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SZ-Diskothek

Das Musikblog von Johannes Waechter

SZ-Diskothek  32 Kommentare

Das E.N.D.E. der Black Eyed Peas

Von Johannes Waechter

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Vor einer Woche habe ich ein Interview mit dem Rapper K’naan gepostet, in dem er prophezeit hat, dass demnächst das soziale Bewusstsein in den HipHop zurückkehren werde. Ich musste an diese Worte denken, als ich das neue Album der Black Eyed Peas gehört habe – auf The E.N.D. (Interscope/Universal) ist von K’naans Prognose nämlich noch nichts zu merken. In seiner karnevalsek-krachigen Partystimmung wirkt dieses Album auf mich wie aus der Zeit gefallen.

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Dies gilt umso mehr, wenn ich mich an die Obama-Show erinnere, die Will.i.am vergangenes Jahr abgezogen hat. Anfang des Jahres macht der Black-Eyed-Peas-Frontmann aus dem Slogan “Yes We Can” einen Song, und das dazugehörige Video trug einiges dazu bei, um Obama als Pop-Phänomen zu etablieren und ihm die Nominierung zu sichern. Als Obama dann im Weißen Haus saß, legte Will.i.am mit “It’s A New Day” nach, einem Song, der die Wahl als Wendepunkt der Geschichte feierte; erneut enthielt das Video zahlreiche Bilder von Obama (sowie von Abraham Lincoln, Martin Luther King und anderen Polit-Ikonen).

Der Ausflug in die Politik scheint ein gewisses Sendungsbewusstsein hinterlassen zu haben, denn vor Veröffentlichung des neuen Albums der Black Eyed Peas verlautbarte Will.i.am, mit ihrem neuen Sound wolle die Band “die ganzen Veränderungen zelebrieren, die momentan stattfinden.” Einen neuen Sound hat die Platte tatsächlich, aber mit den sozialen Umwälzungen, die wir in den letzten Monaten erlebt haben, hat The E.N.D. nun leider mal überhaupt nichts zu tun. Ein ähnlich inhaltsleeres Album habe ich lange nicht mehr gehört, der Titel der Hitsingle “Boom Boom Pow” gibt einen guten Eindruck von der Reflektionstiefe der Black Eyed Peas.

The E.N.D. ist eine Partyplatte, demzufolge geht es in den Songs nahezu ausschließlich ums gepflegte Abfeiern (was sich in Titeln wie “Rock That Body”, “Rockin To The Beat” und “Party All The Time” schon recht deutlich andeutet). Generell überwiegen Slogans und Einpeitscher-Chorusse.

Musikalisch macht die Platte überraschend deutliche Anleihen beim aktuellen Clubsound. In Interviews haben Will.i.am und Taboo erzählt, dass sie zu Recherchezwecken monatelang auf Underground-Parties gegangen seien, und so dominieren hysterische Electrosounds und Bounce-Rhythmen. Ob das passt, ist eine andere Frage. Die Black Eyed Peas sind und bleiben eine Mainstreamband, und der Underground-Anstrich wirkt reichlich bemüht, gelegentlich gar befremdlich.

Vor allem in einem Punkt haben sie sich verrechnet. Etliche Stimmen auf dem Album sind, wie es in den vergangenen Jahren im HipHop und R&B üblich war, mit Autotune verzerrt worden. Zeitgleich mit dem Erscheinen von The E.N.D. hat Jay-Z nun aber das Ende dieser Ära ausgerufen: “D.O.A.” – “Death Of Autotune” – heißt sein neuer Song. Klingt irgendwie zeitgemäßer.

Fotos: Reuters, Promo

Kommentare

  • Hipp

    Boom Boom Bang ist absolut Hipp. Merci B.E.P.

  • Kirkd

    Am lustigsten ist es, dass Fergie auf einer 2009 erscheinenden Single tatsächlich “rappt”: I am so 2008, you’re so 2000 ‘n late. Als wäre es erstrebenswert, weniger veraltet zu sein als andere.

