Anzeige

Nummer Eins der Woche

Von Nataly Bleuel und Boris Herrmann

Nummer Eins der Woche  55 Kommentare

Die Nummer Eins der Kino-Charts: Harry Potter

Ein letzter Versuch, das ganze Phänomen zu verstehen

Von Max Fellmann

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 1 spielte am ersten Wochenende in den USA 125 Millionen Dollar ein, Rekord. Und in Deutschland liegt er natürlich auch schon an der Spitze der Kino-Charts. Ich habe es leider noch nicht geschafft, mir den Film anzusehen, aber mein Kollege Wolfgang Luef war gestern im Kino. Ich lasse mir jetzt mal das Wichtigste erklären.

Anzeige

Wolfgang, ich schäme mich: Seit Jahren weiß ich, ich müsste längst in die Harry-Potter-Welt eingetaucht sein, aber irgendwie hat es immer grad nicht gepasst. Du hast jetzt immerhin den neuen Film gesehen. Wie wars?

Verwirrend. In der Potter-Welt haben offenbar ein paar Zauberer-Nazis die Macht übernommen, und huldigen nun einer Art Rassentheorie, Harry und seine Freunde sind auf der Suche nach Amuletten, um sie zu zerstören. Warum, wird leider nicht erklärt, aber sie brauchen dazu ein besonderes Schwert. Den entscheidenden Tipp gibt dann ein fluoreszierendes Rehkitz, das nachts im Wald auftaucht und Harry Potter zeigt, dass das Schwert in einem Teich liegt, an dem er gerade zufällig vorbeikommt.

Ich würde ja gern wissen, was die Faszination von Harry Potter ausmacht. Aber es klingt nicht, als hättest Du wirklich verstanden, worum es geht.

Naja, ich habe ja die vorigen Filme auch nicht gesehen. Aber ich habe es jetzt wenigstens mal versucht.

Der Film ist im Augenblick der erfolgreichste Film der Welt. Fühlt man sich im Kino ausgeschlossen, wenn man kein Wort versteht?

Absolut. Ich hätte Potter gerne eine Chance gegeben, aber er wollte mir keine geben. Die Freundin, mit der ich im Kino war, hat aber alles verstanden und fand den Film toll.

Ich bin kein großer Fantasy-Fan. Trotzdem – was könnte ich davon haben, wenn ich mich auf Potter einlasse?

Du tauchst da ein in fremde Welten. Das gefällt meiner Mutter genauso gut wie meinem Neffen. Wenn du prüfen willst, ob das was für Dich ist, fang mal mit dem Herrn der Ringe an, da wird sich schnell zeigen, ob du empfänglich bist.

Auch wenn man kein Wort versteht – nimmt man trotzdem etwas mit aus diesem Film?

Ganz ehrlich: Unbehagen. Es gibt da zum Beispiel schwarz-grüne Geister, die in einem Gerichtssaal so an der Decke im Kreis rumschweben, und die versuchen, mit ihren Mündern irgendwas aus Harry herauszusaugen. Die haben hat mir wirklich einen Moment lang Angst gemacht.

Kannst Du verstehen, warum die Marke Potter so unfassbar erfolgreich ist?

Na klar. Schon allein die Abgrenzung macht Spaß: Da gibt es Insider und Ahnungslose.

Muss schön sein, ein echter Insider zu sein.

Glaube ich auch.

Also gut, ich werde mir den neuen Potter anschauen. Was muss ich wissen, bevor es losgeht?

Nun, dass der Kerl ohne Nase oder die Riesenschlange keine netten Zeitgenossen sind, erschließt sich relativ schnell. Die Quintessenz der Handlung lässt sich aber nicht anhand eines Kurzbriefings erfassen. Daher nur ein paar Tipps für Schlüsselszenen:

* Elfen sind potthässlich. (Nein, das ist kein Goblin)

* Echte Goblins sehen aus wie kleine Menschen. (Ja, das ist jetzt ein Goblin)

* Zauberer-Magie kann leider keine Elfen heilen. (Das ist für die vorletzte Szene wichtig.)

* Das fluoreszierende Rehkitz ist die Inkarnation irgendeines mächtigen Zauberers.

* Es herrscht Krieg in Hogwarts (Das erklärt die SS-artigen Rollkommandos, die manchmal aus dem Nichts auftauchen).

* Dass man in einem 2×2 Meter messenden Zelt mehrere Räume und Schlafgemächer unterbringen kann, ist kein Regiefehler.

* Potter und Hermine sind gar nicht ineinander verliebt.

* Nimm auf keinen Fall Kinder in den Film mit.

Danke, dann versuch ich es heute abend mal.

Sag bescheid, wie es war!

Kommentare

  • blubb

    warums eine hirschkuh und nicht der patronus von dumbledore ist wird noch erklärt im 2. Teil

    Tipp: Die Person die ihn gewirkt hat lebt

  • Aaaaaahja…

    der werte Teichreber hat NICHTS verstanden :D Der Patronus WAR von Snape, das steht ja sowas von dick im 7. Band…LESEN sollte man können :D

  • Ulrich Kramer

    Zur Info: Bin…bezw. war (sehr) empfänglich für diesen Film.
    Der Vergleich mit “der Herr der Ringe” hinkt jedoch gewaltig. (Völlig anderes Schema u. Thema, etc.).
    ……………………………………..
    Auch bei mir blieb/bleibt Unbehagen zurück,…..aus unterschiedlichen Gründen:
    Hauptgrund: “Die Potter Saga” wurde definitiv als Jugendbuch geschrieben/konzipiert!! Mit Teil 7 räumt zumindest der Film mit einer unbeschwerten Jugendzeit endgültig auf. (FSK-12 Jahre)??? Daher sollte/muß man ihn differenziert sehen/bewerten, ob man nun Potter-Fan ist, oder nicht!

  • lui

    ooooh man, er hat doch GESAGT, er kennt die story nicht

  • Peter

    einfach die vorherigen Filme anschauen, Zynismus beim Popcorn einkaufen abgeben, dann klappt es auch mit Film gucken, die 8-jährige kapieren.