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    <title>sz-magazin.de - Das Beste aus aller Welt</title>
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    <description>Alle Texte zu dem Label Das Beste aus aller Welt auf sz-magazin.de</description>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;In Norwegen hat ein im Fernsehen gezeigtes Kaminfeuer j&amp;uuml;ngst f&amp;uuml;r landesweite Entspannung gesorgt. Wie w&amp;auml;re das in Deutschland? Unser Autor sieht bereits den n&amp;auml;chsten Shitstorm heraufziehen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59807.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; K&amp;uuml;rzlich sa&amp;szlig; ich im Zug von Duisburg nach Gelsenkirchen, kein Zug der      Deutschen Bahn, sondern der &amp;raquo;Eurobahn&amp;laquo;, also ein Konkurrenz-Unternehmen.      Wir standen im Bahnhof, die Uhr schritt wie immer voran, der Zug fuhr      nicht gleich los. Hinter mir sa&amp;szlig; ein Ehepaar. Der Mann n&amp;ouml;rgelte: Warum der      Zug nicht fahre?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem Lautsprecher eine Stimme: &amp;raquo;Wegen einer      Zugkreuzung verz&amp;ouml;gert sich die Abfahrt um einen Moment.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der      Mann: &amp;raquo;K&amp;ouml;nnten se doch wenichstenz mal den Grund sagen.&amp;laquo; Seine Frau: &amp;raquo;Hat      er doch. Zugkreuzung.&amp;laquo; Der Mann: &amp;raquo;Die m&amp;uuml;sste mal Konkurrenz kriegen, die Schei&amp;szlig;bahn.&amp;laquo; Seine Frau: &amp;raquo;Dat is doch hier die Konkurrenz. Eurobahn.      Kannze nich lesen?&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Egal. Der Zug fuhr los, der Mann beschwerte      sich weiter, die ganze Fahrt lang rhabarberte er &amp;uuml;ber dieses und jenes,      Argumente waren nicht wichtig, es ging ihm ums Klagen. So ist das ja      &amp;uuml;berall: Wo die Angeh&amp;ouml;rigen anderer V&amp;ouml;lker einfach nur atmen, n&amp;ouml;lt der      Deutsche zus&amp;auml;tzlich. Gereiztheit ist sein Grundzustand, und wenn ihm das      N&amp;ouml;len nicht reicht, schaltet er den Computer an und kotzt sich auf einer      Internetseite aus, unter den Leserkommentaren zu einem Bericht &amp;uuml;ber Uli      Hoene&amp;szlig; vielleicht, zur Not auch bei der Wettervorhersage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor      zwei, drei Jahren hat der j&amp;uuml;ngst verstorbene fr&amp;uuml;here franz&amp;ouml;sische      Widerstandsk&amp;auml;mpfer und Diplomat St&amp;eacute;phane Hessel eine d&amp;uuml;nne Streitschrift      unter dem Titel &lt;em&gt;Emp&amp;ouml;rt Euch!&lt;/em&gt; ver&amp;ouml;ffentlicht, ein Aufruf zum Widerstand      gegen dieses und jenes. Mir w&amp;auml;re danach, ein Pamphlet namens &lt;em&gt;Entspannt      Euch!&lt;/em&gt; zu verfassen. Motto: Was wollt Ihr?! Wenn Euch schon in einem      weitgehend wunderbar funktionierenden Land wie Deutschland nichts richtig      passt, wie w&amp;uuml;rde es Euch in Griechenland oder Italien gehen? Von anderen      Kontinenten nicht zu reden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber das klingt auch schon wieder so      klagend. Wie Gen&amp;ouml;rgel &amp;uuml;ber Gen&amp;ouml;rgel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Norwegen hat      jetzt das Fernsehen acht Stunden lang nichts anderes gezeigt als ein flackerndes Kaminfeuer, also ein echtes jetzt: wie es langsam      herunterbrannte, wieder neu mit Holz versorgt wurde und dann herrlich      luderte und glohte, wie Edmund Stoiber sagen w&amp;uuml;rde. Es war ein Quotenhit!      Die Leute konnten ihre Augen nicht vom Feuer wenden, sie guckten und      guckten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie w&amp;auml;re es, man w&amp;uuml;rde eine solche Sendung bei uns einf&amp;uuml;hren?      Einen Tag lang pro Woche zeigt das Fernsehen nur ein richtiges, immer      wieder neu gesch&amp;uuml;rtes Kaminfeuer. Nichts sonst. Interessanter als das      gegenw&amp;auml;rtige Programm w&amp;auml;re es ja allemal, und vielleicht w&amp;uuml;rde es die      Leute endlich zufrieden machen? Beruhigen. Enthysterisieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vermutlich      w&amp;uuml;rde sich aber noch am selben Tag, mit Feuerbeginn, auch eine Debatte      entz&amp;uuml;nden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Linkspartei gibt eine Erkl&amp;auml;rung heraus: Kamine      seien doch hierzulande nur im Besitz der Reichen, &amp;raquo;das Bonzenfeuer&amp;laquo; m&amp;uuml;sse      weg. Die Gr&amp;uuml;nen fordern eine Sondersteuer f&amp;uuml;r Vielverbrenner sowie ein      Streichholzpfand, die SPD einen einheitlichen Mindestlohn f&amp;uuml;r Holzf&amp;auml;ller      und eine Reichenholzabgabe. Bayerische CSU-Abgeordnete lassen ihre Kinder      nachts in Staatsforsten Holz f&amp;uuml;r B&amp;uuml;rokamine holen und bezahlen sie daf&amp;uuml;r;      Horst Seehofer l&amp;auml;sst zur Strafe die Betroffenen die Scheite wieder zu      B&amp;auml;umen zusammensetzen und zur&amp;uuml;ckpflanzen. Die Kanzlerin wartet ab. Bei den      Staatsanwaltschaften stapeln sich die Anzeigen gegen das TV-Feuer wegen      K&amp;ouml;rperverletzung: Holzrauch sei noch unges&amp;uuml;nder als Zigarettenqualm. In      einigen Baum&amp;auml;rkten findet man Pferdefleisch in Kaminholzgebinden. RTL      produziert die Show &lt;em&gt;Deutschland sucht das Superfeuer&lt;/em&gt;. Bei Sky werden die      Flammen von Wolf-Christoph Fuss kommentiert. Alle ARD-Talkshows      thematisieren die Frage&amp;nbsp;        &amp;raquo;Deutschland am Kamin - wann geht uns das Holz aus?&amp;laquo; Das ZDF zeigt &lt;em&gt;Berge      in Flammen&lt;/em&gt; von Luis Trenker. &amp;raquo;Glutb&amp;uuml;rger&amp;laquo; wird Unwort des Jahres.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wissen      Sie, was das Haupt-Diskussionsthema in Norwegen war, nach der Sendung? Ob      man Holzscheite besser mit der Rinde nach oben oder nach unten stapelt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich      lerne jetzt Norwegisch. &lt;br /&gt; </description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-05-17T12:00:00+01:00</dc:date>
  </item>

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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Um neue Erkenntnisse &amp;uuml;ber die Reisekrankheit zu gewinnen, sind zurzeit vierzig Buntbarsche im Weltall unterwegs. Unser Autor &amp;uuml;ber absurde Szenarien in weiter Ferne.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59719.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurzeit sind ja, was die wenigsten wissen, vierzig kleine Buntbarsche im Weltall unterwegs. Man hat sie in einem bierkistengro&amp;szlig;en Aquarium mit einer Rakete von Baikonur aus zur Internationalen Weltraumstation geschickt, um in der Schwerelosigkeit neue Erkenntnisse &amp;uuml;ber die Reisekrankheit zu gewinnen. Denn die Reisekrankheit h&amp;auml;ngt mit dem menschlichen Innenohr zusammen, und das menschliche Innenohr &amp;auml;hnelt dem von Buntbarschen offensichtlich auf verbl&amp;uuml;ffende Art und Weise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Eine Woche noch, dann werden die Buntbarschonauten wieder zur&amp;uuml;ck sein. Schon jetzt &amp;auml;u&amp;szlig;ern sich im Internet die &amp;uuml;blichen Fachleute skeptisch &amp;uuml;ber den Sinn der Mission, auf &lt;em&gt;Spiegel online&lt;/em&gt; schreibt zum Beispiel ein Leser: &amp;raquo;das ist auch sehr wichtig, dass man buntbarsche im weltall schickt. die arschl&amp;ouml;cher sollen sich mal lieber um krebsforschung k&amp;uuml;mmern, aber daf&amp;uuml;r sinnt sie wohl zu doof.