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    <title>sz-magazin.de - Das Beste aus aller Welt</title>
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    <description>Alle Texte zu dem Label Das Beste aus aller Welt auf sz-magazin.de</description>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Eier mit Schallwellen garen? Unser Autor ist anf&amp;auml;llig f&amp;uuml;r Energiespar-Tipps und deshalb dem Mythos nachgegangen, Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ckseier k&amp;ouml;nne man mit Hilfe sehr lauter Musik zubereiten.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/60543.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da diese Kolumne bei vielen Lesern nicht zuletzt wegen ihrer regelm&amp;auml;&amp;szlig;igen Energiespar-Tipps gesch&amp;auml;tzt wird, m&amp;ouml;chte ich heute der Frage nachgehen, ob es m&amp;ouml;glich ist, ein Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cksei nicht nur in kochendem Wasser zu garen, sondern auch durch Schallwellen. Menschen, die in den Siebzigerjahren regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig Rock-Konzerte besuchten, berichten ja bis heute, sie h&amp;auml;tten zu diesen Anl&amp;auml;ssen rohe Eier mitgebracht, diese vor den Lautsprechern am B&amp;uuml;hnenrand deponiert und im Anschluss an das Ereignis hart gekocht verzehrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Kann das wahr sein? Sagt man deshalb: &lt;em&gt;Hard&lt;/em&gt; Rock?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;Auml;ltere Leser erinnern sich vielleicht noch an ein Experiment der Biochemiker Earl W. Flosdorf und Leslie A. Chambers im Jahr 1936, dessen Resultate seinerzeit im &lt;em&gt;Journal of Biological Chemistry&lt;/em&gt; ver&amp;ouml;ffentlicht wurden. Die Forscher setzten Eiwei&amp;szlig; einem andauernden Ger&amp;auml;usch von 142 Dezibel aus, das ist ein ganzes St&amp;uuml;ck &amp;uuml;ber der Schmerzgrenze, lauter als ein Gewehrschuss und 22 Dezibel mehr, als The Who 1976 in einem Konzert erzeugten, das ihnen damals die Auszeichnung als &amp;raquo;Lauteste Band der Welt&amp;laquo; einbrachte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das Eiwei&amp;szlig; gerann tats&amp;auml;chlich unter dem Druck der Schallwellen nach vier Minuten, allerdings unter Laborbedingungen. Es befand sich in einem Reagenzglas, die Schale hatte man entfernt. Was bedeutet das in der Praxis? F&amp;uuml;r unseren Alltag? Reicht es, wenn ich mein Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cksei anbr&amp;uuml;lle? (&amp;raquo;Darling, schreist du mir ein F&amp;uuml;nf-Minuten-Ei?&amp;laquo;) Ben&amp;ouml;tige ich eine Trompete? Oder eine Platte der Toten Hosen? Kann ich so tats&amp;auml;chlich die Energie zur Wassererhitzung sparen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Unter Fachleuten wird unsere Frage im Internet seit einer ganzen Weile heftig diskutiert. Im Magazin &lt;em&gt;New Scientist&lt;/em&gt; behauptete ein Akustik-Professor, die Energie aus dem L&amp;auml;rm von 80 000 Zuschauern im Wembley-Stadion reiche aus, um einige Eier zu garen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Hingegen las ich in &lt;em&gt;Trevor Cox&amp;rsquo;s Acoustics Blog&lt;/em&gt;: Wenn man davon ausgehe, dass eine Person, die aus einem Meter Entfernung schreit, etwa 80 Dezibel produziere, dann sei zu sch&amp;auml;tzen, dass man f&amp;uuml;r die 142 Dezibel aus dem Experiment von Flosdorf und Chambers 1,6 Millionen Menschen ben&amp;ouml;tige, alle einen Meter vom Ei entfernt. Bisschen schwierig. Und das Eiwei&amp;szlig; d&amp;uuml;rfte ja nicht in der Schale sein!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Und wenn man Leute mit Vuvuzelas ausr&amp;uuml;stet? Dann, so meint der Fachmann, ben&amp;ouml;tige man etwa 32 Vuvuzelas (eine davon produziert 127 Dezibel), um ein Ei ausreichend zu beschallen. K&amp;ouml;nnte sein, dass der Nachbar nach ein paar Tagen h&amp;ouml;flich fragt, ob man denn unbedingt jeden Morgen ein hart gekochtes Ei zum Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck essen m&amp;uuml;sse.&lt;br /&gt; Vermutlich m&amp;uuml;ssen wir weiter kochen. Auf der Interseite The Straight Dope beschreibt jemand, er habe einige Eier einen Nachmittag lang &amp;uuml;ber f&amp;uuml;nf Stunden mit seiner Stereo-Anlage beschallt: alles rausgehauen, was gut und teuer ist, von Lynyrd &lt;br /&gt; Skynyrd &amp;uuml;ber M&amp;ouml;tley Cr&amp;uuml;e bis zu Crystal Method, bei Spitzenwerten von 126 Dezibel und einem Durchschnitt von 120. Mehr ging nicht, weil die Lautsprecher nach einer Weile einen Geruch nach verschmortem Kabel verstr&amp;ouml;mten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ergebnis: Fl&amp;uuml;ssig-Ei. Das Innere der Eier sah nicht anders aus als das jener aus einer Kontrollgruppe im Nebenraum. Es m&amp;uuml;ssen die vom harten Rock weich geh&amp;auml;mmerten Hirne sein, die solche eingangs erw&amp;auml;hnten Erinnerungen an die Siebziger haben. Vielleicht waren auch andere Substanzen im Spiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Demn&amp;auml;chst hier: Ist es wahr, dass Joe Cocker einmal allein mit seiner Stimme Parmesan gerieben hat? Stimmt es, dass mit Heino-Liedern beschallte Rindviecher freiwillig in den Schlachthof eilten? Ist es m&amp;ouml;glich, auf der Sitzheizung meines Volkswagens im Niedrigtemperaturverfahren innerhalb von acht Stunden eine Lammhaxe zuzubereiten? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-06-14T12:00:00+01:00</dc:date>
  </item>

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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;In Deutschland gibt es immer mehr Einbr&amp;uuml;che, aber immer weniger Morde. W&amp;auml;hrend Kriminologen noch nach den Ursachen forschen, hat unser Autor den wahren Grund gefunden - im Fernsehen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/60353.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Vor einigen Monaten wurde bei uns eingebrochen, die Sache besch&amp;auml;ftigt uns immer noch, seelisch und materiell: Man versp&amp;uuml;rt pl&amp;ouml;tzlich ein Gef&amp;uuml;hl von Unsicherheit in der eigenen Bude, verd&amp;auml;chtigt Leute, wird argw&amp;ouml;hnisch, zu Recht eigentlich. Aufgekl&amp;auml;rt wird die Sache nie, vermute ich. Anfangs dachte ich, sicher werde alles sehr schnell gehen, Untersuchungen, Vernehmungen, Kommissare, das ganze Programm. Davon geschah wenig, alles ging einen ausgepr&amp;auml;gt langsamen Gang, und wenn wir wissen wollten, ob etwas Neues passiert sei, mussten wir bei der Polizei anrufen. Meistens war nichts Neues passiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/60347.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt; Ich lernte dann: Das ist alles ganz normal, die Polizei kann auch gar nichts daf&amp;uuml;r, ihre Leute sind komplett &amp;uuml;berlastet. In der Zeitung las ich, in Deutschland sei im vergangenen Jahr in 140 000 Wohnungen eingebrochen worden, fast neun Prozent mehr als im Jahr davor und eine Steigerungsrate von drei&amp;szlig;ig Prozent in drei Jahren. Von solchen Zuw&amp;auml;chsen tr&amp;auml;umt manche Branche. Beim Einbruch gibt es keine Rezession, der Einbruch boomt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich habe das dann mal mit anderen Arten von Verbrechen verglichen und festgestellt, dass sich zum Beispiel Mord in Deutschland seit Jahren in einer gigantischen Rezession befindet: 1993 gab es hier 1465 Morde, 2012 nur noch 801, ein R&amp;uuml;ckgang um nahezu die H&amp;auml;lfte. Das ist aber in unserem Bewusstsein kaum verankert, weil wir, kaum schalten wir den Fernseher an, einen Mord sehen. Unser TV-Programm ist von &lt;br /&gt; Morden durchsetzt wie ein Sieb von L&amp;ouml;chern, permanentes Erschlagen, Erw&amp;uuml;rgen, Ertr&amp;auml;nken, Erschie&amp;szlig;en und Erh&amp;auml;ngen wird nur durch Nachrichten und Talkshows unterbrochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das Bild vom Leben, das der Fernsehzuschauer gewinnt, ist das eines andauernden gegenseitigen Abschlachtens, moderiert von G&amp;uuml;nther Jauch und Maybritt Illner. Im Grunde reichen die vorhandenen Kan&amp;auml;le f&amp;uuml;r die Zahl der Fernsehmorde kaum aus, man wird eigene Mord-Sender gr&amp;uuml;nden m&amp;uuml;ssen, mit neuen Mordsgeb&amp;uuml;hren, und weiteren Planstellen, einem Mord-Koordinator der ARD etwa.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; W&amp;auml;hrend also im wirklichen Leben die Zahl der T&amp;ouml;tungen kontinuierlich sinkt, steigt sie im Fernsehen weiter, weiter und weiter. Beim Diebstahl ist es genau umgekehrt. Seit Jahren habe ich auf dem Bildschirm keinen einzigen Einbruch gesehen, in Wahrheit aber wird Wohnung um Wohnung, Schrank um Schrank, Auto um Auto geknackt. Es muss da einen Zusammenhang geben, und ich bin sicher, es ist folgender: Die potenziellen Killer sitzen, wie wir alle, vor ihren Empfangsger&amp;auml;ten und sehen all die Morde. Sie lernen aber: Immer kommt irgendwann auch ein Kommissar um die Ecke, Schimanski pr&amp;uuml;gelt sich herbei, Til Schweiger nuschelt um die Ecke &amp;ndash; und verhaftet den T&amp;auml;ter. In des Zuschauers Bewusstsein bleibt: Mord ist sinnlos, man wird mich garantiert erwischen, dann sitze ich lebenslang. (&amp;Uuml;brigens entspricht das fast der Wahrheit, etwa 96 Prozent aller Morde werden auch in Wirklichkeit gekl&amp;auml;rt.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Hingegen sieht der Dieb nichts dergleichen. Seine Tat-Gattung ist f&amp;uuml;r das Fernsehen nicht relevant, Diebstahls-Kommissariate scheinen dort kaum vorhanden. Also gibt der Dieb sich seinen Neigungen hin und klaut, was das Land hergibt. Und er sieht: Tats&amp;auml;chlich werde ich auch in Wirklichkeit kaum erwischt, denn nur gut 15 Prozent aller Wohnungseinbrecher schnappt die Polizei, alle anderen bleiben komplett straffrei &amp;ndash; eine Tatsache, &amp;uuml;ber die man sich kaum genug wundern kann. Wer den Beruf des M&amp;ouml;rders gelernt hat, tut angesichts solcher Zahlen gut daran, eine Umschulung zu erw&amp;auml;gen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Wie w&amp;auml;re es aber nun mal mit wenigstens einer neuen Serie im deutschen Fernsehen? &lt;em&gt;Knackort&lt;/em&gt;. Pro Folge ein Einbruch, Aufkl&amp;auml;rung garantiert. Zwei Vorteile: Erstens w&amp;auml;ren unsere Sender in mancher Hinsicht wieder n&amp;auml;her am realen Leben. Zweitens w&amp;uuml;rde die Zahl der Einbr&amp;uuml;che vermutlich bald rapide sinken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-06-07T12:00:00+01:00</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sz-magazin.sueddeutsche.de//texte/anzeigen/39995">
