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Life is a beach. Der ironische Seitenblick auf Stars und Sternchen

PromiLeaks  6 Kommentare

Mit den Waffen einer Frau: Obama schlägt Romney

Warum wir erwachsene Frauen dazu zwingen, Keksduelle abzuhalten.

Von Michaela Haas


Ach, du lieber Keks! Michelle Obama qualifiziert sich erneut für das Weiße Haus.

Für alle, die mit Spannung auf das Ergebnis des Duells Obama-Romney gewartet haben, hier exklusiv das definitive Resultat: Michelle Obama hat mit ihrem schwarz-weißen Schokoladen-Chip-Gebäck die M&M-Kekse von Ann Romney geschlagen. Dies enthüllte das einschlägige Branchenblatt Family Circle nach einer umfassenden und repräsentativen Befragung unter Gebäckexperten. Damit scheint der Wiedereinzug von Michelle Obama in das Weiße Haus gesichert, wenn auch nur mit einem hauchdünnen Vorsprung (51,5% zu 48,5%). Zwar hatten viele irrtümlich Ann Romney in der Favoritenrolle gesehen – schliesslich hat die Multimillionärin immer klargemacht, wie stolz sie auf ihre umfassenden Fähigkeiten als Vollzeit-Hausfrau und Mutter ist, aber die ausgebildete Juristin Obama hatte in Princeton wohl mehr gepaukt als nur Paragraphen. Oder sie hat in den vergangenen vier Jahren heimlich mit dem Schaumschläger geübt – unterlagen doch ihre Kekse 2008 den trockenen Shortbreads der Möchtegern First Lady McCain. Das war dann aber auch das einzige Mal, dass die Keksduelle als akkurate Wahlprognose versagten. Was andere im Kaffeesatz lesen, sieht Amerika in den Zuckerguss geschrieben.

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Die Backkriege der First Ladies haben Tradition, und alle, die ungläubig den Kopf darüber schütteln, dass wir im 21. Jahrhundert immer noch gebildete Frauen an den Backofen zwingen, seien daran erinnert, dass uns die Keksduelle ausgerechnet Hillary Clinton eingebröselt hat, auch sie bekanntlich im Hauptberuf Rechtsanwältin (Yale) und Politikerin. Nach der Wahl ihrer Mannes zum Gouverneur von Arkansas bellte sie ungeschickt auf eine Interview-Frage, sie verfolge lieber ihre eigene Karriere „als daheim zu bleiben und Kekse zu backen.

Du lieber Keks, war das Medien-Echo grausam! Die bissigen Kommentare brannten wie ein ausser Kontrolle geratener Umluftbackofen auf Höchsttemperatur! Gestandene Nachrichtenkorrespondenten nannten Clintons Bemerkung „dumm“ und „nicht ladylike“, Hausfrauenmagazine lästerten, Hillary Clinton sei wohl „eine, die ihr Abendessen als Takeout bestellt“, das Feministinnenfachorgan Jezebel befürchtete gar kürzlich (ironisch), wenn Clintons Beispiel Schule gemacht hätte, sei der Keks vom Aussterben bedroht „wie der kalifornische Condor“ und müsste auf die Liste bedrohter Gebäckarten gesetzt werden. Wörtlich: „Wenn künftige Generationen ihren Kindern zeigen wollten, wie ein Keks aussieht, müssten sie dafür in den Zoo fahren”, weil es keine wilden Kekse mehr gebe.

Nicht genug damit, dass Hillary Bills Seitensprünge erduldete, nun ging es an das Eingemachte – das Keksrezept. Family Circle forderte damals Hillary Clinton zu einem Backduell mit Obermatrone Barbara Bush heraus, und seither muss mit Backförmchen hantieren, wer Mom-in-Chief werden will. Wie gut, dass Hillary schnellstens ein Einsehen hatte, die gesellschaftliche Bedeutung des Backens erkannte und ihre süssen Haferkekse gegen das Bush-Gebäck in Stellung brachte. Den Sinneswandel butterte Clinton mit leidenschaftlichen Wahlaufrufen, die sie hervorragend auf ihre spätere Karriere als Präsidentschaftsanwärterin und Aussenministerin vorbereiteten: „Bitte helft mir bei der ersten echten Entscheidung in diesem Wahljahr. Ich möchte, dass die Leute für meine Kekse stimmen. Es ist eine Frage der Ehre.“

Für so viel Heuchelei bestraft die Öffentlichkeit seither alle First Ladies damit, dass sie Kekse backen müssen. Damit beweisen Frauen allerdings letztendlich wieder einmal, dass sie das smartere Geschlecht sind. Von den dürren Sprüchen, mit denen sich die Jungs duellieren, wird schliesslich keiner satt. Dagegen sind die Waffen der Frauen viel schmackhafter: Zuckerguss gegen Schokoladenchips, Rundform gegen Stern, Zucker gegen Stevia. Von den Schaumschlägereien der Gattinnen kann man sich immerhin ernähren. Und wir warten mit Vergnügen darauf, wie sich Bill Clinton 2016 als Bäckermeister mit dem Zuckerguss anstellen wird.

Kommentare

  • Leserin36

    und so zerbröselt der Keks nunmal (für Ann Romney) Michelle, yes you can!

  • Leserin 37

    lol… da hat jemand bruce allmächtig geschaut ;) …

  • Bri

    möchte gerne die Rezepte haben

  • vote obama

    hoffentlich wird hilllary clinton 2016 1. präsidentin der vereinigten staaten, dass hätte sie auf jeden fall verdient. damit würde sie auch noch in die geschichte eingehen: denn sie war first lady, senatorin von ny und außenministerin und wird präsidentin. guiness world record!!!

  • Wahlkampftaktiken

    [...] Hier nimmt man dem Präsidenten seine angbliche Abwesenheit und Fahrigkeit übel, fragt aber nicht danach, woran das vielleicht gelegen haben könnte, vergisst, dass einem ein Fernsehduell am Allerwertesten vorbeigehen muss, wenn gerade ein Verbündeter, in diesem Falle die Türkei, sich auf Kriegspfade begibt. Und natürlich zählt auch für die amerikanische Wahlentscheidung der weltbewegende Faktor, welche Ehegattin der Kandidaten die bessere Hausfrau abgibt. [...]

  • Einfach ein schönes Leben

    Liebe Bri,

    hier gibt’s die Rezepte:

    http://www.cafeschoenleben.de/schoenesleben/presidential-bake-off-2012-das-siegerrezept/

    Grüße Martin