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Nummer Eins der Woche

Von Nataly Bleuel und Boris Herrmann

Nummer Eins der Woche  80 Kommentare

Nummer Eins der Beschwerden

Ganz Deutschland regt sich über die Bahn auf. Nur unser Autor nicht. Der findet: Anlass zur Beschwerde bietet vor allem die miese Laune der Fahrgäste.

Von Boris Herrmann

Ich bekenne, ich bin ein Außenseiter. Ich fahre gerne mit der Bahn. Sogar im Winter. Und wenn der Zug mal ein wenig später dran ist, dann bleibe ich erstaunlich ruhig. Verglichen mit meinen Mitmenschen jedenfalls. Ich bekomme wegen eines Anschlusszuges, der in Kassel-Wilhelmshöhe nicht mehr warten kann, keine Schreikrämpfe. Ich habe, soweit ich mich erinnere, noch nie einen Schaffner als „Zugmülleimer“ bezeichnet. Und ich habe mich auch noch nie mit dem Rest des Großraumwagens darauf verständigt, „den ganzen Scheißladen hier“ zu verklagen.

 

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Nach meiner Erfahrung gibt es drei Themen, mit denen man hierzulande in jeder Gesellschaft zu jeder Uhrzeit punkten kann. Drittens mit Variationen der Geschichte, dass irgendwann einmal ein ICE am Bahnhof Wolfsburg vorbei gefahren sein soll. Zweitens mit allgemeinem FDP-Bashing. Unumstritten erstens aber mit allgemeinem Bahn-Bashing. Zugegeben, die Stadt Wolfsburg sowie die Freien Demokraten haben sich ihre Spitzenplätze redlich erkämpft.

 

Ich finde, man sitzt eigentlich recht bequem im ICE. Man hat mehr Beinfreiheit als sich Peer Steinbrück wünschen kann. Die Texte im Bord-Magazin sind besser geschrieben als die in der Sport-Bild. Und selbst der Filter-Kaffee ist in Ordnung. Wenn man mit 250 Stundenkilometern durch Deutschland rauscht, dann lernt man was über den Föderalismus. Sachsen-Anhalt liebt Rapsfelder. Hessen Funklöcher. Baden-Württemberg Schallschutzwände.

 

Das Ärgerliche an der Bahn ist nicht die Bahn. Es sind die Bahnfahrer. Sie reden deutlich mehr und deutlich lauter, als Menschen, die mit dem Bus oder dem Flugzeug reisen. Vor allem aber reden sie unentwegt über dasselbe Thema: Die blöde Bahn.

 

Meistens geht es schon direkt beim Einsteigen los, wenn die einen ihre 40-Kilo-Koffer von Wagen 8 nach Wagen 34 hieven und sich dabei in der Prozession aus der Gegenrichtung verhaken. Wer ist schuld? Die Bahn, weil sie ihre Gänge nicht für Überholmanöver mit Rollkoffern in Schrankwandgröße ausgelegt hat. Der Ärger vergeht dann aber schnell wieder, weil er von einem noch viel größerem Unheil verdrängt wird. Ein landestypischer Bahndialog geht so: „Entschuldigen Sie, dieser Platz ist reserviert.“ – „Stimmt, für mich.“ – „Das kann nicht sein, ich habe Platz 21, steht hier auf dem Ticket.“ – „Aber ich habe auch Platz 21.“ Und dann beide zusammen: „Da hat die Bahn also wieder DOPPELT RESERVIERT!!!“

 

Ich bin Klugscheißer genug, um mich ab und an in derartige Gespräche einzumischen. Etwa dann, wenn ich auf Platz 22 sitze und eigentlich gerade ein wenig dösen wollte. Die häufigste Lösung des Problems lautet: Einer der beiden Fahrgäste mit Platz 21 befindet sich im falschen Wagon. Die zweithäufigste Lösung lautet: Einer der beiden Fahrgäste hat doch nicht Platz 21. Als ich neulich von Berlin nach München fuhr, kramten tatsächlich ein junger Herr und eine ältere Dame die gleiche Sitzplatzreservierung heraus. Die Dame war lediglich einen Monat zu früh in ihren Zug gestiegen.

