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Nummer Eins der Woche

Von Nataly Bleuel und Boris Herrmann

Nummer Eins der Woche  100 Kommentare

Nummer Eins: Die falsche Steuerklasse

Weil unsere Autorin zwar Mann und Kinder hat, aber keinen Trauschein, muss sie zahlreiche Nachteile erdulden, zum Beispiel bei der Steuerklasse. Wut! Ärger! Während alle über die Homo-Ehe reden, fordert sie: Schluss mit der Diskriminierung der unverheirateten Paare!

Von Nataly Bleuel

Traumhochzeit am Strand? Für unsere Autorin eine Horrorvorstellung! (Foto: Detailblick/Fotolia.com)

Hallo, ihr da oben, ich muss mich auch noch beschweren, denn von unseren homosexuellen Brüdern und Schwestern habe ich vieles, und ganz besonders zwei Dinge gelernt:

1. Man kann so schön anders leben als die Mehrheit.

2. Man darf nie aufhören, gegen Diskriminierungen zu kämpfen.

Alle sollen so leben können, wie es sie glücklich zu machen verspricht: allein, zu zweit, zu viert, zu siebt, Männer mit Männern, Frauen mit Frauen, Frauen mit Männern – je vielfältiger, desto lebendiger. Besonders dann, wenn sich Leute trauen, nicht nachzuahmen, was schon Legionen vor ihnen unglücklich gemacht hat. Wie beispielsweise das kleinbürgerliche Ideal der Ehe. Die heutzutage nahezu jedes zweite Mal geschieden wird.

Was ich ungerecht finde, ist: dass diejenigen, die ohne Ehe, aber sogar mit Kindern leben wollen, benachteiligt werden. Finanziell, rechtlich und von der Politik. Offensichtlich ist es in diesem Land ja so, dass die Bevölkerung und das Bundesverfassungsgericht gegen ihre Volksvertreter anleben und -argumentieren müssen. So richtig viel hat das nicht mit Demokratie zu tun. Ich wiederhole es für die Herren und Damen Politiker gerne noch einmal: Ein ungleichgeschlechtliches Paar mit doppeltem Einkommen und ohne Kinder zahlt per Ehegattensplitting weniger Steuern. Im Relation zu: einer Lebensgemeinschaft aus zwei Erwachsenen mit einem oder mehreren Kindern. Das ist ungerecht. Man nennt das “Diskriminierung”. Und nicht nur das. Es widerspricht allen familienfördernden Lippenbekenntnissen. Und den Verhältnissen im Land.

Die sind nämlich so – und das könnten die Herren und Damen beispielsweise in den Familienreports der Bundesregierung (!) nachlesen: Die Zahl “unehelicher” Kinder hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Im Jahr 2010 wurde ein Drittel der Babys von nicht verheirateten Frauen geboren. Die meisten Paare heiraten dann nach dem ersten Kind. Nur nicht im Osten des Landes, also da wo mal die antichristliche DDR war. Dort liegt die Zahl nicht-ehelicher aber ehe-ähnlicher – und natürlich nicht eingetragener (!) – Lebensgemeinschaften bei 61 Prozent, so hoch wie sonst nirgends in der EU. Sogar nach dem ersten Kind lebt die Hälfte der Paare unverheiratet weiter. Ob glücklich, weiß man nicht, aber zumindest nicht geschieden.

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Oft werde ich gefragt, warum „wir nicht geheiratet haben“, obwohl wir seit 14 Jahren zusammen leben, zwei Kinder gemacht haben und nicht vorhaben, uns morgen zu trennen. Ich frage dann zurück: Warum habt ihr geheiratet? Wo ihr doch zwei Kinder habt und seit Jahren zusammen lebt? Ein stärkeres Bekenntnis zur Familie kann es doch gar nicht geben – es geht sogar tiefer als nur über die Lippen! Ich könnte auch böse sein und ziemlich oft fragen: Warum habt ihr euch trotz Eheversprechens mit Kindern getrennt? Und noch böser: Aber noch nicht geschieden (zu teuer). Die Leute antworten in der Regel:

1. Weil wir dann weniger Steuern zahlen müssen, man rutscht nämlich durchs Ehegattensplitting von Steuerklasse Nummer 1 in eine niedriger veranlagte.

2. Wegen des romantischen Ideals.

Also: Warum wir nicht heiraten?

1. Will ich nicht von einem wildfremden Menschen – ob Beamte oder Pfarrer – gesagt bekommen, wie ich eine Partnerschaft zu führen habe, und dann noch mit dem Versprechen: bis zum Lebensende. Es erscheint mir lächerlich, absurd, unrealistisch und sogar freiheitsberaubend. Ich möchte mir selbst aussuchen, wie ich eine Partnerschaft und eine Familie baue. Das habe ich mir auch ein bisschen bei meinen schwulen Freunden abgekuckt.

2. Habe ich, zusammen mit einem anderen Menschen, Kinder bekommen – und Kinder verbinden mehr als Verträge. Es gibt nichts Verbindlicheres, und zwar ein Leben lang, als gemeinsamen Nachwuchs.

3. Finde ich es ganz besonders verlogen, aus finanziellen Gründen zu heiraten. Wegen eines Ehegatten-Splittings, das Ungleichheiten und Abhängigkeiten in einer Ehe voraussetzt und zementiert.

4. Aus Prinzip. Weil sich die Gesetze den Lebensgewohnheiten einer Gesellschaft anpassen müssen. Und nicht umgekehrt. Familien sollen entlastet werden. Und nicht Leute, die sich einfach nur althergebrachten Traditionen konform verhalten. Jeder soll mit dem- oder derjenigen verkehren und leben dürfen, den er oder sie sich aussucht – mit und ohne Kinder, mit eigenen oder adoptierten.

5. Würde ich mich, statt mich am kleinbürgerlichen Ideal der Ehe zu orientieren, lieber nach Alternativen umschauen. Nicht nur was die Lebensweisen und –formen angeht. Für deren Erkundung ich, ja: noch mal, meinen schwulen Freunden extrem dankbar bin. Denn sie zeigen mir, dass man auch aus Freunden, Freundinnen und deren Kindern eine Wahlfamilie machen kann. Genau diesen Lebensentwurf haben sich heute einige junge Familien in den Großstädten zum Vorbild gemacht. Und man sollte sich dann auch an den rechtlichen Umsetzungen veränderter Lebensweisen orientieren. Beispielsweise haben die österreichischen Grünen den Zivilpakt entworfen, der für homo- und heterosexuelle Paare, die vielleicht gar nichts von der Ehe halten, sein soll. Und in Frankreich gibt es die Homo-Ehe auch für Heteros. Es ist der Pacs, Pacte Civil de Solidarité . Weil leider auch in Frankreich Homosexuelle nicht richtig heiraten dürfen, hat man diese Soft-Ehe erfunden. Und auch hier haben sich die Heteros ein Beispiel an ihren kämpferischen Brüdern und Schwestern genommen: Mehr als 90 Prozent der Pacs werden von Heteros geschlossen. Wir müssen also weiter kämpfen. Solidarité! Fraternité! Pacser!

Kommentare

  • Icke

    So ein Käse.
    Ich schliesse mich allen Vorschreibern, die nicht einer Meinung mit diesem Artikel sind, an. Darin ist alles gesagt.
    Der Rest steht im Grundgesetzt.

