepop ist ihrer Meinung nach auch schon wieder vorbei.

Von Johannes Waechter

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Elly Jackson, das Debütalbum Ihrer Gruppe La Roux hat dieses Jahr ziemliches Aufsehen erregt, auch wegen der vielen Anleihen beim Synthiepop der Achtziger. Was ist an diesem Sound heute noch relevant?

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Gar nichts! Vor sechs Monaten war der Sound relevant, aber heute sind wir schon ein paar Schritte weiter. Das nächste Album wird keinen Synthiepop enthalten. Synthie-Pop ist vorbei.

Wie wird sich die nächste La-Roux-Platte dann anhören?

Ich liebe immer noch Synthesizer, aber der Sound soll nicht so piepsig sein. Nicht wie Yazoo, eher wie späte Heaven 17. Ich möchte, dass die nächste Platte viel perkussiver wird. Ich mag Afrobeat, Dancehall, die Beats von Diplo, den grimey stuff, den die Piratensender spielen. Afrikanische Perkussion, wie man sie bei Tears For Fears und vielen anderen Platten aus den späten Achtzigern hört. Ich habe viele Ideen, aber ich weiß noch nicht, ob sie alle zusammenpassen. Ich würde auch gerne Tracks machen, die von Italo Disco beeinflusst sind.

Ihr Debüt war erfolgreich und hat einen sehr prägnanten Sound definiert. Viele Leute werden sagen: Machts einfach nochmal genauso!

Wenn wir noch ein Album mit demselben Sound machen würden, würde es sich bestimmt nicht verkaufen. Der Sound wäre einfach zu alt.

Aber das machen doch alle so. Die Plattenfirmen wollen das.

Ja, weil sie dumm sind. In der Musikindustrie gibt es nur eine Handvoll intelligente Leute; besonders schlimm ist es in Amerika. Sie sagen: Das hat funktioniert, lass es uns kopieren. Und sie denken, das sei alles, was die Leute wollen. Das ist eine unglaubliche Bevormundung der Plattenkäufer! Die Firmen füttern die Leute mit lauter Mist. Aber die Leute wollen nicht nur immer denselben Scheiß kaufen. Als unsere Single “In For The Kill” rausgekommen ist, haben alle gesagt: Das kauft keiner, das ist viel zu seltsam, viel zu Achtziger-lastig, zu sehr dies, zu sehr das. Und dann ging die Single bis auf Nummer zwei.

Die Synthiebands der Achtziger verstanden sich auch als Gegenbewegung zum schwitzigen Gitarrenrock. Teilen Sie diese Haltung?

Auf jeden Fall. Indiebands wie die Kaiser Chiefs oder Babyshambles findet inzwischen doch fast jeder langweilig. Ich persönlich bin auch nicht scharf drauf, mir Typen auf Heroin anzugucken, die abrocken und dabei alles vollschwitzen. Ich mag kantigen, minimalistischen Pop.

Ich finde, im Indierock gibt es viele gefälschte, künstliche Emotionen. Mit peinlichen Gitarrensoli –

– Santana-Gewichse –

– werden Gefühle vorgespiegelt, die eigentlich gar nicht da sind.

Ja, da ist echt vorbei. Als es Ozzy Osbourne in den Siebzigern gemacht hat, okay. Aber jetzt ist das einfach so passé. Warum soll man sich heute eine junge Band angucken, die sich auf der Gitarre einen abwichst? Fuck off!

Außergewöhnlich an La Roux ist Ihr sehr eigenwilliger, androgyner Look. Liegt in Ihrem Image auch ein Protest gegen sexistische Rollenklischees?

Ich denke schon, obwohl ich mir das nicht vorher überlegt habe. Ich habe mein Image nicht aus Protest kreiert, ich war einfach schon immer so. Ich hatte noch nie ein Kleid an oder hochhackige Schuhe. Ich habe auch die Mädchen nie verstanden, die diese Sachen angezogen haben. Es freut mich, dass ich als Sängerin akzeptiert werde, ohne meine Titten raushängen zu lassen, aber mein Aussehen war nie ein kalkuliertes Verkaufsargument.

Dennoch verschafft es Ihnen große Aufmerksamkeit.

Es hilft mir, mich von vielen anderen Frauen in der Musikindustrie abzusetzen. Ich schätze, vielen Frauen gefällt es, dass es auch noch etwas anderes gibt als die extrem sexualisierten Sängerinnen, die die Charts dominieren. Was ich wirklich krass finde: Die Zielgruppe dieser Sängerinnen sind neunjährige Mädchen! Ich finde das regelrecht widerlich: Man macht das Fernsehen an und sieht stundenlang irgendwelche Videos, in denen Frauen ihr Becken irgendwo gegenbumsen oder so tun, als seien sie Stripperinnen. Wenn es die Ausnahme wäre, wäre es mir egal, aber so ein Zeug überflutet den Markt. Es klingt sehr prüde, wenn ich das sage, aber ich finde, dass Kinder nicht diese Videos sehen sollten.

Endlich mal ein neues role model – ist das eine Reaktion, die Sie von ihren Fans bekommen?

Oh ja. Ich kriege ständig solche Briefe. Oder die Fans sprechen mich nach den Konzerten an. Junge Mädchen, die sich keine kurzen Röckchen anziehen wollen, sagen mir, Gottseidank gibt es jemanden, der genauso anders ist wie wir. In den Achtzigern gab es mehr Frauen wie mich: Grace Jones zum Beispiel, oder Annie Lennox.

Vor ein paar Monaten habe ich mit Lady Gaga gesprochen. Sie hat gesagt: “I’m changing what people think is sexy.” Dasselbe könnte man über Sie sagen.

Ich glaube, man kann auf intelligente Weise sexy sein, oder auf dumme Weise. Viele Mädchen schreiben mir und sagen: Ich bin hetero, ich habe einen Freund, aber aus irgendeinen Grund finde ich Dich total attraktiv.

