Anzeige

SZ-Diskothek

Das Musikblog von Johannes Waechter

SZ-Diskothek  15 Kommentare

Ein Atom-Cocktail, bitte!

Vietnam, Atombombe, Kalter Krieg: Zwei neue CD-Boxen demonstrieren, wie geistreich die Popmusik früher gesellschaftliche Entwicklungen kommentierte. Warum hat sie das inzwischen verlernt?

Von Johannes Waechter

atom2

Da hat es Bumm gemacht: Die US-Armee zündet auf ihrem Testgelände in Nevada eine Atombombe.

Anzeige

Ich habe hier schon häufiger die Frage gestellt, warum die Popmusik heute so wenig mit dem Alltag zu tun hat. Lange war es so, dass politische Ereignisse, gesellschaftliche Entwicklungen und selbst neue Erfindungen automatisch in Popsongs thematisiert wurden. Es gibt unzählige Lieder über Auto, Fernsehen und Telefon; auch der Computer hat, als er ab Mitte der Siebziger in Gebrauch kam, noch etliche Künstler inspiriert. (Nicht immer zum besten, wie Neil Youngs bizarres Album Trans beweist.)

Demgegenüber ist die Anzahl der Songs, die von neueren Erfindungen wie Handy oder Internet handeln, relativ gering – obwohl diese Technologien unser aller Leben stark verändert haben. Noch auffälliger ist das Schweigen des Pop, wenn es um neuere soziale Entwicklungen geht. Finanzkrise, Klimawandel, Krieg am Golf und in Afghanistan – das sind alles Dinge, die viele Menschen beschäftigen. Warum fällt dem Pop so wenig dazu ein?

Die Tatsache, dass der Pop früher stärker mit der Lebensrealität seiner Hörer interagierte, wurde mir nun wieder bewusst, als ich mich mit zwei großen Bear-Family-Boxen beschäftigt habe: zum einen mit Next Stop Is Vietnam. The War On Record 1961-2008, zum anderen mit Atomic Platters. Cold War Music From The Golden Age Of Homeland Security. (Diese Box erschien bereits vor fünf Jahren und wurde nun erneut herausgebracht.)

Die Atomic-Platters-Box untersucht, wie sich Atombombe und Kalter Krieg in der Popkultur niedergeschlagen haben. Auf vier CDs enthält sie über hundert Songs, zwischen den Liedern sind kurze Civil Defense Spots zu hören, in denen Stars wie Bing Crosby, Bob Hope und Johnny Cash erklären, wie man einen Atomangriff überlebt. Außerdem sind zwei Doku-LPs und neun Lehrfilme enthalten, mit denen die Amerikaner auf die richtigen Verhaltensweisen im Fall einer russischen Attacke eingeschworen werden sollten. (“Learn what part of the house will give you the best shelter. This normally would be an area away from windows. Usually an inside hallway or basement is best.”)

Ersteinmal erstaunt die Fülle der Materials. Ob Country, Jazz, Gospel, Rockabilly, Pop oder R&B – in nahezu allen Genres scheint es in den Vierzigern und Fünfzigern Atomsongs gegeben zu haben. Es waren keineswegs nur irgendwelche obskuren Provinzlinge, die sich diesem Thema widmeten. Auch Stars wie Doris Day, Bill Haley, Hank Williams und Bo Diddley sind hier zu finden, und Songs wie “Fujiyama Mama” oder “This Cold War With You” kamen hoch in die Charts.

Interessant ist nun, auf welche Weise der Pop das Wissen um diese furchterregende neue Waffe verarbeitete, die das Potenzial zu noch nie dagewesener Zerstörung hatte. In der Countrymusik gab es wenige Adornos, und so finden sich hier keine philosophischen Generalabrechnungen, dafür aber eine Fülle von Ideen, Emotionen und unterhaltsamen Atomwitzen, die in der Regel jedoch dabei erfolgreich gewesen sein dürften, die Angst vor dem atomaren Inferno zu mildern.