 

Das bizarre Theater, das Deutsche in Zügen veranstalten, steht in krassem Gegensatz zu dem Sanftmut, den sie bei anderen Verkehrsmitteln walten lassen. Wenn die Landstraßen vereist sind oder am Frankfurter Flughafen wegen eines Schneesturmes 300 Flüge ausfallen, dann sagen die Leute: Pech gehabt mit dem Wetter. Wenn sie dann aber notgedrungen auf den Zug umsteigen und wegen desselben Schneesturmes 25 Minuten später als geplant in Berlin ankommen, dann schimpfen sie abends im Aufmacher des heute-journals über das Bahn-Chaos.

 

Schwer zu sagen, weshalb täglich knapp 350.000 Deutsche in einen Fernzug steigen, obwohl sie Zugreisen verachten. Fakt ist, das Bahn-Bashing war bereits da, bevor es die Bahn überhaupt gab. Schon der Dichter- und Reisefürst Johann Wolfgang Goethe schrieb den Zügen, diesen „maschinellen Ensembles“, wie er sie nannte, einen schlechten Einfluss auf Mensch und Gesellschaft zu. Die Eisenbahn deutete er als Zeichen für das „überhandnehmende Maschinenwesen“. Der Mann wusste, wovon er sprach. Als der erste Zug auf deutschem Boden zwischen Nürnberg und Fürth verkehrte, war Goethe schon fast vier Jahre tot.

Kommentare

  • Trainlady

    Hallo,

    Ich kann das alles Verstehen und nachvollziehen, das man Sauer ist, weil das und jenes passiert. Aber man muss Komplexer denken, wenn man in einen Zug einsteigt, der verspätet ist wegen eines vorausfahrenden Zuges kann kein Zugbegleiter dafür stattdessen wird er angepöbelt. Er selber kann auch nichts dafür er muss sich den Begebenheiten auch hingeben.. Und ich würde jeden Fahrgast mal zu Raten einfach mal zu tauschen, dass er mal der Zugbegleiter ist.
    Und das stimmt, wenn der Flieger ausfällt oder verspätet ist dann ist das sooo oder, wenn man stundenlang im Stau steht, dann ist das auch soooo, aber wenn die Bahn 10 verspätet ist, die Bahn total scheiße und, und, und …
    Und ganz ehrlich, wenn mal ein Zugbegleiter weniger nett ist, dann ist der nicht so von sich aus, sondern er ist ständig Zielscheibe für alles … Ich glaube jeden von uns würde es reichen bei Zeiten … Und die Zugbegleiter müssen jeden Tag mit notorischen Nörgerlern umgehen und auch soooo, wenn die Fahrgäste auch nur einen Zugbegleiter sehen, und dann kommen von der letzten Bahnfahrt wieder negative Sachen in Erinnerung und schon ist der Zugbegleiter der mit der anderen Sache vorher nichts zu tun hat dran. Und das Schlimme finde ich das die Zugbegleiter aufs Schlimmste beleidigt werden und Sie müssen weiterhin freundlich sein egal ob einen Schläge oder sonst was angedroht wird.
    Also ich würde jedem Raten der schimpft einfach mal zu tauschen und dann soll er noch mal einen Bericht schreiben, wie er das wahrgenommen hat und sein Erfahrungen schildern.
    Und eins noch wenn Klos unsauber sind oder verstopft war das nicht der Zugbegleiter…

  • SchmidtGeorg

    100% Freundlichkeit-wo ham se denn das her-naja-es wurde schon lange kein Kind mehr aus dem Zug geworfen-natürlich gibts Abfall- gehn se mal ins Kino oder bei uns in der Innenstadt, wer sind denn dei Verschmutzer, bei uns hat man jetzt in der Uni Aussenflächen gesperrt, weil die Studenten alles vermüllen-vor einiger Zeit, war das Abwasser im Studentenwohnheim verstopft, weil die benutzten Kondome ins Klo geschmissen wurden usw