  • Smoky

    Das Album ist spitze. Als ob man für Party Substanz braucht… Und nur weil es sich vom restlichen Müll, der zu kaufen ist, abhebt wird es gleich als misslungener Versuch abgestempelt. Wenn jeder so denken würde wie der Autor, bei dem scheinbar alles richtig sein muss, dann würde es nur den selben Mist in allen Lebenbereichen geben. Blos nix wagen, dann kann auch nix schief gehen… und wenn doch, dann muss gemeckert werden.

  • Lebrac

    Und wieder so eine “großartige” CD, an die sich in zwei Monaten keine Sau mehr erinnert. Man könnte jetzt Nietzsche zitieren, aber was hat er den Eloi dieser Welt schon noch zu sagen?

  • kripp

    @smoky:
    das problem ist ja, dass es sich nicht mehr abhebt. Natürlich sind die B.E.Ps nicht mehr die, die sie waren, als sie noch ohne Fergie irgendwo in der VErsenkung rumhingen und sich mehr schlecht als recht von der Musik ernähren konnten. Allerdings waren sie auch als “Globalplayer” der Popmusik in der regel TrendSETZEND und erfrischend, so ähnlich wie SEEED es ist, auch nicht wirklich alternativ, aber wenigstens noch hörbar und durchdacht. Und im Sommer 2009 immernoch auf Autotunes zu setzen um den Massenmediengestörten Kindern die letzten Groschen aus der Tasche zu ziehen, die T-Pain und “Fiddy” noch übrig gelassen haben, ist halt künstlerisch verkehrt, war nie ihr Stil und ist halt auch Schade, da die B.E.P. halt immernoch das beste war, was im frei empfangbaren Radio zwischen 6 und 20 Uhr lief.

    Ne Partyplatte mit nem wirklich frischen, zwar Massentauglichen, Sound wäre das gewesen, was man erwartet hätte, wenn die Black Eyed Peas eine Partyplatte ankündigen.

  • Klaus

    @Kirkd
    Sie rappt: 3008, nicht 2008.

  • Resus

    Wie grauenhaft ist BoomBoomPow denn bitte? Lupenreine Produktion, die nur das Schlimmste aus dem Party-New-Wave-Hau-Drauf-Techno adaptiert hat.

    Und diese Mellodyne Autotune Gesänge sind doch wirklich das Letzte. Autotune ist also “sooo 2008″…ha, dass ich nicht lache. Das gabs im Dancehall schon um ’99 herum. Da geb ich Jay schon eher recht!

    Die BlackEyedPeas sind seit dem Beitritt von Fergie einfach konstant kommerzieller und schlechter geworden. Man höre sich mal die “Behind the front” LP an! Das war noch was…

  • Resus

    Jawohl, der Jay Tune is doch schon eine ganze Ecke besser. Gute samples, gutes arrangement, so wie es sein muss! Und das alles mit einem super Rap-Flow ganz ohne Autotune!

  • Smoky

    @kripp: du hast recht. Aber man muss doch nicht alles unter die Lupe nehmen. Klar ist wurde das Autotune echt missbraucht, und die BEP sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Aber die Platte eignet sich für Album sowie keine andere auf den aktuellen Markt zum tanzen.
    Von Meisterwerk kann hier nicht die Rede sein. Aber wenn ich mir super Kritiken von Kanye Wests Album durchlese, der so eine Scheißplatte rausgebracht hat, die sich für rein gar nix eignet. Ausser um es einmal durch zu hören um zu merken dass alle lieder gleich sind, dann finde ich diese Kritik zu negativ.

  • Sold

    @Smoky:
    Kaufst du CDs nach ihrem Sinn und Zweck? Gehst du zu Saturn und suchst nach Musik für Partys? So was würde ich nämlich eklig finden. Musik muss sich doch einfach nur gut anfühlen. Egal was du gerade machst. Außerdem finde ich absichtlich Partymusik zu machen auch schon ziemlich mies. Musik KANN gut zum tanzen sein, wenn nicht sollte sie andere Vorzüge haben wie textlichen Tiefgang oder gute Melodien. Wer mit dem Gedanken Partymusik zu machen ins Studio geht begeht eigentlich einen Verbrechen am Käufer, da der Künstler nicht versucht hat die beste Platte zu machen die er produzieren kann, sondern er hat die Platte gemacht, die sich am besten verkauft.