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Jeder P&amp;auml;dagoge wei&amp;szlig;, dass Lob viel effektiver ist als Tadel. Warum also wird man nicht belohnt, wenn die Steuererkl&amp;auml;rung korrekt ist oder man sein Auto vorschriftsm&amp;auml;&amp;szlig;ig geparkt hat?&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/322497/60153.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Diskussion um die Moral der Steuerzahler erinnert mich an die Debatten um die Teek&amp;uuml;che im B&amp;uuml;ro meines alten Freundes Bruno. Die Zust&amp;auml;nde dort, sagt er, seien untragbar, die Situation streife die Grenzen des gesundheitspolizeilich Zul&amp;auml;ssigen, niemand k&amp;uuml;mmere sich. Menschen nutzten die Teek&amp;uuml;che f&amp;uuml;r alles M&amp;ouml;gliche, niemand aber f&amp;uuml;hle sich verantwortlich f&amp;uuml;r deren Reinigung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gemeinschaft reagiere mit Appellen, Drohungen, Sanktionsversuchen. Nichts &amp;auml;ndere sich. Warum, fragt Bruno, versuche man es nie auf andere Weise? Im Positiven? Wieso werde nicht, wer sich der Teek&amp;uuml;che erbarme, von den anderen Nutzern mit Auszeichnungen bedacht? Aus welchem Grund rufe man ihm nicht im Chor zu: &amp;raquo;O gro&amp;szlig;er Tee-k&amp;uuml;chen-Reiniger, wir danken dir! Du ragst aus unserer Gemeinde heraus, du bist ein Vorbild f&amp;uuml;r uns alle, wir streben zu handeln wie du! Gek&amp;uuml;sst seien deine flei&amp;szlig;igen H&amp;auml;nde!&amp;laquo; Er w&amp;uuml;rde sich wundern, sagt Bruno, wenn sich daraufhin nicht substanziell etwas &amp;auml;ndern w&amp;uuml;rde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Steuerdebatte ist es &amp;auml;hnlich. Vermutlich hat fast jeder Deutsche schon mal im Rahmen des ihm M&amp;ouml;glichen Steuern hinterzogen, F&amp;auml;lle wie Zumwinkel und Hoene&amp;szlig; sind Spitzen riesiger Eisberge. Die Finanzbeh&amp;ouml;rden reagieren drakonisch, Menschen stehen am Pranger, die Selbstanzeigen stapeln sich, die Gr&amp;uuml;nen verlangen noch viel mehr Steuern. &amp;raquo;Steuerbeh&amp;ouml;rden lassen sich auf ein R&amp;auml;uber-und-Gendarm-Spiel ein, bei dem die Finanzbeh&amp;ouml;rden die Steuerzahler grunds&amp;auml;tzlich als unehrlich ansehen&amp;laquo;, las ich jetzt in der &lt;em&gt;FAZ&lt;/em&gt; in einem Aufsatz zweier Fachleute f&amp;uuml;r Steuerpsychologie. Dabei sei im Grunde gegenseitiges Vertrauen zwischen Steuernehmern und Steuerzahlern viel wichtiger f&amp;uuml;r eine gute Steuermoral. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier setzt nun die Teek&amp;uuml;chen-These an. Warum verlassen wir nicht den Weg von Drohungen und Strafen? Warum m&amp;uuml;ssen sich Finanzbeh&amp;ouml;rden verhalten, als seien sie unsere Gegner? Warum nimmt &amp;uuml;berhaupt der Staat unser Geld ohne das geringste &amp;raquo;Dankesch&amp;ouml;n&amp;laquo; entgegen? W&amp;auml;re es nicht denkbar, dass einem Steuerbescheid auch ein Schreiben beil&amp;auml;ge, in dem die Beh&amp;ouml;rden ihrer Freude &amp;uuml;ber die regelm&amp;auml;&amp;szlig;igen &amp;Uuml;berweisungen Ausdruck geben? Dass ein B&amp;uuml;rger, der gerade eine Steuerpr&amp;uuml;fung &amp;uuml;ber sich ergehen lie&amp;szlig;, deren Ergebnis ihm die korrekte Zahlung alles Geforderten best&amp;auml;tigte, dass ein solcher B&amp;uuml;rger also &amp;ouml;ffentlich als Vorbild gepriesen w&amp;uuml;rde? Dass ihm vor seiner Wohnung ein Chor von Steuerinspektoren ein St&amp;auml;ndchen br&amp;auml;chte? Dass man ihm in einer &amp;ouml;ffentlichen Zeremonie den Orden &amp;raquo;Held des Ehegattensplittings&amp;laquo; anheftete oder wenigstens die goldene Nadel der Steuerklasse III? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An jeder Tankstelle kann man heute Bonuspunkte sammeln und bekommt daf&amp;uuml;r mal eine Gartenschere oder einen kleinen Hochdruckreiniger. Beim Staat gibt es nichts. Ein paar Tage gratis Kindergartenbesuch f&amp;uuml;r besonders reichliche Steuerzahlungen, ein freier Eintritt in den st&amp;auml;dtischen B&amp;auml;dern! Ein kleines Zeichen der Freude &amp;uuml;ber all die Zuwendungen. Mir w&amp;uuml;rde es was bedeuten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder P&amp;auml;dagoge wei&amp;szlig; seit Jahr und Tag, dass Lob viel mehr Erfolg hat als Tadel. Der Mensch lechzt nach positiven Reizen. Es k&amp;ouml;nnte auch mal der Polizist, der unser Auto im Rahmen einer Verkehrskontrolle stoppt, seiner Freude dar&amp;uuml;ber Ausdruck geben, dass wir uns an die Geschwindigkeitsbeschr&amp;auml;nkung hielten, keinerlei Alkohol im Blut hatten, Papiere und Warnwesten mit uns f&amp;uuml;hrten, als w&amp;auml;re das nichts. Ein Handschlag, ein Danke, ein &amp;raquo;Mann, Sie sind gro&amp;szlig;artig&amp;laquo; - ist das denn so viel verlangt? Er muss ja nicht gleich den kompletten Verkehr stoppen, um die anderen auf unsere Korrektheit hinzuweisen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meinetwegen sollen Falschparker weiterhin ihre Strafzettel bekommen. Aber gibt es einen Grund, dass Richtigparker nichts erhalten? Dass die M&amp;uuml;he des Suchens und Suchens als selbstverst&amp;auml;ndlich gilt? Dass der Platz unter ihren Scheibenwischern immer leer sein wird? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-05-31T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Ein Land im Fu&amp;szlig;ballrausch: Schluss mit Klimawandel, Altersvorsorge und Ehegattensplitting, das Land scheint sich nur noch f&amp;uuml;r Borussia Dortmund und den FC Bayern zu interessieren. Wo soll das alles enden? Unser Autor ahnt es schon.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/60081.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Sch&amp;ouml;ne am Leben als normaler Mensch ist, dass man keine Bierdusche f&amp;uuml;rchten muss, auch nicht nach allergr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Leistungen. Was immer geschieht, wie k&amp;ouml;stlich die Torten sein m&amp;ouml;gen, die ein Konditor backt, wie ausgefeilt die Schrifts&amp;auml;tze sein sollten, die ein Rechtsanwalt formuliert, wie anklagend die Leitartikel eines Leitartiklers je w&amp;auml;ren &amp;ndash; nie muss unsereiner Angst haben, aus der Kulisse k&amp;ouml;nnte ein teuflisch lachender Geselle treten und einen Humpen gelber Fl&amp;uuml;ssigkeit &amp;uuml;ber ihn ergie&amp;szlig;en.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Im Fu&amp;szlig;ball hingegen geh&amp;ouml;rt die Bierdusche zum Alltag jener, die das Gr&amp;ouml;&amp;szlig;te erreicht haben, eine Meisterschaft oder einen Pokal &amp;ndash; und doch ist sie etwas Ekelhaftes. Warum muss der Mensch ausgerechnet im Moment des vielleicht unwiederholbaren Sieges damit rechnen, in seinen besten Klamotten von Aberlitern Bieres eingesaut zu werden und hernach zu stinken wie ein ungesp&amp;uuml;ltes Holzfass?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andererseits erinnert das an jenes r&amp;ouml;mische Ritual der Triumphz&amp;uuml;ge, bei denen ein Sklave dem Triumphator immer wieder &amp;raquo;Memento te esse moriturum&amp;laquo; ins Ohr fl&amp;uuml;stern muss-te: &amp;raquo;Denk daran, auch du wirst einmal sterben.&amp;laquo; Wird einer nun biergeduscht, damit er die eigene Gew&amp;ouml;hnlichkeit nicht vergisst? Das w&amp;uuml;rde daf&amp;uuml;r sprechen, auch nach Bun-destagswahlen dem Sieger bisweilen eine rituelle Bierdusche zukommen zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;Uuml;brigens ist interessant, wie sehr der Fu&amp;szlig;ball dabei ist, die Politik im &amp;ouml;ffentlichen Interesse zu &amp;uuml;berfl&amp;uuml;geln, was zweifellos damit zu tun hat, dass er seinem Wesen nach einfach ist, die Politik aber immer komplizierter wird &amp;ndash; und der Mensch liebt doch das Simple. Noch nie haben sich so viele Menschen mit Fu&amp;szlig;ball besch&amp;auml;ftigt, reine Fu&amp;szlig;ballraserei hat uns ergriffen. Sind bei Borussia Dortmund, beim FC Bayern w&amp;auml;hrend des Countdowns auf Samstag hin Dinge geschehen, von denen wir nichts wissen? Nicht m&amp;ouml;glich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wie wird es sein, wenn das so weitergeht? Was wird aus dem Land, wenn der Fu&amp;szlig;ball es ganz &amp;uuml;bernimmt? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Man k&amp;ouml;nnte sich ja vorstellen, dass zum Beispiel jeder Deutsche immer einen Ball bei sich haben muss &amp;ndash; und er darf ihn nie in die Hand nehmen oder in der Tasche tragen, nein, der Ball darf nur mit dem Fu&amp;szlig; oder dem Kopf bewegt werden, auf der Stra&amp;szlig;e, in der Bahn, im Bus, immer. Was wir allein dadurch an Gewandtheit, Geschicklichkeit, Fitness gew&amp;ouml;nnen! Wie das Spielerische in uns die Oberhand (ah, den Oberfu&amp;szlig;!) bek&amp;auml;me gegen&amp;uuml;ber allem Ernst. Auch w&amp;auml;re es sch&amp;ouml;n, wenn sich endlich die Vorstandschefs gro&amp;szlig;er Konzerne nach dem Erlangen bedeutender Auftr&amp;auml;ge ihre Sakkos und Hemden vom K&amp;ouml;rper rissen und auf den B&amp;auml;uchen die Vorstandsflure entlangschlidderten, jauchzend, an Eckfahnen r&amp;uuml;ttelnd, die nat&amp;uuml;rlich auch &amp;uuml;berall stehen m&amp;uuml;ssten, ja, an jeder Ecke Deutschlands m&amp;uuml;sste sich ein kleines F&amp;auml;hnchen befinden, das ist klar. Auch sollten an allen gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Stra&amp;szlig;en Ersatzb&amp;auml;nke sein, auf denen Menschen sitzen, die auf ihren Einsatz warten. Das hei&amp;szlig;t: Jeder von uns, dem etwas wehtut oder der sich nicht fit f&amp;uuml;hlt, muss nur dem neben der Bank stehenden Mann winken, schon wird er ausgetauscht und darf sich auf der Bank sitzend ausruhen, bis es ihm besser geht. Wenn ihm danach ist, wird er sogar auf einer Trage zu dieser Bank gebracht.