  • Steffen

    Auch mir ist die Motzerei in deutschen Bahnen nicht entgangen, und sie ist natürlich dämlich und überzogen. Aber ich teile nicht die Annahme, dass die Deutschen nur über die Bahn herziehen und z.B. nicht über die Straßenverhältnisse. Sie scheinen eher einen Narren gefressen zu haben an so ziemlich allem, was sie hindert, schnell und komfortabel vorwärts zu kommen.
    .
    Ich arbeite in einem Bauamt, und ich erlebe täglich, dass mit ebensolcher Hingabe gemeckert wird über vermeintlich schlechte Straßenzustände, nicht ausreichenden Winterdienst, nicht präzise genug gekürztes Straßenbegleitgrün, zu lange Rotphasen an Ampeln, zu kurze Abbiegespuren, zu lange Warteschlangen vor Kreuzungen… Und in den allermeisten Fällen aus meiner Sicht reichlich unbegründet.
    .
    Es scheint also eher der Anspruch an eine ungehinderte Mobilität zu sein, an eine Dienstleistung, die gefälligst prompt und reibungslos zu erbringen ist, denn irgendwie hat man ja dafür bezahlt. Liebstes Feindbild dabei: Der Staat oder, wenn die Bahn schon nicht mehr staatlich ist, wenigstens ein Unternehmen in staatlicher Hand… “DIE kriegen es mal wieder nicht hin.”

  • Max Mustermann

    Eine kurze Rechnung: Wenn ich von München nach Zürich pendeln will, kostet mich das mit dem Bus, der in 6 Monaten niemals mehr als 15 min. Verspätung hatte, 30 Euro Hin- und Rückfahrt. Dasselbe mit der Bahn dauert genau so lange, ich muss einmal umsteigen, und ich bezahle 85 Euro. Selbes Spiel München – Konstanz: Mit der Bahn 5 Stunden fahrt und drei mal umsteigen, 65 Euro. Mit dem Bus 3 und halb Stunden, 22 Euro. Was würden Sie wählen?

  • BahnFahrer

    Sehr geehrter Boris Herrmann,
    Sie haben mit diesem Beitrag sehr vielen Menschen (Bahnmitarbeitern und Bahnfahrern!) von der Seele gesprochen… Ich bin Ihnen sehr dankbar für diesen Artikel und hoffe sehr, dass Ihn viele Menschen lesen und sich danach vielleicht über Ihr Verhalten gegenüber der Bahn gedanken machen…

  • Norbert

    Was für ein lobenswerter Beitrag mit so viel Wahrheit darin! Danke!!!

  • greekolicious

    Also liebe Leute,
    eure Anschlüsse bucht ihr euch selbst. Anstatt einen Anschluss mit 5-10 Min. zu buchen würde ich mal lieber einen Zug später buchen. Das ist eure eigene Entscheidung !!!!
    Dass die Bahn pünktlich fahren muss steht wo geschrieben ??? Mit dem Auto kommt ihr auch nicht immer auf die Minute pünktlich an !!! Der Bus ist nicht pünktlich. Aber die besten Argumente von Bahnfahrern ist ja : DANN FLIEG ICH DAS NÄCHSTE MAL LIEBER !!! Ja dann viel Spaß, wenn da mal Verspätung ist, kann man nunmal nicht kurz in nen anderen Flieger einsteigen und nach Hause fliegen. Ich selbst hab dann mal kurz 3h am Flughafen Stuttgart gewartet !!!! Dann nehm ich lieber einen Zug der rappe voll ist und komm vlt ne Stunde oder 2 später an anstatt dumm am Flughafen rumzustehen und nicht zu wissen was Sache ist und wann ich dann ankomme. Und bei einem Rückflug hat der Flieger mal kurz ne dreiviertel Stunde gebraucht bis er am richtigen Gate war =?!?!?!?
    Dass man nicht immer pünkltich sein kann sollte nicht so schlimm sein !!! Die Leute sind viel zu verspannt in Deutschland. Alles muss perfekt laufen und wenn man dann 1 Min. später losfährt ist gleich mal wieder Chaos ! Chillt doch mal.
    Ich finde es super, dass endlich mal jemand die Wahrheit in die Öffentlichkeit schreibt !!!! SUPER SACHE !!!
    MAN KANN SICH ECHT AUFREGEN ABER NUR ÜBER DIE FAHRGÄSTE SELBST !!