Eindeutig in der Minderheit sind die Protestsongs; Sam Hinton’s “Old Man Atom”, bereits 1950 veröffentlicht, ist da eine überraschend progessive Ausnahme. Eine kritische Haltung zur Bombe nehmen allerdings auch etliche Gospelsongs ein, die daran erinnern, dass – Atom hin oder her – Jesus immer noch die größte Power habe. Besonders gut gefällt mir “Jesus Hits Like An Atom Bomb”, ein Klassiker der Pilgrim Travellers.

Durchaus üblich war es damals auch, Songs direkt an Politiker zu adressieren, zum Beispiel an Josef “Joe” Stalin. Schade, dass der sowjetische Diktator Hank Williams’ “No, No Joe” oder Arthur Smiths “Mr. Stalin You’re Eating Too High On The Hog” bestimmt nie gehört hat. Und dass Nikita Chruschtschow zu Bo Diddleys “Mr. Khrushchev” durch den Kreml tanzte, darf ebenfalls bezweifelt werden.

Meist ist der Ansatz aber leichter. Oft wird “atomic” oder “radioactive” nur als neuer Kraftausdruck, als positiver Bewerter verwendet, so bei “Atomic Baby”, “Atomic Cocktail”, “Radioactive Mama” oder “You Hit Me Baby Like An Atomic Bomb”. Bill Haley fantasiert in “Thirteen Women (And Only One Man In Town)” darüber, dass nach einem Atomschlag mehr Frauen für ihn übrig bleiben würden, und der obskure R&B-Performer H-Bomb Ferguson, führte gar die Bombe im Namen, um maximale Durchschlagskraft zu signalisieren; sein bekanntester Titel hieß dann konsequenterweise “Rock H-Bomb Rock”.

Im Rückblick mögen manche solche Texte vielleicht als naiv oder zynisch empfinden. Ich finde eher, dass sich in solchen Atomwitzen eine der größten Stärken der Popkultur offenbart, nämlich die Fähigkeit, den Alltag humoristisch oder dramatisch zu verarbeiten und dadurch Spannungen zu entschärfen und Probleme zu erleichtern. Pop kann, das zeigt dieses Box auf eindrucksvolle Weise, das Leben auch in als bedrohlich empfundenen Zeiten lebenswerter zu machen.

Das gleiche gilt für eine zweite, noch imposantere Bear-Family-Box, die kommende Woche erscheint. Ich habe sie noch nicht gehört, was man darüber lesen kann, klingt jedoch ausgesprochen vielversprechend: Next Stop Is Vietnam. The War On Record 1961-2008 enthält auf 13 CDs über 300 Songs zum Vietnamkrieg. Einige der größten Pop-Ikonen sind dabei, zum Beispiel Bob Dylan, John Lennon, Marvin Gaye, Johnny Cash, Bruce Springsteen, Simon & Garfunkel und The Doors. Die Box enthält neben vielen Protestsongs aber auch etliche patriotische Hymnen und spiegelt so den intensiven Streit über Für und Wider des Engagements in Südostasien, der die USA zehn Jahre lang beschäftigte und die US-Gesellschaft nachhaltig veränderte.

Wird man in zwanzig Jahren genug Songs für eine Box über den Golfkrieg oder die Finanzkrise zusammenbekommen? Ich bezweifle das und habe einige Vermutungen über die Gründe für dieses Schweigen, zum Beispiel ein popkulturelles Klima, in dem das deutliche Wort als uncool und altmodisch emfpunden wird, und eine generelle Entwicklung hin zu hedonistischer Beliebigkeit, die auch den Pop nicht verschont. Aber eigentlich verstehe ich es auch nicht und freue mich über jeden Gedanken zu diesem Thema.

Nachtrag: Gerade habe ich einen interessanten Artikel aus Kanada gefunden, der sich mit demselben Thema beschäftigt.