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Die Kinder w&amp;uuml;rden in den Schulen die Geschichte unserer gro&amp;szlig;en Klubs lernen, im Deutschunterricht m&amp;uuml;ssten sie den Satz &amp;raquo;Gib mich die Kirsche!&amp;laquo; analysieren und in Ethik die Frage er&amp;ouml;rtern, ob nicht ein Mensch Steuern hinterzogen haben und doch ein anst&amp;auml;ndiger Mensch sein kann. Was w&amp;uuml;rde das f&amp;uuml;r einen Gewinn an F&amp;auml;higkeit zum differenzier-ten Denken bedeuten! Und w&amp;auml;re es nicht ein dolles Ding, wenn wir nach dem Finale&lt;em&gt; alle&lt;/em&gt; ein Jahr lang Hemden in der Farbe der Sieger tragen &lt;em&gt;m&amp;uuml;ssten&lt;/em&gt;? Wenn also ein Spiel wirklich eine echte Bedeutung f&amp;uuml;r uns alle bek&amp;auml;me? &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Gebt mir eine Bierdusche, Freunde, damit ich zur Besinnung komme! (Aber nicht vor Sonntag, bitte!)  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-05-24T12:00:00+01:00</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sz-magazin.sueddeutsche.de//texte/anzeigen/39951">
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;In Norwegen hat ein im Fernsehen gezeigtes Kaminfeuer j&amp;uuml;ngst f&amp;uuml;r landesweite Entspannung gesorgt. Wie w&amp;auml;re das in Deutschland? Unser Autor sieht bereits den n&amp;auml;chsten Shitstorm heraufziehen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59807.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; K&amp;uuml;rzlich sa&amp;szlig; ich im Zug von Duisburg nach Gelsenkirchen, kein Zug der      Deutschen Bahn, sondern der &amp;raquo;Eurobahn&amp;laquo;, also ein Konkurrenz-Unternehmen.      Wir standen im Bahnhof, die Uhr schritt wie immer voran, der Zug fuhr      nicht gleich los. Hinter mir sa&amp;szlig; ein Ehepaar. Der Mann n&amp;ouml;rgelte: Warum der      Zug nicht fahre?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem Lautsprecher eine Stimme: &amp;raquo;Wegen einer      Zugkreuzung verz&amp;ouml;gert sich die Abfahrt um einen Moment.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der      Mann: &amp;raquo;K&amp;ouml;nnten se doch wenichstenz mal den Grund sagen.&amp;laquo; Seine Frau: &amp;raquo;Hat      er doch. Zugkreuzung.&amp;laquo; Der Mann: &amp;raquo;Die m&amp;uuml;sste mal Konkurrenz kriegen, die Schei&amp;szlig;bahn.&amp;laquo; Seine Frau: &amp;raquo;Dat is doch hier die Konkurrenz. Eurobahn.      Kannze nich lesen?&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Egal. Der Zug fuhr los, der Mann beschwerte      sich weiter, die ganze Fahrt lang rhabarberte er &amp;uuml;ber dieses und jenes,      Argumente waren nicht wichtig, es ging ihm ums Klagen. So ist das ja      &amp;uuml;berall: Wo die Angeh&amp;ouml;rigen anderer V&amp;ouml;lker einfach nur atmen, n&amp;ouml;lt der      Deutsche zus&amp;auml;tzlich. Gereiztheit ist sein Grundzustand, und wenn ihm das      N&amp;ouml;len nicht reicht, schaltet er den Computer an und kotzt sich auf einer      Internetseite aus, unter den Leserkommentaren zu einem Bericht &amp;uuml;ber Uli      Hoene&amp;szlig; vielleicht, zur Not auch bei der Wettervorhersage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor      zwei, drei Jahren hat der j&amp;uuml;ngst verstorbene fr&amp;uuml;here franz&amp;ouml;sische      Widerstandsk&amp;auml;mpfer und Diplomat St&amp;eacute;phane Hessel eine d&amp;uuml;nne Streitschrift      unter dem Titel &lt;em&gt;Emp&amp;ouml;rt Euch!&lt;/em&gt; ver&amp;ouml;ffentlicht, ein Aufruf zum Widerstand      gegen dieses und jenes. Mir w&amp;auml;re danach, ein Pamphlet namens &lt;em&gt;Entspannt      Euch!&lt;/em&gt; zu verfassen. Motto: Was wollt Ihr?! Wenn Euch schon in einem      weitgehend wunderbar funktionierenden Land wie Deutschland nichts richtig      passt, wie w&amp;uuml;rde es Euch in Griechenland oder Italien gehen? Von anderen      Kontinenten nicht zu reden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber das klingt auch schon wieder so      klagend. Wie Gen&amp;ouml;rgel &amp;uuml;ber Gen&amp;ouml;rgel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Norwegen hat      jetzt das Fernsehen acht Stunden lang nichts anderes gezeigt als ein flackerndes Kaminfeuer, also ein echtes jetzt: wie es langsam      herunterbrannte, wieder neu mit Holz versorgt wurde und dann herrlich      luderte und glohte, wie Edmund Stoiber sagen w&amp;uuml;rde. Es war ein Quotenhit!      Die Leute konnten ihre Augen nicht vom Feuer wenden, sie guckten und      guckten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie w&amp;auml;re es, man w&amp;uuml;rde eine solche Sendung bei uns einf&amp;uuml;hren?      Einen Tag lang pro Woche zeigt das Fernsehen nur ein richtiges, immer      wieder neu gesch&amp;uuml;rtes Kaminfeuer. Nichts sonst. Interessanter als das      gegenw&amp;auml;rtige Programm w&amp;auml;re es ja allemal, und vielleicht w&amp;uuml;rde es die      Leute endlich zufrieden machen? Beruhigen. Enthysterisieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vermutlich      w&amp;uuml;rde sich aber noch am selben Tag, mit Feuerbeginn, auch eine Debatte      entz&amp;uuml;nden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Linkspartei gibt eine Erkl&amp;auml;rung heraus: Kamine      seien doch hierzulande nur im Besitz der Reichen, &amp;raquo;das Bonzenfeuer&amp;laquo; m&amp;uuml;sse      weg. Die Gr&amp;uuml;nen fordern eine Sondersteuer f&amp;uuml;r Vielverbrenner sowie ein      Streichholzpfand, die SPD einen einheitlichen Mindestlohn f&amp;uuml;r Holzf&amp;auml;ller      und eine Reichenholzabgabe. Bayerische CSU-Abgeordnete lassen ihre Kinder      nachts in Staatsforsten Holz f&amp;uuml;r B&amp;uuml;rokamine holen und bezahlen sie daf&amp;uuml;r;      Horst Seehofer l&amp;auml;sst zur Strafe die Betroffenen die Scheite wieder zu      B&amp;auml;umen zusammensetzen und zur&amp;uuml;ckpflanzen. Die Kanzlerin wartet ab. Bei den      Staatsanwaltschaften stapeln sich die Anzeigen gegen das TV-Feuer wegen      K&amp;ouml;rperverletzung: Holzrauch sei noch unges&amp;uuml;nder als Zigarettenqualm. In      einigen Baum&amp;auml;rkten findet man Pferdefleisch in Kaminholzgebinden. RTL      produziert die Show &lt;em&gt;Deutschland sucht das Superfeuer&lt;/em&gt;. Bei Sky werden die      Flammen von Wolf-Christoph Fuss kommentiert. Alle ARD-Talkshows      thematisieren die Frage&amp;nbsp;        &amp;raquo;Deutschland am Kamin - wann geht uns das Holz aus?&amp;laquo; Das ZDF zeigt &lt;em&gt;Berge      in Flammen&lt;/em&gt; von Luis Trenker. &amp;raquo;Glutb&amp;uuml;rger&amp;laquo; wird Unwort des Jahres.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wissen      Sie, was das Haupt-Diskussionsthema in Norwegen war, nach der Sendung? Ob      man Holzscheite besser mit der Rinde nach oben oder nach unten stapelt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich      lerne jetzt Norwegisch. &lt;br /&gt; </description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-05-17T12:00:00+01:00</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sz-magazin.sueddeutsche.de//texte/anzeigen/39915">
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Um neue Erkenntnisse &amp;uuml;ber die Reisekrankheit zu gewinnen, sind zurzeit vierzig Buntbarsche im Weltall unterwegs. Unser Autor &amp;uuml;ber absurde Szenarien in weiter Ferne.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59719.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurzeit sind ja, was die wenigsten wissen, vierzig kleine Buntbarsche im Weltall unterwegs. Man hat sie in einem bierkistengro&amp;szlig;en Aquarium mit einer Rakete von Baikonur aus zur Internationalen Weltraumstation geschickt, um in der Schwerelosigkeit neue Erkenntnisse &amp;uuml;ber die Reisekrankheit zu gewinnen. Denn die Reisekrankheit h&amp;auml;ngt mit dem menschlichen Innenohr zusammen, und das menschliche Innenohr &amp;auml;hnelt dem von Buntbarschen offensichtlich auf verbl&amp;uuml;ffende Art und Weise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Eine Woche noch, dann werden die Buntbarschonauten wieder zur&amp;uuml;ck sein. Schon jetzt &amp;auml;u&amp;szlig;ern sich im Internet die &amp;uuml;blichen Fachleute skeptisch &amp;uuml;ber den Sinn der Mission, auf &lt;em&gt;Spiegel online&lt;/em&gt; schreibt zum Beispiel ein Leser: &amp;raquo;das ist auch sehr wichtig, dass man buntbarsche im weltall schickt. die arschl&amp;ouml;cher sollen sich mal lieber um krebsforschung k&amp;uuml;mmern, aber daf&amp;uuml;r sinnt sie wohl zu doof.&amp;laquo; Ich pers&amp;ouml;nlich bin aber durchaus ein Bef&amp;uuml;rworter solcher Buntbarsch-Missionen; man hat schon Hunde, Affen, Molche und Mehlw&amp;uuml;rmer in Umlaufbahnen geschossen, ja, sogar Mahmud Ahmadinedschad hat den Wunsch ge&amp;auml;u&amp;szlig;ert, einmal ins All zu fliegen &amp;ndash; warum sollten also nicht auch Buntbarsche in den Weltraum reisen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;Uuml;brigens las ich jetzt von einem Jupitermond namens Europa. Dieser Mond k&amp;ouml;nnte au&amp;szlig;erirdisches Leben beherbergen. Zwar ist es auf ihm so f&amp;uuml;rchterlich kalt, dass er komplett von einem bis zu zehn Kilometer dicken Eispanzer bedeckt ist. Aber unter diesem Eis verbirgt sich anscheinend ein gigantischer, hundert Kilometer tiefer Ozean (mit hei&amp;szlig;en Quellen), in dem es allerhand primitive Organismen geben k&amp;ouml;nnte, wie wir sie ja auf der Erde auch kennen, von den Leserkommentar-Abteilungen vieler Internetseiten zum Beispiel. Und dieses Meer will man nun mit Hilfe von Robotern erforschen, die nach Europa fliegen, sich dort selbstst&amp;auml;ndig durch die Eiskruste bohren/schmelzen und dann das Wasser untersuchen. Das finde ich nun insofern interessant, als wir uns doch au&amp;szlig;erirdisches Leben immer als intelligent und dem Menschen ebenb&amp;uuml;rtig, wenn nicht weit &amp;uuml;berlegen vorgestellt hatten. Und nun &lt;br /&gt; leben da vielleicht blo&amp;szlig; Bakterien?