  • Heike

    Ich möchte eigentlich mal wissen was unsere Fahrgäste machen würden wenn Sie nicht die Bahn hätten. Unsere Kollegen sind freundlich sagen Guten Morgen wenn Sie ein Abteil betretten egal ob Nahverkehr oder Fernverkehr ,es kommt aber in den seltensten Fälle etwas zurück. Man muß sich Anschreien lassen wegen was auch immer und ist immer noch Freundlich bis zum 100 mal wenn man dann sagt es ist Genug kommt der Spruch Ich wede mich über Sie Beschwerden sowas Unhöfliches und dann sin Sie ihre Arbeit los.
    Manchmal ist es schwer diesen Beruf auszuüben und man möchte dann alles hinwerfen und dann kommt ein Lichtstrall, und die Welt sieht wieder schön aus.
    Ein neuer Tag beginnt und es gibt auch wieder nette Fahrgäste die gut drauf sind.
    Nur noch eins, meinen Sie nicht das wie auch lieber Pünklich auf jeden Bahnhof ankommen möchten ,aber es geht nicht immer so.

  • „Das Ärgerliche an der Bahn ist nicht die Bahn. Es sind die Bahnfahrer.“ « tee

    [...] Herrmann spricht mir aus der Seele, wenn er von unerklärlichen deutschen Bahnbashing schreibt. (via L.) Share and [...]

  • Fish

    Ganz genau so sieht das aus. Ich hatte in den letzten Jahren nirgendwo so viele Verspätungen wie bei Fluggesellschaften, aber darüber regt sich kein Mensch auf. Aber die Bahn schimpfen alle.

  • Wer ist pünktlich

    Wenn ganze Flüge ausfallen, wenn die Autobahn verstopft ist oder wenn man beim Arzt trotz Termin 1 Stunde warten muss. Alles normal. Nur bei der Bahn nicht. Danke für diesen Artikel!

  • Michael Meier

    Vielen Dank! Sie sprechen mir aus dem Herzen.
    Natürlich gibt es kritische Punkte an der
    Bahn, aber das Schlimmste sind die Fahrgäste selbst.
    Gerade wieder erlebt auf zwei Zugreisen zwischen
    den Jahren.

  • Sanne

    Toller Kommentar! Ich bin ein begeisterter Bahnfahrer und habe daher auch ein Bahncard mit comfort Status. Klar ärgere auch ich mich immer mal wieder über die Bahn, aber wesentlich häufiger ärgere ich mich über die Passagiere. Das erwähnte problem mit den falschen Platzreservierungen, BC-comfort Plätze werden unrechtmäßig blockiert, es wird im Rhuebereich telefoniert, telefonieren über die “Laut” Funktion (sowas hab ich schon zweimal erlebt), generell extrem lautes reden (ohne Kopfhörer und Ohropax steige ich nicht in den Zug), Leute steihen am falschen Ende in den zug ein, wollen es aber nicht wahr haben etc. Die liste ist ewig lang. Länger als die Liste mit meinen Bahn Beschwerden. Das alte Leid mit den veralteten IR-Wagons auf der Hamburg-Rhein/Main Strecke hat sich ja hoffentlich bald erledigt.

  • DiddiW.