Fotos: AP

Kommentare

  • Fireheart

    Also ich kenne schon den einen oder anderen Song über die Finanz- und Systemkrise. Aber das sind alles sehr unbekannte Singer-Songwriter…

  • Angus

    Es gibt sehr wohl auch heute noch Bands die sich mit dem Thema auseinander setzen. Wie z.b. Iron Maiden mit dem Song Brighter Than a Thousand Suns gezeigt haben…

  • Heretic

    Sicher gibts die. Nur ist die Globale Popkultur scheinbar für den mainstream gradezu gleichgeschaltet. Mag es absicht oder einfach zufällige Selbstzensur sein, weil soviele menschen sich heute davor fürchten zu negativ zu klingen und sich dann niemand mehr dafür interessiert. Es gilt ja gradezu als anrüchig nicht wenn es eben geht andauernd alles so positiv wie möglich zu sehen, angeblich die einzige Einstellung mit der man Erfolg haben kann. Und Erfolg ist ja soo wichtig. Die glorreiche westliche haste-was-biste-was-haste-nix-biste-nix-zivilisation wie sie leibt und lebt eben. Gut daß es damit bald zuende ist.

  • Maxuli

    Mir fällt dazu spontan B.O.B von Outkast und Guatanamo von Outlandish ein. Und Reinhard Mey hat ein Lied Guatanamo produziert. Auf der gleichen CD von R. Mey gibt es auch ein Lied, was u.a. auch den sexuellen Missbrauch in der Kirche thematisiert, lange vor den aktuellen Skandalen.

  • phunky

    Moin Johannes,

    mein Lieblingsatombombensong ist ja immer noch Vamos a la Playa von Righeira. Gar nicht so sehr weil ich den Song so toll finde, sondern eher weil ihn damals Millionen mitgegröhlt haben, ohne zu wissen worum es dabei geht.

    Deine Frage warum es das nicht mehr gibt (oder zumindest warum es nicht mehr die Bedeutung hat und solche Texte den Mainstream nicht mehr erreichen), ist wohl schwer zu beantworten. Meine Theorie:

    Die Gesellschaft hat sich gewandelt und mit ihr die drängensten Probleme des Einzelnen.

    Heute ist die Angst vor Atomkriegen in der westlichen Welt nicht mehr präsent. Tschernobyl ist vermutlich auch zu lange her, wenn man sieht, wie heute wieder über verlängerte Restlaufzeiten oder Neubau von AKWn (z.B. Schweden) diskutiert wird, ohne dass die Straßen in Flammen stehen. Und selbst die bärtige Gefahr, die uns mit Ihrem Terror bedroht, zieht da natürlich nicht. Die Wahrscheinlichkeit auf der Autobahn von nem übermüdeten ukrainischen LKW-Fahrer, der gerade Nonstop aus Kiew kommt, zu Tode gebracht zu werden ist wohl deutlich höher. Will man die Massen heute in Bewegung bringen, muss man schon ne Schweinegrippe erfinden.

    Das ist also der eine Punkt, der Einzelne hat diese diffuse Angst nicht mehr. Dazu kommt, der Nächste ist mittlerweile scheißegal.

    Die einzige ernstzunehmende gesellschaftspolitische Bedrohung für den heutigen Popkonsumenten scheint doch monetärer Abstieg zu sein. Bzw. die größte Hoffnung monetärer Aufstieg. Und darüber gibt es schon jede Menge Songs. In erster Linie Hip Hop.

    Aber es wird sicher noch viele tolle Finanzkrisensongs geben. Ist halt die Frage ob die jemand hören will.

    Abgesehen von der fehlenden Bedrohung, scheint mir auch die Resignation groß zu sein. Das finde ich nicht verwunderlich, man sehe sich nur das seltsame Demokratieverständnis der uns Regierenden an (tolles Beispiel die Bundespräsidentenwahl). Oder was aus denen geworden ist, die mal “bewegt” waren. Bestenfalls importieren die heute nur noch russisches Gas… Meines Erachtens hat die Götzenbildung des Geldes nicht nur viele Menschen korrumpiert, sondern letztendlich ganze Gesellschaften entpolitisiert. Mal sehen wie das weiter geht, aber mein Optimismus hält sich in Grenzen. Und wie Du ja weißt, gehöre ich hier eigentlich nicht zur “früher war alles besser Fraktion”…