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber man stelle sich vor, in den Ozeanen des Jupitermondes Europa w&amp;uuml;rden sich doch irgendwie geistig hochstehende Wasserwesen verbergen, die aber eben nur im Wasser leben k&amp;ouml;nnten. Und diese Wasserwesen beschl&amp;ouml;ssen eines Tages, das All ihrerseits zu erforschen, sie sch&amp;ouml;ssen eine gigantische wassergef&amp;uuml;llte Rakete erdw&amp;auml;rts und diese landete, sagen wir, auf der Theresienwiese in M&amp;uuml;nchen: Da st&amp;uuml;nde eines Tages pl&amp;ouml;tzlich ein haushohes Aquarium mit echten Europ&amp;auml;ern drinnen, Bewohnern des Mondes Europa n&amp;auml;mlich, und diese betrachteten aus dem Wasser heraus und durch das Glas hindurch die M&amp;uuml;nchner und die M&amp;uuml;nchner betrachteten sie &amp;ndash; und dann? Wie f&amp;auml;nde man zueinander? Wer wagte es, Rittersmann oder Knapp, zu tauchen..? &lt;br /&gt;M&amp;uuml;sste man nicht schon aus reiner H&amp;ouml;flichkeit den bayerischen Ministerpr&amp;auml;sidenten an der Spitze einer Begr&amp;uuml;&amp;szlig;ungsdelegation im Becken versenken? &lt;br /&gt; Oder vielleicht w&amp;auml;ren diese Wasser-Europ&amp;auml;er ja auch sehr klein? Und landeten in so einer Art Goldfischglas auf irgendeinem Balkon mitten in der Stadt, und bevor irgendein Mensch diese Sensation zur Kenntnis nehmen k&amp;ouml;nnte, spazierte ein &amp;ndash; in der zum Balkon geh&amp;ouml;renden Wohnung lebender &amp;ndash; Doggenhund herbei und s&amp;ouml;ffe das Glas samt den Au&amp;szlig;erirdischen einfach leer, sodass niemand je von ihrer Ankunft erf&amp;uuml;hre?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wahnsinn, was alles m&amp;ouml;glich ist! Auch w&amp;auml;re ja denkbar, dass sich dieser Tage in der Tiefe des Universums ein Schwarm Buntbarsche im fliegenden Wasserkasten und die auf Forschungsreise befindlichen au&amp;szlig;erirdischen Europ&amp;auml;er in ihrer Glucker-Rakete einander begegneten &amp;ndash; und dann, und dann? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-05-10T12:00:00+01:00</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sz-magazin.sueddeutsche.de//texte/anzeigen/39889">
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Blumenkohl auf jeder Verkehrsinsel und Fenchel vorm Rathaus - Beim Z&amp;uuml;richer Konzept &amp;raquo;essbare Stadt&amp;laquo; wird jeder Gr&amp;uuml;nfleck zum kollektiven Schrebergarten. Unser Autor hat seine Zweifel.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59511.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Z&amp;uuml;rich ist das Konzept der &amp;raquo;essbaren Stadt&amp;laquo; beschlossen worden, das hei&amp;szlig;t, ab dem Fr&amp;uuml;hjahr 2014 werden Verkehrsinseln und Rabatten in der N&amp;auml;he von Trambahnstationen nicht mehr mit Blumen, sondern mit sogenannten &amp;raquo;Nutzpflanzen&amp;laquo; ausgestattet: Gr&amp;uuml;nkohl, Lauch, Fenchel und so weiter. Die Bewohner Z&amp;uuml;richs sollen sich an diesem Gem&amp;uuml;se jederzeit bedienen k&amp;ouml;nnen. Sie sind aber auch aufgefordert, die Beete zu hegen und zu pflegen und so ihr Gemeinschaftsgef&amp;uuml;hl zu st&amp;auml;rken. &lt;br /&gt;Gro&amp;szlig;artiger Gedanke, nicht wahr? Dass man das Prinzip des Schrebergartens endlich mal auf eine richtige Gro&amp;szlig;stadt ausdehnt! &lt;br /&gt;Ern&amp;auml;hrung aus den Fr&amp;uuml;chten der eigenen st&amp;auml;dtischen Scholle. T&amp;auml;gliche Arbeit im Stadtgarten. Dieses neu erbl&amp;uuml;hende nachbarschaftliche Leben! Das Verbindende. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Ich habe gestern mit Interesse gesehen, dass Sie sich schon wieder Tomaten aus dem Beet an der Ecke genommen haben, Herr M&amp;uuml;ller-M&amp;auml;gerlein. Aber beim Unkrauthacken sind Sie nie anzutreffen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp; Erneut haben Sie eine lebende (!) Nacktschnecke in die Restm&amp;uuml;lltonne (!) geworfen, Frau Schnullmeier, wissen Sie denn nicht, dass auch die Nacktschnecke ein Gesch&amp;ouml;pf des Herrn ist und ihr Leben f&amp;uuml;hren m&amp;ouml;chte? Man sollte Sie auch mal in die Tonne schmei&amp;szlig;en, damit Sie sp&amp;uuml;ren, wie das ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp; Und m&amp;ouml;chte ich Ihnen, sehr geehrte Stadtverwaltung, zur gef&amp;auml;lligen Kenntnisnahme die Tatsache empfehlen, dass einerseits im Restaurant &lt;em&gt;Zur fr&amp;ouml;hlichen FrugivorIn&lt;/em&gt; schon wieder Porree-Wochen sind, w&amp;auml;hrend ich andererseits aus meinem Fenster nun seit Wochen auf ein abgeerntetes Porree-Rondell blicke. Wann wird hier endlich umgegraben? P. S.: Die Stiefm&amp;uuml;tterchen fr&amp;uuml;her waren sch&amp;ouml;ner. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp; Auch ist darauf hinzuweisen, Euer Ehren, dass die Schwermetallbelastung im K&amp;ouml;rper meines Mandanten in den vergangenen Jahren um mehrere hundert Prozent gestiegen ist, seit er sich n&amp;auml;mlich vorwiegend aus der Verkehrsinsel am Henry-Morgenthau-Platz ern&amp;auml;hrt. Da hier trotz wiederholter schriftlicher (!) Mahnungen seitens des Kl&amp;auml;gers nie ein Warnschild angebracht wurde, halte ich eine Schadensersatzforderung in H&amp;ouml;he von drei Millionen Euro f&amp;uuml;r angemessen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp; Warum wird an der Ecke Fichtenweg/Zum Buchenh&amp;ouml;lzchen seit Jahren immer nur Blumenkohl angebaut? Blumenkohl, Blumenkohl, Blumenkohl! Ich hasse Blumenkohl! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp; M&amp;ouml;chte die Stadtg&amp;auml;rtnerei die liebe Anwohner/innenschaft mit diesem Rundschreiben darauf hinweisen, dass sich zwar in unserer letzten Aussendung unter der Rubrik &lt;em&gt;Leckeres vom Stra&amp;szlig;enrand&lt;/em&gt; ein Rezept f&amp;uuml;r gef&amp;uuml;llte Zucchini-Bl&amp;uuml;ten befand, dass aber, wenn nun alle Mitb&amp;uuml;rger/innen tats&amp;auml;chlich gef&amp;uuml;llte Zucchini-Bl&amp;uuml;ten &amp;auml;&amp;szlig;en, eine nennenswerte Zucchini-Ernte nicht mehr zu erwarten w&amp;auml;re. Wir bedauern, diesen Hinweis unterlassen zu haben, und entschuldigen uns. In Deutschland ist das Konzept der &amp;raquo;essbaren Stadt&amp;laquo; vor allem in Andernach mit so gro&amp;szlig;em Erfolg umgesetzt worden, dass Andernach bereits fast zur G&amp;auml;nze aufgegessen ist. Nun interessieren sich auch deutsche Metropolen f&amp;uuml;r dieses Konzept. Berlins Bewerbung beim Internationalen Komitee Essbarer St&amp;auml;dte ist allerdings schon gescheitert, erstens weil die Bev&amp;ouml;lkerung dort vermutlich noch vor der f&amp;uuml;r das Jahr 2135 geplanten Er&amp;ouml;ffnung der ersten Kartoffelpflanzung verhungert w&amp;auml;re, zweitens weil die Stadt nach eingehenden Vorunter- suchungen insgesamt als &amp;raquo;nicht zum Verzehr geeignet&amp;laquo; bewertet wurde. In K&amp;ouml;ln kommen seit Jahren entsprechende Planun-gen nicht voran, weil immer wieder die vom Stadtbauamt errichteten Klettervorrichtungen f&amp;uuml;r Stangenbohnen einst&amp;uuml;rzen. In Hamburg ist die Anlage eines Mohrr&amp;uuml;benbeetes f&amp;uuml;rs Erste an der ungekl&amp;auml;rten Finanzierung in H&amp;ouml;he von einer Milliarde Euro gescheitert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daf&amp;uuml;r hat jetzt in M&amp;uuml;nchen die Delegiertenversammlung des TSV 1860 beschlossen, das Trainingsgel&amp;auml;nde der ersten Mannschaft zum Spargelanbau zur Verf&amp;uuml;gung zu stellen, um die prek&amp;auml;re finanzielle Situation des Klubs aufzubessern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-05-03T12:00:00+01:00</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sz-magazin.sueddeutsche.de//texte/anzeigen/39863">
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Wer schlecht schl&amp;auml;ft, hat nichts zu sagen in der Hypnokratie. Unser Autor &amp;uuml;ber eine Gesellschaftsform, in der allein die Herrschenden die Macht &amp;uuml;ber den Schlaf besitzen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59171.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine These ist, dass wir nicht in einer Demokratie leben, sondern in einer Hypnokratie, nach Hypnos, dem Gott des Schlafes im alten Griechenland. Die meisten denken ja, dieser Gott sei Morpheus gewesen, aber der war nur der Sohn des Hypnos und f&amp;uuml;r die Tr&amp;auml;ume zust&amp;auml;ndig, sodass, genau genommen, die Redewendung &amp;raquo;in Morpheus&amp;rsquo; Armen&amp;laquo; falsch ist; es m&amp;uuml;sste &amp;raquo;in Hypnos&amp;rsquo; Armen&amp;laquo; hei&amp;szlig;en. Aber das nur nebenbei. Hypnokratie ist die Herrschaft derer, die Macht &amp;uuml;ber den Schlaf haben. Wer die Nachrichten verfolgt, kennt die Bilder von den Nachtsitzungen in Br&amp;uuml;ssel, Berlin und anderswo, vom F&amp;uuml;hrungspersonal, das dauernd von einer Zeitzone in die andere unterwegs ist, von M&amp;auml;nnern, die in jedem Flugzeug ratzen k&amp;ouml;nnen wie satte L&amp;ouml;wen, von der Kanzlerin, die nur vier Stunden Schlaf ben&amp;ouml;tigt, falls &amp;uuml;berhaupt. Die schlafen, wenn sie schlafen wollen, nicht wenn sie m&amp;uuml;ssen. Jedem normalen Menschen w&amp;auml;re das alles unm&amp;ouml;glich. Es herrschen jene, die gott- &amp;auml;hnlich den Schlaf befehligen, ihn herbei- rufen k&amp;ouml;nnen wie einen Hund. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bev&amp;ouml;lkerung hingegen: eine Nation von Schlafgest&amp;ouml;rten, um Nachtruhe Ringenden. Ich kenne eigentlich nur Leute, die schlecht schlafen, zu wenig schlafen, nicht einschlafen k&amp;ouml;nnen, zu fr&amp;uuml;h aufstehen m&amp;uuml;ssen, zu sp&amp;auml;t ins Bett kommen. Warum bestehen eigentlich die meisten Ehen aus einer Person, die gut schl&amp;auml;ft, und einem schlafkranken Menschen? Warum gibt es Verbindungen, in denen der Mann nur schlafen kann, wenn seine Frau neben ihm liegt, hingegen die Frau blo&amp;szlig; hohlen Blickes und von Neid zerfressen in die Finsternis starrt, sobald der Mann neben ihr an der Matratze horcht? So etwas d&amp;uuml;rfte nicht erlaubt sein! Aber die Leute leben oft seit Jahrzehnten zusammen, irgendwie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hypnos, Hypnos, warum hast du uns verlassen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die oft beklagte mindere Qualit&amp;auml;t des deutschen Fernsehprogramms erkl&amp;auml;rt sich &amp;uuml;brigens genau aus diesen Umst&amp;auml;nden. Das Land wird tags&amp;uuml;ber komplett hysterisiert vom Alarmton der Online-Medien, von der Euro-Krise, vom schlechten Wetter und allen m&amp;ouml;glichen Nahrungsskandalen, von Grippefurcht und Zeckenterror, sodass es abends einfach etwas unfassbar Langweiliges ben&amp;ouml;tigt. Anders kommt es nicht zur Ruhe. &lt;em&gt;That&amp;rsquo;s all&lt;/em&gt;. Jede Kritik am deutschen Fernsehen ist &amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssig. Es d&amp;uuml;rfte im Grunde nur nach seinem Beruhigungseffekt beurteilt werden, nicht nach journalistischen oder k&amp;uuml;nstlerischen Gesichtspunkten. Wenn wir gutes Fernsehen h&amp;auml;tten, w&amp;auml;ren wir l&amp;auml;ngst vollst&amp;auml;ndig verr&amp;uuml;ckt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Entwicklung der Hypnokratie aber schreitet voran: Auf der Internetseite &lt;a href=&quot;http://www.aeonmagazine.com/&quot;&gt;aeonmagazine.com&lt;/a&gt; las ich jetzt einen interessanten Artikel mit dem Titel &lt;em&gt;The End of Sleep&lt;/em&gt;, das Ende des Schlafs. Dort wurde die These vertreten, dass dem Menschen ein immer effizienterer Schlaf l&amp;auml;ngst m&amp;ouml;glich sei, weniger mit Hilfe von Medikamenten, die zu viele Nebenwirkungen h&amp;auml;tten, als durch technische Hilfsmittel. F&amp;uuml;r das US-Milit&amp;auml;r sei zum Beispiel eine Schlaf- maske, der &lt;em&gt;Somneo Sleep Trainer&lt;/em&gt;, erfunden worden. Durch w&amp;auml;rmende Ringe um die Augen, Ausblenden von Umgebungsger&amp;auml;uschen und blaues Licht beim Aufwachen verschaffe sie dem Tr&amp;auml;ger jederzeit ein &amp;raquo;strategisches Nickerchen&amp;laquo; von sechzig bis neunzig Minuten: ohne das geringste Einschlafproblem. Auch gebe es in den USA eine k&amp;auml;uflich zu erwerbende Ger&amp;auml;tschaft, die es mit Hilfe von kleineren, den ma&amp;szlig;gebenden Regionen des Gehirns verabreichten Stromst&amp;ouml;&amp;szlig;en erm&amp;ouml;gliche, unter Umgehung des leichteren &amp;Uuml;bergangs-Schlafes direkt in einen so erholsamen Tiefschlaf zu sinken, dass vier Stunden davon acht Stunden Normalschlaf gleichk&amp;auml;men. Technisch ist also l&amp;auml;ngst vieles erreichbar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber warum wissen wir Gew&amp;ouml;hnlichen davon nichts? Warum lese ich davon nur auf einer entlegenen britischen Internetseite? Weil wir eben in einer Hypnokratie leben: &lt;em&gt;Somneo&lt;/em&gt;-Masken und Schlafstrom f&amp;uuml;r die Herrschenden, Fernsehen f&amp;uuml;r uns.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-04-26T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Staunend steht unser Autor im Supermarkt vor dem meterlangen Gurkenregal. Und sp&amp;uuml;rt auf einmal eine unheimliche N&amp;auml;he, ja Verwandtschaft zu den in w&amp;uuml;rziger Tunke schwimmenden Fr&amp;uuml;chten, die ihn erschaudern l&amp;auml;sst.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/58921.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geschah k&amp;uuml;rzlich vor dem Gew&amp;uuml;rzgurkenregal in einem gro&amp;szlig;en Supermarkt, dass mich eine Ehrfurcht vor den F&amp;auml;higkeiten unserer Zivilisation anwehte. Dieses Gurkenregal war ungeheuer gro&amp;szlig;. Zehn Schritte nach links, zehn Schritte nach rechts: Ich w&amp;auml;re jeweils nicht an seinem Ende gewesen. Die Menschen in diesem Land scheinen einen gro&amp;szlig;en Teil ihrer Ern&amp;auml;hrung mit Gurken zu bestreiten, denn man kann sagen, dass kein anderes Regal im Supermarkt ein solches Ausma&amp;szlig; hatte, vielleicht noch die Keks-Abteilung, aber das sollen andere pr&amp;uuml;fen. Keks und Gurke sind insofern nicht vergleichbar, als der Keks ein handwerkliches Produkt ist und im Laufe der Geschichte zu einer F&amp;uuml;lle von Ausformungen gefunden hat, Butterkeks, M&amp;uuml;rbekeks, Schokokeks, Doppelkeks und so weiter, dies alles jeweils kulturell differenziert und nach L&amp;auml;ndern aufgef&amp;auml;chert, &lt;em&gt;Abbracci&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;Pan di Stelle&lt;/em&gt; in Italien, &lt;em&gt;Shortbread&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;Gingerbread&lt;/em&gt; in England, &lt;em&gt;Chocolate Chip Cookies&lt;/em&gt; in den USA.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Gurke jedoch ist nun eben die Gurke, von Natur aus gro&amp;szlig; oder klein, j&amp;uuml;nger oder &amp;auml;lter, man legt sie ein oder isst sie frisch, mehr ist da nicht zu machen. Und doch, und doch. Hier im Regal stand Gurkenglas an Gurkenglas: Gurken mild-s&amp;uuml;&amp;szlig;, s&amp;uuml;&amp;szlig;-w&amp;uuml;rzig, scharf-w&amp;uuml;rzig, knackig-aromatisch, knackig-scharf, knackig-pikant, knackig-w&amp;uuml;rzig, mild-w&amp;uuml;rzig, Moskauer Gurken, M&amp;uuml;nchner Gurken, Spreew&amp;auml;lder Gurken, Breslauer Happen, Ungarische Gurken, G&amp;auml;rtner-Gurken, B&amp;auml;rlauch-Gurken, Knoblauch-Gurken, Dillgurken, Honiggurken, Senfgurken, Pfeffer-Gurken, mehr als sechzig Varianten. Unglaublich, was der Mensch dieser banalen Frucht abgerungen hat. Und dass er ausgerechnet im Ringen mit der Gurke an seine Grenzen ging, den Weg zur&amp;uuml;cklegte von der urt&amp;uuml;mlichen Salzgurke hin zum &amp;raquo;Schlemmert&amp;ouml;pfchen feine G&amp;uuml;rkchen&amp;laquo;, zu &amp;raquo;Kleine G&amp;uuml;rkchen handverlesen&amp;laquo;, ja am Ende zu &amp;raquo;Bayerischen Brotzeitgurken direkt von Bauernhand eingelegt&amp;laquo;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Solche Momente des Innehaltens im Supermarkt kann ich nur empfehlen. Auch bei den Sp&amp;uuml;lmaschinentabs ergreift mich immer wieder Freude &amp;uuml;ber den Menschen und seine Leistungen: Seit 2000 wird diesen Tabs Jahr f&amp;uuml;r Jahr, so haben die Autoren der Internetseite &lt;a href=&quot;http://riesenmaschine.de/&quot;&gt;Riesenmaschine.de&lt;/a&gt; beobachtet, jeweils eine Funktion hinzugef&amp;uuml;gt. Das hei&amp;szlig;t, im Moment steht zum Beispiel der &lt;em&gt;ja! Geschirr-Reiniger&lt;/em&gt; bei zw&amp;ouml;lf F&amp;auml;higkeiten (was 2013 bringen wird, ist noch unklar): vom Geschirrsp&amp;uuml;len &amp;uuml;ber Wasserenth&amp;auml;rten und Silberschutz zu Power-Entkrusten und Geruchsneutralisieren. Setzt sich dieser Prozess fort, m&amp;uuml;ssen bis zum Jahr 2500 genau 488 weitere Funktionen f&amp;uuml;r Geschirrsp&amp;uuml;ltabs erfunden werden, vermutlich f&amp;uuml;r das Aus- und Einr&amp;auml;umen der Maschine, vielleicht sogar ein Anti-Migr&amp;auml;ne-Effekt sowie das Abholen der Kinder von der Schule, und &amp;raquo;in etwa 10100 Jahren werden Sp&amp;uuml;lmaschinentabs alle im Universum vorhandenen Funktionen &amp;uuml;bernommen haben&amp;laquo;, wie die Riesenmaschine herausgefunden hat. Aber warum ist der Mensch gerade im Ringen mit der Gurke zur Hochform aufgelaufen? Warum hat er nicht der Tomate diesen Variantenreichtum abgezwungen? Dem Pilz? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu den Werken des bedeutenden &amp;ouml;sterreichischen K&amp;uuml;nstlers Erwin Wurm geh&amp;ouml;rt ein &lt;em&gt;Selbstportr&amp;auml;t als Essiggurkerl&lt;/em&gt;, das aus 36 in Acryl gegossenen und t&amp;auml;uschend echt bemalten Gurken besteht, die auf wei&amp;szlig;en Podesten aufrecht stehend pr&amp;auml;sentiert werden. Man sieht bei der Betrachtung dieser Gurkenskulpturen, was man auch den Gurken im Glas ansehen k&amp;ouml;nnte: Keine Gurke gleicht der anderen, jede ist ein wenig anders gebogen, besitzt andere Hautschattierungen, eine andere Oberfl&amp;auml;chenstruktur. Die Gurke ist so individuell wie wir, sie ist quasi der &lt;em&gt;Homo sapiens&lt;/em&gt; unter den Gem&amp;uuml;sen und der Mensch die Gurke unter den S&amp;auml;ugetieren! Womit f&amp;uuml;r heute alles mal wieder klar und hinreichend erkl&amp;auml;rt w&amp;auml;re. Und jetzt? Brotzeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-04-19T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Die evangelische Frauenarbeit in Bremen ruft eine neue Ern&amp;auml;hrungs-Initiative ins Leben. Auch wenn er seinen Hartwurstkonsum nun einschr&amp;auml;nken soll, ist unser Autor ganz daf&amp;uuml;r. Da ist nur dieses eine Wort, das er einfach nicht mehr h&amp;ouml;ren kann.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/322497/58659.