    Der Schreiber vergisst, das außer dem ICE noch diverse ICs, Regional- und S-Bahnen von der DB genutzt werden und genau diese es sind, die den täglichen Missmut der vielen Tausend produzieren und aufs Neue aufwärmen! Die paar Hanseln die ICE fahren fallen da kaum ins Gewicht! Aber was soll man auch von Leuten erwarten die viel Geld in eine Fahrkarte investieren, den Versprechen der Bahn, “unpünktlich sind immer die Anderen…” glauben schenken und somit einfach auf Pünktlichkeit und Komfort pochen?
    Und mal was für die Bahn geschrieben:
    Die Bahn fährt von A nach B.
    Sie fährt von Punkt zu Punkt.
    Also fährt sie pünktlich!
    … mal von der Zeit abgesehen!

  • Daniela

    DANKE FÜR DEN ARTIKEL!!! Alles spricht mir aus der Seele!!!! Ich finde es auch nervig,wenn ich Bahn fahre und jeder bei 5min Verspätung lautstark seine Familue informiert über “die scheiss Bahn”. DANN FAHRT DOCH AUTO!!!! aber Sprit von Hamburg nach München ist eben nicht für ein Sparpreis zu bekommen!!!! Und Hochachtung vor dem Zugpersonal,die sich 10 St am Tag oft sinnlos anmachen lassen müssen !!!!

  • Netzrückblick • 17.01.2013 | Henning Bulka | Journalist

    [...] falsch. Da ist es auch egal, ob sie etwas dafür kann. Ein sehr eigentümliches Verhältnis. Link: Nummer Eins der Beschwerden (SZ [...]

  • KEINE Ahnung!

    Wer sich gelegentlich in einen Fernzug in die 1. Klasse mit Sitzplatzreservierung bequemt, kann sich garantiert kein Urteil über die Fähigkeiten der DB erlauben.
    Der Autor dieses Artikels und alle Befürworter sollten sich eine Woche die Pendlerstrecke Augsburg-München im Regionalzug zu Gemüte führen. Morgens hin, abends zurück. Hier erwarten einen für 175 Euro monatlichen Abobeitrag überfüllte, teilweise total versiffte noch nie gereinigte, entweder überheizte oder unterkühlte Züge (“das lässt sich nicht manuell steuern” Info eines Schaffners) ohne Ablagefläche für Koffer (in durchaus normaler Größe!) und Sitze bei denen man von Beinfreiheit nur träumen kann, denn entweder kollidieren die Knie mit denen des jeweiligen Gegenübers oder dem Sitzplatz vor einem.
    Dass Fahrgäste aufgrund dieser Vorkommnisse ungemütlich werden, ist durchaus verständlich. Haben Sie mal einen täglichen Arbeitsweg von einfach 1,5 – 2, in schlechten Zeiten vielleicht sogar 3 Stunden, verlieren Sie Arbeitszeit durch tägliche Verspätungen, verpassen Termine trotz grosszügig eingebauten Zeit- bzw. Verspätungspuffers, und quetschen Sie sich mal mit voller Wintermontur in einen völlig überfüllten RE in welchem der Abstand zu den anderen Mitreisenden so gering ist, dass Sie im Falle von Sauerstoffmangel nicht mal mehr umfallen können. Und das alles aus einem Grund: Ihnen bleibt nichts anderes übrig – Sie MÜSSEN, denn sonst kommen Sie nicht nach Hause oder andersrum in die Arbeit! Und hören Sie sich dann die dazugehörigen Gründe für das jeweilige Versagen in abwechselnder Reihenfolge an: “Signalstörung, Störung im Betriebsablauf, Türstörung, Weichenstörung, Verdacht auf Schienenbruch, belegte Gleise durch einen vorausfahrenden (Fern)zug, defekte Bremsen, verspätete Bereitstellung und hach erst das Wetter – zu heiss, zu kalt, zu viel Regen, Hilfe Schnee im Winter -”Winterchaos” bei 5 cm Neuschnee!” Und dann, so nach einem halben Jahr hin und her pendel, lesen Sie sich im Sommer den obigen Artikel im Schweiße Ihres Angesichts bei 30 Grad in einem vollen RE, in welchem die Klimaanlage ausgefallen ist, weil O-Ton Durchsage: ” Es so heiss ist und das die Klima nicht packt!” nochmals durch und überdenken gründlich dessen Aussage.