  • Helmar

    @s Warum das jemand vorschreiben sollte? Soll doch niemand – tun Sie was sie wollen. ABER: Regen sie sich nicht drüber auf, was die Gesellschaft für gut befindet. Es ist da nix, was jemandem, der nur eine Fickpartnerschaft führt, dazu bringen sollte, auf die Ehe neidisch zu sein. Es ist keine “Fickpartnerschaft”? Na dann, schnell zum Standesamt, da kann man sich die gewünschten Vorteile sichern. Und das ist wirklich angebracht – es bringt viele Vorteile, jenseits des Steuervorteils. Dazu müßte man das mal ausprobiert haben und nicht einfach nur Vorteile fordern, die einem nicht eingängig sind, weil man das Prinzip nicht verstanden hat. Das Prinzip ist: ich erkläre meine Beziehung vor der Gesellschaft und erhalte, weil ich das erklärt habe, die Vorteile. Das nicht mehr “Ehe” zu nennen, wäre dämlich. Und warum sollte man nicht. Mehr erklärt man vor dem Staat bzw. der Gesellschaft auch nicht – religiös getriebene Leute haben natürlich andere Probleme…

  • Dr.Fu Man Chu

    Ja , ich kann Ihnen auch was vorjammern: nach Scheidung werde ich automatisch in Steuerklasse 1 zurückgestuft , zahle mtl. 400€ Unterhalt für meine Tochter, erhalte anteilig 90€ Kindergeld.
    Als Rentner wird mir ein Versorgungsausgleich für meine EX abgezogen, ohne daß sie davon profitiert solange sie noch arbeitet,m.a.W. die Rentnenkasse kassiert.

  • ElTren

    Also ich hab jetzt keine schwulen Freunde von denen ich mir irgendwas abschauen könnte oder wollte. Aber auch ich werde sehr regelmäßig von irgendwelchen Leuten gefragt wann wir den endlich heiraten. Wir sind seit 15 Jahren ein Paar und haben ein Kind. Und ich sage dann immer nie wir werden wahrscheinlich nie heiraten. Weil ich glaube, das würde unsere Beziehung zerstören. Ich brauche keinen Schwur um treu zu sein. Das hat was mit Ehr- und Pflichtgefühl, ja und mit Liebe zu tun. Es ist völlig egal ob ich einen Ehevertrag habe und mein Kind meinen Nachnamen trägt. Das Kind sagt Papa. Ich kann natürlich nicht fordern, dass ich in den Vorteil des Ehegattensplittings komme wenn ich schon die Vorteile der Nichtehe nutze. Aber dass das automatisch mit finanziellen Vorteilen verbunden ist, gehört ins Reich der Fabeln, wenn beide Lebenspartner ungefähr gleich viel verdienen. Aber die meisten sind sicher mit der Ehe gut bedient. Hauptsache alles ist geregelt und es besteht keinerlei Risiko (Achtung Ironie). Am meisten fasziniert mich allerdings unsere Politik. Was würde jetzt groß Passieren wenn Schwule und Lesben ganz normal heiraten dürften? Würde das Steuersystem zusammenbrechen, oder die Pforten der Hölle sich öffnen? Nein nichts würde passieren. Nur einige Menschen würden glücklicher sein. Aber das vergönnt man ihnen scheinbar nicht. Wirklich wichtige Gründe hab ich bisher noch von keinem Politiker zu dieser Sache vernommen. Viele Grüße

  • Markus

    Ich verstehe nicht ganz, was am Ehegattensplitting falsch sein soll. Im Gegenteil, das sollte erweitert werden:

    - “Familiensplitting”: alle Mitglieder einer Familie werden zusammengezählt und daraus die Steuerlast berechnet. 100.000 Euro Familieneinkommen bei 2 Verdienern und 3 Kindern macht eben 20.000 Euro pro Person. Daraus berechnet sich dann der Steuersatz. Insgesamt werden also ca. 50000 Euro versteuert.

    - Ehe umdefinieren als etwas, was die Familie beschreibt, die ja tatsächlich gefördert werden soll (was auch sinnvoll ist). Ob Homo- oder Hetero, wichtig ist, dass Kinder voll als Familienmitglied gezählt werden. Und vor allem (für die die dran glauben): Gott aus der ganzen Sache rauslassen, der hat damit nix zu tun. Steuer ist Staatssache.

  • Christian Grimm

    Die Autorin begegnet ihrer gefühlten (oder ggf. auch tatsächlichen) Diskriminierung mit Gegendiskiminierung, was ich als wenig konstruktiv empfinde.

    Auch möchte ich mir als verheirateter Mann und Familienvater nicht vorwerfen lassen aus rein wirtschaftlichen Gründen geheiratet zu haben und mich willenlos einer staatlich aufdoktrinierten Lebensweise unterworfen zu haben.

    Das Versprechen meiner Frau gegenüber für sie da zu sein, sie zu unterstützen und auch für sie zu sorgen, für unsere Kinder zu sorgen, sie auf einen guten Lebensweg zu bringen, und sie zu mündigen und kritischen Mitglieder unserer Gesellschaft zu erziehen, ist ein Dienst der finanziell nicht annähernd durch Ehegattensplitting, Kindergeld, Eltergeld, o.ä. aufgefangen wird.

    Warum habe ich das versprochen? Warum habe ich mit unserer Heirat zugesagt die Hälfte meines Einkommens „abzutreten“? Warum habe ich vertraglich zugesagt soziale Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen? Warum habe ich zugesagt finanzielle Verantwortung für meine Frau zu übernehmen, die beruflich zurücksteckt um mir in meiner Karriere den Rücken frei zu halten? Warum habe ich dieses alles auch noch feierlich anerkennen lassen?

    Weil ich meine Frau liebe und weil ich überzeugt bin von der Notwendigkeit eines Schutzraums für Menschen (resp. Eltern und Kinder). Das Leben als junge Familie (so schön es auch meist ist) ist auch geprägt von sozialer Unsicherheit, Sorgen und Zukunftsängsten.

    Der vom Grundgesetz festgeschriebene Schutzraum (Ehe) ist etwas sehr menschen- und gesellschaftsfreundliches. Und, um mal ehrlich zu sein, eine der letzten verbliebenen Bastionen dieser Art.

    Nun muss mir schon jemand erklären, warum es genauso förderwürdig sei, wenn ich eine lockere oder feste Freundin hätte, die ich jederzeit in den Wind schießen könnte, wenn sie mir in irgendeiner Weise zur Last fiele und ich in keinster Weise eine Verpflichtung hätte für sie zu sorgen? (Das Ganze gilt natürlich umgekehrt genauso.)

    Das Thema Kinder wiederum ist nun ein anderes. Die Zeiten, dass nur aus Ehen Kinder erwachsen ist mit Sicherheit vorbei. Eine finanzielle Förderung für Kinder darf natürlich nicht vom Familienstand der Eltern abhängig gemacht werden. Aber eine Förderung gezielt anhand von „im Haushalt lebenden Kindern“ zu steuern ist ja nun nicht schwer und sollte ausgeweitet werden für ALLE Kinder. (Das bisschen Kindergeld tut das ja auch schon.)

    Ich kann nur feststellen, dass das Eingeständnis zweier Menschen füreinander förderungswürdig ist. Hierbei ist es nun eigentlich egal, ob es sich um eine hetero- oder homosexuelle Gemeinschaft handelt. Dies ist nicht nur ein moralischer Aspekt, sondern eben auch ein sozialpolitischer.

    Dass die Autorin offenbar nicht versteht (oder verstehen will), was die feierliche Anerkennung für die Ehepartner persönlich bedeutet, mache ich ihr nicht zum Vorwurf.

