Die Plagiats-Pirouetten
Hat sich Natalie Portman ihren Oscar auf den Zehenspitzen einer anderen verdient?
Von Michaela HaasNicht nur Fussnoten, Doktortitel und Szene-Bestseller sind plagiatsverdächtig, sondern auch Pirouetten, gedrehte Fouettés und Demi-Pliés. Wir haben Natalie Portman für die Darstellung der wahnsinnigen, magersüchtigen Primaballerina in Black Swan bewundert, aber auch für die Leistung, die dahinter stand: Natalie Portman hat sich ein Jahr lang gequält, gehungert, Hanteln gestemmt, auf Spitze getanzt. So jedenfalls ging die Mär bei der Oscar-Verleihung. „Ich wäre bei den Dreharbeiten beinahe gestorben“, hat Natalie Portman über die Schinderei gesagt. Die körperliche Disziplin habe ihr sehr geholfen, „weil man einen Sinn für den klösterlichen Lebensstil eines Balletttänzers bekommt. Man trinkt keinen Alkohol, man geht nicht mit Freunden aus, man bekommt nicht viel zu essen und man setzt seinen Körper ständig extremem Schmerz aus. So bekommt man ein Verständnis für die Selbstzerfleischung von Balletttänzern.”
Alles Lüge, sagt die 27 Jahre alte Ballettänzerin Sarah Lane nun in einem Interview mit Entertainment Weekly. Sie sei das Opfer einer Vertuschungsaktion. „Von den Ganzkörper-Aufnahmen sind nur fünf Prozent von Natalie. Alle anderen Aufnahmen sind von mir.“ Dabei hatte Portmans Verlobter, der Black Swan-Choreograph Benjamin Millepied, noch kurz zuvor der Los Angeles Times verraten, das Double habe nur wenig zu tun gehabt, Natalie hätte „die Fussarbeit gemacht, die Fouettés und eine diagonale Einlage im Studio. Ehrlich, 85 Prozent sind von Natalie.“
Sarah Lane hielt dagegen: „Sie wollten diese Idee kreieren, dass Natalie eine Art Wunderkind ist und wirklich hart gearbeitet hat, um in eineinhalb Jahren Ballerina zu werden. Ich mache das seit 22 Jahren – man kann auch nicht in eineinhalb Jahren Pianist werden, nur weil man ein Filmstar ist.“ Portman könne nicht einmal in den Spitzenschuhen tanzen. „Sie kann ihren Körper nicht bewegen, sie ist sehr steif.“
Zickenkrieg im Oscar-Land. Kurz war bei YouTube sogar ein interessantes Video zu sehen, das die digitalen Tricksereien bei Black Swan zeigt. Darin wird Natalie Portmans Kopf auf Lanes Körper montiert. Nun zeigt Trailer Addict, wie man aus einer Ente einen Schwan macht.
Fox hat das Video inzwischen zensiert, und Regisseur Darren Aronofsky hat mit mathematischer Akribie alle 139 Tanz-Szenen nachgezählt und vorgerechnet, dass Portman davon 111 selbst gemacht hat, also 80%, „damit die Sache ein für alle Mal erledigt ist.“ Aber für Natalie Portman hat sich Sarah Lane tatsächlich in einen schwarzen Schwan verwandelt.
Cocktails
Kochquartett
20 Jahre
Sagen Sie




10 Uhr 15
Warum hören die Leute nicht auf, unrealistische Legenden zu bilden?
11 Uhr 16
Klar, Natalie Portmann wird in einem Jahr Ballerina. Ein bisschen klarer Verstand reicht doch, um zu wissen, dass das nur PR war.
11 Uhr 44
Hier gibt es die Kopfretusche noch zu sehen:
http://de.paperblog.com/black-swan-visual-effects-demo-reel-95839/
11 Uhr 54
Warum hat sich deswegen Sarah Lane in einen schwarzen Schwan verwandelt? Weil sie möglicher Weise zu Recht die ihr zustehende Anerkennung einfordert?
Dieses Getue der Entertainment-Industrie ist sowieso widerwärtig. Ich würde den schwarzen Schwan eher bei Natalie Portman sehen…
14 Uhr 05
Wer sehen will, wie Natalie Portman wirklich tanzt, muss sich nur die Schlussszene von Mr. Magoriums Wunderladen anschauen. Da “tanzt” sie durch den Laden, der sich aus seiner “Depression” erholt. Wenn man dieses Schauspiel optisch überstanden hat, hat man eine Vorstellung davon, was Sarah Lane mit “steif” meint. Ich für meinen Teil, glaub auch nicht, dass die Portman plötzlich tanzen kann.