  • meiner einer

    also ich habe mich köstlich amysiert
    ja so richtig aus dem bahnleben gesprochen und wie harlald schmidt gesagt hat 85% unserer mitmenschen sind zu blöd bahn zu fahren.
    und wenn auf der straße und in der luft nix geht sollte doch gefälligst die bahn pünktlich sein um die macht eis und schnee doch sicher einen rießen bogen lach
    man braucht zur zeit ja nur mal in die presse schauen oder radio hören 140 flüge pro tag gerstichen 400km stau auf den straßen und die bahn erlaubt sich auch noch nicht pünktlich zu sein das geht ja mal garnicht

  • A.Class

    Ich mag die Bahn auch in der 2 ten Klasse und fahre täglich mit dem ICE – durch ganz Deutschland. Das Problem mancher Schreiberlinge hier ist die sehr “kurz gedachte” und sehr selektive Wahrnehmung des ganzen. (vergleich mit Pendlerzug..bla bla) – Sich über andere Aufregen ist hier Volkssport. Kollektives Aufregen um so besser (Gruppendynamik?)

    Es gibt auch 1001 Beispiel als Gegendarstellung wo – egal wie viel Verspätung der ICE hat – die fahrt mit dem ICE lohnt – nicht nur aus dem Faktor Stress. Manche – vor allem Männer – tendieren zu wilden Neandertalern zu mutieren und Ihre geballte 5-Minuten-Unpünktlichkeit dem ach-so-schuldigen Zugbegleiter entgegenschmettern zu müssen. Ob das nun wieder eine Kuh auf dem Gleis, oder eine vereiste Oberleitung ist, die Bahn ist schuld. Es wird von der Bahn erwartet das Sie bestenfalls das Wetter steuert ebenso wie jeden Selbstmörder (2 pro Tag) oder jede sonstige technische Panne gänzlich vermeidet.

    Wenn ich mit dem Auto im Stau stehe, so wie viele andere mit mir – was auch normal ist auf den Pendler Strecken – dann meckert komischerweise keiner. Es gibt ja kein Direkten Schuldigen. Wenn jeder ICE jemand anderem gehören würde, dann würde sich auch das Meckern in grenzen halten (wie im Stau) denn dann könnte man das Problem immer auf den andere schieben.

    Für mich sind alle Leute die über die Bahn vorschnell herziehen Kleingeistern die mit Sicherheit die Schuld fürs schlechte Wetter beim verlassen des Hauses Ihren Kindern unterjubeln, weil die ja nicht ihren Teller leer gegessen haben.

  • Nicht nachvollziehbar

    Ich dachte zuerst, dass dieser Kommentar ernst gemeint ist! Doch dann bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass derart unrealistische Aussagen nur ironisch und sarkastisch gemeint sein können. Hut ab an den Autor, ich wäre fast darauf reingefallen! Vorallem die stelle mit dem Kaffee, ich habe zwar noch keinen Katzenurin getrunken, aber so schlimmer als diese braune Brühe kann es nicht sein. Dann noch die vermeintliche Beinfreiheit. Jeder, absolut JEDER Zugpendler musste bei diesem Satz mit Sicherheit versuchen sich vor Verdrehtheit nicht die Zunge abzubeißen. Und ganz ehrlich, die nicht vorhandene Beinfreiheit ist gar nicht so schlimm – im Vergleich mit den unzähligen anderen Dingen, die einfach unter aller Sau sind.

    Aber hey danke Süddeutsche, dass es manchmal euer Blatt für Lau am Ingolstädter Bahnhof gibt, die Kommentarseite eignet sich bei solchen Aussagen bestens als Hygienepolster zwischen asozial stinkenden Sitzflächen und meiner Anzugshose.