  • Ole

    Aber sicher kriegt man in 20 Jahren eine solche Box zusammen. Leicht!
    Wenn man nur mal in den deutschsprachigen Bereich guckt, dann ist z.B. die Finanzkrise prominentes Thema auf dem letzten Album von Wir sind Helden “Soundso”, Leitmotiv auf PeterLichts wunderbarem Album “Lieder vom Ende des Kapitalismus” und ebenso auf dem Neueren “Melancholie & Gesellschaft”. Sie wird thematisiert bei Jan Delay, auf dem letzten Grönemeyer-Album, bei BAP ebenso wie auf dem neuen Wolf Maahn-Album. Kettcars großartiges Album “Sylt” ist DAS Album zur Finanzkrise.
    Oder man höre in Bruce Springsteens “Magic”, Lives “Birds of Prey” und Melissa Etheridges “The Awakening”, um Songs zum Goldkrieg zu bekommen. Man schaue in Deutschland zu Fink oder Heinz Rudolf Kunze usw. usw.
    Anders gesagt: Ich glaube, die These stimmt nicht. Es gibt heute, auch und gerade von den ganz Berühmten, weiterhin bergeweise “Protestsongs”. Ich würde sogar sagen: Mehr als je.
    Richtig ist: Das “deutliche” Wort ist seltener geworden – eine ratlose “Ambivalenz” und eine Verschiebung hin zu Andeutungen, die das Denken den Zuhörern überlassen, ist erkennbar. Aber das ja nun spätestesten seit Dylan die E-Gitarre in die Hand genommen hat. Und ich glaube, das ist nicht die schlechteste aller popmusikalischen Entwicklungen.

  • fucktisch

    @Heretic: Das ist aber auch genau das Missverständnis – wieso muss Kritik auch immer nur negativ klingen? Wo steht dass denn geschrieben?

    Ich glaube die Menschen haben’s einfach satt ständig Probleme serviert zu bekommen. Durch unsere heutige mediale Überinformation ist man an jeder Ecke damit konfrontiert und einfach oft überfordert. Viele sind damit beschäftigt über die Runden zu kommen, ihre Existenz zu sichern, und das kann schon verdammt anstrengend sein. Der Auftrag von Pop lautet: Unterhaltung, Ablenkung, Entspannung – oder – wie Herr Waechter hier treffend entdeckt hat – den Menschen die Angst zu nehmen.

    Wenn man sich mal anguckt wie top-platziert diese Titel damals alle waren (bzw. nicht waren), bemerkt man auch wie sehr diese Themen auch damals schon auf dem Plan standen. Nämlich bei weitem nicht so sehr wie wir das heute vermuten. Der zeitliche Abstand lässt uns hier sehr viel Raum für Interpretation. Gemäß dem Motto “früher war alles besser”. Vorsicht vor solchen Annahmen!

    @Heretic: Zum Thema Erfolg – Es liegt doch in der Natur der Dinge, dass man, wenn man als Künstler von seinem Schaffen leben möchte, sich wünscht dabei Efolg zu haben. Habe noch keinen gesehen, der so etwas macht nur um der Sache willen. Und wenn ich solchen Leuten begegnet bin, dann haben die das nicht lang durchgehalten.

    Wenn man sich als Künstler doch entschließt solche Themen anzugehen, dann stellt man fest, dass es verdammt schwer ist kulturell oder politisch aktuelle Inhalte zu verarbeiten, ohne dass diese lächerlich klingen oder einen in eine bestimmte politische Ecke stellen.

    Dann wird einem schnell klar, warum unsere Pop-Welt so ist wie sie ist.

    Last but not least: Früher herrschte sehr viel mehr Naivität und Idealismus in der Pop-Musik. Durch das Wachsen der Branche wurde alle Bereiche mit der unausweichlichen “Professionalität” durchdrungen, die aus meiner Sicht der totale Kreativitätskiller ist. Es gibt sehr wenige Künstler die sich davor schützen können. Das erklärt u. a. auch by-the-way den heutzutage generell mangelhaften Einfallsreichtum in der Pop-Musik.

