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Sprache
| Heft 30/2009
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| Heft 30/2009
Nach uns die Sintflut
Text: Max Fellmann und Jan Heidtmann (I… Foto: Frank Bauer
Wenn die Schlussredakteurinnen des "SZ-Magazins" nicht wären, würden wir manchmal unfassbaren Quatsch drucken. Ein Gespräch über Rechtschreibung, Konjunktiv II und Panik in letzter Minute.
KOMMENTARE
ALEX G. (0)
24.07.2009 | 12:14 

An dieser Stelle mal ein Hurra auf die Schlussredaktion der SZ – insbesondere in Zeiten, in denen manche Publikation den Eindruck macht, die Macher wüssten überhaupt nicht, dass man Texte noch einmal durchlesen muss, nachdem man sie in den Computer gehackt hat, fällt die Süddeutsche positiv durch Qualität auf!
Da stört das eine oder andere „dem“ anstatt „den“, oder mal ein Bindestrich, wo es ein Halbgeviertstrich hätte sein sollen auch nicht weiter. Fehler passieren nun mal.
Da stört das eine oder andere „dem“ anstatt „den“, oder mal ein Bindestrich, wo es ein Halbgeviertstrich hätte sein sollen auch nicht weiter. Fehler passieren nun mal.
FLORIAN FRISCH (1)
24.07.2009 | 12:33 

Sehr sympathisch und sehr schlau, die beiden Damen. Ich werde nicht anders können als ihnen die Tage noch einen charmanten Brief zu schreiben. Ich werde das aktuelle Heft durchschauen. Und wahrscheinlich endlich schreiben können: "Keinen Fehler gefundden - prima, klasse Arbeit!"
BEATE HOERKENS (0)
24.07.2009 | 21:40 

Das ist endlich eine der seltenen Würdigungen, die die unsichtbaren guten Geister des Magazins erfahren: Jede Woche für diese Qualität zu sorgen, ist Knochenarbeit. Wobei die besten Hirnknöchelchen gemeint sind samt der Füllung, welche vor allem aus Bildungsgütern aller Arten, beachtlicher Sprachkompetenz und -- ja natürlich -- aus Hingabe besteht. Achtmal einen Text zu lesen, übersteigt des normalen Lesers Vorstellung, der sich zu einer zweimaligen Lektüre schon selbst beglückwünscht. Aber nur mit vielen konzentrierten Leserunden kommt man zu der anscheinend selbstverständlichen Leichtigkeit, zur Klarheit eines Textes, es handelt sich um die Verbindung von Knochen- und Feenarbeit, auch um Hebammendienste am Text von Autoren, oft um schwere Geburten, denen man es nicht ansehen darf.
Ihren Anmerkungen zur halbherzigen Rechtschreibreform, auch zu den (virusartig verbreiteten und kaum kurierbaren) Sprachmarotten, kann ich mich nur anschließen. Bin immer wieder froh, wenn ich merke, dass hier ohne Einknicken Woche für Woche "gegengehalten" wird! Außerdem wird durch Ihr Eingreifen tatsächlich einmal Sinn "gemacht", oft erst hergestellt, wenn er noch unter einem Wust an Wörtern vergraben war. Und das ist erfreulich sinnvoll!
Für die schönen Lektüren des Magazins dankt Ihnen besonders -- mit langer eigener Berufserfahrung auf diesem Feld --
Beate Hoerkens
Ihren Anmerkungen zur halbherzigen Rechtschreibreform, auch zu den (virusartig verbreiteten und kaum kurierbaren) Sprachmarotten, kann ich mich nur anschließen. Bin immer wieder froh, wenn ich merke, dass hier ohne Einknicken Woche für Woche "gegengehalten" wird! Außerdem wird durch Ihr Eingreifen tatsächlich einmal Sinn "gemacht", oft erst hergestellt, wenn er noch unter einem Wust an Wörtern vergraben war. Und das ist erfreulich sinnvoll!
Für die schönen Lektüren des Magazins dankt Ihnen besonders -- mit langer eigener Berufserfahrung auf diesem Feld --
Beate Hoerkens
MICHAEL SAILER (0)
27.07.2009 | 09:38 

Wirklich ein hochinteressantes Interview mit zwei höchst charmanten Damen, die großen Sprachverstand zeigen.
Nur: "Manche denken, das 'ß' gäbe es gar nicht mehr" ist ein falscher Konjunktiv. Da müßte ein Nebensatz folgen, der erklärt, unter welchen Umständen es das 'ß' nicht mehr gäbe. Gemeint und richtig ist jedoch hier 'gebe'.
Soooo schwierig ist der Konjunktiv übrigens gar nicht: Indirekte Rede = Konjunktiv 1 und umgekehrt. Nur in Fällen, wo der K1 gleich dem Indikativ ist (z. B. 'ich habe'), steht in der indirekten Rede zur Verdeutlichung der K2.
Der ist ansonsten den Fällen vorbehalten, in denen in der SZ grundsätzlich K1 steht: den Irrealis- bzw. "als ob"-Sätzen. Konstruktionen wie "als sei", "als habe" etc., wie man sie in der SZ täglich hundertmal findet, sind grundsätzlich falsch.
Freilich spielt dies heute nur noch für Menschen eine Rolle, die ein sehr sensibles Sprachgefühl haben. Denen allerdings verschwurbeln solche Sätze regelmäßig das Realitätsempfinden. Drum wäre es schön, wenn darauf zumindest ab und zu geachtet würde.
Dies mit den besten Grüßen und ohne Schaum vor dem Mund.
Nur: "Manche denken, das 'ß' gäbe es gar nicht mehr" ist ein falscher Konjunktiv. Da müßte ein Nebensatz folgen, der erklärt, unter welchen Umständen es das 'ß' nicht mehr gäbe. Gemeint und richtig ist jedoch hier 'gebe'.
Soooo schwierig ist der Konjunktiv übrigens gar nicht: Indirekte Rede = Konjunktiv 1 und umgekehrt. Nur in Fällen, wo der K1 gleich dem Indikativ ist (z. B. 'ich habe'), steht in der indirekten Rede zur Verdeutlichung der K2.
Der ist ansonsten den Fällen vorbehalten, in denen in der SZ grundsätzlich K1 steht: den Irrealis- bzw. "als ob"-Sätzen. Konstruktionen wie "als sei", "als habe" etc., wie man sie in der SZ täglich hundertmal findet, sind grundsätzlich falsch.
Freilich spielt dies heute nur noch für Menschen eine Rolle, die ein sehr sensibles Sprachgefühl haben. Denen allerdings verschwurbeln solche Sätze regelmäßig das Realitätsempfinden. Drum wäre es schön, wenn darauf zumindest ab und zu geachtet würde.
Dies mit den besten Grüßen und ohne Schaum vor dem Mund.
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