    Die Aussage, warum so viele Leute mit dem Zug fahren fand ich einfach nur Krotesk. Warum fliegen wir nicht alle mit dem Helikopter zur Arbeit? Wie konnte ich nur den guten alten Heli vergessen, danke für die Erinnerung!

  • Schaffnöse

    …super geschrieben! Die Leute, die darin beschrieben sind, lesen leider nur die Bild und diese laufen extra von 21 bis 28 um sie sich kostenlos zu holen…vielleicht sollte man kostenfreie Exemplare der Süddeutschen im Wagen 21 aufhängen um ihnen Chance zu ermöglichen auf wertvollere Lektüre!

  • Sofia

    80 Euro für München nach Zürich, (mit dem Auto 3,5 Stunden, mit der Bahn 4,5 Stunden! 380 Kilometer!) Ist einfach zu viel. Zudem ist ein Sitzplatz bei den 80 Euro nicht gesichert (4,5 Stunden stehen macht ja unglaublich viel Spaß!) und funktionierende Klos, Heizung Und Klimaanlage auch nicht. Zûge sind immer fast voll, ich verstehe nicht was mit dem Geld gemacht wird! Ich habe es noch nie erlebt das Mobilität so teuer sein kann! Wenn 80 Éuro nicht so vuela Wert wären hätte ich auch nie beschwert.

  • ichedb

    Ich fahre bahn und Auto – kann also beide Seiten verstehen. Klar, auch ein Auto steht im Stau. Aber es liegt in meiner Hand, ob ich pünktlich komme oder nicht. Wenn ich weiß, dass ich zu Stoßzeiten fahre, dann starte ich eben früher. Im Auto stelle ich meine Temperatur so ein, wie ich es für richtig halte, ich fahre schnell oder langsam, wie ich es brauche. Wer sich über das Autofahren aufregt, regt sich also über sich selbst auf. Oder über den Heini ganz vorn in der Schlange ;-)
    Bei der bahn ist es etwas anderes – ein schlecht oder gar nicht informierter Kunde ist unzufrieden, und das zu Recht! Und wenn im morgendlichen Stoßverkehr Züge hoffnungslos überfüllt sind, sollte der Betreiber etwas daran ändern. Und eben nicht nur auf das Monopol vertrauen und die blöden Fahrgäste ihr Geld abliefern lassen. Und wenn aufgrund eines hohen Fahrgastaufkommens Verspätungen auftreten, dann liegt das nicht selten daran, dass es eben nicht genug Türen gibt, alle Ein- und Ausstiegswiligen gleichzeitig zu “verarbeiten”. Und wenn im Winter regelmäßig Verspätungen auftreten, ist das auch ärgerlich. Nicht wegen den obligatorischen 5 Minuten, sondern weil bei der Nutzung der Anschlussstraßenbahn locker 10 Minuten daraus werden. Da ist auf die Woche hochgerechnet schnell eine Stunde zusammen, die Lieschen Müller für ihr Zeitkonto länger unterwegs ist. Und das ärgert!
    Und die unerträgliche Arroganz unserer Bahnstrategen ist es, die für manch einen das Fass zum Überlaufen bringt.

  • Schaffnöse

    ich frage mich warum sind dann die Züge voll, wenn DIE DB “so scheisse” ist? Es muss niemand in Scheisse sitzen – es sei denn, man hat es so selbst gewählt!

  • Brian Rodenburg

    Also Leute die sich aufregen das der Gang zu eng sind sind total bekloppt die sollten sie lieber Glücklich schätzen das es die bahn gibt das jmd für wenig geld so weit fährt “Blöde bahn” dan sollen die halt lernen Koffer zu Transportieren !!

    Ehrlich seit Froh das es Sowas wie DB oder NWB ,ICE usw gibt ihr Undankbaren voll Idioten

  • Fräulein Müller

    Herrje, jeder, der in einen Zug einsteigt, tut das freiwillig, keiner ist gezwungen, mit der Bahn zu fahren. Wer ständig meckert und wem´s nicht gut genug ist, soll Auto fahren.

