Selah Sue im Interview: “Ich habe alles in mich aufgesogen”
Die 22-jährige Belgierin Selah Sue hat eines der spannendsten Debüts des Jahres veröffentlicht. Furchtlos mischt sie Ragga, HipHop und Soul - und spielt dazu akustische Gitarre. Wie das alles zusammenkam und was ihr neuer Freund Cee-Lo Green dazu sagt, erzählt sie im Interview.
Von Johannes WaechterSelah Sue, lassen Sie uns zuerst über Ihre Single “Raggamuffin” reden.
Den Song habe ich in zehn Minuten geschrieben, als ich sechzehn war. Nachts, in meinem Zimmer. Ich wollte mit verschiedenen Stimmen experimentieren, und ich fand damals das Patois cool, das die Ragga-Sänger benutzen. “Raggamuffin” ist der erste Song, bei dem ich versucht habe, meinen soul-beinflussten Gesang mit Ragga-Patois zu kombinieren.
Waren Sie großer Reggae-Fan?
Nein, Reggae mag ich nicht besonders, das ist mir zu langsam. Außerdem glaube ich nicht an das ganze Jah-Rastafari-Zeug. Mein Ding ist Ragga. Ich stehe zum Beispiel auf Damian Marley, der Ragga mit HipHop kombiniert hat.
Sie kommen aus Belgien, klingen aber ein bisschen jamaikanisch. Haben Sie studiert, wie die Ragga-Sänger ihre Texte rüberbringen?
Ja, deren Art zu singen habe ich absorbiert: wie sie phrasieren, wie ihre Stimme klingt, wie die Worte ausgesprochen werden. Diese besondere Melodie hat mich sehr beeinflusst.
Wie sind Sie eigentlich aufgewachsen?
Ich komme aus einer Kleinstadt in Belgien. Bei uns sah es so ähnlich aus wie bei den Hobbits im Herrn der Ringe: kleine Häuser, viel grün, jede Menge Kinder. Ich komme also nicht aus der Bronx.
War das ein Hindernis bei Ihrem Versuch, sich Musikstile wie Ragga und HipHop anzueignen, die aus ganz anderen sozialen Milieus kommen?
Nein, das war nie ein Thema für mich. Alles entwickelte sich auf natürliche Weise. Ich habe alles in mich aufgesogen, irgendwann kam dieser Sound dabei heraus. Dabei kam mir allerdings zugute, dass ich nicht auf den Erfolg geschielt habe, sondern lange damit zufrieden war, meine Musik einfach nur für mich zu machen.
Auf Youtube gibt es alte Clips, in denen Sie bei Solo-Auftritten zu sehen sind. Ziemlich furchtlos!
Da war ein bisschen aus der Not geboren – ich kannte einfach keine anderen Musiker. Ich hatte nur meine Gitarre. Jetzt habe ich eine Band, aber ich trete immer noch gerne solo auf.
Wie ging’s denn los mit Ihrer Bühnenkarriere?
Ich habe mit 18 angefangen, Psychologie zu studieren und daneben für mich ein bisschen Musik gemacht. Eine Freundin von mir hat damals in einer Bar gerarbeitet und mich gefragt, ob ich dort auftreten möchte. Ich habe dann zwei Stücke in der Bar gespielt – Milow war im Publikum und hat mich danach in sein Vorprogramm eingeladen.
Klingt wie ein Märchen.
Das war alles ein großer Zufall. Ich habe Riesen-Glück gehabt.
Sie haben tolle Gäste auf Ihrem Album, zum Beispiel Cee-Lo Green.
Ich finde, er hat die beste Stimme im zeitgenössischen Soul. Mein Label kam auf die Idee, uns zusammenzubringen. Er hat gesagt, deine Stimme gefällt mir, du kannst diesen Track von mir benutzen. Um ehrlich zu sein: Der Track kam wahrscheinlich aus seiner Mülltonne. Aber ich fand den Beat toll und habe darüber gesungen. Ihm hat es so gut gefallen, dass er das Stück auf sein Album gepackt hat.
Sie haben ihn also noch nicht persönlich getroffen?
Inzwischen schon. Vor ein paar Monaten hat er in den Niederlanden gespielt, da bin ich hingefahren und habe ihn getroffen. Ein sehr cooler Typ! Sehr amerikanisch. Er hat mir Komplimente für meine Stimme gemacht.
Hat er Sie auch auf die Bühne eingeladen?
Ging leider nicht. Seine Band konnte unseren Song nicht spielen. Die waren nicht besonders gut.
Selah Sues selbstbetiteltes erstes Album ist vor kurzem bei Because Music/Warner erschienen.
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20 Uhr 01
klasse stimme, toller sound, mag ich sehr
00 Uhr 36
Ich liiiiiiebe sie.. kann sie nicht auch in rostock spiielen..??? durch sie bin ich vor einigen wochen auf amy winehouse gekommen… vorher hab ich mich weder für soul noch für ragga noch für hip hop interessiert… sie ist ein musikalischer gott!!!