    Dennoch sollten Sie, Frau Bleuel, Lebensentwürfe die Ihnen fremd sind doch mit demselben Respekt begegnen, wie denen mit denen Sie vertraut sind, und ggf. auch mal den Hintergrund des „kleinbürgerlichen Ideals Ehe“ hinterfragen. Dass wir beide grundsätzlich das Recht auf unseren eigenen Lebensentwurf haben steht wohl außer Frage. :-)

    Dies schreibt ein Mitte 30jähriger, standesamtlich verheirateter Ingenieur ohne Kirchenangehörigkeit mit einem (bzw. bald zwei) Kindern, aus dem wenig konservativen Norddeutschland, der noch niemals seine Kreuze auf dem Wahlzettel im christlichen oder liberalen Lager (oder gar noch weiter rechts) gemacht hat.

  • danke

    Danke. Selten wurde mir so aus der Seele gesprochen.

  • Pomerius

    Was will die Autorin eigentlich? Sie regt sich darüber auf, daß sie kein Ehegattensplitting bekommt. Könnte sie haben, wenn sie heiraten würde. Will sie aber auch nicht. Die Gründe dagegen sind weitgehend Unsinn:

    1. Niemand muß vor einem Pfarrer heiraten, wer das nicht will. Kein Beamter sagt einem, wie eine Ehe zu führen ist. Und wer Angst hat, daß es am Standesamt zu feierlich wird, kann dafür sorgen, daß die Eheschließung den Charme einer Paßverlängerung erhält.

    2. Kinder verbinden, sicher. Aber inwiefern ist das ein Grund gegen die Ehe?

    3. Aus steuerlichen Gründen heiraten ist verlogen? Aha? Und aus steuerlichen Gründen eine Soft-Ehe einzugehen ist nicht verlogen? Das ist doch verlogen!

    4. Aus Prinzip. Aha. Überzeugt.

    5. Ehe ist “kleinbürgerlich”. Hier scheint mir der eigentliche Knackpunkt zu liegen: aus welchen Gründen auch immer hält die Autorin Ehe für irgendwie spießig, angepaßt, althergebracht, uncool. Daher will sie auf Teuel komm raus zwar die gleichen Rechte wie Ehegatten, aber einen cooleren Namen dafür, “Pacs” vielleicht. Achja, und natürlich nur die Vorteile, nicht die Nachteile, wie Unterhalt leisten oder sonst so verpflichtendes Zeugs.

    Sonstige Kritik: auf der einen Seite schimpft die Autorin über die lebenslange Bindungsverpflichtung der Ehe, auf der anderen Seite meckert sie, daß jede zweite Ehe geschieden wird. Der Begriff “unehelich” gefällt ihr nicht, weiß aber nicht, daß er aus dem Gesetz schon seit einiger Zeit gestrichen wurde.

  • Seb

    Auch von mir vielen Dank für diese überfällige Diskussionsanregung.
    Ich lebe in genau der gleichen Partnerschaft mit 2 ” unehelichen” Kindern.
    Wir fühlen uns glücklich, so wie wir zusammenleben, und sicher besser, als der ein- oder andere, der sich durch finanziellen Druck genötigt fühlt, die bessere Steuerklasse zu erreichen.
    Wir sind glücklich, unsere Kinder sind es auch, und das gleiche Geld wie die Verheirateten hätten wir auch gerne.
    Aber nicht, bis dass der Tod uns scheidet.

  • Luise

    NEIN.
    Nein zu den Vorstellungen der Autorin; und nein zur Einzelfallgerechtigkeit. Jeder soll zwar so leben dürfen, wie er es gern will. Und niemanden wird vom Staat vorgeschrieben, wie er zu leben hat. Aber eine steuerliche Subvention dafür zu fordern, geht zu weit.
    Ich bezweifle zwar, dass das Ehegattensplitting der richtige Weg ist. (Profitabel ist das ja auch nur, wenn es ein großes Gehaltsgefälle zwischen den Partnern gibt.) Aber ein Eheversprechen (für manche sogar vor Gott) ist schon eine andere Kategorie. Wenn überhaupt Subventionierung, dann dort. Und auch nur bei der Ehe zwischen Mann und Frau, denn das Ziel dieser Ehe sind Kinder. Altbacken? Unmodern? Ja, richtig. Aber handhabbar und die Regel.

  • Florian

    Klasse Artikel, toll!

  • Florian

    So ein Unfug!

  • isar81241

    Damit hätten wir ja jetzt, bis auf die tatsächlich Alleinerziehenden bald alle Konstellationen (Ehe, Lebenspartnerschaften, Unverheiratete mit Kindern) in der Diskussion. Sinnvoll kann diese Diskussion nur geführt werden, wenn der Begriff der Familie erweitert wird, und auf alle Lebenssituationen in den Kinder betreut und erzogen werden, ausgedehnt wird. Warum kinderlose Ehen und kinderlose Lebenspartnerschaften steuerlich/ finanziell gefördert werden müssen hat noch niemand für mich schlüssig dargelegt. Vielmehr müssen Kinder und der mit Ihrer Erziehung verbundene Aufwand gefördert werden, unabhängig davon in welcher rechtlicher Konstellation ihre (auch sozialen) Eltern leben.

    Ansonsten haben Sie den Finger in die richtige Wunde gelegt! Denn damit kommen wir zu den richtigen Themen.

  • Thomas

    Man sollte einfach das Ehegattensplitting abschaffen. Schon braucht sich niemand mehr diskriminiert fühlen. Inklusive Singles, denn wenn nun auch noch Homosexuelle und Unverheiratete Steuervorteile bekommen, sind das die nächsten die das diskriminierend finden (und die ohnehin schon höhere Lebenshaltungskosten pro Kopf haben).

  • Christian Grimm

    Ich glaube Pomerius hat mit seinem Kommentar: 04.09.2012 13 Uhr 13 den treffendsten Beitrag geschrieben. “[...] aber einen cooleren Namen dafür” :-D Danke für den Kommentar!

  • MSH

    Und wie wäre es damit, Forderungen syntaktisch korrekt zu erheben?

    Ich zitiere als Beispiel lediglich einen Satz: “Die heutzutage nahezu jedes zweite Mal geschieden wird.”

    Der Punkt vor einem Relativpronom ist nicht der Königsweg zum kurzen Satz.

    Oder gilt jetzt: Machen jetzt alle so. Schon länger. Weil das ist jetzt der Stil der SZ. Wie im Fernsehen. Wenn nicht auch nicht Arte.

  • CS

    Es ist dahingestellt, ob das Ehegattensplitting altmodisch ist und reformiert gehört.
    Aber wer eine Ehe eingeht, geht damit auch Pflichten ein, nicht nur Vorteile.Wenn man halt nur die Vorteile will, braucht man ja nicht zu heiraten.
    Wenn die Autorin nicht wegen dem Geld heiraten will, was will sie dann durch eine eingetragene Partnerschaft für Vorteile haben? Schon auch finanzielle? Mhm, was nun ?
    Ich finde witzig, das die oft zitierten Schwulen-Bekannten, ja um die Ehe kämpfen und diese ja auch wollen. Aber die Autorin das dann als altmodisch empfindet.