  • Einer von Vielen

    Ich bin Zugbegleiter im Fernverkehr aus Leidenschaft.
    Natürlich gibt es Schwarze Schaafe überall oder wer hat in seinem Betrieb keinen Deppen sitzen?
    Natürlich macht es uns fertig wenn wir als Müllschlucker der Reisenden behandelt werden und von Oben bekommen wir auch nur Druck.
    Aber sobald Ich sehe wie ein kleines Kind seinem Vater (Opa, Oma, Mutter) entgegenrennt und sich freut ist dass alles vergessen denn da weiß Ich warum Ich diesen Job mache.
    Ich will die Leute Sicher, glücklich und Zufrieden zu Ihrem Ziel bringen.

  • icke halt

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich erleb leider auch tagtäglich solche Dinger. Z.b. Bauarbeiten. Es wird rechtzeitig angekündigt und in diesen Ankündigungen steht auch drin, dass bestimmte Züge vorzeitig enden bzw. Dass es zu Verspätungen kommen kann. Und die Leute sind nur am motzen. Traurig. Würde sich jeder einzelne informieren, dann würde es auch durchaus weniger Ärger geben.

    nu zu unseren Nahverkehrsreisenden. Wenn es ihnen zu teuer, zu dreckig oder der Zug zu voll ist, dann fahren sie doch bitte mit dem Pkw. Im Berufsverkehr kann die Fahrt mit dem Auto durchaus noch länger dauern. Und die Länge der Züge, wann ein Nahverkehrszug gereinigt wird, in welchem Takt ein Zug fährt und besonders die Preise für die Fahrkarte wird nicht von der Bahn bestimmt. Wenden sie sich doch mal an ihren überteuerten Verkehrsverbund ;)

  • Detlef Falk

    Deutsche Bahn. Nicht erhaltenes Abteil. Wir haben im Dezember 2012 die Hin- und Rückfahrt von Berlin nach Münchenmit dem Autoreisezug gebucht und bezahlt. Die Hinfahrt Schlafwagen mit Waschgelegenheit die Rückfahrt das Gleiche aber mit Dusche und Wc. Inmitten unserer 4 wöchigen Motorradfahrt haben wir eine Absage wegen angeblichen Defekts.Bei der Rückfahrt funktioniert die Klimaanlage nicht richtig. Nach mehreren Anfragen wurde das obere Bett zurüchgeklappt. Keine Möglichkeit sich irgendwo hinzusetzen. Um 21 Uhr 50 Start um 21 Uhr 30 endlich sitzen. Um 20 Uhr 45 eingescheckt. Kein WC Papier um 6 Uhr morgen, vielleicht mt dem ………….? Schlechter Service. Natürlich geht es auch um den Preis, aber so einen schlechten Service muss man nicht zusätzlich erleben. Für mich steht es fest. Meine Frau und ich werden die Bahn nicht mehr nutzen. Billiger fliegen und Hotel nehmen oder mit Auto oder Motorrad und einer Übernachtung im Hotel diesen Autoreisezug umgehen. Schlechte Verständigung zwischen dänischer Mitfahrerfamilie und Personal. Sind schon im Abteil in Schlafkabine umgezogen und sollten nachdem die Kinder schon schliefen noch einmal umziehen. Älteres Ehepaar, wie wir beklagten sich über die Zustände. Voriges Jahr bei der Hinfahrt die gleichen Zustände. Tolles Image DB. Bahnpersonal erklärte wie umständlich es ist den Schlafwagen zum Sitzen herzurichten. Fazit: AUTOREISEZUG WAR IM 19 JAHRHUNDERT WAHRSCHEINLICH BESSER ZU NUTZEN. ALTER 63 und 57

  • Spott in vollen Zügen: Ist das schlechte Image der Deutschen Bahn selbstverschuldet? | INSM Blog

    [...] Süddeutsche Magazin hat deshalb mit einem gewissen Schmunzeln den Blick auf ein weiteres, besonderes Ärgernis beim [...]