&amp;laquo; Ich pers&amp;ouml;nlich bin aber durchaus ein Bef&amp;uuml;rworter solcher Buntbarsch-Missionen; man hat schon Hunde, Affen, Molche und Mehlw&amp;uuml;rmer in Umlaufbahnen geschossen, ja, sogar Mahmud Ahmadinedschad hat den Wunsch ge&amp;auml;u&amp;szlig;ert, einmal ins All zu fliegen &amp;ndash; warum sollten also nicht auch Buntbarsche in den Weltraum reisen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;Uuml;brigens las ich jetzt von einem Jupitermond namens Europa. Dieser Mond k&amp;ouml;nnte au&amp;szlig;erirdisches Leben beherbergen. Zwar ist es auf ihm so f&amp;uuml;rchterlich kalt, dass er komplett von einem bis zu zehn Kilometer dicken Eispanzer bedeckt ist. Aber unter diesem Eis verbirgt sich anscheinend ein gigantischer, hundert Kilometer tiefer Ozean (mit hei&amp;szlig;en Quellen), in dem es allerhand primitive Organismen geben k&amp;ouml;nnte, wie wir sie ja auf der Erde auch kennen, von den Leserkommentar-Abteilungen vieler Internetseiten zum Beispiel. Und dieses Meer will man nun mit Hilfe von Robotern erforschen, die nach Europa fliegen, sich dort selbstst&amp;auml;ndig durch die Eiskruste bohren/schmelzen und dann das Wasser untersuchen. Das finde ich nun insofern interessant, als wir uns doch au&amp;szlig;erirdisches Leben immer als intelligent und dem Menschen ebenb&amp;uuml;rtig, wenn nicht weit &amp;uuml;berlegen vorgestellt hatten. Und nun &lt;br /&gt; leben da vielleicht blo&amp;szlig; Bakterien?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber man stelle sich vor, in den Ozeanen des Jupitermondes Europa w&amp;uuml;rden sich doch irgendwie geistig hochstehende Wasserwesen verbergen, die aber eben nur im Wasser leben k&amp;ouml;nnten. Und diese Wasserwesen beschl&amp;ouml;ssen eines Tages, das All ihrerseits zu erforschen, sie sch&amp;ouml;ssen eine gigantische wassergef&amp;uuml;llte Rakete erdw&amp;auml;rts und diese landete, sagen wir, auf der Theresienwiese in M&amp;uuml;nchen: Da st&amp;uuml;nde eines Tages pl&amp;ouml;tzlich ein haushohes Aquarium mit echten Europ&amp;auml;ern drinnen, Bewohnern des Mondes Europa n&amp;auml;mlich, und diese betrachteten aus dem Wasser heraus und durch das Glas hindurch die M&amp;uuml;nchner und die M&amp;uuml;nchner betrachteten sie &amp;ndash; und dann? Wie f&amp;auml;nde man zueinander? Wer wagte es, Rittersmann oder Knapp, zu tauchen..? &lt;br /&gt;M&amp;uuml;sste man nicht schon aus reiner H&amp;ouml;flichkeit den bayerischen Ministerpr&amp;auml;sidenten an der Spitze einer Begr&amp;uuml;&amp;szlig;ungsdelegation im Becken versenken? &lt;br /&gt; Oder vielleicht w&amp;auml;ren diese Wasser-Europ&amp;auml;er ja auch sehr klein? Und landeten in so einer Art Goldfischglas auf irgendeinem Balkon mitten in der Stadt, und bevor irgendein Mensch diese Sensation zur Kenntnis nehmen k&amp;ouml;nnte, spazierte ein &amp;ndash; in der zum Balkon geh&amp;ouml;renden Wohnung lebender &amp;ndash; Doggenhund herbei und s&amp;ouml;ffe das Glas samt den Au&amp;szlig;erirdischen einfach leer, sodass niemand je von ihrer Ankunft erf&amp;uuml;hre?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wahnsinn, was alles m&amp;ouml;glich ist! Auch w&amp;auml;re ja denkbar, dass sich dieser Tage in der Tiefe des Universums ein Schwarm Buntbarsche im fliegenden Wasserkasten und die auf Forschungsreise befindlichen au&amp;szlig;erirdischen Europ&amp;auml;er in ihrer Glucker-Rakete einander begegneten &amp;ndash; und dann, und dann? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-05-10T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Blumenkohl auf jeder Verkehrsinsel und Fenchel vorm Rathaus - Beim Z&amp;uuml;richer Konzept &amp;raquo;essbare Stadt&amp;laquo; wird jeder Gr&amp;uuml;nfleck zum kollektiven Schrebergarten. Unser Autor hat seine Zweifel.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59511.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Z&amp;uuml;rich ist das Konzept der &amp;raquo;essbaren Stadt&amp;laquo; beschlossen worden, das hei&amp;szlig;t, ab dem Fr&amp;uuml;hjahr 2014 werden Verkehrsinseln und Rabatten in der N&amp;auml;he von Trambahnstationen nicht mehr mit Blumen, sondern mit sogenannten &amp;raquo;Nutzpflanzen&amp;laquo; ausgestattet: Gr&amp;uuml;nkohl, Lauch, Fenchel und so weiter. Die Bewohner Z&amp;uuml;richs sollen sich an diesem Gem&amp;uuml;se jederzeit bedienen k&amp;ouml;nnen. Sie sind aber auch aufgefordert, die Beete zu hegen und zu pflegen und so ihr Gemeinschaftsgef&amp;uuml;hl zu st&amp;auml;rken. &lt;br /&gt;Gro&amp;szlig;artiger Gedanke, nicht wahr? Dass man das Prinzip des Schrebergartens endlich mal auf eine richtige Gro&amp;szlig;stadt ausdehnt! &lt;br /&gt;Ern&amp;auml;hrung aus den Fr&amp;uuml;chten der eigenen st&amp;auml;dtischen Scholle. T&amp;auml;gliche Arbeit im Stadtgarten. Dieses neu erbl&amp;uuml;hende nachbarschaftliche Leben! Das Verbindende. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Ich habe gestern mit Interesse gesehen, dass Sie sich schon wieder Tomaten aus dem Beet an der Ecke genommen haben, Herr M&amp;uuml;ller-M&amp;auml;gerlein. Aber beim Unkrauthacken sind Sie nie anzutreffen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp; Erneut haben Sie eine lebende (!) Nacktschnecke in die Restm&amp;uuml;lltonne (!) geworfen, Frau Schnullmeier, wissen Sie denn nicht, dass auch die Nacktschnecke ein Gesch&amp;ouml;pf des Herrn ist und ihr Leben f&amp;uuml;hren m&amp;ouml;chte? Man sollte Sie auch mal in die Tonne schmei&amp;szlig;en, damit Sie sp&amp;uuml;ren, wie das ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp; Und m&amp;ouml;chte ich Ihnen, sehr geehrte Stadtverwaltung, zur gef&amp;auml;lligen Kenntnisnahme die Tatsache empfehlen, dass einerseits im Restaurant &lt;em&gt;Zur fr&amp;ouml;hlichen FrugivorIn&lt;/em&gt; schon wieder Porree-Wochen sind, w&amp;auml;hrend ich andererseits aus meinem Fenster nun seit Wochen auf ein abgeerntetes Porree-Rondell blicke. Wann wird hier endlich umgegraben? P. S.: Die Stiefm&amp;uuml;tterchen fr&amp;uuml;her waren sch&amp;ouml;ner. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp; Auch ist darauf hinzuweisen, Euer Ehren, dass die Schwermetallbelastung im K&amp;ouml;rper meines Mandanten in den vergangenen Jahren um mehrere hundert Prozent gestiegen ist, seit er sich n&amp;auml;mlich vorwiegend aus der Verkehrsinsel am Henry-Morgenthau-Platz ern&amp;auml;hrt. Da hier trotz wiederholter schriftlicher (!) Mahnungen seitens des Kl&amp;auml;gers nie ein Warnschild angebracht wurde, halte ich eine Schadensersatzforderung in H&amp;ouml;he von drei Millionen Euro f&amp;uuml;r angemessen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp; Warum wird an der Ecke Fichtenweg/Zum Buchenh&amp;ouml;lzchen seit Jahren immer nur Blumenkohl angebaut? Blumenkohl, Blumenkohl, Blumenkohl! Ich hasse Blumenkohl! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59513.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp; M&amp;ouml;chte die Stadtg&amp;auml;rtnerei die liebe Anwohner/innenschaft mit diesem Rundschreiben darauf hinweisen, dass sich zwar in unserer letzten Aussendung unter der Rubrik &lt;em&gt;Leckeres vom Stra&amp;szlig;enrand&lt;/em&gt; ein Rezept f&amp;uuml;r gef&amp;uuml;llte Zucchini-Bl&amp;uuml;ten befand, dass aber, wenn nun alle Mitb&amp;uuml;rger/innen tats&amp;auml;chlich gef&amp;uuml;llte Zucchini-Bl&amp;uuml;ten &amp;auml;&amp;szlig;en, eine nennenswerte Zucchini-Ernte nicht mehr zu erwarten w&amp;auml;re. Wir bedauern, diesen Hinweis unterlassen zu haben, und entschuldigen uns. In Deutschland ist das Konzept der &amp;raquo;essbaren Stadt&amp;laquo; vor allem in Andernach mit so gro&amp;szlig;em Erfolg umgesetzt worden, dass Andernach bereits fast zur G&amp;auml;nze aufgegessen ist. Nun interessieren sich auch deutsche Metropolen f&amp;uuml;r dieses Konzept. Berlins Bewerbung beim Internationalen Komitee Essbarer St&amp;auml;dte ist allerdings schon gescheitert, erstens weil die Bev&amp;ouml;lkerung dort vermutlich noch vor der f&amp;uuml;r das Jahr 2135 geplanten Er&amp;ouml;ffnung der ersten Kartoffelpflanzung verhungert w&amp;auml;re, zweitens weil die Stadt nach eingehenden Vorunter- suchungen insgesamt als &amp;raquo;nicht zum Verzehr geeignet&amp;laquo; bewertet wurde. In K&amp;ouml;ln kommen seit Jahren entsprechende Planun-gen nicht voran, weil immer wieder die vom Stadtbauamt errichteten Klettervorrichtungen f&amp;uuml;r Stangenbohnen einst&amp;uuml;rzen. In Hamburg ist die Anlage eines Mohrr&amp;uuml;benbeetes f&amp;uuml;rs Erste an der ungekl&amp;auml;rten Finanzierung in H&amp;ouml;he von einer Milliarde Euro gescheitert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daf&amp;uuml;r hat jetzt in M&amp;uuml;nchen die Delegiertenversammlung des TSV 1860 beschlossen, das Trainingsgel&amp;auml;nde der ersten Mannschaft zum Spargelanbau zur Verf&amp;uuml;gung zu stellen, um die prek&amp;auml;re finanzielle Situation des Klubs aufzubessern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-05-03T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Wer schlecht schl&amp;auml;ft, hat nichts zu sagen in der Hypnokratie. Unser Autor &amp;uuml;ber eine Gesellschaftsform, in der allein die Herrschenden die Macht &amp;uuml;ber den Schlaf besitzen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/59171.