  • Marus

    Vielen Dank für den gelungenen Artikel. Ich denke es schadet nie sich mit einem Thema auseinanderzusetzen gerade bei den Dingen, die schon immer so gemacht wurden.
    Warum die Dinge schon immer so gemacht wurden?
    Weils, schon immer so gemacht wurde!
    Ja, oder eigentlich nur, weil eine Kirche dieses Zusammenleben für das einzig richtige auserkoren hat. Ironischer weise hat diese Kirche für sich selbst ein anders Model, eine in meinen Augen äußerst seltsame Art des Zusammenlebens, festgelegt.
    Ach, hierüber ließe sich herrlich streiten, aber nachdem in der Diskussion eher die rechtlichen Dinge im Mittelpunkt stehen, lassen Sie mich die Frage gestatten, was die Gemeinschaft eigentlich davon hat, wenn Leute heiraten? Welchen nutzen bringt es der Gemeinschaft ein Ehepaar ohne Kinder in dem beide verdienen, Steuerlich zu entlasten? Was ist an diesem Model Förderungswürdig bzw. haben solche Personen in der Regel einen solchen Bonus überhaupt notwendig? Laut meiner Erfahrung geht’s niemandem finanziell besser als den DINKS (double income, no kids).

    Deutlich sinnvoller wäre es daher den Leuten mit Kindern diesen Vorteil zugute kommen zu lassen, unabhängig ob verheiratet oder nicht. Die alleinerziehende Mutter kann’s gut gebrauchen, der Vater der Alimente bezahlt sicher auch und selbst wenn’s ein Verheiratetes Paar mit Kinder trifft, soll’s mir recht sein. Das Beste daran ist, das man nicht nur Leuten hilft die es gut gebrauchen können, sondern die Gemeinschaft mit diesem Model auch etwas unterstützen was sie benötigt. Kinder! Diese herrlichen kleinen Geschöpfe die später mal meine Rente bezahlen müssen.

  • vb

    Die Dame hat wirklich vergessen, dass die Ehe auch dazu dient, sich gegenseitig abzusichern. Will heissen, im Bedarfsfall ist der Staat entlastet und der Ehepartner springt ein. Dies ist sogar im Scheidungsfall so, da dann die Rentenbeiträge angeglichen werden. Das Ehegattensplitting greift auch nur, wenn einer der Partner doch einiges weniger verdient. In meinem Fall hat sich durch Wechsel der Steuerklasse weder bei meiner ersten Ehe noch in meiner jetzigen etwas geändert. Mein ehemaliger Partner aber bekommt später etwas mehr Rente – um nicht zum Sozialfall zu werden (Aussage Scheidungsrichter).
    Wer keine Verantwortung übernehmen möchte und Angst hat, sich wirklich zu binden, weil es halt schief gehen kann (so ist das Leben nun mal, ohne Risiko bekommt man gar nichts), der soll bitte auch nicht nach Gleichbehandlung schreiben wo nichts gleich ist. Eine Ehe bedeutet sich füreinander entscheiden und füreinander einstehen zu wollen. Wieso setzt man Kinder in die Welt aber scheut sich vor diesem Schritt?
    Und WO um Himmels Willen ist denn der Unterschied zwischen einem Zivilpakt und einer standesamtlichen Trauung? Beides ist ein Vertrag, den man schließt, um füreinander da zu sein. Nich mehr und nicht weniger. NIemand ist gezwungen, kirchlich zu heiraten. Die Autorin sollte meiner Meinung nach vielleicht einfach mal erwachsen werden.

  • Blödian

    So, langsam reicht es mit den Leuten, die sich ungerecht besteuert fühlen. Die einzige Steuererleichterung, die es in der heutigen Zeit noch geben dürfte, ist für Menschen mit Kindern. Kein Ehegattensplitting, keine unterschiedlichen Steuerklassen mehr. Nur noch eine Steuerklasse. Der Steuerzahler selbst wird mit dem Faktor 1 gerechnet und jedes Kind mit dem Faktor 0,5.
    Wer für den Unterhalt der Kinder aufkommt, darf die Steuererleichterung für sich in Anspruch nehmen, so weit er nachweisen kann, dass die Ersparnis den Kindern zu Gute kommt.
    Warum soll ein kinderloses Paar, egal ob verheiratet oder nicht, egal ob normal oder schwul, ob zusammenlebend oder getrennt, irgendeine Steuererleichterung bekommen?
    Warum soll der Staat das fördern?
    Wenn Sie diese Frage und die Antwort darauf begriffen haben, wird alles ganz einfach: Es geht nur um die Kinder. Der Staat fördert den Erhalt der Gesellschaft.
    Kinderlose Paare müssen nicht gefördert werden.
    Zum Zeitpunkt der Kodifizierung unserer Steuergesetzgebung konnte man sich schwule, kinderlose, unverheiratete Paare nicht als erstrebenswertes Ziel vorstellen. Freilich gab es kinderlose Paare (die meisten ungewollt kinderlos), aber in einer Gesellschaft, in der von den Männern nicht erwartet wird, die Frauen zu ernähren, ist ein Ehegattensplitting nicht mir in ihrem Sinne.

    Und was Sie vergessen haben:
    Man heiratet, um dem Menschen, den man mehr als alles andere auf der Welt liebt, vor der Welt (und vor Gott) zu versprechen, dass man immer zu ihm stehen wird, komme, was wolle.
    Es ist eins der schönsten Gefühle der Welt, so aufeinander vertrauen zu können, und das für immer.
    Ich finde es sehr schade, dass es Menschen gibt, die Kinder in die Welt setzen, ohne einander dieses Versprechen geben zu haben. Aber Gottseidank sind wir ja alle freie Menschen. Sie dürfen leben, wie Sie wollen, und ich darf von Ihnen denken, was ich will.

  • Silver

    Heiratsantrag meines (noch-)Mannes, vor 22 Jahren am Küchentisch:
    “Also, ich hab das jetzt durchgerechnet: Wenn wir heiraten, dann sparen wir xxx DMark, weil ich ja mehr verdiene als du, und dann kannst du zuhause bleiben, weil das rechnet sich mehr.”

    Liebe? Jo, da war schon was…

    Ausserdem hat die Ehe ihren Ursprung in einem ökonomisch begründeten Vertrag: man hat Firmen, Güter, Geschlechter und Familien per Ehe verbunden, nicht Menschen. Dass die Ehe auf was anderes basiert als rein ökonomischen Grundlagen ist eine sehr moderne Erfindung.

    Wenn mir das Grundgesetz die freie Entfaltung meiner Persönlichkeit garantiert, dann darf nicht auf der anderen Seite mein Recht durch die Beschränkung (sowohl persönlich als auch ökonomisch) auf nur eine Form der festen Partnerschaft beschneiden.

    Und genau das tut die Ehe in ihrer momentanen Form und Definition.

  • ma_il

    Schoener Artikel. Die Argumente 2 und 3 finde ich besonders ueberzeugend. 1 ist auch nicht verkehrt, Punkte 4 und 5 klingen fuer mich jedoch ein wenig nach “Dagegen! Aus Prinzip!” und sind meines Erachtens ueberhaupt nicht mehr noetig.

  • Kay

    Der Text ist meinen Augen kompletter Blödsinn und der Neid aufs Geld tropft aus allen Zeilen. Mit keinem Wort erwähnt sie nämlich: Wenn ich heirate, gehe ich für den Partner auch voll in die gesetzliche Unterhaltspflicht – die Autorin hier hätte zwar gern weniger Steuern, aber die ganze gesetzliche Verantwortung bei Krankheit, Verdienstausfall und Unterhaltspflicht einer Ehe dann doch lieber nicht. Dann trennt man sich halt, wenn es ungemütlich wird, hat die besseren Steuern mitgenommen, verpflichtet hat man sich aber ja auf nix und dann bin ich vor dem Staat lieber wieder Single, wenn es mal hart auf hart kommt und jemand das Pflegeheim zahlen muss. Ehegattensplittung ist also kein Bonus, es ist nur ein ganz kleiner Vorschuss auf deutlich höhere Kosten die Eheleute füreinander tragen MÜSSEN, ohne das sie zum Staat rennen können. Und die Ehe per se ins die “Kleinbürger-Ecke” zu stellen, ist mit Verlaub kleinbürgerlich.