Haben Jungs Angst vor Ihnen?

Jungs hatten schon immer Angst vor mir! Das ist nichts neues.

Verraten Sie mir bitte noch, wie Sie Ihre Haartolle aufstellen.

Ich schmiere eine starken Mousse und Puder ins nasse Haar und föhne es. Dann forme ich die Tolle und sprühe sie mit Haarspray ein, bis sie sich nicht mehr bewegt. Schließlich käme ich die Seiten nach hinten, so wie in den Fünfzigern.

So eine Frisur steckt voller popgeschichtlicher Konnotationen.

Anfangs haben alle gesagt, meine Frisur sähe aus wie bei A Flock Of Seagulls. Mich erinnert sie eher an James Dean – ein Bild von ihm steht neben meinem Bett. Als Kind fand ich Jungs viel cooler als Mädchen, und ich wollte mich immer wie ein cooler Mann anziehen. Das will ich immer noch: Mich wie ein cooler Mann anziehen, aber eine weibliche Sexualität haben.

Darf man Ihre Tolle anfassen?

Ja, das machen die Leute dauernd.

Und schneiden die Fans dann auch ein paar Strähnen ab? So wie bei den Beatles?

Nein, zum Glück nicht. Ich habe kürzlich geträumt, dass ich unter einer Brücke entlang ging und jemand mir alle meine Haare abschnitt. Meine Karriere war beendet!

Kommentare

  • phunky

    Ganz schön arrogantes Geschwurbel für jemanden der nur bessere (?) Kirmesmusik fabriziert…

  • Bang Bang Bart

    Welche Musik gerade angesagt ist oder nicht, ist mir ziemlich Wumpe. Eines aber muss schon irgendwie dabei sein, nämlich Gitarrengewichse. Ob Bright Eyes, QOTSA oder Motörhead, scheissegal, ohne geht gar nicht. La Roux geht übrigens auch nicht.

  • Präsi

    Whow! Ich bin beeindruckt. Endlich ´mal jemand, der es uns allen sagt …

    …so gab´s das schon in den 1960ern
    …in den 1970ern…
    …in den 1980ern…
    …in den 1990ern…
    …in den 2000ern… die ja noch andauern.

    Wellenreiter mochte ich noch nie …

    Viel Erfolg – trotzdem. Die Industrie braucht dich (auch wenn du glaubst, das sei nicht so)

    Ach so: “f… off” habe ich als Kind auch immer gesagt und mich total gut dabei gefühlt. Lass es raus!

  • cattivo

    So ‘ne neunmalkluge ach so unangepasste bräsige Poptussi hat die Musikwelt gebraucht. Fuck off!

  • Interview mit Elly Jackson von La Roux („Bulletproof“, „In for the Kill“) « Tonbasis – Musik, Hörspiele und Videos

    [...] Waechter hat ein Interview mit der Hälfte des Electropop-Duo’s La Roux [...]

  • Tuba Libre

    Mit Verlaub kann man über Geschmack sicher streiten – so finde ich die Musik von La Roux schlecht und die Videos einfallslos.

    Davon abgesehen ist es keine erschütternde Neuigkeit, dass bei so manch einem Plattenlabel eine kommerziell getriebene Inkompatibilität zwische dem kreativen Anspruch der Künstler und dem vermeintlich lukrativen Treffen großer “Konsumentengruppen” besteht.

    Das überhaupt ist die Ursache für den rapiden Wertverfall musikalischer Darbietungen und der sinkenden Bereitschaft dafür zu bezahlen, sondern es stattdessen “irgendwo runter zu laden”.

    Die Gier und das Lechzen nach Umsätzen und Margen treibt zuweilen Stilblüten, die einfach Gift für Krativität sind, Marktzugangsbarrieren für junge Künstler schaffen und experimentierfreudigen Newcomern Steine in den Weg legen.

    Zu erwähnen sei die Erkenntnis, dass online mehr Einzeltitel als komplette Alben verkauft werden und in der Folge die Margen sinken. Eigentlich kein Wunder, da auf so manchem Album nur ein oder zwei Titel wirklich hörenswert sind, der Rest aber nicht so interessant ist, dass man dafür Geld ausgeben möchte.

    Statt aber das Geschäft mit wöchentlichen Neuerscheinungen und schierer Masse für die immer hungrigen Musiksender zurück zu fahren und künftig wieder auf Qualität und Anspruch zu setzen, versucht man den Abverkauf von Alben dadurch zu fördern, dass man den Einzelkauf unbequem und unkomfortabel macht und nutzlosen Tand wie bunter Bilder und Liedtexte hinzu packt – an der Qualität der künstlerischen Darbietung ändert sich dabei aber gar nichts.

    Und so wird online ein grundlegendes Problem der Branche deutlich: Nicht mehr die Kunst steht im Vordergrund, sondern der Kommerz. Und das ist nicht immer im Einklang zu realisieren. Vor allem dann nicht, wenn der Geschmack der Masse bereits durch Einfalt homogenisiert wurde und damit gar nicht mehr fähig ist, Freude an Experimenten zu entfalten.

    Das ist vergleichbar mit Kindern, die nur mit Fastfood und Tiefkühlkost bekommen haben: Die schmecken irgendwann nicht mal mehr den Unterschied zwischen Apfel und Birne.

    Und deshalb sind die Plattenfirmen so wie sie sind: Defensiv, Feige, Langweilig. Das gilt umso mehr, je größer (und damit unbeweglicher und kommerziell fixierter) sie sind.

    Cheers,

    Tuba Libre

  • harrypi

    Wenn dem Bub zum Thema Gitarre tatsächlich nur Santana einfällt, dann wundert mich allerdings gar nichts mehr.

  • Joe

    Man höre sich mal auf Youtube die ein oder andere Liveaufnahme von ihr an: Die Frau hat keine Stimme und eine Präsenz wie ein trockenes Brötchen. Solche Unzulänglichkeiten kann man nur wettmachen indem man in Interviews die Klappe aufreißt. Lächerlich.