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine These ist, dass wir nicht in einer Demokratie leben, sondern in einer Hypnokratie, nach Hypnos, dem Gott des Schlafes im alten Griechenland. Die meisten denken ja, dieser Gott sei Morpheus gewesen, aber der war nur der Sohn des Hypnos und f&amp;uuml;r die Tr&amp;auml;ume zust&amp;auml;ndig, sodass, genau genommen, die Redewendung &amp;raquo;in Morpheus&amp;rsquo; Armen&amp;laquo; falsch ist; es m&amp;uuml;sste &amp;raquo;in Hypnos&amp;rsquo; Armen&amp;laquo; hei&amp;szlig;en. Aber das nur nebenbei. Hypnokratie ist die Herrschaft derer, die Macht &amp;uuml;ber den Schlaf haben. Wer die Nachrichten verfolgt, kennt die Bilder von den Nachtsitzungen in Br&amp;uuml;ssel, Berlin und anderswo, vom F&amp;uuml;hrungspersonal, das dauernd von einer Zeitzone in die andere unterwegs ist, von M&amp;auml;nnern, die in jedem Flugzeug ratzen k&amp;ouml;nnen wie satte L&amp;ouml;wen, von der Kanzlerin, die nur vier Stunden Schlaf ben&amp;ouml;tigt, falls &amp;uuml;berhaupt. Die schlafen, wenn sie schlafen wollen, nicht wenn sie m&amp;uuml;ssen. Jedem normalen Menschen w&amp;auml;re das alles unm&amp;ouml;glich. Es herrschen jene, die gott- &amp;auml;hnlich den Schlaf befehligen, ihn herbei- rufen k&amp;ouml;nnen wie einen Hund. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bev&amp;ouml;lkerung hingegen: eine Nation von Schlafgest&amp;ouml;rten, um Nachtruhe Ringenden. Ich kenne eigentlich nur Leute, die schlecht schlafen, zu wenig schlafen, nicht einschlafen k&amp;ouml;nnen, zu fr&amp;uuml;h aufstehen m&amp;uuml;ssen, zu sp&amp;auml;t ins Bett kommen. Warum bestehen eigentlich die meisten Ehen aus einer Person, die gut schl&amp;auml;ft, und einem schlafkranken Menschen? Warum gibt es Verbindungen, in denen der Mann nur schlafen kann, wenn seine Frau neben ihm liegt, hingegen die Frau blo&amp;szlig; hohlen Blickes und von Neid zerfressen in die Finsternis starrt, sobald der Mann neben ihr an der Matratze horcht? So etwas d&amp;uuml;rfte nicht erlaubt sein! Aber die Leute leben oft seit Jahrzehnten zusammen, irgendwie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hypnos, Hypnos, warum hast du uns verlassen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die oft beklagte mindere Qualit&amp;auml;t des deutschen Fernsehprogramms erkl&amp;auml;rt sich &amp;uuml;brigens genau aus diesen Umst&amp;auml;nden. Das Land wird tags&amp;uuml;ber komplett hysterisiert vom Alarmton der Online-Medien, von der Euro-Krise, vom schlechten Wetter und allen m&amp;ouml;glichen Nahrungsskandalen, von Grippefurcht und Zeckenterror, sodass es abends einfach etwas unfassbar Langweiliges ben&amp;ouml;tigt. Anders kommt es nicht zur Ruhe. &lt;em&gt;That&amp;rsquo;s all&lt;/em&gt;. Jede Kritik am deutschen Fernsehen ist &amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssig. Es d&amp;uuml;rfte im Grunde nur nach seinem Beruhigungseffekt beurteilt werden, nicht nach journalistischen oder k&amp;uuml;nstlerischen Gesichtspunkten. Wenn wir gutes Fernsehen h&amp;auml;tten, w&amp;auml;ren wir l&amp;auml;ngst vollst&amp;auml;ndig verr&amp;uuml;ckt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Entwicklung der Hypnokratie aber schreitet voran: Auf der Internetseite &lt;a href=&quot;http://www.aeonmagazine.com/&quot;&gt;aeonmagazine.com&lt;/a&gt; las ich jetzt einen interessanten Artikel mit dem Titel &lt;em&gt;The End of Sleep&lt;/em&gt;, das Ende des Schlafs. Dort wurde die These vertreten, dass dem Menschen ein immer effizienterer Schlaf l&amp;auml;ngst m&amp;ouml;glich sei, weniger mit Hilfe von Medikamenten, die zu viele Nebenwirkungen h&amp;auml;tten, als durch technische Hilfsmittel. F&amp;uuml;r das US-Milit&amp;auml;r sei zum Beispiel eine Schlaf- maske, der &lt;em&gt;Somneo Sleep Trainer&lt;/em&gt;, erfunden worden. Durch w&amp;auml;rmende Ringe um die Augen, Ausblenden von Umgebungsger&amp;auml;uschen und blaues Licht beim Aufwachen verschaffe sie dem Tr&amp;auml;ger jederzeit ein &amp;raquo;strategisches Nickerchen&amp;laquo; von sechzig bis neunzig Minuten: ohne das geringste Einschlafproblem. Auch gebe es in den USA eine k&amp;auml;uflich zu erwerbende Ger&amp;auml;tschaft, die es mit Hilfe von kleineren, den ma&amp;szlig;gebenden Regionen des Gehirns verabreichten Stromst&amp;ouml;&amp;szlig;en erm&amp;ouml;gliche, unter Umgehung des leichteren &amp;Uuml;bergangs-Schlafes direkt in einen so erholsamen Tiefschlaf zu sinken, dass vier Stunden davon acht Stunden Normalschlaf gleichk&amp;auml;men. Technisch ist also l&amp;auml;ngst vieles erreichbar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber warum wissen wir Gew&amp;ouml;hnlichen davon nichts? Warum lese ich davon nur auf einer entlegenen britischen Internetseite? Weil wir eben in einer Hypnokratie leben: &lt;em&gt;Somneo&lt;/em&gt;-Masken und Schlafstrom f&amp;uuml;r die Herrschenden, Fernsehen f&amp;uuml;r uns.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-04-26T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Staunend steht unser Autor im Supermarkt vor dem meterlangen Gurkenregal. Und sp&amp;uuml;rt auf einmal eine unheimliche N&amp;auml;he, ja Verwandtschaft zu den in w&amp;uuml;rziger Tunke schwimmenden Fr&amp;uuml;chten, die ihn erschaudern l&amp;auml;sst.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/58921.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geschah k&amp;uuml;rzlich vor dem Gew&amp;uuml;rzgurkenregal in einem gro&amp;szlig;en Supermarkt, dass mich eine Ehrfurcht vor den F&amp;auml;higkeiten unserer Zivilisation anwehte. Dieses Gurkenregal war ungeheuer gro&amp;szlig;. Zehn Schritte nach links, zehn Schritte nach rechts: Ich w&amp;auml;re jeweils nicht an seinem Ende gewesen. Die Menschen in diesem Land scheinen einen gro&amp;szlig;en Teil ihrer Ern&amp;auml;hrung mit Gurken zu bestreiten, denn man kann sagen, dass kein anderes Regal im Supermarkt ein solches Ausma&amp;szlig; hatte, vielleicht noch die Keks-Abteilung, aber das sollen andere pr&amp;uuml;fen. Keks und Gurke sind insofern nicht vergleichbar, als der Keks ein handwerkliches Produkt ist und im Laufe der Geschichte zu einer F&amp;uuml;lle von Ausformungen gefunden hat, Butterkeks, M&amp;uuml;rbekeks, Schokokeks, Doppelkeks und so weiter, dies alles jeweils kulturell differenziert und nach L&amp;auml;ndern aufgef&amp;auml;chert, &lt;em&gt;Abbracci&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;Pan di Stelle&lt;/em&gt; in Italien, &lt;em&gt;Shortbread&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;Gingerbread&lt;/em&gt; in England, &lt;em&gt;Chocolate Chip Cookies&lt;/em&gt; in den USA.