  • Mahagoni

    Für mich klingt das nach Rosinenpickerei. Die Ehe ist ein Vertrag zwischen zwei Menschen und schafft für beide Teile Rechte und Vorteile, aber eben auch Pflichten. Wer sich nicht binden will und vor dem Gesetz keine Verantwortung für seinen Partner übernehmen möchte, der braucht sich meines Erachtens nicht zu beklagen, dass er bestimmte Vorzüge nicht in Anspruch nehmen darf.

  • HERBERT

    Die Kommentare erschüttern mich. Sie zeigen mir umso mehr, wie wichtig es ist, für eine tolerantere Gesellschaft im geradezu entscheidenden Bereich des familiären Miteinanders zu kämpfen.

    Was viele Kommentatoren nicht wahr haben wollen, ist, dass sich der Artikel überhaupt nicht gegen die Ehe als Institution wendet. Die Autorin bewertet die Ehe rein subjektiv als die von ihr nicht bevorzugte Lebensform und stellt zu Recht die Frage, warum der Gesetzgeber die Ehe gegenüber anderen Lebensformen priviligiert. Diese Frage muss nicht zwingend mit der Herabstufung der Ehe auf den Status Quo alternativer Lebensgemeinschaften beantwortet werden. Vielmehr geht es vielmehr darum, andere faktisch gelebte Alternativen auf die gleiche Ebene zu heben und somit wirkliche Freiheit in dem wohl wichtigsten Bereich des Lebens zu schaffen.

    Letztlich ist die Ehe in Bezug auf das Miteinander zweier Menschen lediglich ein formeller Akt. Insofern ist es zu begrüßen, wenn sich zwei sich liebende Menschen weniger auf die vermeintliche Wirkung der Ehe verlassen als vielmehr aktiv einen Weg beschreiten, der ihrer Lebensform Substanz verleiht. Und wenn dies nur aus dem vielleicht sogar irrationalem Grund erfolgt, dass etwa geringere Abhängigkeit zu mehr Respekt untereinander führt und die “wilde” Partnerschaft deswegen erfolgreicher ist als die Ehe, war der Entschluss nicht zu heiraten für dieses Paar doch absolut richtig – da werden Sie mir doch zustimmen? Ergo, sollte der Staat doch die Entscheidung der beiden Menschen unterstützen, die – und auch hier gehe ich von allgemeiner Zustimmung aus – besser wissen als der Staat, was für sie das Beste ist. Ergo, warum gibt es einen finanziellen Anreiz zu heiraten?

    Ich selbst weiß gar nicht was für mich das Beste ist. Ich erwäge die Ehe neben finanziellen Gesichtspunkten und der damit einhergehenden Romantik durchaus. Ich wehre mich aber dagegen, sie – anders als manche Kommentatoren – als Zeugnis vor Staat und Gott zu betrachten. Bin ich deswegen weniger Ehegattensplitting- würdig?

    @ donkanalie: Das Grundgesetz besagt lediglich, dass eben die Instituition der Ehe nicht abgeschafft werden kann, es besagt nicht, dass die Ehe stetig gegenüer anderen Lebensformen zu bevorzugen ist. Selbst, wenn man das Grundgesetz insoweit als Abstandsgebot zu anderen Lebensformen versteht, heißt das nicht, dass dies richtig ist. Anders als andere Vorschriften ist Art. 6 GG nicht von der Ewigkeitsgarantie erfasst. Zumal es anderes als bei anderen Grundrechten, keinen rationalen Grund für ein solches Abstandsgebot gäbe, ihm somit schlichtweg der Sinn und Zweck fehlt. (Nein, “Gott sagt” ist kein Sinn und Zweck). Auch ich habe freiheitlich – liberal gewählt und empfinde mich von dem Artikel nicht als kleinbürgerlich diffaminiert. Ich lese nur heraus, dass für die Autorin die Ehe nicht gewollt ist- mehr nicht.

    @ Anmerkung usw.: Die gesetzlichen Fürsorgepflichten rechtfertigen kein Ehegattensplitting. Denn letztlich bekommt derjenige der sich verpflichtet gelichzeitig einen Anspruch gegenüber dem Ehepartner. Insofern gleichen sich Rechte und Pflichten gegenseitig aus und benötigen zum Ausgleich kein ehegatten splitting.

    Ich bin sowieso für ein für ein Familiensplitting, welches den Teilungsfaktor von der Anzahl der Kinde abhängig macht. Bei mehr Kindern verringert sich also die Degression.

    @ Unox: Sie sollten sich mit dem Konzept der Steuerdegression auseinandersetzen um zu verstehen, dass Sie sich sehr peinlich auf dem Holzweg befinden!!

  • Jule

    Vielen Dank für diesen Artikel! Er spricht mir von der Seele. Ich will auch nicht heiraten, zumindest jetzt nicht und ob irgendwann überhaupt, das steht noch in den Sternen.

  • Wolfram Obermanns

    Und die Pointe lautet: Man will nicht heiraten, sondern verheiratet werden.

    Emanzipation geht anders.

  • Helmar

    @Luise: Full ACK. “Einzelfallgerechtigkeit” ist ehrlich gesagt etwas, was ich hier das erste mal gesehen habe als Wort zum Begriff. Und zu einer Generalisierung sage ich auch “NEIN” ;) Natürlich, was sonst.

    Klar ist es nicht gerecht, daß wenn ich als Rentner meinen Hartz-IV-Antrag (oh, “ALG X” oder so) nicht ausgefüllt habe und darum mit meiner 400 EUR-Rente herumspackere und die Mülltonnen der Nachbarn nach Eßbarem durchsuche, weil die Miete schon 350 + NK ist. Tja, dummerweise wohne ich als Rentner dann eben zu teuer (denkt sich der Rentner).

    “Einzelfallgerecht” wäre hier, anzunehmen, der Rentner hätte Hartz IV (ALG II usw.) beantragt. Wollte er oder sie aber nicht. Was tut die Gesellschaft dann? Niemand wird hier in die Höhen der Existenzberechtigung gehoben (das ist man per Definition), aber es kümmert sich auch aus fiskalischen Gründen niemand darum, das zu tun. Es gibt hier kein durchzusetzendes Grundrecht auf Gesellschaftstauglichkeit – niemand setzt da was durch.

    Wenn also jemand den Brief, verheiratet zu sein, ablehnt, diesen eigentlich haben könnte und sich dann noch über die entgangenen Vorteile der Gesellschaft hier aufregt, dann ist da nicht mehr viel zu machen. Doof bleibt doof in der Hinsicht.

    Ich möchte auf keinen Fall, daß irgendjemand eine Sache wie “Ehe”-artiges Zusammenleben von außen beurteilt. Das ist eine Deklaration der beiden Beteiligten. Wenn das außerhalb einer Deklaration stehen sollte, wird es eine Sache, die hier gegen alles “gute” spricht, was wir bisher hatten. Was stellt sich denn jemand vor, der nicht “heiraten” möchte, aber trotzdem alle Pflichten (die hat er prinzipiell jetzt schon) für den Partner hat, aber das nicht die gesellschaftliche Anerkennung dafür?