  • rainer

    meine güte, nur weil sie was gegen gitarren sagt, sehen hier einige rocker ihre heile welt in gefahr, das ist ein interview mit einem pop-act und nicht die verkündigung der zehn musik-gebote eines plattenpapstes… ich höre übrigens motörhead und la roux, höre dubstep und element of crime, kyuss, arctic monkeys, john cale usw. – also: so what?! locker bleiben

  • gerda

    ihr wollt die beckenwackelnden, busenraushängenden frauen wieder, die die schnauze halten? die sind doch alle noch da!
    typisches mackergehabe: gitarrensoli verteidigen! hihi.

  • xl

    Ich würde da ja vielen Äußerungen über die Musikindustrie zustimmen, aber La Roux surft doch selber nur auf der 80er Revival Welle mit – ich kann da beim besten Willen nichts innovatives erkennen. Vor 5-6 Jahren wäre das vielleicht noch hipp gewesen aber heute wartet man ja schon eher wieder aufs Grunge Revival…

  • Irgendwer

    Das lustige ist, dass jeder der denkt er sei anders als die Andern und damit Erfolg hatt sofort “vermainstreamed” wird.

  • sa

    Lustig dass die meisten die sich hier so beschweren entweder selbst ebenso einseitige Vorstellungen haben oder sich einfach nur täuschen.
    Wer wenn nicht das Internet hat den unbekannten Künstlern wieder einen Markt ermöglicht (Indie, deutscher Techno,…)?
    Dass die Musikindustrie sich jetz wundert, dass nur noch einzelne Songs gekauft werden, nachdem vorher jahrelang versucht wurde mit einzelnen Songs Publikum zu gewinnen, ist auch typisch für deren Unfähigkeit sich auf das neue Medium einzustellen.
    LaRoux macht einfach geile Popmusik, Gitarren hin oder her! Auf dauer kann ichs mir aber auch nich anhörn

  • Mimsky

    sich nach einem Album, welches zufälligerweise den Nerv der Zeit trifft, so aufzuführen, grenz leicht an Größenwahn. Schlechte Musik, langweiliges “Möchtegernichbinjasoandersalsalldieanderenblödentussis” Image. Ich würde erstmal Gesangsunterricht nehmen und ne Stylistin anrufen….vielleicht hilft auch ein Workshop im Songschreiben……bevor man sich es nicht leisten kann: LIEBER MAL DIE KLAPPE HALTEN…..

  • Eddy Cat

    Ein Interview was die Welt nicht braucht…erst recht weil La Roux wirklich nicht die musikalische Erleuchtung ist. Anstatt uns darueber in Kenntnis zu setzen wie sie gedenkt die 80s in ein zeitgemaesses Kleid packen und damit eine Tonalitaet in Ihrem eigenen Stil weitertragen, schwafelt Madame was von “Neuem” und lässt sich ueber das anbiedernde Gehabe von Kollegen aus. Schnell aus dem Staub machen ist auch eine Moeglichkeit sich Vergleichen nicht zu stellen…

    Aber auch die Kommentare des Forums lassen zu wuenschen uebrig wenn es zur Politik von Plattenfirmen kommt. Wie kann man sich nur anmassen, deren berechtigtes Streben nach planbarem Geschaeft zu kritisieren? Hallo?!! Wir haben es nicht mit Banken zu tun die irgendwo immer bezuschusst werden wenn jemand ein paar Mio versenkt hat! Die Plattenindustrie hat jahrelang gepennt und sich die Eier geschaukelt weil es immer ein paar Hundertausend Blöde gab die alles gekauft haben. Nachhaltigkeit, Kuenstleraufbau und die Zeit nach der LP wurden nicht mal annaehernd bedacht. Neue Labels wissen das, weil es meist immer einen dort gibt der von Firmenpleiten in der Branche betroffen war. Also macht man es jetzt einfach klueger. Und einen Kuenstler aufzubauen kostet ein Vermoegen – bei aeusserst unklarem Ausgang…

    Die altruistisch sozialromantischen Gedanken, dass alle cool in der Musikbranche arbeiten und man nur das macht was man toll findet duerft Ihr also austraeumen…am besten schnell…

  • Hias

    hehe, dumm, untalentiert und arrogant, das ist mal wirklich neu :-D

  • Daniel

    Hey macht Euch locker ! Diese junge Dame traut sich wenigstens öffentlich Musik zu machen und hält nicht hinterm Mond mit ihren Meinungen. Deswegen muss man sich nicht angemacht fühlen. Sie ist halt nicht mit Santana Klängen groß geworden.
    Ist doch gut, wenn die Jugend kreativ ist, Musik macht und sich auch mal gegen Sexismus in dem Business bekennt. Da hat sie nämlich vollkommen recht: was da über den Äther läuft ist auf jeden Fall alles mögliche, aber nicht jugend-/kinderfrei.

    Darüber wurde hier ja noch gar nichts kommentiert.

    Ich finde, die hat Potential ! Hoffentlich hält sie sich länger als 2 Jahre im Business.

  • Johannes Waechter

    @ Daniel
    Danke für den Kommentar, ich stimme Dir zu. Ellys Aussagen über Gitarrenrock etc. sind Geschmackssache, aber was sie über die Rolle von Frauen im Pop-Entertainment sagt, ist richtig. Es ist auffällig, dass es kaum noch originelle, eigenwillige Sängerinnen gibt. Früher hat Pop die Andersartigkeit gefördert, jetzt geht es eher um Konformität.

  • Hinternet-Blog -

    [...] Synthie-Pop ist vorbei. Das Süddeutsche Musikblog im Interview mit La Roux: “Plattenfirmen sind dumm” [...]

  • Michael

    Das Interview hat etwas von ‘nem blinden Huhn, das nach dem Finden eines Korns meint, Vorträge über globale Nahrungsversorgungsstrategien halten zu können.

