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Das Musikblog von Johannes Waechter

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Robocop Kraus: “Wir spielen, bis die Polizei kommt”

Von Johannes Waechter

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1998 gegründet, gehören Robocop Kraus zu den umtriebigsten deutschen Indierock-Bands. Sie haben bisher sechs Alben und mehrere EPs veröffentlicht und hunderte von Konzerten in ganz Europa sowie in den USA gegeben. Ein weiteres wird nun hinzukommen, denn das SZ-Magazin verlost ein exklusives Privatkonzert von Robocop Kraus. Sänger Thomas Lang freut sich schon darauf.

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Habt ihr schon mal in einem Wohnzimmer gespielt?

Thomas Lang: Nein. Wir haben bei einer Silvesterfeier gespielt und auch mal auf einer Hochzeit, aber noch nie im Wohnzimmer. Und wir haben uns auch noch nie verlosen lassen.

Ich stelle mir vor, wie ihr euch mit Verstärkertürmen und einem riesigen Drumset in ein kleines Zimmer zwängt.

Stelle ich mir genauso vor. Wir machen kein Akustik-Set, das können wir gar nicht. Wir können nur laut spielen. Wir werden auf jeden Fall ein richtiges Konzert geben. Für drei Lieder lohnt es sich ja auch nicht.

Wie lange werdet ihr spielen?

Bis die Nachbarn kommen. Oder die Polizei.

Was ist, abgesehen vom Konzert fürs SZ-Magazin, sonst gerade los in der Welt von Robocop Kraus?

Wir haben eine EP aufgenommen, die im September rauskommt. Da werden vier neue Stücke drauf sein und vier Remixe.

Eure letzte Platte ist auf Anti Records erschienen, dem Label von Leuten wie Tom Waits und Solomon Burke. Kommt die EP auch dort raus?

Nein, die bringen wir selbst raus. Ob wir unser nächstes Album mit Anti machen, wissen wir noch nicht. Aber die machen sehr gute Arbeit da, haben einen tollen Katalog.

Ihr wart gerade in England auf Tour und habt auch schon in Amerika gespielt. Warum seid ihr international besser vernetzt als die meisten anderen deutschen Bands?

Schwer zu sagen. Es liegt sicherlich daran, wie anfangs unsere Platten vertrieben wurden. Wir haben viel Eigenvertrieb gemacht und Singles mit anderen Kleinstlabels getauscht, zum Beispiel mit französischen Punkrock-Labels. So sind internationale Verbindungen entstanden und wir sind Teil von einem Netzwerk geworden. Das hat uns dabei geholfen, relativ schnell auch im Ausland zu spielen.

Ende Mai seid ihr in London aufgetreten. Ist das wirklich so glamourös, wie man denkt?

Ähm – ja! Wir waren zwei Wochen in England und haben gleich zu Anfang beim Camden Crawl gespielt. Das ist so eine Veranstaltung, wo in allen Läden in Camden Musik stattfindet, du kannst dir alles anschauen, musst aber nur einmal Eintritt zahlen. Nach unserem Konzert haben wir im Electric Ballroom The Fall gesehen – total geil! Zwei Wochen später haben wir mit Art Brut dann selbst im Electric Ballroom gespielt. Das war echt etwas besonderes.

Robocop Kraus gibt es schon zehn Jahre. Wie hat sich die Krise der Musikindustrie auf eure Band ausgewirkt?

Den ganzen Umbruch haben wir von Anfang an mitgekriegt. Ich habe vorhin erwähnt, dass wir nicht wissen, auf welchem Label und zu welchen Bedingungen wir die nächste Platte herausbringen. Diese Situation hat viel mit dem Zustand der Musikindustrie zu tun. Wir haben die Insolvenz von Lado miterlebt, unserer letzten deutschen Plattenfirma, und wir merken andauernd, dass bei den Plattenfirmen viel weniger Geld da ist und alle Schiss haben. Keiner traut sich mehr, Künstler aufzubauen, mit denen man nicht das schnelle Geld machen kann. Was für uns auch neu ist: Plötzlich wollen die Label sogenannte 360-Grad-Verträge abschließen und sich an den Einnahmen aus Ticket- und Merchandise-Verkäufen beteiligen.

Also dort, wo noch ein bisschen was verdient wird.

Natürlich. Konzerte sind der einzige Bereich, wo man noch Geld einnehmen kann.

Klingt frustrierend.

Unser Spirit ist ungebrochen. Ehrlich gesagt ist er zur Zeit sogar stark wie nie.

Kommentare

  • El Rincon Francone

    IK LIEBE DIESES BAND!!!

  • The Robocop Kraus in deinem Wohnzimmer, Kettcar beim 3sat Festival « die tücken des alltags

    [...] nur ein sehr kleines (oder, wie ich, gar kein) Wohnzimmer hat, darf trotzdem an der Verlosung des SZ Magazins teilnehmen und im Fall der Fälle an einen anderen Ort ausweichen. Teilnahmeschluss ist der 1. [...]

  • Markus

    Ich gehe auf wenn die kräusse spielen

  • Lutz

    IK LIEBE DIESES BAND AUCH!!

  • Silke Supecto

    Damit wäre wohl das wichtigste gesagt – super.