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Gurke jedoch ist nun eben die Gurke, von Natur aus gro&amp;szlig; oder klein, j&amp;uuml;nger oder &amp;auml;lter, man legt sie ein oder isst sie frisch, mehr ist da nicht zu machen. Und doch, und doch. Hier im Regal stand Gurkenglas an Gurkenglas: Gurken mild-s&amp;uuml;&amp;szlig;, s&amp;uuml;&amp;szlig;-w&amp;uuml;rzig, scharf-w&amp;uuml;rzig, knackig-aromatisch, knackig-scharf, knackig-pikant, knackig-w&amp;uuml;rzig, mild-w&amp;uuml;rzig, Moskauer Gurken, M&amp;uuml;nchner Gurken, Spreew&amp;auml;lder Gurken, Breslauer Happen, Ungarische Gurken, G&amp;auml;rtner-Gurken, B&amp;auml;rlauch-Gurken, Knoblauch-Gurken, Dillgurken, Honiggurken, Senfgurken, Pfeffer-Gurken, mehr als sechzig Varianten. Unglaublich, was der Mensch dieser banalen Frucht abgerungen hat. Und dass er ausgerechnet im Ringen mit der Gurke an seine Grenzen ging, den Weg zur&amp;uuml;cklegte von der urt&amp;uuml;mlichen Salzgurke hin zum &amp;raquo;Schlemmert&amp;ouml;pfchen feine G&amp;uuml;rkchen&amp;laquo;, zu &amp;raquo;Kleine G&amp;uuml;rkchen handverlesen&amp;laquo;, ja am Ende zu &amp;raquo;Bayerischen Brotzeitgurken direkt von Bauernhand eingelegt&amp;laquo;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Solche Momente des Innehaltens im Supermarkt kann ich nur empfehlen. Auch bei den Sp&amp;uuml;lmaschinentabs ergreift mich immer wieder Freude &amp;uuml;ber den Menschen und seine Leistungen: Seit 2000 wird diesen Tabs Jahr f&amp;uuml;r Jahr, so haben die Autoren der Internetseite &lt;a href=&quot;http://riesenmaschine.de/&quot;&gt;Riesenmaschine.de&lt;/a&gt; beobachtet, jeweils eine Funktion hinzugef&amp;uuml;gt. Das hei&amp;szlig;t, im Moment steht zum Beispiel der &lt;em&gt;ja! Geschirr-Reiniger&lt;/em&gt; bei zw&amp;ouml;lf F&amp;auml;higkeiten (was 2013 bringen wird, ist noch unklar): vom Geschirrsp&amp;uuml;len &amp;uuml;ber Wasserenth&amp;auml;rten und Silberschutz zu Power-Entkrusten und Geruchsneutralisieren. Setzt sich dieser Prozess fort, m&amp;uuml;ssen bis zum Jahr 2500 genau 488 weitere Funktionen f&amp;uuml;r Geschirrsp&amp;uuml;ltabs erfunden werden, vermutlich f&amp;uuml;r das Aus- und Einr&amp;auml;umen der Maschine, vielleicht sogar ein Anti-Migr&amp;auml;ne-Effekt sowie das Abholen der Kinder von der Schule, und &amp;raquo;in etwa 10100 Jahren werden Sp&amp;uuml;lmaschinentabs alle im Universum vorhandenen Funktionen &amp;uuml;bernommen haben&amp;laquo;, wie die Riesenmaschine herausgefunden hat. Aber warum ist der Mensch gerade im Ringen mit der Gurke zur Hochform aufgelaufen? Warum hat er nicht der Tomate diesen Variantenreichtum abgezwungen? Dem Pilz? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu den Werken des bedeutenden &amp;ouml;sterreichischen K&amp;uuml;nstlers Erwin Wurm geh&amp;ouml;rt ein &lt;em&gt;Selbstportr&amp;auml;t als Essiggurkerl&lt;/em&gt;, das aus 36 in Acryl gegossenen und t&amp;auml;uschend echt bemalten Gurken besteht, die auf wei&amp;szlig;en Podesten aufrecht stehend pr&amp;auml;sentiert werden. Man sieht bei der Betrachtung dieser Gurkenskulpturen, was man auch den Gurken im Glas ansehen k&amp;ouml;nnte: Keine Gurke gleicht der anderen, jede ist ein wenig anders gebogen, besitzt andere Hautschattierungen, eine andere Oberfl&amp;auml;chenstruktur. Die Gurke ist so individuell wie wir, sie ist quasi der &lt;em&gt;Homo sapiens&lt;/em&gt; unter den Gem&amp;uuml;sen und der Mensch die Gurke unter den S&amp;auml;ugetieren! Womit f&amp;uuml;r heute alles mal wieder klar und hinreichend erkl&amp;auml;rt w&amp;auml;re. Und jetzt? Brotzeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-04-19T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Die evangelische Frauenarbeit in Bremen ruft eine neue Ern&amp;auml;hrungs-Initiative ins Leben. Auch wenn er seinen Hartwurstkonsum nun einschr&amp;auml;nken soll, ist unser Autor ganz daf&amp;uuml;r. Da ist nur dieses eine Wort, das er einfach nicht mehr h&amp;ouml;ren kann.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/322497/58659.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was das Volk angeht, so muss leider in aller Deutlichkeit gesagt werden: Es ist zu fett. Insbesondere isst das Volk zu viel verarbeitetes Fleisch. Wieder und wieder ist dem Volk in aller Deutlichkeit gesagt worden, dass es ausgesprochen ungesund sei, pro Tag mehr als vierzig Gramm Wurst zu sich zu nehmen. Schon ein einziges Wiener W&amp;uuml;rstchen wiegt aber nicht unter f&amp;uuml;nfzig Gramm! Dem Verfasser sind nun Mitglieder dieses Volkes bekannt, die erst gestern 2 (in Worten: zwei!) Wiener verzehrt haben; mit einem Fu&amp;szlig; im Grabe stehend, die durch ausufernden Fleischkonsum entstandene Klimakatastrophe quasi billigend, alle kardiologischen Bedenken in den Wind schlagend haben sich diese Menschen r&amp;uuml;cksichtslos dem eigenen Tod entgegengefressen. &lt;br /&gt;Ja, der Autor selbst muss bekennen, erst vor 14 Tagen in nachgerade sabbernder Gier seine Z&amp;auml;hne in ein St&amp;uuml;ck luftgetrockneter Hartwurst geschlagen zu haben. In zentimeterdicken Scheiben schnitt er, der Autor, sich - die arteriosklerotischen Prozesse in seinem eigenen K&amp;ouml;rper nicht achtend - St&amp;uuml;ck um St&amp;uuml;ck dieser Hartwurst ab, die ja im Grunde eine einzige ges&amp;auml;ttigte Fetts&amp;auml;ure war, und w&amp;auml;hrend ihm der eigene Cholesterinspiegel bereits bis zur Unterlippe stand, beherrschte ihn dabei ein ebenso widerw&amp;auml;rtiges wie unabweisbares Gef&amp;uuml;hl: Es schmeckt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedem ist klar: Es kann so mit dem Volk nicht weitergehen. Es muss gef&amp;uuml;hrt und erzogen werden. Von hier aus deshalb ein klares Ja zu allen Verboten, ein Ja zu moralischen Appellen, ein Ja zum Aufruf des Freiburger Weihbischofs Uhl, sich ges&amp;uuml;nder zu ern&amp;auml;hren, ein Ja zum &amp;raquo;Veggie-Day&amp;laquo; in der Versicherungskammer Bayern und den Kantinen von &lt;em&gt;Puma&lt;/em&gt; in Herzogenaurach und Ho-Chi-Minh-Stadt, ja, ja, ja, es ist gro&amp;szlig;artig, dass endlich auch &lt;em&gt;Puma&lt;/em&gt; fleischfrei lebt! Ja, verbietet uns, was uns schadet, f&amp;uuml;hrt uns, erzieht uns und beachtet um Himmels willen unsere Renitenz, &amp;uuml;berlasst uns nicht unserem eigenen Appetit, vergesst nicht unsere List und unsere F&amp;auml;higkeit, im Dunkel der Nacht K&amp;uuml;hlschr&amp;auml;nke anzuschleichen. Schneidet uns die Wege ab, macht uns ein schlechtes Gewissen, nervt uns, helft uns! Wir schaffen es nicht allein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja aus diesem Grunde auch zur Ern&amp;auml;hrungs-Initiative der Evangelischen Frauenarbeit Bremen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber eine Bitte! K&amp;ouml;nnte man, liebe Evangelische Frauenarbeit Bremen, das Motto Eurer Aktion vielleicht nicht &amp;raquo;Fairspeisen&amp;laquo; nennen? Es gibt doch schon das Kochbuch &lt;em&gt;Einfach fairspeisen&lt;/em&gt; von Franz Leutner - und dann auch die &amp;raquo;Fairteiler-Tour&amp;laquo; des Deutschen Gewerkschaftsbundes Hessen-Th&amp;uuml;ringen gegen Verteilungsungerechtigkeit in Deutschland. Die Kuh &amp;raquo;Faironika&amp;laquo; wirbt f&amp;uuml;r faire Bezahlung der Milchbauern. Das B&amp;uuml;ndnis &amp;raquo;Umfairteilen&amp;laquo; warnt vor einer Spaltung der Gesellschaft. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend engagiert sich unter dem Titel &amp;raquo;Fairbrechen - lebensl&amp;auml;nglich f&amp;uuml;r den fairen Handel&amp;laquo; f&amp;uuml;r gerechte Bezahlung im weltweiten Handel. Wir haben das &amp;raquo;Fairkaufhaus&amp;laquo; in Spandau und den &amp;raquo;Fairkaufladen&amp;laquo; in Petershausen, auch die Mode-Labels &amp;raquo;Fairliebt&amp;laquo; und &amp;raquo;Fairgissmeinnicht&amp;laquo;, vom &amp;raquo;Ratgeber Fairkehr&amp;laquo; in Germering und der Firma fairSCHENKEN in 8620 Wetzikon/Schweiz nicht zu reden. Und dann w&amp;auml;re da noch die &amp;Uuml;berschrift &amp;raquo;Darauf ist echt Fairlass&amp;laquo; zu einem Artikel in der &lt;em&gt;tageszeitung&lt;/em&gt; &amp;uuml;ber &amp;raquo;Fairsicherungsl&amp;auml;den&amp;laquo;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist wirklich nicht so, dass ich keine Freude an Kalauern h&amp;auml;tte, die Friseurbetriebe &amp;raquo;Mata Haari&amp;laquo; in Berlin-Friedenau und &amp;raquo;mataHAARi&amp;laquo; in Hamburg sowie &amp;raquo;Kamm in&amp;laquo; in Friedberg, Passau, Bergheim, Hamburg, Berlin und anderorts haben mir echt Superspa&amp;szlig; gemacht, auch Schau hair, Hairreinspaziert, Com-Hair, Haar-em, Haar-Moni und Salon Kaiserschnitt finde ich total lustig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber &amp;raquo;Fairspeisen&amp;laquo;, bitte, vielleicht habe ich zu oft Nitritp&amp;ouml;kelsalz geschluckt oder etwas zu viel Fleisch von nicht regionalen Lieferanten gekauft - auf jeden Fall: Ich habe das Gef&amp;uuml;hl, es ist nicht gut f&amp;uuml;r meinen Blutdruck, wenn ich dieses Wort noch EIN EINZIGES MAL lese.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-04-12T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;&amp;Ouml;l, Wind, die Fu&amp;szlig;ball-Weltmeisterschaft - alles ist immer am falschen Ort. Unser Autor &amp;uuml;ber ein Weltgesetz, das schon viel Unheil angerichtet hat.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/58383.