  • phunky

    Moin Johannes,

    die Konformität lass ich Dir nur bedingt durchgehen ;-).

    Letztlich ist es so, dass es heute einfach viel mehr gibt, als zum Beispiel in den 80gern, die ja von Verblendeten gern mal als Popjahrzehnt bezeichnet werden. Und wo viel mehr ist, da tragen auch mehr Uniform. Aber wenn ich mir die “Einzelfälle” so ansehe, sind auch die absolut mehr geworden. Dafür muss man wirklich nicht Janis Joplin exhumieren. Ganz im Ernst, ich habe dieses “früher war alles besser, das Gras war grüner, vor allem aber billiger”-Gequatsche mittlerweile einigermaßen satt. Manches war besser, manches aber nicht. Heute kann ich La Roux hören – muss es aber zum Glück nicht…

    Generell mag es, gerade aus Amerika kommend, mehr konservative junge Damen geben als früher, das ist aber dann eher ein gesellschaftliches Problem, als eines der Popkultur. Aber in der Popkultur spiegelt es sich eben wieder, seien es Romane von Stephenie Meyer oder Musik von Silbermond, klar, das ist für die Kinder die spießiger sind als ihre Eltern.

    Das auf der Gegenseite dafür dann Gangsta-Rap (noch) existiert und Macker-Macho-Prolo-Gehabe mit pubertäterer Attitüde wie bei Rammstein, ja das ist eben die andere Seite der Medaillie.

    Ich bestehe bei der Musik die ich höre keinesfalls auf Gitarren, aber so’ne “Autoscooterrumstehmucke” wie diese Kleine hier präsentiert muss es auch nicht sein.

    Abgesehen davon kann ich, wie Miss Jackson, das BritPop-Getue mit all seinen, auch den skandiavischen, Derivaten nur in Einzelfällen leiden. Aber dieses Gequatsche über deren Gebräuche und Riten ist eben leider auch nur spießig.

    Außerdem hasse ich es wenn jemand meiner Meinung ist – aber aus den falschen Gründen ;-)

  • vostei

    Nun – sie kann sich offensichtlich ihre Meinung leisten… ;) – mit der zweiten Hälfte der Band, die, entgegen des Titels, im Interview etwas zu kurz kommt und immerhin Faithless produziert…

  • Mario

    Grundsätzlich gefallen mir ihre Antworten recht gut, v.a. die Outfit-Sache. Allein wegen den vielen negativen Meinungen werd ich mir das Album mal anschauen. Tolles Interview.

    In Sachen Rockmusik muß sie noch bissl was lernen, aber sie is ja auch noch nich so alt..

  • Johannes Waechter

    @ Phunky
    Um nochmal auf mein Gespräch mit Gilles Peterson zurückzukommen: Der hat auch gesagt, dass es die verschiedenen subkulturellen Tribes, die es in den Achtzigern gab, heute nicht mehr gibt und dass in den vielen Clubs, in denen er weltweit auflegt, eigentlich alle mehr oder weniger gleich aussehen. Ich stimme Dir zu, dass man nicht allzu nostalgisch werden sollte, aber ich glaube, dass man bei nüchterner Betrachtung nicht darum herumkommt zu konstatieren, dass sich die Wirkungskraft der Popmusik und ihre Konsummuster in den letzten Jahren geändert haben.

  • phunky

    @ Johannes, wo ich grad noch online bin: Die meisten machen da einen Fehler: Sie verwechseln, was damals in irgendwelchen Clubs und im Underground lief und das was im Bewusstsein der Masse stattfindet ist nicht das selbe.

    Und gerade was die 80ger angeht, so kann ich, als dabeigewesener, durchaus behaupten, dass es da einen himmelweiten Unterschied gibt. Der Mainstream bekam Airplay und der Mainstream war zu einem Großteil schlimm. Das ganze coole Zeug hingegen kannte doch wiederum kaum einer. Im Radio lief eben Spandau Ballet.

    Sicher wird Mister Peterson da mehr Überblick haben als ich, aber ich denke, durch Kommunikationswege wie das Internet ist der kulturelle Austausch einfach schneller geworden. Heute braucht kein Stil mehr drei oder vier Jahre bis er den Kontinent wechselt. Natürlich gehen dadurch temporäre regionale Eigenheiten ein bisschen verloren. Aber das ist mir lieber als gar keine Veränderung. Wenn man nämlich so denken würde, gäbe es hier nur Marschmusik und Heile-Welt-Songs. Und das kann ja niemand ernsthaft wollen.

    Und noch mal, meiner Meinung ist das Angebot heute sehr viel größer, dadurch muss man halt auch mehr aussortieren.

  • Johannes Waechter

    @ Phunky
    Ich komme mir fast ein bisschen blöd vor, im Gespräch mit Dir immer irgendwelche nicht verwendeten Interview-Schnipsel zu zitieren, aber zu dem, was Du sagst, hat sich Elly Jackson so geäußert:
    “In meiner Tasche habe ich eine Liste der zehn Top-Singles des Jahres 1984. Prince & The Revolution sind zweimal drauf, Marvin Gaye ist dabei, David Bowie, Rod Stewart – Wahnsinnssongs von richtig großen Künstlern. Wenn ich heute in die Top Ten gucke, finde ich nur selten etwas, das mir gefällt. Und ich kenne keinen, dem es anders geht. Wenn ich noch einen Song mit Autotune höre, muss ich mich leider umbringen.”
    Es geht eben nicht nur um den Underground, sondern auch darum, dass es früher immer wieder sehr, sehr innovative Künstler gab, die zugleich sehr erfolgreich waren, von Elvis über die Beatles bis zu Prince und Bruce Springsteen. Solche Figuren sind meines Erachtens in den letzten Jahren nicht nachgewachsen. Es stimmt natürlich, dass andererseits in unzähligen Kleinzusammenhängen Musik von großer Vielfalt gemacht wird. Aber zum Pop gehört auch die Masse – der Gedanke, die Wirklichkeit von Millionen zu prägen. Wenn ich mir die neuen Top-Stars angucke, sehe ich eher Konformität (R&B-Beats, Autotune, langweilige Texte) als wirkliche Individualität; nicht zuletzt wegen des Castingshow-Wahns. Ich finde es bezeichnend, dass der interessanteste neue Star dieses Jahres, nämlich Lady Gaga, sich zwar sehr originell präsentiert und mit der Verschränkung von Pop, Mode und Kunst punktet, dass ihre Musik aber total gewöhnlich und einfallslos ist.