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was das Volk angeht, so muss leider in aller Deutlichkeit gesagt werden: Es ist zu fett. Insbesondere isst das Volk zu viel verarbeitetes Fleisch. Wieder und wieder ist dem Volk in aller Deutlichkeit gesagt worden, dass es ausgesprochen ungesund sei, pro Tag mehr als vierzig Gramm Wurst zu sich zu nehmen. Schon ein einziges Wiener W&amp;uuml;rstchen wiegt aber nicht unter f&amp;uuml;nfzig Gramm! Dem Verfasser sind nun Mitglieder dieses Volkes bekannt, die erst gestern 2 (in Worten: zwei!) Wiener verzehrt haben; mit einem Fu&amp;szlig; im Grabe stehend, die durch ausufernden Fleischkonsum entstandene Klimakatastrophe quasi billigend, alle kardiologischen Bedenken in den Wind schlagend haben sich diese Menschen r&amp;uuml;cksichtslos dem eigenen Tod entgegengefressen. &lt;br /&gt;Ja, der Autor selbst muss bekennen, erst vor 14 Tagen in nachgerade sabbernder Gier seine Z&amp;auml;hne in ein St&amp;uuml;ck luftgetrockneter Hartwurst geschlagen zu haben. In zentimeterdicken Scheiben schnitt er, der Autor, sich - die arteriosklerotischen Prozesse in seinem eigenen K&amp;ouml;rper nicht achtend - St&amp;uuml;ck um St&amp;uuml;ck dieser Hartwurst ab, die ja im Grunde eine einzige ges&amp;auml;ttigte Fetts&amp;auml;ure war, und w&amp;auml;hrend ihm der eigene Cholesterinspiegel bereits bis zur Unterlippe stand, beherrschte ihn dabei ein ebenso widerw&amp;auml;rtiges wie unabweisbares Gef&amp;uuml;hl: Es schmeckt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedem ist klar: Es kann so mit dem Volk nicht weitergehen. Es muss gef&amp;uuml;hrt und erzogen werden. Von hier aus deshalb ein klares Ja zu allen Verboten, ein Ja zu moralischen Appellen, ein Ja zum Aufruf des Freiburger Weihbischofs Uhl, sich ges&amp;uuml;nder zu ern&amp;auml;hren, ein Ja zum &amp;raquo;Veggie-Day&amp;laquo; in der Versicherungskammer Bayern und den Kantinen von &lt;em&gt;Puma&lt;/em&gt; in Herzogenaurach und Ho-Chi-Minh-Stadt, ja, ja, ja, es ist gro&amp;szlig;artig, dass endlich auch &lt;em&gt;Puma&lt;/em&gt; fleischfrei lebt! Ja, verbietet uns, was uns schadet, f&amp;uuml;hrt uns, erzieht uns und beachtet um Himmels willen unsere Renitenz, &amp;uuml;berlasst uns nicht unserem eigenen Appetit, vergesst nicht unsere List und unsere F&amp;auml;higkeit, im Dunkel der Nacht K&amp;uuml;hlschr&amp;auml;nke anzuschleichen. Schneidet uns die Wege ab, macht uns ein schlechtes Gewissen, nervt uns, helft uns! Wir schaffen es nicht allein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja aus diesem Grunde auch zur Ern&amp;auml;hrungs-Initiative der Evangelischen Frauenarbeit Bremen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber eine Bitte! K&amp;ouml;nnte man, liebe Evangelische Frauenarbeit Bremen, das Motto Eurer Aktion vielleicht nicht &amp;raquo;Fairspeisen&amp;laquo; nennen? Es gibt doch schon das Kochbuch &lt;em&gt;Einfach fairspeisen&lt;/em&gt; von Franz Leutner - und dann auch die &amp;raquo;Fairteiler-Tour&amp;laquo; des Deutschen Gewerkschaftsbundes Hessen-Th&amp;uuml;ringen gegen Verteilungsungerechtigkeit in Deutschland. Die Kuh &amp;raquo;Faironika&amp;laquo; wirbt f&amp;uuml;r faire Bezahlung der Milchbauern. Das B&amp;uuml;ndnis &amp;raquo;Umfairteilen&amp;laquo; warnt vor einer Spaltung der Gesellschaft. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend engagiert sich unter dem Titel &amp;raquo;Fairbrechen - lebensl&amp;auml;nglich f&amp;uuml;r den fairen Handel&amp;laquo; f&amp;uuml;r gerechte Bezahlung im weltweiten Handel. Wir haben das &amp;raquo;Fairkaufhaus&amp;laquo; in Spandau und den &amp;raquo;Fairkaufladen&amp;laquo; in Petershausen, auch die Mode-Labels &amp;raquo;Fairliebt&amp;laquo; und &amp;raquo;Fairgissmeinnicht&amp;laquo;, vom &amp;raquo;Ratgeber Fairkehr&amp;laquo; in Germering und der Firma fairSCHENKEN in 8620 Wetzikon/Schweiz nicht zu reden. Und dann w&amp;auml;re da noch die &amp;Uuml;berschrift &amp;raquo;Darauf ist echt Fairlass&amp;laquo; zu einem Artikel in der &lt;em&gt;tageszeitung&lt;/em&gt; &amp;uuml;ber &amp;raquo;Fairsicherungsl&amp;auml;den&amp;laquo;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist wirklich nicht so, dass ich keine Freude an Kalauern h&amp;auml;tte, die Friseurbetriebe &amp;raquo;Mata Haari&amp;laquo; in Berlin-Friedenau und &amp;raquo;mataHAARi&amp;laquo; in Hamburg sowie &amp;raquo;Kamm in&amp;laquo; in Friedberg, Passau, Bergheim, Hamburg, Berlin und anderorts haben mir echt Superspa&amp;szlig; gemacht, auch Schau hair, Hairreinspaziert, Com-Hair, Haar-em, Haar-Moni und Salon Kaiserschnitt finde ich total lustig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber &amp;raquo;Fairspeisen&amp;laquo;, bitte, vielleicht habe ich zu oft Nitritp&amp;ouml;kelsalz geschluckt oder etwas zu viel Fleisch von nicht regionalen Lieferanten gekauft - auf jeden Fall: Ich habe das Gef&amp;uuml;hl, es ist nicht gut f&amp;uuml;r meinen Blutdruck, wenn ich dieses Wort noch EIN EINZIGES MAL lese.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-04-12T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;&amp;Ouml;l, Wind, die Fu&amp;szlig;ball-Weltmeisterschaft - alles ist immer am falschen Ort. Unser Autor &amp;uuml;ber ein Weltgesetz, das schon viel Unheil angerichtet hat.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/58383.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Eines der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Probleme der Welt ist, dass die Dinge nicht dort sind, wo sie hingeh&amp;ouml;ren. Nehmen wir den Winter. Im Winter ist es kalt. Der Mensch h&amp;auml;tte es gern warm, er m&amp;uuml;sste sich dringend mal die Sonne auf den Pelz scheinen lassen; das geht aber nicht, weil K&amp;auml;lte herrscht. Ausgerechnet dann, wenn wir am dringendsten W&amp;auml;rme br&amp;auml;uchten, im Winter n&amp;auml;mlich, herrscht K&amp;auml;lte! Das ist absurd.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Was tut der Mensch? Er heizt. Womit heizt er? Beispielsweise mit &amp;Ouml;l. Woher kommt das &amp;Ouml;l? Es kommt aus L&amp;auml;ndern des S&amp;uuml;dens, dem Emirat Katar etwa, einer Gegend, in der so erbarmungslose Hitze herrscht, dass Heizen mit &amp;Ouml;l Selbstmord w&amp;auml;re, man w&amp;uuml;rde im eigenen Schwei&amp;szlig; verkochen. Die Hitze im Emirat Katar ist so gro&amp;szlig;, dass man dort vor allem im Sommer nicht Fu&amp;szlig;ball spielen kann, was insofern ein Problem ist, als Katar im Sommer des Jahres 2022 Veranstalter der Fu&amp;szlig;ball-Weltmeisterschaft sein soll.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Als den Fu&amp;szlig;ball-Weltverband die best&amp;uuml;rzende Nachricht ereilte, dass es in Katar zu hei&amp;szlig; zum Fu&amp;szlig;ballspielen ist, war es zu sp&amp;auml;t: Die WM war bereits dorthin vergeben. Ganz &amp;auml;hnlich war es ja &amp;uuml;brigens mit den Olympischen Winterspielen 2014, die in Sotschi abgehalten werden sollen. Zwar sprach sich irgendwann im Olympischen Komitee herum, Sotschi sei ein Badeort am Schwarzen Meer, der auf dem gleichen Breitengrad wie Nizza liege, einer Stadt, die, wie man h&amp;ouml;rt, nicht zu den Zentren des Wintersports geh&amp;ouml;rt. Aber da war die Entscheidung schon f&amp;uuml;r Sotschi gefallen, was zur Folge hat, dass in diesen Tagen 450 000 Kubikmeter Schnee in h&amp;ouml;heren Lagen des Kaukasus unter gro&amp;szlig;en Planen eingebunkert werden, als Vorrat f&amp;uuml;r 2014, damit dann im milden Schwarzmeerfr&amp;uuml;hling Winterspiele stattfinden k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wo waren wir? Genau: Alles ist immer am falschen Ort. Das &amp;Ouml;l aus Katar zum Beispiel muss mit Schiffen nach Europa gebracht werden. Schiffe fahren auf dem Meer, wobei nun das Problem auftritt, dass in der Nordsee immer mehr Windkraftanlagen gebaut werden, um welche man die Schiffe herumman&amp;ouml;vrieren muss. Mit dem Wind wird auf dem Meer Strom erzeugt, der aber nicht auf hoher See ben&amp;ouml;tigt wird, sondern im S&amp;uuml;den Deutschlands, wo es nicht genug Wind gibt, weshalb dieser Strom &amp;uuml;ber gigantische Stromtrassen durch Deutschland dorthin gebracht werden muss, solche mit oberschenkeldicken Kabeln und riesigen Masten, die dort, wo sie gebaut werden, auch keiner braucht. Aber es geht nun mal nicht anders.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Anderes Beispiel jetzt: Zypern. Zypern hatte, wie wir h&amp;ouml;ren, einen &amp;raquo;&amp;uuml;berdimensionierten Bankensektor&amp;laquo;, f&amp;uuml;r Zypern h&amp;auml;tten im Prinzip ein paar kleinere Filialen der Stadtsparkasse Bad Schw&amp;uuml;rbelbach ausgereicht. Richtig w&amp;auml;re also gewesen, den zyprischen Bankensektor sorgsamer zu dimensionieren, Liechtenstein ist da ein sch&amp;ouml;nes Vorbild, auch die Schweiz. In der Schweiz gibt es viel Geld, auch leben viele Bankfachleute dort, dann ist es nur logisch, dass man da auch viele Banken hat, oder? Jedenfalls haben Banken Zypern ruiniert, weil sie nicht da waren, wo sie hingeh&amp;ouml;ren.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Im Emirat Katar wird nun &amp;uuml;berlegt, die Fu&amp;szlig;ball-WM in den Winter zu verlegen, weil es zu dieser Zeit auch dort etwas k&amp;uuml;hler ist. Fachleute wenden ein, Katar habe die Veranstaltung nur f&amp;uuml;r den Sommer zugesprochen bekommen, weshalb man dann die WM auch gleich ganz woanders veranstalten k&amp;ouml;nnte, in Sotschi etwa, wo im Winter angenehme Temperaturen herrschen, oder in Alaska, wo man im Winter nicht Fu&amp;szlig;ball spielen kann, aber das kann man im Sommer in Katar ja auch nicht. Doch das wird nicht passieren, glaube ich, weil das Emirat Katar dank seines &amp;Ouml;ls schon genug Geld hatte, sich die WM zu verschaffen. Da wird es auch reichen, die WM nicht wieder wegzugeben.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Denn es sind ja nicht nur die K&amp;auml;lte, das &amp;Ouml;l, der Wintersport, der Fu&amp;szlig;ball, der Wind und die Banken immer dort, wo sie nicht hingeh&amp;ouml;ren. Es ist vor allem auch, wie jeder wei&amp;szlig;, das Geld nie da, wo es wirklich gebraucht w&amp;uuml;rde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke </dc:creator>