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Eines der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Probleme der Welt ist, dass die Dinge nicht dort sind, wo sie hingeh&amp;ouml;ren. Nehmen wir den Winter. Im Winter ist es kalt. Der Mensch h&amp;auml;tte es gern warm, er m&amp;uuml;sste sich dringend mal die Sonne auf den Pelz scheinen lassen; das geht aber nicht, weil K&amp;auml;lte herrscht. Ausgerechnet dann, wenn wir am dringendsten W&amp;auml;rme br&amp;auml;uchten, im Winter n&amp;auml;mlich, herrscht K&amp;auml;lte! Das ist absurd.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Was tut der Mensch? Er heizt. Womit heizt er? Beispielsweise mit &amp;Ouml;l. Woher kommt das &amp;Ouml;l? Es kommt aus L&amp;auml;ndern des S&amp;uuml;dens, dem Emirat Katar etwa, einer Gegend, in der so erbarmungslose Hitze herrscht, dass Heizen mit &amp;Ouml;l Selbstmord w&amp;auml;re, man w&amp;uuml;rde im eigenen Schwei&amp;szlig; verkochen. Die Hitze im Emirat Katar ist so gro&amp;szlig;, dass man dort vor allem im Sommer nicht Fu&amp;szlig;ball spielen kann, was insofern ein Problem ist, als Katar im Sommer des Jahres 2022 Veranstalter der Fu&amp;szlig;ball-Weltmeisterschaft sein soll.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Als den Fu&amp;szlig;ball-Weltverband die best&amp;uuml;rzende Nachricht ereilte, dass es in Katar zu hei&amp;szlig; zum Fu&amp;szlig;ballspielen ist, war es zu sp&amp;auml;t: Die WM war bereits dorthin vergeben. Ganz &amp;auml;hnlich war es ja &amp;uuml;brigens mit den Olympischen Winterspielen 2014, die in Sotschi abgehalten werden sollen. Zwar sprach sich irgendwann im Olympischen Komitee herum, Sotschi sei ein Badeort am Schwarzen Meer, der auf dem gleichen Breitengrad wie Nizza liege, einer Stadt, die, wie man h&amp;ouml;rt, nicht zu den Zentren des Wintersports geh&amp;ouml;rt. Aber da war die Entscheidung schon f&amp;uuml;r Sotschi gefallen, was zur Folge hat, dass in diesen Tagen 450 000 Kubikmeter Schnee in h&amp;ouml;heren Lagen des Kaukasus unter gro&amp;szlig;en Planen eingebunkert werden, als Vorrat f&amp;uuml;r 2014, damit dann im milden Schwarzmeerfr&amp;uuml;hling Winterspiele stattfinden k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wo waren wir? Genau: Alles ist immer am falschen Ort. Das &amp;Ouml;l aus Katar zum Beispiel muss mit Schiffen nach Europa gebracht werden. Schiffe fahren auf dem Meer, wobei nun das Problem auftritt, dass in der Nordsee immer mehr Windkraftanlagen gebaut werden, um welche man die Schiffe herumman&amp;ouml;vrieren muss. Mit dem Wind wird auf dem Meer Strom erzeugt, der aber nicht auf hoher See ben&amp;ouml;tigt wird, sondern im S&amp;uuml;den Deutschlands, wo es nicht genug Wind gibt, weshalb dieser Strom &amp;uuml;ber gigantische Stromtrassen durch Deutschland dorthin gebracht werden muss, solche mit oberschenkeldicken Kabeln und riesigen Masten, die dort, wo sie gebaut werden, auch keiner braucht. Aber es geht nun mal nicht anders.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Anderes Beispiel jetzt: Zypern. Zypern hatte, wie wir h&amp;ouml;ren, einen &amp;raquo;&amp;uuml;berdimensionierten Bankensektor&amp;laquo;, f&amp;uuml;r Zypern h&amp;auml;tten im Prinzip ein paar kleinere Filialen der Stadtsparkasse Bad Schw&amp;uuml;rbelbach ausgereicht. Richtig w&amp;auml;re also gewesen, den zyprischen Bankensektor sorgsamer zu dimensionieren, Liechtenstein ist da ein sch&amp;ouml;nes Vorbild, auch die Schweiz. In der Schweiz gibt es viel Geld, auch leben viele Bankfachleute dort, dann ist es nur logisch, dass man da auch viele Banken hat, oder? Jedenfalls haben Banken Zypern ruiniert, weil sie nicht da waren, wo sie hingeh&amp;ouml;ren.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Im Emirat Katar wird nun &amp;uuml;berlegt, die Fu&amp;szlig;ball-WM in den Winter zu verlegen, weil es zu dieser Zeit auch dort etwas k&amp;uuml;hler ist. Fachleute wenden ein, Katar habe die Veranstaltung nur f&amp;uuml;r den Sommer zugesprochen bekommen, weshalb man dann die WM auch gleich ganz woanders veranstalten k&amp;ouml;nnte, in Sotschi etwa, wo im Winter angenehme Temperaturen herrschen, oder in Alaska, wo man im Winter nicht Fu&amp;szlig;ball spielen kann, aber das kann man im Sommer in Katar ja auch nicht. Doch das wird nicht passieren, glaube ich, weil das Emirat Katar dank seines &amp;Ouml;ls schon genug Geld hatte, sich die WM zu verschaffen. Da wird es auch reichen, die WM nicht wieder wegzugeben.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Denn es sind ja nicht nur die K&amp;auml;lte, das &amp;Ouml;l, der Wintersport, der Fu&amp;szlig;ball, der Wind und die Banken immer dort, wo sie nicht hingeh&amp;ouml;ren. Es ist vor allem auch, wie jeder wei&amp;szlig;, das Geld nie da, wo es wirklich gebraucht w&amp;uuml;rde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke </dc:creator>
    <dc:date>2013-04-05T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Auch wenn nicht zu bef&amp;uuml;rchten ist, dass einem der Blumenkohl vom Teller ins Gesicht springt: Pflanzen wehren sich auf vielf&amp;auml;ltige Weise dagegen, gegessen zu werden, wie unser Autor herausgefunden hat.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/58299.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Zu den interessantesten F&amp;auml;higkeiten des Menschen geh&amp;ouml;rt das Staunen, ja, ich glaube, man kann sagen, das Staunen macht den Menschen erst aus, es ist der Beginn aller Neugier und Philosophie. K&amp;ouml;nnten wir nicht staunen, w&amp;uuml;rden wir immer noch Beeren sammeln und Fleisch roh aus toten Tieren bei&amp;szlig;en. Falls wir es bis dahin geschafft h&amp;auml;tten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; K&amp;uuml;rzlich staunte ich etwa, als ich mitten in einem Artikel &amp;uuml;ber die Ern&amp;auml;hrung von Fischen den Satz eines Fischern&amp;auml;hrungsfachmannes (Was man alles werden kann im Leben!) las: &amp;raquo;Pflanzen wollen nicht gefressen werden.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Dar&amp;uuml;ber hatte ich noch nie nachgedacht. Woran merkt man, dass Pflanzen nicht gefressen werden wollen? Sie wehren sich. Wie wehren sich Pflanzen? Sie haben zum Beispiel Dornen. Bitte, es ist peinlich, nie in meinem Leben hat mich die Frage besch&amp;auml;ftigt, warum Pflanzen Dornen haben. Ich habe diese Dornen einfach in ihrer Existenz hingenommen, fraglos ihr Dasein akzeptiert. Wie dumpf ist das denn?! Ich muss mein Leben &amp;auml;ndern; dieser Fischern&amp;auml;hrungsfachmann hat mit einem einzigen kurzen Satz aus mir einen anderen gemacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich begann der Frage des Pflanzenwillens im Internet, in B&amp;uuml;chern, im Archiv nachzugehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Denn es sind ja nicht nur die Dornen, mit denen Pflanzen sich wehren. Sie bilden auch Gifte. Die Kartoffel ist das beste Beispiel: Alles Gr&amp;uuml;ne am Kartoffelgew&amp;auml;chs &amp;ndash; Bl&amp;auml;tter, aber auch Keime und Schalen &amp;ndash; ist giftig. Oder die Tabakpflanze. Beginnt eine Raupe an ihr zu fressen, bilden die verletzten Teile einen Alarmstoff, der bis in die Wurzeln wandert, wo von Stund an vermehrt Nikotin gebildet wird und bis in die Bl&amp;auml;tter zieht, ein schweres Nervengift, das die Raupe, weil auch sie nicht sterben will, veranlasst, sich zu einer anderen Pflanze zu begeben. Jeder andere w&amp;uuml;rde es ihr gleichtun, Helmut Schmidt nat&amp;uuml;rlich ausgenommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Was ergibt sich daraus f&amp;uuml;r den Vegetarier? Muss er f&amp;uuml;rchten, dass ihm der Blumenkohl vom Teller ins Gesicht springt, &amp;auml;ngstlich, w&amp;uuml;tend? Sich der Gabel als Waffe bem&amp;auml;chtigend? Nein, der Obst- und Gem&amp;uuml;se-Esser sollte nur die Fr&amp;uuml;chte von Pflanzen essen, nicht die Pflanzen selbst. Der Apfel etwa ist vom Apfelbaum selbst zum Verzehr empfohlen, bliebe er n&amp;auml;mlich ungegessen neben dem Baum liegen, w&amp;auml;re er nutzlos; Apfelb&amp;auml;ume geben Stoffe in den Boden ab, die in ihrer N&amp;auml;he das Keimen anderer B&amp;auml;ume und sogar des eigenen Nachwuchses verhindern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wirklich, ich