  • phunky

    Johannes, da geh ich nicht mit. Marvin Gaye hat überwiegend sexistischen Kram gemacht, der schon seiner Zeit nicht originell war. Rod Stewart als großen Künstler zu bezeichnen, kann ich nur als Ironie deuten. Und David Bowie hat 1984 die schlechtesten Songs seiner Karriere gemacht. Und das ist genau das was ich meine. Aber Prince ist gekauft.

    Und heute? Wenn ich die Kings of Leon mit Rod Stewart vergleiche ist klar wer gewinnt. Wenn ich Frauen wie Tori Amos höre, frage ich mich wo die 1964 wohl waren. Und jetzt die deutschen Charts vom Januar 1984:

    Platz 1| Januar | 1984
    Nino de Angelo: “Jenseits von Eden”

    Platz 2 | Januar | 1984
    Masquerade: “Guardian Angel”

    Platz 3 | Januar | 1984
    The Catch: “25 Years”

    Platz 4 | Januar | 1984
    Gazebo: “Lunatic”

    Platz 5 | Januar | 1984
    Nena: “? – Fragezeichen”

    Platz 6 | Januar | 1984
    Paul Young: “Love Of The Common People”

    Platz 7 | Januar | 1984
    Trio: “Turaluraluralu”

    Platz 8 | Januar | 1984
    Paul Young: “Come Back And Stay”

    Platz 9 | Januar | 1984
    Laid Back: “High Society Girl”

    Platz 10 | Januar | 1984
    Flying Pickets: “Only You”

    Alles voll nonkonformistisches Experimental-Pop. Und nun kommst Du!

  • Jeeves

    “Plattenfirmen sind dumm”?
    Die Dame ist dumm.

  • Anna

    Hm hab sie live gesehen, sie kann tatsächlich singen, und ja, ich find’s aufregender als den meisten (Indie-)Rock, und auch als das neue Beyoncé Album ;) Und Santana konnte ich mir noch nie anhören. Ich freu mich, dass sie auf dem nächsten Album was anderes machen wollen, und nicht auf das alte Rezept setzen…

    Ich kann mich der Minderheit hier nur anschließen: Relax your shoulders. Irgendwie schade, dass man Sängerinnen so eine selbstbewusste Haltung noch weitaus übler nimmt als männlichen Mitstreitern, die zum Rundumschlag gegen die Musikwelt ausholen.

  • Johannes Waechter

    @ Phunky
    Vielen Dank für diesen Blick ins Gruselkabinett! Nino de Angelo, The Catch und Laid Back waren zum Glück schon vor längerer Zeit aus meinem Bewusstsein verschwunden, und ich hoffe, das wird bald wieder so sein. (Wenn wir in 25 Jahren in die Charts vom Januar 2009 blicken, werden wir dort übrigens Schäfer Heinrich entdecken.) Aber von Deutschland hat auch niemand geredet, oder? Natürlich findet man immer irgendwelches krause Zeug in den Charts, und neben Prince und Bruce Springsteen standen 1984 in den US-Charts Cyndi Lauper, Lionel Richie und Duran Duran. Trotzdem bleibe ich dabei, dass es früher mehr Stars mit Charakter und (mühsam erworbener) Individualität gab. Rod Stewart hatte 1984 seinen Höhepunkt schon lange überschritten, aber dennoch habe ich Hochachtung davor, wie er sich aus kleinen Bluesclubs nach oben gesungen und dann Anfang der Siebziger ein paar exzellente Platten aufgenommen hat, bevor er im Siebziger-Rockstar-Exzess versank. Ich finde, Popstars sollten auch schillernde Figuren sein, und das sehe ich bei den Kings Of Leon überhaupt nicht. Das sind doch Musikarbeiter ohne jedes Charisma. Ich habe schon viele Artikel über sie gelesen und sie auch mal live gesehen, aber wenn sie mir auf der Straße begegnen würden, würde ich sie nie und nimmer erkennen. Vielleicht brauchen die einfach Rod-Stewart-Frisuren?
    Und bei Marvin Gaye bin ich komplett anderer Meinung. Das ist für mich einer der ganz Großen, einer der wenigen Musiker, von dem fast jede Note genial ist, inklusive “Sexual Healing”. So einen Star wird es sicher nicht noch einmal geben. Viele Grüße!

  • wuchten

    Zitat: “Ich finde, im Indierock gibt es viele gefälschte, künstliche Emotionen. Mit peinlichen Gitarrensoli –”
    Was bitte soll das denn? Erstens: stark subjektiv, zweitens: Steilvorlage für eine Pop-Musikerin sich vom Rock abzugrenzen und drittens: Seit wann vergleichen wir Birnen mit Äpfeln? Zuletzt viertens: peinliche Soli? Gefälschte Emotionen? Worauf wird sich denn hier bezogen? Wenigstens ein Beispiel würde helfen, um so was Konfuses nachvollziehen zu können.

    Zu LaRoux: traurig, wie man so kurz nach seinem ersten Erfolg bereits so von sich und seiner Musik überzeugt sein kann. Und dabei soll was Neues rauskommen? Erst recht nicht, wenn die Dame jetzt auf perkussive Musik umsteigen will. Als ob das was Neues sei. Was hört man denn zu 60 % im Radio? Beats und Percussion-Styles.