  • barbara

    aus eigener erfahrung hat mich ihr artikel sehr angesprochen und ich kann nur hoffen, dass in diesem land das leben mit kindern- denn darum geht es in erster linie und nicht darum wie die ehe oder andere beziehungsmodele moralisch bewertet werden – finanziel unterstützt wird, anstatt zwei menschen dafür zu belohnen, dass sie eine unterschrift auf einem amt leisten.
    Ich selbst wurde relativ früh mutter und da ich vor meinem studium eine ausbildung gemacht habe, waren der kindsvater und ich “mittellose studenten” mit zwei kindern aber ohne trauschein. Ich kann mich der meinung der autorin, dass kinder verbindlicher sind als eine eheschließung nur anschließen. Allerdings musste ich nicht nur von vermietern erfahren, dass diese sichtweise eher selten geteilt wird.
    Unser schlüsselerlebnis hatten wir bei der sozialberatung der universität, die wir irgendwann (unsere kinder waren 2 und 4 jahre alt) aufgesucht haben, weil wir finanziell massive probleme hatten und wir uns erfolglos bemüht hatten für unsere kinder ergänzend hilfe zum lebensunterhalt zu beantragen, um u.a. den kindergartenbesuch bezahlen zu können. Nachdem uns die freundliche mitarbeiterin geraume zeit beraten hatte, meinte sie, sie verstünde gar nicht warum wir solche probleme mit ämtern und anträgen hätten, sie könne sich das gar nicht erklären. Bis ihr auffiehl, das wir ja gar nicht verheiratet sind. Ihr rat an uns war, das doch nachzuholen, wenn nichts dagegen sprechen würde. Und der rat war absolut berechtigt. Unser zusammenleben wurde in finanzieller hinsicht leichter. Und dabei ging es um gelder für unsere kinder und nicht um finanzielle unterstützung für mich oder meinen mann.
    Wieso das leben unserer kinder davon beeinflußt sein soll, ob deren eltern verheiratet sind oder nicht, leuchtet mir bis heute nicht ein. Allerdings muss ich hier ebenfalls anfügen, dass zum Teil mein “Lebenspartner” finanziell berücksichtigt wurde, wo die auskünfte für meinen “Ehemann” wegfielen- verrückte welt.
    Aber das die ehe in unserem land eine heilige kuh ist, wird mir des öfteren vor augen geführt. Immer wieder beobachte ich amüsiert die innerlichen verrenkungen vieler leute, wenn sie mitbekommen, dass wir unterschiedliche nachnamen tragen und sie nun nicht wissen wie sie uns titulieren sollen: lebensgefährte, partner ??? Mann geht ja nicht. Wobei ich mich auch da frage, wieso eigentlich nicht? Mein mann war zwar viele jahre nicht mein EHEmann, aber mein mann, war er schon lange, bevor unser erstes kind da war, denn da wußte ich schon, dass ich mit diesem mensch mein leben verbringen will und dafür brauchte ich keinerlei offizielle bestätigung. Obwohl ich mir vor unserer eheschließung von einem freundlichen menschen anhören musste, ich dürfe keinesfalls sagen, das sei mein mann, wenn wir nicht verheiratet wären – aha! Wie gesagt ich sprach weder von ehemann, noch von gatte. Auch der automatismus, meinem mann oder mir automatisch den nachnamen des anderen zu verpassen amüsiert uns bisweilen.
    Nicht zu heiraten hatte für mich nichts mit feigheit oder unverbindlichkeit zu tun, ehe ist für mich nicht spießig und dennoch war der einzige grund zu heiraten der, das nichts dagegen sprach und wir das leben unserer kinder extrem erleichtert konnten.
    Trotzdem kann ich es verstehen, diesen schritt abzulehnen und sehe das problem der ungleichberechtigung sehr deutlich, auch das aller alleinerziehenden.
    Kinder kosten geld, eheleute nicht. Und nach wie vor finde ich es , verheiratet oder nicht, beschämend, dass kinder so wenig unterstützung erhalten. das fängt in den familien an und hört im öffentlichen raum auf, wo die ausgaben für schulen und freizeitinstitutionen massiv gekürzt oder schlicht nicht in vollem umfang gezahlt werden. Das ist in erster linie beschämend und wer nach wie vor die ehe über das kindswohl stellt, hat meiner ansicht nach nicht begriffen, was das für unsere zukunft heißt.

  • Pomerius

    @ Christian Grimm: Danke für die Blumen, aber Sepp hat das um 12:58 noch prägnanter zusammengefaßt:

    Oh mei, heirate halt einfach, überklebe dann das “Ehe” auf der Eheurkunde und schreib “Super individuelle Lebenspartnerschaft aber nicht verbindlich” drüber.

  • DerEine

    Wenn ich mir die jüngsten Generationen in unserer Gesellschaft betrachte, kann ich, da wir so viele Kinder schon unter uns wissen, die eine oft wechselnde bzw. einseitige Erziehung “genießen”, es einfach nicht gutheißen, dass der Staat nun auch den klassischen Familiensinn, in Form einer Ehe / eingetragenen Lebensgemeinschaft, ad acta legen soll. Und bei meinen kritischen Betrachtungen spiele ich nicht auf die (beinahe) idealen Gegenbenheiten, um eine gute Erziehung bieten zu können, wie sie der Autorin offensichtlich vorliegen. Verwunderlich finde ich es auch, dass sie mit ihren Umständen, den Begriff Diskriminierung indirekt auf sich ziehen vermag… sie hat doch selbst alle Entscheidungsfreiheiten, um ihre Prioritäten abzudecken… nur kann sie eben nicht alles haben… aber wer kann das schon von sich behaupten?

  • Helmar

    @Redakteur/Assistent: ist das so schwer einen Änderungswunsch entgegen zu nehmen oder kommt das hier gar nicht vor? Es dauert doch und angeblich wird das alles geprüft und so. Wenn ich dann zwischenzeitlich noch einen Typo finde, könnt ihr das doch schnell für mich machen, wenn es hier sonst keine Möglichkeit gibt,

    Danke!

  • Ralf Müller

    Alle Personen, die gemeinsam in einem Haushalt leben, sollten steuerlich gemeinsam veranlagt werden. Damit entfiele die ideologische verfärbte Debatte um den Trauschein. Kindererziehung und Altenpflege würden endlich steuerlich gewürdigt.

  • Ralf We

    Ein sehr interessanter Artikel. Das Ehegattensplitting sollte abgeschafft werden, weil es ungerecht ist. Statt dessen sollten Paare und Einzelpersonen mit Kindern eine noch höhere Unterstützung bekommen.
    Die Ehe ist ein kirchliche Institution. Da wir in einem Staat leben, in dem Kirche und Staat (angeblich) getrennt sind, sollte der Staat so konsequent sein, eine Eheschließung nicht noch finanziel zu fördern.
    Es gibt viele Beispiele unverheirateter Paare, die mehr füreinander da sind, als so manches verheiratete Paar.
    Also: Es wird Zeit für eine Modernisierung des Steuerrechtes. Der Staat sollte die Lebenswirklichkeit seiner Bürger anerkennen. Viele wollen ohne Trauschein zusammen leben, weil sie verstanden haben, dass die meisten Ehen nicht ein Leben lang halten werden. Und weil sie verstanden haben, dass Liebe, Vertrauen und Unterstützung nichts mit einem Stück Papier zu tun haben.

  • Kylling

    Dieser Artikel überzeugt mich gar nicht.

    Der Autorin ist schon bewusst, dass die ach so kleinbürgerliche Ehe auch Verpflichtungen mit sich bringt, insbesondere Unterhaltspflichten. Und nein, die bestehen bei anderen Partnerschaften nicht in dem Maße, denn dort reicht die bloße Trennung vom Partner und jegliche Unterhaltspflicht entfällt.