    <dc:date>2013-04-05T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Auch wenn nicht zu bef&amp;uuml;rchten ist, dass einem der Blumenkohl vom Teller ins Gesicht springt: Pflanzen wehren sich auf vielf&amp;auml;ltige Weise dagegen, gegessen zu werden, wie unser Autor herausgefunden hat.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/58299.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Zu den interessantesten F&amp;auml;higkeiten des Menschen geh&amp;ouml;rt das Staunen, ja, ich glaube, man kann sagen, das Staunen macht den Menschen erst aus, es ist der Beginn aller Neugier und Philosophie. K&amp;ouml;nnten wir nicht staunen, w&amp;uuml;rden wir immer noch Beeren sammeln und Fleisch roh aus toten Tieren bei&amp;szlig;en. Falls wir es bis dahin geschafft h&amp;auml;tten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; K&amp;uuml;rzlich staunte ich etwa, als ich mitten in einem Artikel &amp;uuml;ber die Ern&amp;auml;hrung von Fischen den Satz eines Fischern&amp;auml;hrungsfachmannes (Was man alles werden kann im Leben!) las: &amp;raquo;Pflanzen wollen nicht gefressen werden.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Dar&amp;uuml;ber hatte ich noch nie nachgedacht. Woran merkt man, dass Pflanzen nicht gefressen werden wollen? Sie wehren sich. Wie wehren sich Pflanzen? Sie haben zum Beispiel Dornen. Bitte, es ist peinlich, nie in meinem Leben hat mich die Frage besch&amp;auml;ftigt, warum Pflanzen Dornen haben. Ich habe diese Dornen einfach in ihrer Existenz hingenommen, fraglos ihr Dasein akzeptiert. Wie dumpf ist das denn?! Ich muss mein Leben &amp;auml;ndern; dieser Fischern&amp;auml;hrungsfachmann hat mit einem einzigen kurzen Satz aus mir einen anderen gemacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich begann der Frage des Pflanzenwillens im Internet, in B&amp;uuml;chern, im Archiv nachzugehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Denn es sind ja nicht nur die Dornen, mit denen Pflanzen sich wehren. Sie bilden auch Gifte. Die Kartoffel ist das beste Beispiel: Alles Gr&amp;uuml;ne am Kartoffelgew&amp;auml;chs &amp;ndash; Bl&amp;auml;tter, aber auch Keime und Schalen &amp;ndash; ist giftig. Oder die Tabakpflanze. Beginnt eine Raupe an ihr zu fressen, bilden die verletzten Teile einen Alarmstoff, der bis in die Wurzeln wandert, wo von Stund an vermehrt Nikotin gebildet wird und bis in die Bl&amp;auml;tter zieht, ein schweres Nervengift, das die Raupe, weil auch sie nicht sterben will, veranlasst, sich zu einer anderen Pflanze zu begeben. Jeder andere w&amp;uuml;rde es ihr gleichtun, Helmut Schmidt nat&amp;uuml;rlich ausgenommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Was ergibt sich daraus f&amp;uuml;r den Vegetarier? Muss er f&amp;uuml;rchten, dass ihm der Blumenkohl vom Teller ins Gesicht springt, &amp;auml;ngstlich, w&amp;uuml;tend? Sich der Gabel als Waffe bem&amp;auml;chtigend? Nein, der Obst- und Gem&amp;uuml;se-Esser sollte nur die Fr&amp;uuml;chte von Pflanzen essen, nicht die Pflanzen selbst. Der Apfel etwa ist vom Apfelbaum selbst zum Verzehr empfohlen, bliebe er n&amp;auml;mlich ungegessen neben dem Baum liegen, w&amp;auml;re er nutzlos; Apfelb&amp;auml;ume geben Stoffe in den Boden ab, die in ihrer N&amp;auml;he das Keimen anderer B&amp;auml;ume und sogar des eigenen Nachwuchses verhindern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wirklich, ich verdanke diesem einen Satz, den ich zuf&amp;auml;llig las, hochinteressante Stunden. Beispielsweise gibt es in Mexiko eine Akazien-Art, die gegen das Gefressenwerden ein solches Sicherheitssystem entwickelt hat, dass man sich diesen B&amp;auml;umen nicht einmal n&amp;auml;hern sollte. Sie haben nicht nur Dornen, sie halten sich auch eine spezielle Ameisenart als Security-Personal. Diese Ameisen t&amp;ouml;ten jedes Insekt, dass sich ihrem Freund, dem Baum, egal in welcher Absicht n&amp;auml;hert, ja, sie fallen sogar &amp;uuml;ber Menschen her, welche die N&amp;auml;he der Akazie suchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber warum? Wieso verteidigen sie die Akazie so? Weil die Pflanze den Tieren einen idealen Lebensraum bietet. In ausgeh&amp;ouml;hlten Dornen ziehen sie ihre Larven auf. Sie ern&amp;auml;hren sich von Nektar, den die Akazie aus brunnenartigen Dr&amp;uuml;sen absondert, die an ihren Bl&amp;auml;ttern sitzen. Auch wachsen an diesen Bl&amp;auml;ttern kleine gelbe K&amp;uuml;gelchen, Belt&amp;rsquo;sche K&amp;ouml;rperchen, welche die Tiere ernten. Zum Dank putzen sie den Baum sogar: Spinnweben, Staub, Pilzsporen &amp;ndash; alles weg, weg, weg. Ja, es gibt auf Java einen Baum namens &lt;em&gt;Macaranga triloba&lt;/em&gt;, der Ameisen &amp;auml;hnlich angenehme Lebensbedingungen bietet wie die Akazie, nur dass er sogar noch seine Blattstengel mit Spezialwachs beschichtet, auf dem sich nur Ameisen halten k&amp;ouml;nnen. Alle anderen Insekten rutschen ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wir Fachleute nennen diese Lebensgemeinschaft von Ameisen und Pflanzen &amp;uuml;brigens Myrmekophylaxis, das nur nebenbei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Jetzt bin ich 57. Ich glaube, die Zeit, die mir noch bleibt, werde ich der Akazienforschung widmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-03-28T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Alle &amp;auml;rgern sich dar&amp;uuml;ber, dass der Berliner Flughafen und die Elbphilharmonie nicht fertig werden - unser Autor freut sich. Denn das Unfertige kann auch etwas Inspirierendes haben.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/58101.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Nun gibt es in fast allen f&amp;uuml;hrenden deutschen Gro&amp;szlig;st&amp;auml;dten unvollendete Gro&amp;szlig;bauprojekte: Stuttgart hat den Bahnhof, M&amp;uuml;nchen die zweite S-Bahn-Stammstrecke, K&amp;ouml;ln seine U-Bahn, Hamburg die Elbphilharmonie und Berlin den Flughafen (von der neuen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes und dem Stadtschloss jetzt mal nicht zu reden). Lediglich aus Frankfurt und aus, sagen wir, Hannover, ist nichts dergleichen bekannt. Aber wer wei&amp;szlig;, was die Leute dort verheimlichen. Am Ende bauen sie seit Jahrzehnten an Kathedralen herum und sagen nix.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Was ich nicht verstehe: die heftige Kritik an den Planern der Vorhaben. Was ist so schlimm daran, wenn etwas nicht fertig wird oder gar nicht erst so recht entstehen will? M&amp;uuml;nchen hat im Zentrum seit 1945 einen leeren Platz, den Marienhof hinter dem Rathaus. Dieses Gel&amp;auml;nde wird immer neu bearbeitet, mal begr&amp;uuml;nt man es, dann wieder w&amp;uuml;hlen Arch&amp;auml;ologen herum, im Winter gibt es Eislauf, im Sommer ein Weinfest, bisweilen stehen nur Baucontainer herum, in Staub und Schlamm. Der Marienhof ist f&amp;uuml;r M&amp;uuml;nchen eine permanente M&amp;ouml;glichkeit. Immer, wenn man dort vorbeikommt, macht man sich Gedanken, was dort sein k&amp;ouml;nnte. So etwas regt die Fantasie enorm an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es gibt ja nichts L&amp;auml;hmenderes als eine fertige Stadt. Berlins Attraktivit&amp;auml;t r&amp;uuml;hrt nicht daher, dass dort alles wunderbar in Ordnung w&amp;auml;re, sondern dass es sozusagen eine dauerhafte gro&amp;szlig;e Chance ist. Fr&amp;uuml;her sagte man, wie toll Berlin sein k&amp;ouml;nnte, wenn die Mauer weg w&amp;auml;re. Nun ist sie weg, und es hei&amp;szlig;t: Berlin k&amp;ouml;nnte gro&amp;szlig;artig sein, wenn Wowereit nicht regieren w&amp;uuml;rde, wenn der Flughafen mal in Betrieb ginge, wenn in der Mitte endlich das Stadtschloss st&amp;uuml;nde. Das sch&amp;ouml;ne Berlin existiert immer nur in der Vorstellung der Menschen. Genau das macht die Anziehungskraft der Stadt aus. Dass man hier ohne Fantasie nicht auskommt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Der Mensch m&amp;ouml;chte doch planen, er braucht das Potenzielle, Visionen. Nehmen wir Barcelona: Seit 1882 wird an der Kathedrale &lt;em&gt;Sagrada Fam&amp;iacute;lia&lt;/em&gt; gebaut, die Fertigstellung liegt in weiter Ferne. Aber die Kirche ist die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Touristenattraktion Spaniens, bisweilen kommen mehr als zwei Millionen Besucher pro Jahr, mehr als zur Alhambra oder in den Prado. Gerade las ich, dass der Berliner Nichtflughafen nicht etwa deshalb Tag und Nacht strahlend hell erleuchtet ist, weil man das Licht f&amp;uuml;r Bauarbeiten oder Putzkolonnen ben&amp;ouml;tigte oder damit Mehdorn durchblickt. Sondern die Lampen sind an, &lt;em&gt;weil keiner wei&amp;szlig;, wie man sie ausmacht&lt;/em&gt;. Vielleicht gibt es keine Lichtschalter, vielleicht hat man sie in die Entrauchungsanlage eingebaut, vielleicht sollten sie mit dem Flugzeug geliefert werden und dieses konnte nicht landen, weil der Flughafen nicht er&amp;ouml;ffnet wurde, wer wei&amp;szlig; das schon? Als man in K&amp;ouml;ln vor Urzeiten mit dem U-Bahn-Bau begann, montierten sie das Vordach der Philharmonie ab, damit es keinen Schaden nehme. Aber man hat dieses Vordach dann nie wiedergefunden, es ist &lt;em&gt;einfach weg.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wir brauchen doch dies&amp;rsquo; Unerkl&amp;auml;rliche. Unser Leben ist so vernunftgesteuert und durchrationalisiert, das Religi&amp;ouml;se verschwindet &amp;ndash; aber solche Bauvorhaben geben uns etwas Numinoses. Und: Eine Stadt braucht Gespr&amp;auml;chsthemen, etwas die B&amp;uuml;rger Verbindendes, auch ein Generationen &amp;uuml;bergreifendes Ziel: Wir packen das, irgendwann, auch wenn es erst im Jahr 3000 ist. Am K&amp;ouml;lner Dom hat man mehr als 600 Jahre gebaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Und das Geld ist ja nicht weg. Im Tatort k&amp;uuml;rzlich (dem mit Til  Schweiger) schleppte sich eine russische Zwangsprostituierte schwer blutend aufs Dach der Elbphilharmonie, aus tief im Drehbuch verborgenen Gr&amp;uuml;nden. Warum? Weil es die Elbphilharmonie eben gibt. (Oder jedenfalls beinahe.) G&amp;auml;be es sie nicht, h&amp;auml;tte man sie bei Kosten von etwa einer Milliarde Euro extra f&amp;uuml;r den Tatort errichten m&amp;uuml;ssen. Und das w&amp;auml;re vielleicht doch &amp;uuml;bertrieben gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-03-22T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Unser Autor hat herausgefunden, wie Europa aus der Finanzkrise herauskommen kann. Die L&amp;ouml;sung liegt auf der Hand - man fragt sich, warum sie unseren Politikern bisher entgangen ist.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/57647.