    Zum Glück läuft ergänzend wenigstens noch gute Gitarren-Musik. An Stelle von LaRoux würde es mich frustieren, wenn Jungs wie Pete Doherty auf Heroin, Alkohol und was sonst noch, sich gerade noch so im Studio auf den Beinen halten können und trotzdem bessere (oder zumindest gute – darüber lässt sich schließlich streiten) Musik produzieren können.

  • Shullbit

    Yeah, ich find die Tusse cool. Ihre Mucke funktioniert deshalb so gut, weil die 8-Bit-sexualisierte Nintendo-Generation sich in diesen Sounds ergehen konnte und jetzt die Kohle hat, dem Markt das heimzuzahlen.

  • phunky

    Okay, Johannes, dann muss das auch mal gut sein hier:

    Tausche Kings of Leon durch Tokio Hotel (Mir ging es um die Musik). Ich glaube nicht, dass es in Deutschland jemals derartige Popstars gab, die auch international Anerkennung fanden. Außer in den 80gern vielleicht die Scorpions. Und nochmal, wer ist Dir lieber? Nein, die 80ger-Glorifizierung geh ich keinen Zentimeter mit. Und wenn Leute wie die kleine Miss Jackson, als Nichtdabeigewesene so etwas betreibt, bitte schön.

    Die 80ger waren im Übrigen auch Europe, Opus und so weiter. Der große Philosoph Johann Hölzl hat sich einst dahingehend geäußert “Wer sich an die 80ger erinnert, der hat sie nicht erlebt!”. Auch wenn seine Gründe vielleicht andere waren: Recht hat er ;-)

    Ich mag im übrigen Marvin Gaye auch, aber nicht weil er so originär war, sondern weil er einfach ein guter R&B-Musiker war. Wie andere auch. Aber Rod Stewart? Wenn es darum geht jeden zu würdigen, der Erfolg hat, dann könnte man auch Modern Talk… nein, das bring ich doch nicht fertig. Sorry soll hier keine Privatunterhaltung werden, aber ich kann diese Glorifizierung vergangener Zeiten nur schwer ab, erst recht nicht, wenn die Protagonisten zu der Zeit noch nicht mal als Quark im Schaufenster lagen und den ganzen Mainstreamschrott nicht ertragen mussten.

  • Hias Witti

    Als Oldie sag ich’s mal mit den Gitarrenwichsern J.J. Cale und Eric Clapton: “I’m hard to thrill, baby”. Du schaffst es jedenfalls nicht. Andere aus Deiner Altersklasse schon! Pass auf, dass Du nicht ertrinkst, wenn es Dir in die Nase regnet!

  • Johannes Waechter

    @ Wuchten
    Danke für den Kommentar! Das stimmt, es ist meine subjektive Meinung, deshalb habe ich ja auch “Ich finde…” geschrieben. Ich werde bei Gelegenheit ein paar Beispiele raussuchen. Es geht darum, dass im Indie-Rock gerade bei den Gitarren für meinen Geschmack zu viele Klischees ertönen, und dass mir die Gefühle, die dadurch erzeugt werden sollen, hohl vorkommen. Totale Geschmackssache, aber um so etwas loszuwerden macht man schließlich ein Blog.
    @ Phunky
    Du hast recht, irgendwann muss es gut sein. Am besten treffen wir uns auf einer Achtziger-Party, um alles in Ruhe durchzudiskutieren … viele Grüße.

  • Arne Kaiser

    Nice discussion going on…
    Cool Lady, looking forward to her next record : )

  • ulrich

    @ Phunky
    @Johannes

    Ich möchte hier als 80er-Sozialisierter, dennoch Editors-Hörender (ist das schon Schweinerock?) und Rammstein doof-Findender nicht den popkulturellen Mediator geben. Dennoch mit der Sicht des Altersweisen: Kraftwerk sind deutsch, groß, alt – und aktuell. Kings of Leon sind mir lieber als Silbermond.

    LaRoux bedient sich absolut ok. im gut gefüllten Zitatekorb. Warum nicht.
    Und dennoch: ich erwische mich dabei, in letzter Zeit immer mehr CD´s (sic!) herauszuholen, die ganz lange in meinem Schrank schliefen. Wie ich auch, vor dem eigenen musikalischen Gewissensgericht stehend, klar sagte: zu recht. Police. New Order. Specials.
    Doch meiner subtilen (willenlos eingeimpften?) Sehnsucht nach 80er-Klängen folgend oder auf dem sehr glatten Eis des “hart erarbeiteten” Konservatismus schlitternd höre ich den alten Kram doch mit einem ganz tief in mir drin klopfendem: schlechtem Gewissen.

    Eigentlich will ich das neue Ding, den auch auf der Straße erkennbaren Star. Doch: ich erkenne es/ihn einfach nicht. Egal ob in irgendwelchen download-Charts oder feinstverästelten Mikrogruppen-Empfehlungen: “es” spricht mich nicht an.
    Und das ist es, was mir, Phunky und Johannes, viel mehr Sorge als Komfort bereitet. Nämlich die Sorge, einfach kein “Ohr” mehr für Neues zu haben.

    Gibt es hier Trost – außerhalb von 80er Partys?

  • ynwa

    @phunky,die 80er waren aber auch joy division, prefab sprout, go betweens, violent femmes, pixies,gun club,blondie, c86 ….
    von den ganzen subkultur geschichten will ich erst gar nicht anfangen und heute ?! wo soll diese vielfalt denn sein ..such….