  • hurmel

    Ich find’ die Platte einfach Avantgarde! Boom Boom Pow klingt wieder vollkommen neuartig.

  • johannes

    autotune war nie, ist es nicht und wird nie gut sein, es ist im gegenteil genau das, was man braucht, um einem song den letzten Stoß zu geben. nicht zuletzt sind daft punk genau daran kaputt gegangen (und leider zu recht). eine ernstgemeinte diskussion um autotune passt ungefähr so wie um die underground-kompatibilität von marusha

  • tobias

    um an diesem album kritik üben zu dürfen, sollte man
    sich zuerst eingehend mit der baltimore club kultur (bmore) auseinandergesetzt haben. der autor hat dies versäumt
    und somit den popkulturellen kontext indem dieses album steht leider nicht verstanden.

  • kripp

    @smoky
    ich seh das da ähnlich wie Sold, ich find für Partymusik sind DJ-Sets und deren abgestimmte Remixe verantwortlich. Richtige Musik muss einfach auch zu anderen Zwecken da sein, ich hab auch nix gegen Partytracks, aber ein reines Partyalbum, erfüllt einfach nicht den Anspruch den die BEPs hatten. ich war zwar nie ein großer fan, hab aber durchaus deren kreative und abwechslungreiche irgendwo anerkannt und es war, wie gesagt, immer ne angenehme radiomusik, auf der arbeit oder im auto. das ist wie mit essen, wenns einem nicht schmeckt, heisst das ja nicht unbedingt dass der koch schlecht ist. aber ich find die suppe hat er in dem fall ordentlich versalzen.

    und über Kanye Wests Musik brauchen wir garnicht zu diskutieren, die sagt mir überhaupt nicht zu, tat es zwar früher teilweise mal und auch wenn er die chance bei jedem neuen album bekommt, befürchte ich er wird den weg in mein CD Regal nie wieder zurückfinden.

  • kripp

    @johannes:
    autotune war auf voller tracklänge ungefähr 2 mal lustig und hätte danach einfach in der Sampleeffekte Schubladen verschwinden sollen. Hätte sicher zwischendurch immer mal irgendwo gut eingebaut werden können, aber nicht in der dauerberieselung der letzten 2 jahre.
    Es haben einfach zuviele Leute geglaubt sie konnten dadurch singen!

  • Johannes Waechter

    @ tobias
    Ich finde, das schöne an Popmusik ist unter anderem, dass man nicht erst ein zwölfjähriges Studium absolvieren muss, um zu kapieren, worum es geht. Sich popkulturelles Spezialwissen anzueignen finde ich immer gut, aber auch ohne solches kann sich doch jeder, der “Boom Boom Pow” hört, eine Meinung zu dem Lied erlauben. Ich meine, der Song ist gerade Nummer eins in den USA. Glaubst Du wirklich, dass all die Leute, die ihn gekauft haben, Bmore-Experten sind?

  • Dr. Knörz

    Wenn Erwachsene (Millionäre) am Stück Wörter wie Boom boom wiederholen, dann ist das nicht nur doof, sondern es fällt auch mir schwer so jemanden noch ernst zu nehmen. Bei DJ Bobo ist das nicht wichtig, bei den B.E.P. ist das aber schade. Wenn sie dazu auch noch dieses schreckliche auto-tune verwenden, dann ist die Schmerzgrenze nach maximal 2 Minuten erreicht.

  • kmd2

    an “kirkd” sie singt “i am so 3008″, nicht 2008

  • bobokraut

    erinnert mich an deichkind dieses massenkompatibel getrimmte produkt.. ansonsten: was regt ihr euch alle so auf? BEP haben uns bis vor einigen jahren mit wundervollem hiphop versorgt.. warum sollten sie jetzt nicht etwas für ihre altersvorsorge tun dürfen?