verdanke diesem einen Satz, den ich zuf&amp;auml;llig las, hochinteressante Stunden. Beispielsweise gibt es in Mexiko eine Akazien-Art, die gegen das Gefressenwerden ein solches Sicherheitssystem entwickelt hat, dass man sich diesen B&amp;auml;umen nicht einmal n&amp;auml;hern sollte. Sie haben nicht nur Dornen, sie halten sich auch eine spezielle Ameisenart als Security-Personal. Diese Ameisen t&amp;ouml;ten jedes Insekt, dass sich ihrem Freund, dem Baum, egal in welcher Absicht n&amp;auml;hert, ja, sie fallen sogar &amp;uuml;ber Menschen her, welche die N&amp;auml;he der Akazie suchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber warum? Wieso verteidigen sie die Akazie so? Weil die Pflanze den Tieren einen idealen Lebensraum bietet. In ausgeh&amp;ouml;hlten Dornen ziehen sie ihre Larven auf. Sie ern&amp;auml;hren sich von Nektar, den die Akazie aus brunnenartigen Dr&amp;uuml;sen absondert, die an ihren Bl&amp;auml;ttern sitzen. Auch wachsen an diesen Bl&amp;auml;ttern kleine gelbe K&amp;uuml;gelchen, Belt&amp;rsquo;sche K&amp;ouml;rperchen, welche die Tiere ernten. Zum Dank putzen sie den Baum sogar: Spinnweben, Staub, Pilzsporen &amp;ndash; alles weg, weg, weg. Ja, es gibt auf Java einen Baum namens &lt;em&gt;Macaranga triloba&lt;/em&gt;, der Ameisen &amp;auml;hnlich angenehme Lebensbedingungen bietet wie die Akazie, nur dass er sogar noch seine Blattstengel mit Spezialwachs beschichtet, auf dem sich nur Ameisen halten k&amp;ouml;nnen. Alle anderen Insekten rutschen ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wir Fachleute nennen diese Lebensgemeinschaft von Ameisen und Pflanzen &amp;uuml;brigens Myrmekophylaxis, das nur nebenbei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Jetzt bin ich 57. Ich glaube, die Zeit, die mir noch bleibt, werde ich der Akazienforschung widmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-03-28T12:00:00+01:00</dc:date>
  </item>

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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Alle &amp;auml;rgern sich dar&amp;uuml;ber, dass der Berliner Flughafen und die Elbphilharmonie nicht fertig werden - unser Autor freut sich. Denn das Unfertige kann auch etwas Inspirierendes haben.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/58101.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Nun gibt es in fast allen f&amp;uuml;hrenden deutschen Gro&amp;szlig;st&amp;auml;dten unvollendete Gro&amp;szlig;bauprojekte: Stuttgart hat den Bahnhof, M&amp;uuml;nchen die zweite S-Bahn-Stammstrecke, K&amp;ouml;ln seine U-Bahn, Hamburg die Elbphilharmonie und Berlin den Flughafen (von der neuen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes und dem Stadtschloss jetzt mal nicht zu reden). Lediglich aus Frankfurt und aus, sagen wir, Hannover, ist nichts dergleichen bekannt. Aber wer wei&amp;szlig;, was die Leute dort verheimlichen. Am Ende bauen sie seit Jahrzehnten an Kathedralen herum und sagen nix.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Was ich nicht verstehe: die heftige Kritik an den Planern der Vorhaben. Was ist so schlimm daran, wenn etwas nicht fertig wird oder gar nicht erst so recht entstehen will? M&amp;uuml;nchen hat im Zentrum seit 1945 einen leeren Platz, den Marienhof hinter dem Rathaus. Dieses Gel&amp;auml;nde wird immer neu bearbeitet, mal begr&amp;uuml;nt man es, dann wieder w&amp;uuml;hlen Arch&amp;auml;ologen herum, im Winter gibt es Eislauf, im Sommer ein Weinfest, bisweilen stehen nur Baucontainer herum, in Staub und Schlamm. Der Marienhof ist f&amp;uuml;r M&amp;uuml;nchen eine permanente M&amp;ouml;glichkeit. Immer, wenn man dort vorbeikommt, macht man sich Gedanken, was dort sein k&amp;ouml;nnte. So etwas regt die Fantasie enorm an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es gibt ja nichts L&amp;auml;hmenderes als eine fertige Stadt. Berlins Attraktivit&amp;auml;t r&amp;uuml;hrt nicht daher, dass dort alles wunderbar in Ordnung w&amp;auml;re, sondern dass es sozusagen eine dauerhafte gro&amp;szlig;e Chance ist. Fr&amp;uuml;her sagte man, wie toll Berlin sein k&amp;ouml;nnte, wenn die Mauer weg w&amp;auml;re. Nun ist sie weg, und es hei&amp;szlig;t: Berlin k&amp;ouml;nnte gro&amp;szlig;artig sein, wenn Wowereit nicht regieren w&amp;uuml;rde, wenn der Flughafen mal in Betrieb ginge, wenn in der Mitte endlich das Stadtschloss st&amp;uuml;nde. Das sch&amp;ouml;ne Berlin existiert immer nur in der Vorstellung der Menschen. Genau das macht die Anziehungskraft der Stadt aus. Dass man hier ohne Fantasie nicht auskommt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Der Mensch m&amp;ouml;chte doch planen, er braucht das Potenzielle, Visionen. Nehmen wir Barcelona: Seit 1882 wird an der Kathedrale &lt;em&gt;Sagrada Fam&amp;iacute;lia&lt;/em&gt; gebaut, die Fertigstellung liegt in weiter Ferne. Aber die Kirche ist die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Touristenattraktion Spaniens, bisweilen kommen mehr als zwei Millionen Besucher pro Jahr, mehr als zur Alhambra oder in den Prado. Gerade las ich, dass der Berliner Nichtflughafen nicht etwa deshalb Tag und Nacht strahlend hell erleuchtet ist, weil man das Licht f&amp;uuml;r Bauarbeiten oder Putzkolonnen ben&amp;ouml;tigte oder damit Mehdorn durchblickt. Sondern die Lampen sind an, &lt;em&gt;weil keiner wei&amp;szlig;, wie man sie ausmacht&lt;/em&gt;. Vielleicht gibt es keine Lichtschalter, vielleicht hat man sie in die Entrauchungsanlage eingebaut, vielleicht sollten sie mit dem Flugzeug geliefert werden und dieses konnte nicht landen, weil der Flughafen nicht er&amp;ouml;ffnet wurde, wer wei&amp;szlig; das schon? Als man in K&amp;ouml;ln vor Urzeiten mit dem U-Bahn-Bau begann, montierten sie das Vordach der Philharmonie ab, damit es keinen Schaden nehme. Aber man hat dieses Vordach dann nie wiedergefunden, es ist &lt;em&gt;einfach weg.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wir brauchen doch dies&amp;rsquo; Unerkl&amp;auml;rliche. Unser Leben ist so vernunftgesteuert und durchrationalisiert, das Religi&amp;ouml;se verschwindet &amp;ndash; aber solche Bauvorhaben geben uns etwas Numinoses. Und: Eine Stadt braucht Gespr&amp;auml;chsthemen, etwas die B&amp;uuml;rger Verbindendes, auch ein Generationen &amp;uuml;bergreifendes Ziel: Wir packen das, irgendwann, auch wenn es erst im Jahr 3000 ist. Am K&amp;ouml;lner Dom hat man mehr als 600 Jahre gebaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Und das Geld ist ja nicht weg. Im Tatort k&amp;uuml;rzlich (dem mit Til  Schweiger) schleppte sich eine russische Zwangsprostituierte schwer blutend aufs Dach der Elbphilharmonie, aus tief im Drehbuch verborgenen Gr&amp;uuml;nden. Warum? Weil es die Elbphilharmonie eben gibt. (Oder jedenfalls beinahe.) G&amp;auml;be es sie nicht, h&amp;auml;tte man sie bei Kosten von etwa einer Milliarde Euro extra f&amp;uuml;r den Tatort errichten m&amp;uuml;ssen. Und das w&amp;auml;re vielleicht doch &amp;uuml;bertrieben gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-03-22T12:00:00+01:00</dc:date>
  </item>