  • Kai aus Murnau

    Das Geschwurbel am Griffbrett war schon immer sehr langweilig. Wer braucht denn schon bei Motörhead Gitarrensoli – kein Mensch. Frau Jackson: “Warum soll man sich heute eine junge Band angucken, die sich auf der Gitarre einen abwichst?”
    Die Frage ist doch WIE sich einer runtergeholt wird – wenn es denn überhaupt sein muss. Wenn schon, dann nackt auf dem Bauch liegend mit Chinaböllern im Anus. Aber ich überlasse es Herrn Billy Childish die Gemüter zu beruhigen:

    “Music is about interaction and playing with your friends. It‘s about community and doing something because it is fun. Unfortunately there‘s no verve in most contemporary music, just fake rebellion and fake energy. People always seem to like the faux, never the eral thing. But there‘s room for other things. I advice the youngsters to go out and listen to Link Wray and work out why he sounds more vital than everything the pop stars can rustle up today.”

    http://www.youtube.com/watch?v=xAW9e66Vuos&feature=related

    Und jetzt höre ich wieder Billie Holiday, eine Frau die sich an drei Tagen mehr Dogen einverleibt hat, als Pete Doherty in drei Jahren, die mit ihrem Auftreten, ihrem Leben und ihrer Musik gegen sämtliche Konventionen verstoßen hat.

    http://www.youtube.com/watch?v=ZtgUbJN8oPE&feature=related

    Und noch was von Mos Def:

    Elvis ain‘t got no soul, hell no
    Bo Diddley is rock and roll, damn right

    http://www.youtube.com/watch?v=b8epyQ5MnFY&feature=PlayList&p=057DB4619F1659F9&index=0

    Ende der Durchsage.

  • phunky

    Moin Johannes,
    bin heute nicht sehr arbeitswütig, drum bin ich doch schon wieder hier… Falls ich vorhin arg schroff rüberkam, so war das nicht beabsichtigt. Generell könnte ich den ganzen Tag über Musik reden, meinetwegen sogar über die 80er ;-)

    Eines kann man festhalten, der Mainstream war eigentlich schon immer mehr oder weniger übel. Zumindest der, der sich in den Charts widerspiegelt und das ist ja letztlich das, was die MI interessiert. Und gerade in Deutschland waren die Charts eben selten das, was man heute mit den Epochen verbindet. In den 60gern war das eben nicht Jimi Hendrix, sondern Rex Gildo, Peggy March, Peter Alexander, Roy Black und Konsorten. Gut, die Beatles waren natürlich dabei. Oder die Stones. Aber eben auch so Perlen wie Ronny oder die Turtles.

    Die 70ger waren halt nicht nur Bowie und Iggy, sondern auch Cindy und Bert.

    Und die 80er, naja. Ich denke, wir erinnern uns halt an das was bis heute übrig blieb, und das ist auch gut so. Nur müssen wir nicht so tun, als wenn die Mehrheit damals auf Qualität gesetzt hat. Ich denke im Zusammenhang mit den 80ern auch lieber an die Nits, The Smiths, Prince, XTC oder New Order. Aber der Alltag waren eben Fräulein Menke, Aha, Mr. Mister und Scotch (Wer erinnert sich noch an Italo-Disco? Hoffentlich keiner). Wo ich grad dabei bin fallen mir natürlich auch die Protagonistinnen des Euter-Pop wie Sabrina und Samantha (Fox) ein. Es war eben nicht alles besser, nur weil es lang her ist. Das macht heute natürlich Britney nicht besser, aber Patrick Watson auch nicht schlechter (Wooden Arms ist bisher mein persönliches Album des Jahres 2009).

    Sorry, wenn ich hier langweile. Aber ich neige dazu, solchen Banalitäten eine größere Bedeutung beizumessen als sie verdienen. Zumindest wenn es um Musik geht.

    Also, nix für ungut und schönen Abend!

  • phunky

    @Ynva

    Patrick Watson, Portugal. The Man, I am Kloot, Dear Reader, Flaming Lips, Ween, Arcade Fire, Regina Spektor, Ben Folds, Brixtonboogie, Beirut, Eels, Cat Power, Jan Delay, Peter Fox, The National, Last Shadow Puppets, The Beta Band, Tori Amos, Squarepusher, Plaid, Propellerheads, da damn phreak noize phunk, Nightmares on Wax, Fleet Foxes, Fun Lovin’ Criminals, Malcom Middleton, Battles …

    Was mir halt spontan so einfällt, mag ich nicht alles, ist aber schon irgendwie Vielfalt. Und es gibt ja noch Hunderte mehr. Und klar, das zitiert mittlerweile alles mehr oder weniger. Es ist eben alles schon gemacht. Und die letzte große Erfindung war eben der Computer. Da die in den 80ern bezahlbar wurden, ging es da halt los. Wär sonst sicher auch früher oder später passiert. Was den eigentlichen Wortsinn angeht, waren die 80er sicher origineller. Aber dadurch nicht besser. Heute entsteht alles nur durch die Art von Arrangement und Darbietung. Neue Harmonien erfinden wird langsam eben schwierig…

  • Dürüsü, die Legende

    alta isch schwör,
    nur derber rep is das ainzig ware.
    die tuss da oben is ma krass foll beklopt und hat ma kaine anung.

    pies in da huud

  • nbutscheidt

    Also “Bulletproof” finde ist einfach ein klasse 80er-Song, der halt 25 Jahre zu spät kam.
    Ansonsten habe ich mich über die Kommentare köstlich amüsiert (sowohl bei den positiven wie auch den negativen).
    Allerdings ist mir schleierhaft, wie man sich dermassen über das Interview aufregen kann.
    Also Jungs und Mädel, schlagt euch meinetwegen ruhig die Köpfe ein. Ihr seid morgen genauso in Vergessenheit geraten wie das Interview.

  • NormCast.de » Kurz notiert 09/09

    [...] “Plattenfirmen sind dumm” [...]

  • Klaus Becker

    Hallo an alle engagierten Forenten.

    Die Beiträge hier im Forum erinnern mich an die Diskussionen, die ich in den vergangenen Jahren mit Kollegen, Freunden und meinen Kindern geführt habe.