14 Uhr 16
Ich denke, dass auch ohne 80 oder so % Eigenleistung bei den Tanzszenen noch genuegend Spielraum fuer 100% schauspielerische Leistung seitens N. Portman verbleibt. Vielleicht sollte man sich einfach nur den Film als Endprodukt anschauen, und sich weniger der Desillusion seines Zustandekommens hingeben. Was erwartet man denn, ‘Krieg der Sterne’ wurde ja auch nicht im Weltraum gedreht, oder?
14 Uhr 41
Das Video, welches Fox zensiert hat, ist wohl dieses hier, das hab ich schon vor über nem Monat gesehen.. http://www.itsartmag.com/features/makingofblackswan/ Also da schats aus, als ob wirklich Natalie Portman der schwarze Schwan ist, (obwohl ihre übrige Leistung natülrich auch super war!!)
16 Uhr 39
Falsch: “ein interessantes Video zu sehen, DASS die digitalen Tricksereien bei Black Swan zeigt”
Richtig: “ein interessantes Video zu sehen, DAS die digitalen Tricksereien bei Black Swan zeigt”
17 Uhr 24
Die schauspielerische Leistung von Nathalie Portman ist dennoch über jeden Zweifel erhaben, sie hat den Oscar ja nicht wegen ihrem Tanztalent bekommen.
Als ob die männlichen Kollegen die actionreichen Szenen in ihren Filmen auch alle selbst spielen würden…
18 Uhr 25
Als gläubige Jüdin sollte Frau Portmann wissen: “Die verwerflichste Art der Lüge ist die, bei welcher der Lügner die Absicht hat, sich einen unrechtmäßigen Nutzen zu verschaffen”
Als Vergleich:Hannah Herzsprung hat in dem Film “Vier Minuten” wenigstens von Anfang an zugegeben, daß sie nicht Klavierspielen kann …..
18 Uhr 29
Wenn man genau hinhört, widersprechen sich die Aussagen der beiden Parteien nicht einmal. Sarah Lane behauptet lediglich, sie habe 95% der GANZKÖRPER Aufnahmen gemacht. Diese sogenannten Totalen machen bei einem modern geschnittenen Film weniger als 20% der Aufnahmen aus. In dem Fall hätte Natalie Portman doch einen großen Teil der Tanzszenen absolviert, wie vom Regisseur behauptet.
19 Uhr 44
Ein wenig grotesk Scheint diese Diskussion schon.
Es steht wohl ausser Frage, daß Natalie Portman eine der Begabteren unter den Hollywood-chicks ist. Diese Rolle so auszufüllen und auch nur einen Teil der Tanzszenen selber zu bringen ist eine absolut respektable Leistung.
Nebenbei bemerkt hat sich Britney Spears in ihrem letzten Video Ihren Kopf auf den Körper einer Stripperin montieren lassen um den Fans ihre schwammigen Hüften nicht zuzumuten; nett von ihr, oder?
21 Uhr 18
Die Portman hat den Oscar wohl auch eher für die fesselnde Darstellung ihrer Figur bekommen, als für Ballettvorstellungen, für die Doubles nun mal engagiert werden, weil Schauspieler eben keine eierlegenden Wollmilchsäue sein können und müssen.
Hier scheint sich jemand einfach wichtig zu machen.
21 Uhr 55
Ich finde das Double hätte noch viel öfters eingesetzt werden sollen, dann wäre das Tanzniveau wahrscheinlich auch höher gewesen…
21 Uhr 56
Als Plagiat bezeichnet man den Diebstahl geistigen Eigentums. Wenn es auf Pirouetten angewendet wird, verkommt es zum reinen Klischeewort.
00 Uhr 53
…natürlich ist die frau nicht innerhalb von einem jahr zu so einer tänzerin geworden… dass stößt ja körperlich schon an die grenzen der realität…
aber die leute wollen wohl einfach an übermenschen glauben… portman hat den oscar für ihre schauspielerrei bekommen und dass auch zurecht, aber natürlich hat sie nicht in einem jahr das geschafft wofür die meisten menschen ein leben lang brauchen… das ist das wunschdenken all derer die auch mit 40 noch glauben werden das sie übermorgen reich und breühmt sein sein könnten, wenn sie nur dringend genug wollten… armseelig
06 Uhr 23
So oder so, der Film ist ein schönes Beispiel für einen schlechten Film. Das übersieht man wohl wg des Gedöns um die wahre Tänzerin.
10 Uhr 42
Ich bin geschockt! Als nächstes wird wohl noch bekannt, dass Jean-Claude van Damme nicht wirklich Karate kann und dass Tom Cruise in seinem hellsten Moment keinen Kampfjet auf einem Flugzeugträger landen könnte.
John Wayne und Jackie Chan kamen/kommen ohne Doubles aus, aber sonst? Russell Crowe hat für “A Beautiful Mind” auch nicht Mathe studiert.