  • phunky

    @ Ole

    Moin,
    ich würde nicht soweit gehen und Kettcars “Sylt” als Finanzkrisenalbum bezeichnen. Das ist doch wohl eher der gesellschaftskritische Rundumschlag, ähnlich wie beim Vorgängeralbum auch. Da sehe ich Neoliberalismus (Geringfügig, befristet, raus) oder am “Am Tisch”, das für mich auf geniale Art Spießigkeit und die Arroganz des “Nichtspießigen” vorführt.

    Und es gibt in der Tat genug Songs, die aktuelle Missstände thematisieren, auch von anderen Interpreten. Aber die erreichen den Mainstream nicht mehr so wie früher, da gebe ich Johannes auf jeden Fall recht.

  • S. Jörgeson

    Kunst soll nicht müssen müssen. Daraus folgt eine gewisse Zweckfreiheit – auch vom Protest. Wenn aber der Protest gegen oder die Zusprache zu einem letzlich politischen Thema (wie der atomaren Rüstung etc.) als verschwundenes Sujet der Popmusik bedauert wird, dann wird selbiger entweder der Status der Kunsthaftigkeit abgesprochen, oder Kunst noch immer in engen, im Idealfall, engagierten Bahnen gedacht. Ich will hier nicht diskutieren, ob Popmusik überhaupt Kunst ist – gehe aber sehr wohl davon aus – sondern nur versuchen, die Introspektive des Künstlers im Wert über die Kommentierung der Gesellschaft stellen. Ist man nicht auch als Künstler deutlich präziser, wenn man sich selbst analysiert, beschreibt und zu verstehen lernt? Ich würde diese Frage bejahen. Ist nicht auch die Kenntnis der eigenen Seele Grundvorraussetzung zum Widerstand, und ermöglicht dieses Wissen nicht erst die bewußte Widersetzung und gibt die Kraft der Gesellschaft durch kontäreres Verhalten den Spiegel vorzuhalten? Sicherlich! Doch sind Kunst und politischer Widerstand zwei verschiedene Bereiche, die es nicht zu vermischen gilt, wenn man beide ernst nimmt. So haben weder Dylan, noch Lennon haben mit ihren Songs die Welt verbessert, noch haben all jene, die sich in ihren Songs eher affirmativ oder ablenkend mit der Gesellschaft auseinandersetzen etwas zum Positiven hin verändert. Die im Artikel so gefeierte Ablenkung, welche Popmusik schaffte, ist dabei gerade zu zynisch. Gleiches ließe sich über die Durchhalte-Schlager im Volksempfänger sicherlich auch sagen.

  • Jeeves

    Nicht aufregen. Das ist nur so’n Artikel der Sorte “Früher war alles besser”.

  • ssob

    U2 – How to dismantle an atomic bomb/War/Bloody sunday
    Bruce Springsteen – The Rising/American Land/41 Shots/Born in the USA
    Pink – Mr. President
    Atomic Kitten
    Atomic Rooster
    Nicole – Ein bisschen Frieden
    Nena – 99 Luftballons
    Cranberries – Zombie
    Toby Keith – The Angry America
    Bob Dylan – Masters of war/Blowing in the wind
    Jimmy Cliff – Vietnam
    Edwin Starr – War
    Wishful Thinking – Hiroshima
    John Lennon – Imagine/Give peace a chance
    Guns ‘n’ Roses – Civil war
    The Doors – The unknown soldier
    Berry McGuire – Eve of Distruction
    Steve Earle – The Revolution Starts Now
    Green Day – American Idiot

    fallen mir aus der “neueren” Zeit mal so ganz spontan ein. Alle nicht ganz unbekannt und auch nicht gerade 40er oder 50er. Was ist mit Band Aid und Live Aid?