    Habe die ersten 12 Jahre meines Lebens in Australien verbracht; die erschreckende Gewalt des Vietnamkrieges, aber auch Gewalt in meiner Umgebung ließen mich in die Musik der damaligen Zeit flüchten: Bob Dylan, Peter, Paul and Mary, John Fogerty, Johnny Cash und Marty Robbins machten mir das Leben erträglich.
    In den letzten Jahren sehnte ich mich wieder in die Musik der damaligen Zeit zurück, beginne aber nun anzuzweifeln, ob die Leidenschaft der damaligen Zeit, der so mancher, wenn er die Soulmusik erwähnt, nachtrauert, beginne ich anzuzweifeln, ob Leidenschaft ein Lösung ist. Der Name drückt es schon aus: das, was Leiden schafft. Andererseits ist die heute allseits anzutreffende Oberflächlichkeit auch kein Weg zu einem dauerhaften Glück.
    Das Hin-und-her-Pendeln zwischen zwei Polen ist ein Spiel, welches die Menschheit mit viel Ausdauer betreibt. Ich beginne, einen dritten Weg zu erkennen: den Einklang mit dem, was ewig und wahr ist. Und der einzige Weg dorthin scheint, für mich, der zu sein, die Mittel dieser Ebene von Zeit und Raum dazu zu benutzen, sich von der materiellen Ebene zu lösen.

    Nächstes Jaht gehe ich, mit 51 Jahren, auf die Bühne, und gebe mich meiner inneren Stimme hin. Es ist klar, dass wir alle das Glück suchen, und zwar ein dauerhaftes. Und gerade die Künstler sind Suchende, auch für weniger kreative Mitmenschen.
    Ob La Roux oder Bob Dylan…wenn ein Künstler es schafft, Menschen so anzuregen, dass sie sich auf die Suche machen, ist schon viel gewonnen.

  • Bones

    Was ist dann das hier? Elektrogewichse? Diese Songs könnte man genausogut mit Gitarren spielen. Simpelste Musik, weit entfernt von der Inspiration, die sie gerne verkörpern möchte. Und dabei nichtmal besonders catchy.

  • Horace Whimp

    La Roux – na ja.
    Zum Thema grottige 80er Mucke:
    Mal Butter bei die Fische. Jedes Jahrzehnt hatte seine musikalischen Ausreisser. Ist es denn heutzutage wirklich besser? Crazy Frog, Schnuffel und die ganze Klingeltonkacke. Schni Schna Schnappi das kleine Krokodil, die Big Brother Gesangsathleten Jürgen und Slatko, Ballermannhits, Après Ski Hits, Micki Krause, Frauenarzt, MIchael Wendler, Die Randfichten (Holzmichel), DJ Ötzi, Scooter. Die ganzen Castingidioten wie Bohlens Mark Mettwurst, Alexander Klaws. Sido und Bushido würde ich auch nicht unbedingt als musikalisch wertvoll betrachten. Grandiose Titel wie “Du hast den geilsten Arsch der Welt” von Alex C feat. Y-Ass sind auch musikalische Ergüsse des neuen Jahrtausend. Wenn man bei den 80er nur an die Italo Disco und NDW Verbrecher denkt, dabei die Rotten Tomatoes der Neuzeit ausblendet, macht sich was vor. Es gibt kein Jahrzehnt, wo nix Peinliches zu finden ist. :-) Nur mit dem Unterschied, dass z.B. in den 80er auch Leute wie Bruce Springsteen, U2, The Police, The Clash, Genesis, Prince, Dire Straits, Pete Townsend, Mike Oldfield, Saga, Toto, Fleetwood Mac, Supertramp, Steve Miller Band, Stevie Wonder, Hooters, Foreigner, Queen, Pink Floyd in den Charts auftauchten.
    Heute heißen die “Großen” der Charts dann eher “Lady Gaga, Beyoncé, Kelly Rowland, Rihanna, Kate Perry, Shakira, Pink, Milow, Robbie Williams, etc.”

  • Dreckiger Dan

    Es ist jedem selbst überlassen welchen Musikgeschmack er oder sie hat. Frau Jackson mag keine Gitarreros. Soll mich nicht stören. Was ihre Aussage zu den Videos ihrer weiblichen Kontrahentinnen anbelangt, hat sie ja i gewisser Weise ja Recht. Aber die Eltern sind dafür verantwortlich was ihre Kinder sehen und was nicht. Schade eigentlich dass die Frau Jackson nie im Minirock auf der Bühne stehen wird…. ;-)

  • DJ München

    …also ich kann dazu nur sagen, daß der Sound von La Roux absolut tanzbar ist und auch 2010 noch gut beim Publikum auf dem Dancefloor ankommt.

    Goldfrapp kommt ja mit ähnlichem 80er-Sound inzwischen nach und ich finde das mehr als hörenswert. :-)

  • Liz27

    Nice discussion here but some folks obviously couldn’t keep fair, which would be the most important thing a guess. Every person has his or her favourite bands and singers. On my list you’ll find: la roux ;-), (the early) lenny kravitz, pixies, kosheen, garbage, hole, katie melua, marilyn manson, mia, tocotronic, gossip, mika, depeche mode, erasure, david bowie, soap & skin, jamiroquai, chemical brothers, kruder & dorfmeister, the ting tings …lalalablablabla – now, there are probably a million people who’d say: oh my god!
    But for me, it’s perfect.

    By the way:
    ….what would you like her to say: “they are all genius and I like all their music!” – No – It seems Elly is an honest person indeed. Criticism is ok, unless no one is affected directly and personally. She often is called a bitch. That’s not ok, because it addresses to her directly as a person.
    The album is not a clear copy of 80s synth-sound, it is strongly inspired by that, but for me – it has a very special note. Yeah, and Elly is a good singer – also live. Saw her.

    And last but not least I like her style, even though I would never wear her clothing. Maybe some single pieces at most ;-)

    So, calm down.
    She’s just a young lady making good (for me) music, wearing colourful clothes, not fulfilling typical feminine clichés and ideals. That’s why she also makes an important contribution for all women.

    Bye, Liz.