    Schon albern, Homosexuelle kämpfen für eine echte Ehe (komplette Gleichstellung) und die Autorin nutzt dieses Anliegen, um genau diese Ehe runterzumachen. Über das Ehegattensplitting kann man ja tatsächlich nachdenken, aber dieses kindische Globalbashing der Ehe ist Fehl am Platze. Die Autorin kann sich doch alle Vorteile (aber eben auch Pflichten) durch Heirat verschaffen. Und wer das nicht will, lässt es. Aber alle Vorteile einzufordern, die lästigen Pflichten aber geflissentlich auszuklammern ist ziemlich egoistisch.
    Der Staat muss keinesfalls eine Töfte-Hippes-Institut mit ohne Verbindlichkeit aber allen (Steuer-)Vorteilen bereitstellen.

  • Marc Seibert

    Mich persönlich nervt eigentlich weniger die Ungleichbehandlung. Das Nachrechnen, ob es diese gibt oder nicht, ob es sich rechnet oder nicht etc. ist mir definitv zu viel Arbeit. Ich bin eher ein Bauchmensch als sachlich. Was mir aber wirklich zu wider ist, dass sind diese jahrelangen dämlichen Fragen. “Warum heiratet Ihr denn nicht”, “Ihr seid doch echt blöd, Ihr bezahlt wohl gernen zuviel”, “Liebt Ihr Euch nicht wirklich” etc. DAS geht mir furchtbar auf den Nerv. Und würde ich deswegen, weil es mich so ankotzt heiraten – damit das endlich aufhört, dann käme ich mir total schäbig vor.

  • s

    noch eine subjektive Ungerechtigkeit, auf deren wütende Gegenargumente ich mich schon freue: Wir (glücklich, nicht verheiratet) waren in den letzten Jahren auf unzähligen Hochzeiten und haben dabei ordentlich Geld für Hochzeitsgeschenke verbraten (machen wir ja gerne). So eine Hochzeit mit Geschenktisch wäre für uns persönlich ein Graus, der Return of Invest ist dadurch verhindert. Aber wir werden auch weiterhin brav schenken…

  • Der Er

    Selten so ein Quatsch gelesen

  • Markus

    Was für ein Quatsch. Aus staatlicher Sicht ist die Ehe (zumindest in Gesetzesform, nicht unbedingt in den Köpfen mancher Politiker) nichts weiter als ein Vertrag, der die gegenseitige finanzielle Unterstützung in Notlagen regelt (Krankheitsfall, Pflegebedürftigkeit, Arbeitslosigkeit, etc.). Diese Last wird der Gesellschaft abgenommen und durch Steuervergünstigungen kompensiert. Ohne diese Verpflichtungen Vergünstigungen einzufordern ist unangemessen. Nichtsdestotrotz sollten natürlich Kinder in und außerhalb von Ehen gleichermaßen unterstützt werden.

  • Walter Kreuder

    Von nicht verheirateten Paaren höre ich oft die gleichen kruden Ansichten über die Ehe wie die der Autorin. Aber am Ende verrät sie sich selbst. Sie würde gerne im Zivilpakt oder wie hier in Frankreich im Pacte Civil de Solidarié leben können. Genau diese Institution ist ja geschaffen worden, um gleichgeschlechtlichen Paaren wie in der “echten” Ehe einen Solidaritätspakt zu ermöglichen. Das geht über die Steuervorteile, Erbrecht, das Eintreten füreinander;entspricht letztendlich also der ehelichen Gemeinschaft (Aber Achtung liebe Frau Bleuel, wenn Sie schon so frei wie der Wind sein wollen: Gütergemeinschaft!) Steuern? Auch hier liegt der Schuß daneben! Verdienen beide Partner gleich, hat es sich ausgesplittet! Mit dem Ehegattensplitting wollte man zivilrechtlich einen Anreiz geben, daß sich ungleiche Partner zusammentun und eine Ehe (und damit Kinder produzieren) schließen. Ihnen als “Single” bleibt es doch unbenommen, soviel Kinder von wem auch immer zu bekommen, wie Sie wollen. Von welchen lebenslangen Bindungen sprechen Sie? Von denen zum Nachwuchs oder von denen zum Lebensabschnittspartner? Haben Sie Angst, dass Ihnen sonst das Erbrecht einen Strich durch die Rechnung (=Kinder erben, aber der Partner nicht) oder geht Ihnen ohne Pakt etwas verloeren? Alle bisherigen Paktentwürfe von Lesben- und Homoseite beinhalten die völlige Gleichstellung mit der Hetero-Zivilehe. Und wenn Sie für Frankreich anführen, dass über 90% der PCDS (=Pacs Soli) von Heteros geschlossen werden, lassen Sie zwei Aspekte unter den Tisch fallen: PCDS machen (noch) weniger wie 50% der Heiraten aus. PCDS verpflichtet den Partner weniger zur Solidarität wie die Zivilehe und das kommt in der schnelllebigen Gesellschaft besser an. Außerdem ist das der berühmte Vergleich von Äpfel und Birnen. Frankreich hat “Familiensplitting”, welches sich an der Zahl der Kinder orientiert (3 Kinder bringen den höchsten Effekt. Die Kehrseite ist, dass man schon mal von hochgenommenen Fliegern aus Haiti der Schwarzafrika hört, die nur “Waisen” zur Adoption an Bord haben). Deshalb ist Kindesbesitz auch für gut verdienende Akademiker interessant. Sie sehen, auch hier wieder der finanzielle Aspekt.
    Also, was echauffieren Sie sich so? Sie wollen doch nur Rosinen picken und über eine wie auch immer geartete Partner-Übereinkunft sich der Ehe gleichstellen lassen

  • Marion M. B.

    Vielen Dank an die Verfasser dieses Artikels. Sie sprechen mir aus dem Herzen auch wenn ich die französischen Verhältnisse beziehungsstuerfinanztechnisch nicht so kenne. Und – es betrifft nicht nur junge Leute. Seit 19 (!) Jahre habe ich meine beiden Söhne alleine mit nur einem Einkommen (meinem) erzogen, großgezogen, weil ich so eitel bin und mir keinen Partner “halten” will und wollte nur wegen der Steuer und als Ersatz, weil der eigentliche Vater (anders wie mal gedacht und gehofft) sich für den ganzen Familienkram gar nicht so recht erwärmen konnte. Leider haben es die verknöcherten Gesetzemacher immer noch nicht verstanden, dass familiäre Verbindlichkeit und Verantwortungsbewußtsein keines Stück Papiers bedarf. Pflichten einer kleinbürgerlichen Ehe ….. per Gesetz fetgehalten, was andere bereits ohne diesen “Heiligen”schien vorleben. Und das Thema Unterhaltszahlungen an getrennt lebende Partner … da hat sich gesetzlich so einiges getan in den letzten Jahren. Das ist schonlange kein Argument mehr für die Ehe. Wer solche Punkte als ProEhe auslegt hat die Institution Ehe scheinbar auch falsch verstanden. Für mich ist die Ehe nach wie keine aktuelles Partnermodel, weil der Schein nur den Schein wahrt. Ich fühle mich vom deuteschen Gesetz mehr als nur diskriminiert. Wird Zeit, das sich was ändert!