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Dieser Tage ist mir eingefallen, wie Europa aus seiner Finanzkrise zu retten w&amp;auml;re. Es ist gar nicht schwer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich hatte eine Diskussion mit Bruno, meinem alten Freund, der seine B&amp;uuml;cher bei Amazon bestellt, obwohl jeden Tag in den Zeitungen steht, wie scheu&amp;szlig;lich Amazon viele Mitarbeiter behandelt. Bruno argumentierte, er sei ein bequemer Mensch und lasse sich die Dinge gern ins Haus schicken; auch habe er zu wenig Zeit, um sich in Gesch&amp;auml;ften herumzutreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich sagte: Ob er nicht wisse, dass auch Buchhandelsketten wie Osiander, Hugendubel oder Thalia einen jeweils hervorragenden Internetservice h&amp;auml;tten, dass jede deutsche Buchhandlung &amp;uuml;ber Nacht Hunderttausende von B&amp;uuml;chern besorgen k&amp;ouml;nne, dass die dann oft viel schneller da seien als die von Amazon (die nicht selten tagelang erst mal beim Nachbarn heruml&amp;auml;gen), dass dieser Service weltweit einmalig sei. Ich argumentierte politisch mit der Ver&amp;ouml;dung unserer St&amp;auml;dte durch die Ausbreitung des Online-Handels. Ich argumentierte &amp;ouml;kologisch mit dem Wahnsinn der st&amp;auml;ndig durch unsere Stra&amp;szlig;en gurkenden Paketlieferanten mit ihren aufwendig verpackten Heizl&amp;uuml;ftern, Klamotten, B&amp;uuml;chern und Weinkisten im Frachtraum. Ich argumentierte moralisch: Der Mittelstand, S&amp;auml;ule unseres Gemeinwesens, sei bedroht durch Konzerne.&lt;br /&gt; Bruno zuckte die Achseln. So sei der Kapitalismus, der Starke fresse den Schwachen. Aber, rief ich, die Macht im Kapitalismus hat der Verbraucher, er trifft die Entscheidungen. Der Verbraucher, sagte Bruno, ist ein Egoist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Auf der Suche nach weiteren Argumenten entdeckte ich dann einen Bericht des &lt;em&gt;Handelsblatts&lt;/em&gt;: Den Finanzbeh&amp;ouml;rden gingen Hunderte von Millionen Euro verloren, weil Amazon durch eine ausgekl&amp;uuml;gelte Struktur von Tochterfirmen einen gro&amp;szlig;en Teil seiner Gewinne nach Luxemburg verlagere, wo sie nur sehr gering besteuert w&amp;uuml;rden. Der entsprechende und in diesem Fall g&amp;uuml;ltige Satz &amp;uuml;berschreite die sechs Prozent nicht, mit etwas mehr Geschick seien sogar fast null Prozent m&amp;ouml;glich. Dies sei ein legales und &amp;uuml;bliches Verhalten, auch Apple, Google, Microsoft und andere Riesenfirmen dr&amp;uuml;ckten so ihre Steuerlast tief nach unten. Starbucks zum Beispiel habe in Gro&amp;szlig;britannien in vierzehn Jahren drei Milliarden Pfund eingenommen, aber nur neun Millionen Steuern gezahlt. Und Amazon habe in den vergangenen Jahren in Luxemburg zwei Milliarden Euro steuerfrei gebunkert, Geld f&amp;uuml;r weitere Expansion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das fand ich erstaunlich: Dass der deutsche Buchhandel letztlich mit Steuern die Stra&amp;szlig;en finanziert, auf denen seine sch&amp;auml;rfste Konkurrenz ihre Waren zu den Kunden bringt. Wobei man im Grunde der Firma keinen Vorwurf machen kann. Sie tut nichts Verbotenes, sie nutzt ja nur Chancen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Doch wer bietet ihr diese?&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich las weiter, erst im Oktober 2012 habe Amazon ein neues Firmengeb&amp;auml;ude in Luxemburg er&amp;ouml;ffnet, in Anwesenheit des luxemburgischen Finanzministers, dessen Regierungschef Jean-Claude Juncker &amp;uuml;brigens oft und gern neue Hilfen f&amp;uuml;r die Krisenl&amp;auml;nder Europas fordert. Und ich fand in der &lt;em&gt;Wirtschaftswoche&lt;/em&gt; ein Gespr&amp;auml;ch mit dem EU-Steuerkommissar Algirdas &amp;Scaron;emeta, der beklagte, den Finanzbeh&amp;ouml;ren in Europa gehe j&amp;auml;hrlich eine Billion Euro verloren &amp;ndash; und zwar nur zu einem kleineren Teil durch kriminelle Steuerhinterziehung. &amp;raquo;Leider gibt es in der Europ&amp;auml;ischen Union zu viele M&amp;ouml;glichkeiten&amp;laquo;, sagte &amp;Scaron;emeta, &amp;raquo;seine Steuern ganz offen zu minimieren. Diese erlauben einigen multinationalen Unternehmen, eine aggressive Strategie zur Steuervermeidung zu betreiben.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Eine Billion Euro. Das sind tausend Milliarden Euro, nicht wahr? Das ist ein Betrag mehr als dreimal so hoch wie die Ausgaben im Bundeshaushalt 2013.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Irgendwo las ich auch, dass Deutschland durch die Euro-Krise im allerschlimmsten Fall bis zum Jahr 2015 Kosten in H&amp;ouml;he von 70,8 Milliarden Euro entst&amp;uuml;nden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich bin kein Fachmann. Im Grunde frage ich mich blo&amp;szlig;: Warum ist Europa eigentlich &amp;uuml;berhaupt in einer Finanzkrise?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-03-15T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Angst vor dem Weltuntergang? Zum Gl&amp;uuml;ck wei&amp;szlig; unser Autor, wie man die Erde vor einem Asteroideneinschlag besch&amp;uuml;tzen kann. Entscheidend hierbei: die Hilfe des Malergewerbes.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/57503.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Letztlich bin ich nicht sicher, ob es eine gute Idee Gottes war, die Welt aus dem Urknall heraus entstehen zu lassen. Man h&amp;auml;tte sich auch softere Methoden vorstellen k&amp;ouml;nnen, ein Modellieren, bed&amp;auml;chtiges Plastizieren, meinetwegen auch eine Art Backen von Planeten. Oder so etwas wie Bildhauerei oder wenigstens T&amp;ouml;pfern. Aber er wird seine Gr&amp;uuml;nde gehabt haben, und letztlich l&amp;auml;uft es wohl darauf hinaus, dass der Herr es wahrscheinlich einfach geil fand, alles richtig krachen zu lassen. Man kann das ja verstehen und auch nachvollziehen; der eine lebt diesen Aspekt f&amp;uuml;r sich nur Silvester auf der Terrasse aus, der andere mit kontrollierten Sprengungen von alten Weltkriegzwo-Bomben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;Uuml;brigens glaube ich, dass der Sch&amp;ouml;pfer letztlich eben doch ein Mann war, keine Sch&amp;ouml;pferin. Eine Frau w&amp;auml;re anders vorgegangen, nicht so rabiat krachend. Eine G&amp;ouml;ttin h&amp;auml;tte die Erde eher aus dem Gespr&amp;auml;ch heraus erschaffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber die Dinge sind, wie sie sind, und wir schlagen uns jetzt mit den Folgen herum. Das ganze Weltall ist ein einziges Herumgesause von irgendwelchen Bruchst&amp;uuml;cken, die aus einem Urknallk&amp;ouml;rper hervorgegangen sind. K&amp;uuml;rzlich las ich mit Interesse, der Mond sei entstanden, als ein etwa marsgro&amp;szlig;er Himmelsk&amp;ouml;rper namens Theia (der damals aber noch nicht so hie&amp;szlig;, der Name kam erst sp&amp;auml;ter) mit dem Vorl&amp;auml;ufer unserer Erde kollidierte, wobei gro&amp;szlig;e Teile des Globus abgesprengt wurden, mit Theia-Bestandteilen verschmolzen und seitdem um die Rest-Erde kreisen, als &amp;raquo;Mond&amp;laquo; eben. Ich las auch, man m&amp;uuml;sse nur mal nach gro&amp;szlig;em Regen einen Magneten in die Regenrinne halten, schon w&amp;uuml;rden viele winzige Teilchen an ihm h&amp;auml;ngen, Meteoritenmaterial.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Problem nun: Wie sch&amp;uuml;tzen wir uns vor diesen Urknall-Resten? Ein zerberstender Meteorit &amp;uuml;ber Tscheljabinsk, der Asteroid 2012 DA 14, neulich zum Greifen nah an uns vorbei &amp;ndash; immerzu passiert irgendwas, und eines Tages wird gewiss ein Riesentrumm auf uns herunterballern und uns ein Ende bereiten, wie ein anderer Brocken einst die Dinosaurier ausl&amp;ouml;schte. Immer wieder hei&amp;szlig;t es, man solle solche Dinger brachial mit Atombomben aus der Bahn werfen (die Finanzierung w&amp;auml;re durch die Fernsehrechte gesichert), von Satelliten wegschubsen oder von Astronauten klein mei&amp;szlig;eln lassen. Auch gab es schon die Idee, der bayerische Innenminister k&amp;ouml;nnte den einen oder anderen provozierenden Kleinplaneten mit gezielten Faustschl&amp;auml;gen von seinem Weg abbringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber jetzt erfuhr ich von einem interessanten Vorschlag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es ist n&amp;auml;mlich so: Tag f&amp;uuml;r Tag w&amp;auml;rmt die Sonne eine Seite eines Asteroiden auf, die andere k&amp;uuml;hlt ab. Da der K&amp;ouml;rper aber rotiert, dreht sich die warme Seite wieder von der Sonne weg, wird ihrerseits k&amp;uuml;hler und gibt W&amp;auml;rmestrahlung ab &amp;ndash; das erzeugt eine Art winzigen Raketeneffekt. Man nennt das nach dessen Entdecker Iwan Ossipowitsch Jarkowski den Jarkowski-Effekt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; K&amp;ouml;nnte man den Asteroiden auf einer Seite wei&amp;szlig;, auf der anderen schwarz anstreichen, w&amp;uuml;rde die Intensit&amp;auml;t der Sonne ver&amp;auml;ndert und damit der genannte Raketenschub. Das ganze Ding &amp;auml;nderte die Richtung, nur ein wenig, gewiss. Doch genug, um an der Erde vorbeizufliegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Sung Wook Paek vom &lt;em&gt;Massachusetts Institute of Technology&lt;/em&gt; in Boston hat bereits vorgeschlagen, gef&amp;auml;hrliche Asteroiden mit entsprechenden Farbbeh&amp;auml;ltern, Paintballs, zu beschie&amp;szlig;en. David Hyland von der &lt;em&gt;Texas A&amp;amp;M University&lt;/em&gt; schlug mit Farbpulver geladene, auf Satelliten geschraubte Kanonen vor. Auch die M&amp;uuml;nchner Malerinnung arbeitet bereits an konstruktiven Vorschl&amp;auml;gen, einige ihrer besten Kr&amp;auml;fte stehen Pinsel bei Fu&amp;szlig;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Gro&amp;szlig;artiger Gedanke: die Sch&amp;ouml;pfung dort, wo sie bedrohlich wird, einfach anmalen. Sanft umgestalten. Dem ganzen Geknalle auf ganz neue Art begegnen, sooo kreatiiiv. N&amp;auml;heres im neuen Kursprogramm der Volkshochschule Bad Schw&amp;uuml;rbelbach. Wir sind auf dem richtigen Weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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