    Ich glaube, der Autor liegt hier mächtig daneben. Es mag seine Wahrnehmung sein, aber stimmen dürfte es nicht. Unbekannte Gruppen und Interpreten sind hier ja noch nicht einmal aufgeführt. Und was ich an bekannten Künstlern vergessen habe oder gar nicht kenne, möchte ich gar nicht wissen…

  • Uli W. Wienker

    Hi – demnächst ziehen die Ami aus der Region Mannheim/Heidelberg ab, 65 nJahre nach dem Einmarsch, der die Befreiung brachte. Thematisiert wird das musikalisch wohl kaum. Die deutschen Lokalpolitiker kämpfen wie gegen Winmühlen gegen den Verlust von Arbeitsplätzen, Umsätzen, Geld und anderen in ihrem Tagesgeschäft liegenden Dingen. Das 56. “German American Volksfest” im Benjamin Franklin Village am Independence-Day fand nahezu unter Asschluß der deutschen Öffentlichkeit statt. Die dort gespielte “Country-Music” war ziemlich miserabel.

    Was Reichweite hat und ankoomt, sieht man im Privatfernsehen. Klampfe, Banjo, Lagerfeuer, Dylan, Cash und Kristofferson sind eben jetzt genauso out wie die ca. 80 Jahre alten Musik- und Textsammlungen von Lomax. Eine Fülle von Balladen aus allen B

  • Uli W. Wienker

    HIER GEHTS WEITER; HABE MICH VERTIPPT.
    …aus allen Bereichen des damaligen Lebens. Das Buch war im Amerikahaus in Stuttgart ausleihbar. Dann kam der Vietnamkrieg, Proteste, Ende der amerikanischen Kultur- (und auch Propagendaarbeit) in Deutschland. 30 Jahre später war der Kalte rieg vorbei, Europa verändert.

    Die Zeiten ändern sich eben. Und wir, die Zeitzeugen aus den Endfünfziger-, sechziger und vor allem 68er Jahren kommen ins Rentenalter und können eigentlich nur noch nostalgisch werden….

  • Rüdiger Grothues

    „In der Countrymusik gab es wenige Adornos“, wohl wahr, und allgemein in der Popularmusik auch wenig Blochs unter den Textdichtern.
    Aber aufgegriffen werden politische Themen doch jederzeit, nur bekommen das immer weniger Menschen mit, weil der musikalische Mainstream die medialen Äther so sehr verstopft. Darauf wird ja auch hier immer wieder hingewiesen.

    Einen Sonderfall stellt meines Erachtens die Frage der atomaren Bewaffnung dar. Denn wir hatten es plötzlich mit der irrsinnigen Vorstellung zu tun, dass bei ungeminderter Aufrüstung und damit zunehmenden Waffenarsenals unser kleiner blauer Planet mehrfach in Schutt und Asche gelegt werden konnte.
    Als Kind ist mir zu dem Thema zufällig ein Buch in die Hände gefallen, „Heller als tausend Sonnen“ von Robert Jungk. Einen Porno hätte man mir gleich wieder weggenommen, aber das hier bedeutete tausend mal härteren Stoff. Der kleine Junge bewundert in der Regel die Väter der Technik, aber hier hörte er nun von durchgeknallten Atomphysikern und Militärs als Vätern der Vernichtung, für die es keine, aber auch keine Grenze gab.
    Und wir Jungs nahmen als Band „Just A Little Rain“ auf, und zu Anfang des Mitschnitts blies der Sänger kräftig in das Mikrofon, um den Klang des Atomschlags zu produzieren (kein Sample verfügbar).

    Aus dem Thema hätten auch John Adorno(n)/Paul Bloch gut was machen können.

    Viele Grüße von
    Rüdiger

  • Süddeutsche Zeitung Magazin – SZ-Diskothek » Bomben und Gitarren

    [...] wurden, die einen ähnlichen gesellschaftlichen Bezugspunkt haben. Hier wäre zum Beispiel die Box Atomic Platters zu nennen.Diese verlegerische Strategie finde ich positiv, weil daran erkennbar ist, dass die [...]