  • Stefan Lohmann

    Vielen Dank für diesen vollkommen richtigen und gelungenen Artikel. Die Autorin spricht mir aus der Seele, denn meine Beziehung ist Privatsache. Der Staat hat darin nichts verloren. Jeder solll heiraten dürfen oder nicht wie er will, die Bevorzugung von Verheirateten ist nicht mehr zeitgemäß und gehört schlichtweg abgeschafft.

  • Max Schneider

    “Ich wiederhole es für die Herren und Damen Politiker gerne noch einmal: Ein Paar mit doppeltem Einkommen und ohne Kinder zahlt per Ehegattensplitting weniger Steuern.”

    Nicht unbedingt: Verdienen beide Partner gleich viel, bezahlen sie auch gleich viel Steuern, egal ob verheiratet oder nicht.

    Verdienen sie aber unterschiedlich (Frau: Alles bis mehr als die Hälfte, Mann: Nichts bis weniger als die Hälfte) dann (aber nur dann) lohnt sich die Ehe steuerlich. Je größer der Ungleichverdienst desto lohnenswerter ist sie.

    (Ob das jetzt gerecht ist oder nicht sei dahingestellt.)

  • Fini Aurer

    Ich kenne ein Paar, das unverheiratet lebt und sich auf diese Weise von Staat Geld für die “alleinerziehnende” Mutter erschleicht. Ist das besser? Das andere Argument gegen eine Heirat kommt von ihm: wenn wir heiraten oder für 5 Jahre zusammen gemeldet sind, dann muss ich ja für sie zahlen, wenn wir uns mal trennen sollten! Fies. Da heirate ich lieber, man kann ja auch ne nette Party draus machen und den Kirchenquatsch und die Rosen sein lassen.

  • Justus

    Leider denkt die Autorin etwas zu kurz. In den Kommentaren war ab und zu etwas nebulös von “Pflichten” die Rede, wenn man heiratet. Diese bestehen für Verheirate unter anderem in Unterhaltspflichten, insbesondere auch Teilung der Rentenansprüche, selbst wenn die Ehe später auseinander geht für die Zeit der Ehejahre. Da der stärkere Partner damit dem Staat ggf. Sozialleistungen erspart, kann der Staat sich auch in Form eines Steuervorteils bedanken. Ob der Steuervorteil für DINKs (Double Income no Kids) in seiner Höhe gerechtfertigt ist, ist eine zweite Frage. Für Familien mit Kindern ist er auf jeden Fall zu niedrig.

  • ths

    @Max Schneider: “Verdienen beide Partner gleich viel, bezahlen sie auch gleich viel Steuern, egal ob verheiratet oder nicht”

    das stimmt nicht. Das Splitting ermöglicht es in vielen Fällen, unterhalb der Steuerprogression zu bleiben. Beim Splitting ist ja gerade der Trick, dass als Steuersatz der “Durchschnitt” beider genommen wird und das liegt in den meisten Fällen günstiger, weil es vor einem Anstieg in der Steuertabelle passiert.

    Zur Erinnerung: das Ehegattensplitting kostet den Staat 15 Milliarden Euro pro Jahr. Es gibt also definitiv Ehepaare, die davon profitieren.
    Ich würde nur gern wissen, wie groß der Anteil dieser 15 Mrd. ist, den kinderlosen Paaren zugute kommt.

  • luzieb

    Steuerlich begünstigt wird über das Ehegattensplitting nicht schon die Ehe als solche, sondern – noch wesentlich weniger nachvollziehbar – das “1-Verdiener-Modell”; denn bei etwa gleich verdienenden Paaren ist es steuerlich relativ irrelevant, ob diese verheiratet sind und gemeinsam veranlagt werden oder nicht. Erst dann kommt das Ehegattensplitting zum Tragen, wenn einer der Ehepartner deutlich weniger als der andere verdient. Dies ist nicht nur ungerecht gegenüber unverheirateten Paaren, sondern auch gegenüber dem begünstigten Ehepaar, denn es wird einerseits steuerlich “unterstützt”, wenn einer zu hause bleibt bzw. beruflich zurücktritt und andererseits gibt es im Falle der Trennung keine Absicherung mehr, da das Unterhaltsrecht (was anscheinend – wie an den Kommentaren oben zu sehen ist – immer noch vielen Menschen nicht bewusst ist) sich grundlegend geändert hat und ein Ehepartner dem anderen nach der Scheidung nur sehr begrenzt unterhaltspflichtig ist. Mit anderen Worten: das Ehegattensplitting ist nicht nur diskriminierend gegenüber unverheirateten Paaren mit Kindern, sondern steht auch im krassen Widerspruch zum neuen nachehelichen Unterhaltsrecht, im Rahmen dessen die “Eigenverantwortung” des unterhaltsbedürftigen Partners gestärkt werden soll (die ja gerade durch das Ehegattensplitting geschwächt wurde…). Da fragt man sich, ob eine Verfassungsbeschwerde gegen das Ehegattensplitting unter den veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen nicht möglicherweise doch mal Aussicht auf Erfolg haben könnte…

  • David

    Absoluter Schwachsinn! Homo-Ehen sind eine neue Variante des gesetzlich geregelten Zusammenlebens zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Personen. Das war bis dato so nicht vorgesehen, also hat man etwas Neues geschaffen. Bei Hetros gibt es diese Form schon lange. Sie heisst Ehe. Mit diesem Vertrag geht man Pflichten und Rechte ein, welche im Gesetzt notiert sind.
    Wenn man diese Pflichten und Rechte nicht will, dann soll man keine Ehe eingehen. Wenn man diese Pflichten und Rechte doch will, aber es uncool ist, es Ehe oder heiraten zu nennen, dann hat man ein Problem.

    Was ich nicht verstehe, was will die Autorin des Artikels den eigentlich? Will sie alles, was die Ehepartner auch haben, aber sie will es nicht in dieser Spieserform der EHE? Ist das etwa der alte Wein einfach in neuen Schläuchen? Dafür habe ich kein Verständnis. Dann heiratet doch einfach und gut ist. Auf der Gemeinde werden Papiere unterschrieben und fertig. Macht doch kein Problem draus, wenn keines besteht.

    Bezüglich “Es heiraten die meisten erst wenn das Kind da ist.” Das unterstreicht doch gerade, dass es sich dabei nicht um Steueroptimierung geht sondern darum um die rechtlichen Angelegenheiten mit Kind und Partner auf eine einfache Art zu lösen.

  • Sven

    Ein Vergleich: Stellen sie sich vor, sie sind SPD-Mitglied und ziehen in die Bayerische Provinz. Jeder ist dort CSU-Mitglied, man kennt und hilft sich. Wenn sie die gleichen Vorteile wollen, na dann treten sie doch einfach in die CSU ein! Wie, das wollen sie nicht? Nur wegen dem bisschen Ideologie?

    An die Autorin: danke der Artikel spricht mir aus tiefstem Herzen!

  • Marlene

    Ich lebe in der Bayerischen Provinz, war zu keiner Zeit CSU-Mitglied, nicht mal Sympatisant, und wurde trotzdem von allen Seiten unterstützt und in den Gemeinderat gewählt. Soviel zu den gesammelten Vorurteilen, die hier überhaupt nicht hingehören, mich aber sehr ärgern. Die Unterschrift beim Standesamt stellt in erster Linie einen Vertrag dar, der den Staat zu einem Teil von der Fürsorge für die Vertragspartner entlastet. Deshalb werden diese steuerlich begünstigt, wobei es dem Staat auch egal sein dürfte, ob das Ganze “ewig dauert”, oder nicht. Hier herrscht wohl auch bei so manchem ein bisschen viel Ideologie bei der Beurteilung, nur halt von der anderen Seite!