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Life is a beach. Der ironische Seitenblick auf Stars und Sternchen

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Häppchen mit Potus und Flotus

Welche prominenten Hollywood-Unterstützer Obama und Romney lieber ihrem Kontrahenten unterjubeln würden.

Von Michaela Haas


Obama in Manhattan mit Beyoncé und Jay-Z. Foto: Twitter.

Seit einigen Monaten bekomme ich ungewohnt häufig herzliche Einladungen von Hollywood-Stars. Hey, Michaela, schrieb beispielsweise Beyoncé, und forderte mich wärmstens dazu auf, mit ihr, Jay-Z und Barack in Manhattan abzuhängen. Der Event hatte Stil: Champagner und Häppchen mit POTUS (President of the United States), FLOTUS (First Lady of the United States) und etlichen Sangesgrößen. Einziger Haken: Ein Abendessen für 40.000 Dollar kann ich mir nicht leisten. Deshalb musste ich leider auch die hochpreisigen Einladungen von George Clooney, Anne Hathaway und Sarah Jessica Parker ausschlagen.

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Was früher Bettelabend hiess, ist heute ein ausverkaufter Erstliga-Event. Es gibt Champagner, Artischocken an Biohuhn, und nach den Desserts werden die Moneten gezählt: Fast fünf Millionen Euro spielte Beyoncé an diesem Manhattan-Abend für Obama ein. Das von George Clooney ausgerichtete Abendessen brachte dem Präsidenten fast 15 Millionen Euro, Michael Jordan steuerte drei Millionen zum Wahlkampf bei, Sarah Jessica Parker immerhin noch zwei Millionen.

Kein Wunder, dass der Präsident für seine Wiederwahl gerne Hollywood-Größen einspannt: Scarlett Johansson und Natalie Portman sprachen bekanntlich beim demokratischen Parteitag, Eva Longoria drängt gerade in einem Fernsehspot, alle Frauen müssten Obama wählen, Anne Hathaway und Anna Wintour stießen mit dem Präsidenten auf Long Island an, Oprah, Leonardo diCaprio, Steven Spielberg und Tom Hanks gehören seit Jahren zu den lautstarken Obama-Unterstützern. Gerade nutzte Mila Kunis ihre Wahl zur “Sexiest Woman Alive”, um kundzutun, die Frauenpolitik der Republikaner fände sie “so widerlich”. Bei den Glitterati hat Obama also die Nase vorn. Romney kann in dieser Liga bislang nur Cindy Crawford, Lindsay Lohan und Kid Rock aufstellen.

So weit, so cool. Einige Promis aber benehmen sich, als wollten sie ihr Idol besonders öffentlichkeitswirksam brüskieren. Es begann mit Clint Eastwood. Sein alterswirrer Dialog mit einem leeren Stuhl beim republikanischen Parteitag übertrumpfte bei weitem den blutleeren Vortrag des eigentlichen Kandidaten. Eastwood hatte 2008 noch Obama gewählt, und nicht wenige wunderten sich: Hatte ihn vielleicht Obama für die Luftnummer absichtlich als Sabotageakt engagiert?

Zu Romneys lautstarken Unterstützern zählen ohnehin bereits eine Reihe von Prominenten, die Romney vermutlich lieber seinem Kontrahenten unterjubeln würde.
Eine zögerliche Wahlempfehlung von Lindsay Lohan, die, ähm, “derzeit eher” Romney wählen würde “wegen der Arbeitslosigkeit”?
Ein Donald Trump, der immer im falschen Moment mit seinen Milliarden protzt?
Wrestler Hulk Hogan, der sich als Teil des “Team Romney” bezeichnet, aber sich beim gleichen Fernsehauftritt für das im Internet einsehbare Sextape mit der Frau seines besten Freundes rechtfertigen muss?
Oder die unberechenbare Nicki Minaj, die (unübersetzbar) rappt: “I’m a Republican voting for Mitt Romney / You lazy b—-es is f—ing up the economy.”
Am lustigsten ist die Romney-Werbung mit dem humorfreien Chuck Norris. Auf einem Zwei-Minuten Video warnen er und seine Frau Gena mit Weltuntergangsmiene, auf die Amerikaner warteten „1000 Jahre Finsternis“, wenn sie Obama wählen.

Wenn der Spot nicht auf dem offiziellen YouTube-Kanal von Chuck Norris liefe, müsste man annehmen, es handle sich um eine Parodie. Bislang also fünf prominente Eigentore im Camp Romney.

Aber dann blamierte sich Madonna, als sie auf Tour in New York nicht nur ihren Rücken als „Obama“-Werbefläche vermarktete, sondern bei einem  Konzert ausgerechnet in Washington rief: “Ihr alle wählt besser Obama, okay? Wir haben einen schwarzen Muslim im Weissen Haus.“

Wie zuvor Minaj gab anschliessend auch Madonna ein relativierendes Statement ab: Natürlich wisse sie, dass Obama kein Muslim sei, ruderte Madonna zurück, die Bemerkung sei ironisch gemeint gewesen.

Gott sei Dank brachte Amerikas jüngster Fernsehstar die ins Trudeln geratene Kampagne des amtierenden Präsidenten wieder ins Lot. Als Jimmy Kimmel den Kinderstar Honey Boo Boo nach ihrem Favoriten im Wahlkampf befragte, quietschte sie: „Marack Obama“. Boo Boo ist sieben und hat noch Artikulationsprobleme.

Bis zum Beweis des Gegenteils bin ich fest davon überzeugt: All diese Kindsköpfe sind eingeschleuste V-Leute und wurden von der Gegenseite engagiert.

Kommentare

  • Es es wies es

    [...] #Da SZ Magazin schreibt über den amerikanischen Wahlkampf und hinterfragt die Einbeziehung von Hollywoodgrößen, die zu einem wichtig sind für das Befüllen der Spendenkasse und b) für die nötige Publicity sorgen. Beispielsweise ist ja Jay-Z z.Z. bekanntermaßen der Buddy von Obama. Was ist aber, wenn sogenannte B-Promis ihre Zustimmung für Obama oder Rommney geben, und deren (öffentliche) Bekenntnisse gar nicht gewünscht sind. Man denke nur an den peinlichen Auftritt von Clint Eastwood auf dem republikanischen Parteitag als er kritische Fragen auf einen leeren Stuhl richtete  und dabei so tat als ob er mit dem amerikanischen Präsidenten schimpfen würde. Share this:TwitterFacebookGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste dem dies gefällt. Veröffentlicht in Berlin, Leben und So, Miscellaneous [...]