  • nikolo

    Wenn man das Jigga Lied hört sieht man dass man sich nicht blind verkaufen muss um geniale Musik zu machen… BEP ist totaler sellout. Ist nichts schlimmes daran, sollen sie doch ruhig Geld verdienen, aber wirkliche “Kunst” ist das halt nicht. Gerade bei BEP ist es nur so schade, weil ihr erstes Album ohne die aufgschwollne Fergie, einfach wegweisend war…

  • Smoky

    @all
    Irgendwie reden wir uns alle wund. Klar scheint nur dass die einen das Album schade finden, die Anderen scheiße, und wiederum der ein oder andere gut… soviel zum Musikgeschmack.
    Von den BEP erwarte ich nur leichte Kost und pumpende Beats und ein etwas anderen Sound als der Rest, damit haben sie, für mich, ihre Aufgabe gut gemeistert.
    Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten, und das ist auch gut so, sonst würde wir ja alle das selbe hören.

  • nikolo

    popkultureller hintergrund mein fuß!

  • Lisa

    “Blos nix wagen, dann kann auch nix schief gehen… und wenn doch, dann muss gemeckert werden.”
    Schwachsinn! Es gibt eine Reihe von Künstlern, die etwas gewagt haben. Justin Timberlake hat mit “Cry me a river” was gewagt, ebenso wie Kanye West mit “Stronger”! In beiden Fällen hat sich das “Wagen” gelohnt. Der Sound war neu frisch, einfach genial! In dem Fall handelt es sich Kirmes Musik. “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt” trifft im dem Fall leider nicht zu.

  • Lisa

    “Von den BEP erwarte ich nur leichte Kost und pumpende Beats und ein etwas anderen Sound als der Rest, damit haben sie, für mich, ihre Aufgabe gut gemeistert.”
    auch totaler Blödsinn, nochmal by the way!
    Nach “Elephunk”, was für mich für Individualität, Progressivität und nicht zuletzt für Genialiät stand, habe ich keine “leichte Kost” erwartet! Deswegen ist die Kritik des Autors absolut richtig!

  • Stefanie

    Sorry aber sie singt “im so 3008 your so 2000 and late” Außerdem wurde das Album 2008 aufgenommen. Bep darf auch ruhig mal Party-Musik machen. Lieder wie One Tribe, Alive oder Imma Be sind immer noch im bep-style! Will.i.am hat tausend mal auf bep.com und dipdive.com geschrieben , dass bep sich nicht trennen wird. Und auch wer behauptet hat, dass er eifersüchtig auf fergie sein würde hat einen an der Klatsche.

  • Speedy

    Ja Lisa, was du schreibst is auch totaler Blödsinn. Behalte deine Meinung doch bitte für dich wenn du nur versuchst andren Leuten deine ungewollte Meinung aufzudrängen. Ich sehe es wie Smoky, und das ist nicht Blödsinn, das ist meine Meinung. Sowas kann kein Blödsinn sein.

  • Lisa

    nein speedy, ich habe meine meinung nicht aufgedrängt, ich habe sie geäußert! ich hab geäußert, dass ich das als blödsinn verstehe!
    frieden auf erden.

  • Lisa

    achja, und wenn du mit solchen worten nicht umgehen kannst, solltest du keine musikkritiken lesen! ich habe nur eine aussage widerlegt, die nicht richtig war!
    und nochwas: was bitte ist eine “ungewollte meinung?” du glaubst nicht, wie gewollt die war! aber netter satz, auch wenn mir die bedeutung doch nach wie vor nicht ganz klar ist…

  • sandra

    hammer mäßig das beste und coolste team aller zeiten
    yeah blacke eyed peas ist soooooooooooo cool
    sie sind alle 4 sooooooooooooooooo cool

  • sandra

    ccccccccccccccccccccccccccccooooooooooooooooooo-ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo-ooooooooooollllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll
    hammer
    yeah das coolste team

  • Shizosen

    Mainstream Kindergartenbeats für Unterbelichtete… B.E.P. warn mal besser!

  • BEPfan

    @Kirkd Sie “rappt” I’m so 3008!!!! , nicht 2008