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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Unser Autor hat herausgefunden, wie Europa aus der Finanzkrise herauskommen kann. Die L&amp;ouml;sung liegt auf der Hand - man fragt sich, warum sie unseren Politikern bisher entgangen ist.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/57647.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Dieser Tage ist mir eingefallen, wie Europa aus seiner Finanzkrise zu retten w&amp;auml;re. Es ist gar nicht schwer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich hatte eine Diskussion mit Bruno, meinem alten Freund, der seine B&amp;uuml;cher bei Amazon bestellt, obwohl jeden Tag in den Zeitungen steht, wie scheu&amp;szlig;lich Amazon viele Mitarbeiter behandelt. Bruno argumentierte, er sei ein bequemer Mensch und lasse sich die Dinge gern ins Haus schicken; auch habe er zu wenig Zeit, um sich in Gesch&amp;auml;ften herumzutreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich sagte: Ob er nicht wisse, dass auch Buchhandelsketten wie Osiander, Hugendubel oder Thalia einen jeweils hervorragenden Internetservice h&amp;auml;tten, dass jede deutsche Buchhandlung &amp;uuml;ber Nacht Hunderttausende von B&amp;uuml;chern besorgen k&amp;ouml;nne, dass die dann oft viel schneller da seien als die von Amazon (die nicht selten tagelang erst mal beim Nachbarn heruml&amp;auml;gen), dass dieser Service weltweit einmalig sei. Ich argumentierte politisch mit der Ver&amp;ouml;dung unserer St&amp;auml;dte durch die Ausbreitung des Online-Handels. Ich argumentierte &amp;ouml;kologisch mit dem Wahnsinn der st&amp;auml;ndig durch unsere Stra&amp;szlig;en gurkenden Paketlieferanten mit ihren aufwendig verpackten Heizl&amp;uuml;ftern, Klamotten, B&amp;uuml;chern und Weinkisten im Frachtraum. Ich argumentierte moralisch: Der Mittelstand, S&amp;auml;ule unseres Gemeinwesens, sei bedroht durch Konzerne.&lt;br /&gt; Bruno zuckte die Achseln. So sei der Kapitalismus, der Starke fresse den Schwachen. Aber, rief ich, die Macht im Kapitalismus hat der Verbraucher, er trifft die Entscheidungen. Der Verbraucher, sagte Bruno, ist ein Egoist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Auf der Suche nach weiteren Argumenten entdeckte ich dann einen Bericht des &lt;em&gt;Handelsblatts&lt;/em&gt;: Den Finanzbeh&amp;ouml;rden gingen Hunderte von Millionen Euro verloren, weil Amazon durch eine ausgekl&amp;uuml;gelte Struktur von Tochterfirmen einen gro&amp;szlig;en Teil seiner Gewinne nach Luxemburg verlagere, wo sie nur sehr gering besteuert w&amp;uuml;rden. Der entsprechende und in diesem Fall g&amp;uuml;ltige Satz &amp;uuml;berschreite die sechs Prozent nicht, mit etwas mehr Geschick seien sogar fast null Prozent m&amp;ouml;glich. Dies sei ein legales und &amp;uuml;bliches Verhalten, auch Apple, Google, Microsoft und andere Riesenfirmen dr&amp;uuml;ckten so ihre Steuerlast tief nach unten. Starbucks zum Beispiel habe in Gro&amp;szlig;britannien in vierzehn Jahren drei Milliarden Pfund eingenommen, aber nur neun Millionen Steuern gezahlt. Und Amazon habe in den vergangenen Jahren in Luxemburg zwei Milliarden Euro steuerfrei gebunkert, Geld f&amp;uuml;r weitere Expansion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das fand ich erstaunlich: Dass der deutsche Buchhandel letztlich mit Steuern die Stra&amp;szlig;en finanziert, auf denen seine sch&amp;auml;rfste Konkurrenz ihre Waren zu den Kunden bringt. Wobei man im Grunde der Firma keinen Vorwurf machen kann. Sie tut nichts Verbotenes, sie nutzt ja nur Chancen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Doch wer bietet ihr diese?&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich las weiter, erst im Oktober 2012 habe Amazon ein neues Firmengeb&amp;auml;ude in Luxemburg er&amp;ouml;ffnet, in Anwesenheit des luxemburgischen Finanzministers, dessen Regierungschef Jean-Claude Juncker &amp;uuml;brigens oft und gern neue Hilfen f&amp;uuml;r die Krisenl&amp;auml;nder Europas fordert. Und ich fand in der &lt;em&gt;Wirtschaftswoche&lt;/em&gt; ein Gespr&amp;auml;ch mit dem EU-Steuerkommissar Algirdas &amp;Scaron;emeta, der beklagte, den Finanzbeh&amp;ouml;ren in Europa gehe j&amp;auml;hrlich eine Billion Euro verloren &amp;ndash; und zwar nur zu einem kleineren Teil durch kriminelle Steuerhinterziehung. &amp;raquo;Leider gibt es in der Europ&amp;auml;ischen Union zu viele M&amp;ouml;glichkeiten&amp;laquo;, sagte &amp;Scaron;emeta, &amp;raquo;seine Steuern ganz offen zu minimieren. Diese erlauben einigen multinationalen Unternehmen, eine aggressive Strategie zur Steuervermeidung zu betreiben.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Eine Billion Euro. Das sind tausend Milliarden Euro, nicht wahr? Das ist ein Betrag mehr als dreimal so hoch wie die Ausgaben im Bundeshaushalt 2013.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Irgendwo las ich auch, dass Deutschland durch die Euro-Krise im allerschlimmsten Fall bis zum Jahr 2015 Kosten in H&amp;ouml;he von 70,8 Milliarden Euro entst&amp;uuml;nden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich bin kein Fachmann. Im Grunde frage ich mich blo&amp;szlig;: Warum ist Europa eigentlich &amp;uuml;berhaupt in einer Finanzkrise?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-03-15T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Angst vor dem Weltuntergang? Zum Gl&amp;uuml;ck wei&amp;szlig; unser Autor, wie man die Erde vor einem Asteroideneinschlag besch&amp;uuml;tzen kann. Entscheidend hierbei: die Hilfe des Malergewerbes.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/57503.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Letztlich bin ich nicht sicher, ob es eine gute Idee Gottes war, die Welt aus dem Urknall heraus entstehen zu lassen. Man h&amp;auml;tte sich auch softere Methoden vorstellen k&amp;ouml;nnen, ein Modellieren, bed&amp;auml;chtiges Plastizieren, meinetwegen auch eine Art Backen von Planeten. Oder so etwas wie Bildhauerei oder wenigstens T&amp;ouml;pfern. Aber er wird seine Gr&amp;uuml;nde gehabt haben, und letztlich l&amp;auml;uft es wohl darauf hinaus, dass der Herr es wahrscheinlich einfach geil fand, alles richtig krachen zu lassen. Man kann das ja verstehen und auch nachvollziehen; der eine lebt diesen Aspekt f&amp;uuml;r sich nur Silvester auf der Terrasse aus, der andere mit kontrollierten Sprengungen von alten Weltkriegzwo-Bomben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;Uuml;brigens glaube ich, dass der Sch&amp;ouml;pfer letztlich eben doch ein Mann war, keine Sch&amp;ouml;pferin. Eine Frau w&amp;auml;re anders vorgegangen, nicht so rabiat krachend. Eine G&amp;ouml;ttin h&amp;auml;tte die Erde eher aus dem Gespr&amp;auml;ch heraus erschaffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber die Dinge sind, wie sie sind, und wir schlagen uns jetzt mit den Folgen herum. Das ganze Weltall ist ein einziges Herumgesause von irgendwelchen Bruchst&amp;uuml;cken, die aus einem Urknallk&amp;ouml;rper hervorgegangen sind. K&amp;uuml;rzlich las ich mit Interesse, der Mond sei entstanden, als ein etwa marsgro&amp;szlig;er Himmelsk&amp;ouml;rper namens Theia (der damals aber noch nicht so hie&amp;szlig;, der Name kam erst sp&amp;auml;ter) mit dem Vorl&amp;auml;ufer unserer Erde kollidierte, wobei gro&amp;szlig;e Teile des Globus abgesprengt wurden, mit Theia-Bestandteilen verschmolzen und seitdem um die Rest-Erde kreisen, als &amp;raquo;Mond&amp;laquo; eben. Ich las auch, man m&amp;uuml;sse nur mal nach gro&amp;szlig;em Regen einen Magneten in die Regenrinne halten, schon w&amp;uuml;rden viele winzige Teilchen an ihm h&amp;auml;ngen, Meteoritenmaterial.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Problem nun: Wie sch&amp;uuml;tzen wir uns vor diesen Urknall-Resten? Ein zerberstender Meteorit &amp;uuml;ber Tscheljabinsk, der Asteroid 2012 DA 14, neulich zum Greifen nah an uns vorbei &amp;ndash; immerzu passiert irgendwas, und eines Tages wird gewiss ein Riesentrumm auf uns herunterballern und uns ein Ende bereiten, wie ein anderer Brocken einst die Dinosaurier ausl&amp;ouml;schte. Immer wieder hei&amp;szlig;t es, man solle solche Dinger brachial mit Atombomben aus der Bahn werfen (die Finanzierung w&amp;auml;re durch die Fernsehrechte gesichert), von Satelliten wegschubsen oder von Astronauten klein mei&amp;szlig;eln lassen. Auch gab es schon die Idee, der bayerische Innenminister k&amp;ouml;nnte den einen oder anderen provozierenden Kleinplaneten mit gezielten Faustschl&amp;auml;gen von seinem Weg abbringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber jetzt erfuhr ich von einem interessanten Vorschlag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es ist n&amp;auml;mlich so: Tag f&amp;uuml;r Tag w&amp;auml;rmt die Sonne eine Seite eines Asteroiden auf, die andere k&amp;uuml;hlt ab. Da der K&amp;ouml;rper aber rotiert, dreht sich die warme Seite wieder von der Sonne weg, wird ihrerseits k&amp;uuml;hler und gibt W&amp;auml;rmestrahlung ab &amp;ndash; das erzeugt eine Art winzigen Raketeneffekt. Man nennt das nach dessen Entdecker Iwan Ossipowitsch Jarkowski den Jarkowski-Effekt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; K&amp;ouml;nnte man den Asteroiden auf einer Seite wei&amp;szlig;, auf der anderen schwarz anstreichen, w&amp;uuml;rde die Intensit&amp;auml;t der Sonne ver&amp;auml;ndert und damit der genannte Raketenschub. Das ganze Ding &amp;auml;nderte die Richtung, nur ein wenig, gewiss. Doch genug, um an der Erde vorbeizufliegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Sung Wook Paek vom &lt;em&gt;Massachusetts Institute of Technology&lt;/em&gt; in Boston hat bereits vorgeschlagen, gef&amp;auml;hrliche Asteroiden mit entsprechenden Farbbeh&amp;auml;ltern, Paintballs, zu beschie&amp;szlig;en. David Hyland von der &lt;em&gt;Texas A&amp;amp;M University&lt;/em&gt; schlug mit Farbpulver geladene, auf Satelliten geschraubte Kanonen vor. Auch die M&amp;uuml;nchner Malerinnung arbeitet bereits an konstruktiven Vorschl&amp;auml;gen, einige ihrer besten Kr&amp;auml;fte stehen Pinsel bei Fu&amp;szlig;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Gro&amp;szlig;artiger Gedanke: die Sch&amp;ouml;pfung dort, wo sie bedrohlich wird, einfach anmalen. Sanft umgestalten. Dem ganzen Geknalle auf ganz neue Art begegnen, sooo kreatiiiv. N&amp;auml;heres im neuen Kursprogramm der Volkshochschule Bad Schw&amp;uuml;rbelbach. Wir sind auf dem richtigen Weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Alle reden &amp;uuml;ber Heino, aber wer hat sich dessen Lieder wirklich mal angeh&amp;ouml;rt? Unserem Autor bluteten nach all den &amp;raquo;Holla Hia Hias&amp;laquo; und &amp;raquo;Chi-Bim-Bam-Bums&amp;laquo; jedenfalls schnell die Ohren.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/57099.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn also jetzt Heino, habe ich gedacht, sich die Texte anderer nimmt und singt, dann m&amp;uuml;ssten wir anderen doch mal die alten Texte Heinos hervorkramen und wieder betrachten. Das habe ich gemacht. Lustig war es nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es sind ja noch die besten Momente, in denen man einfach lachen kann ob all der Bl&amp;ouml;digkeit, wie &amp;uuml;ber &lt;em&gt;Blau bl&amp;uuml;ht der Enzian&lt;/em&gt;, wo es nach dem blau-, blau-, blauen Enzian und den ro-, ro-, roten Lippen schlie&amp;szlig;lich &amp;uuml;ber das &amp;raquo;Schweizer Madel&amp;laquo;, das &amp;raquo;die Alm &amp;rsquo;naufgeht&amp;laquo; hei&amp;szlig;t: &amp;raquo;In der ersten H&amp;uuml;tte, da haben wir zusammen gesessen / In der zweiten H&amp;uuml;tte, da haben wir zusammen gegessen / In der dritten H&amp;uuml;tte hab ich sie gek&amp;uuml;sst / Keiner wei&amp;szlig;, was dann geschehen ist / Holla hia hia holla di holla di ho / Holla hia hia holla di holla di ho.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Keiner wei&amp;szlig;? Hat also sogar das k&amp;uuml;ssende Paar vergessen, wie das Geschehen weiter lief? Das spricht nicht f&amp;uuml;r das Geschehen, zumal es anscheinend von Holla-hia-hia-Rufen des S&amp;auml;ngers begleitet war. Aber dann tut sich schnell wieder blo&amp;szlig; die ganze Einfalt und Dummheit auf, das Sammelsurium von Spie&amp;szlig;igkeit und schlechten Reimen, f&amp;uuml;r Heino unter anderem zusam-mengedichtet von M&amp;auml;nnern wie Adolf von Kleebsattel, Pseudonym f&amp;uuml;r einen schreibenden Verwaltungsgerichtsrat aus Essen namens Neukirchner.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Also: &amp;raquo;Am Strande von Copacabana / da machen wir durch bis ma&amp;ntilde;ana / und das noch mit allen Schikana&amp;laquo;, hei&amp;szlig;t es. Auch wird da &amp;raquo;ein Spielchen gepokert / der Colt war gelockert&amp;laquo; &amp;ndash; und dann geht es weiter mit Tequila und Whisky, Tampico und Oklahoma, Tramps und Vagabunden, Siouxcity-Sue und Regenbogen-Johnny, mit Steppe und Pr&amp;auml;rie, Caramba und Ol&amp;eacute; sowie Ay, Ay, Ay und Chi-bim-bam-bum sowie Chi-bim-bam-bom-bom-bom, nicht zu vergessen Ti-pi-ti-pi-ti-pi-tin und Ti-pi-ti-pi-ti-pi-tom-tom-tom.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Und nat&amp;uuml;rlich, immer wieder: Die Caballeros tragen Sombreros, aber &amp;raquo;die Se&amp;ntilde;oritas / die tragen nie was&amp;laquo;. Und: &amp;raquo;Den Mund zum K&amp;uuml;ssen bereit / zu kurz war ihr Kleid.&amp;laquo;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;K&amp;ouml;nnte sich bitte Frau Himmelreich vom &lt;em&gt;Stern&lt;/em&gt; auch mal dieses Falles annehmen?&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Das ist nicht lustig, das war noch nie lustig, das war auch nicht emp&amp;ouml;rend. Es war immer schon einfach nur deprimierend: dass dieser Mensch so popul&amp;auml;r geworden ist. &amp;raquo;Eine traurige Sache&amp;laquo;, wie schon vor vierzig Jahren Manfred Sack in der &lt;em&gt;Zeit&lt;/em&gt; schrieb.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Zumal das alles ja an den gleichen Abenden und auf den gleichen Platten gesungen wurde wie die schwarz-braunen Haselnuss-Lieder von Klampfen und Kneipen, Burschen und M&amp;auml;deln, der ganze Lieblings-Schwulst der Hitlerjugend und der Wehrmacht. Dann trug Heino auch vor: das Deutschland-Lied mit allen drei Strophen sowie &lt;em&gt;Wenn alle untreu werden&lt;/em&gt;, was zwar ein &amp;auml;lteres Volkslied ist, aber, wenn ich mich nicht irre, im Liederbuch der SS gleich nach dem &lt;em&gt;Horst-Wessel-Lied &lt;/em&gt;kam: &amp;raquo;Wir woll&amp;rsquo;n das Wort nicht brechen / nicht Buben werden gleich, / woll&amp;rsquo;n predigen und sprechen / vom heil&amp;rsquo;gen Deutschen Reich.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Hier endet mein Humor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Manche bewundern ihn jetzt. Toller Marketing-Gag, seine neue Platte! Was soll man dazu sagen, au&amp;szlig;er: Heino hat sein ganzes Leben als Marketing-Gag verbracht, herzlichen Gl&amp;uuml;ckwunsch, er kann ja nichts anderes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Andere sagen: Es sei doch gro&amp;szlig;artig, wie er das Schlagerhafte in Texten von Rammstein und den Fantastischen Vier entlarve! Da sage ich: Die Songs kann ja jeder finden, wie er will, da braucht es keinen zur Demaskierung, schon gar nicht Heino, der selbst &amp;rsquo;ne Maske ist. In Wahrheit ist es doch ganz anders und genau umgekehrt: Singt Heino das Lied Junge von den &amp;Auml;rzten, treibt er dem allein dadurch, &lt;em&gt;dass er es eben singt&lt;/em&gt;, jeden Witz und Geist und jede Ironie aus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus allem macht er Heinokram. Er hat auch Brahms gesungen, Mozart und das &lt;em&gt;Lied an die Freude&lt;/em&gt;, und es ist blo&amp;szlig; Geknatter und Ges&amp;uuml;lze draus geworden, dieses immergleich Verlogene. In die Heinomaschine kann man alles hineinwerfen, auch das Beste: Es kommt immer nur Heino wieder raus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-03-01T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Der Mensch ist ein tr&amp;auml;ges Gesch&amp;ouml;pf. Wie also schafft man es, ihn irgendwohin zu locken? Ein deutscher Zoo und eine Londoner Galerie haben wegweisende L&amp;ouml;sungen f&amp;uuml;r dieses Problem gefunden.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/56949.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Was den Zoo in M&amp;uuml;nster angeht, so hatte er in den Wintermonaten immer folgendes Problem: Es kamen zu wenig Leute. Die Tiere fra&amp;szlig;en also ihr Futter wie immer, die Affenk&amp;auml;fige waren gut geheizt und warm wie der Dschungel, und die W&amp;auml;rter erwarteten, auf ihren Konten Geh&amp;auml;lter vorzufinden.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Aber in den Kassen war nicht viel Geld. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;In solchen Situationen gibt es mehrere M&amp;ouml;glichkeiten. Entweder man macht es wie die &amp;ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und treibt Geld auch von Leuten ein, denen alle Rundfunkanstalten wurscht sind.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Oder man zwingt die Menschen: In China gibt es jetzt zum Beispiel ein Gesetz, das auch alle erwachsenen B&amp;uuml;rger verpflichtet, ihre Eltern regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig zu besuchen; geschieht das nicht, k&amp;ouml;nnen die Eltern solche Visiten einklagen. Entsprechend k&amp;ouml;nnten die M&amp;uuml;nsteraner Elefanten verlangen, von jedem M&amp;uuml;nsteraner mindestens einmal im Monat betrachtet zu werden; wer dies nicht tut, wird dann eben von den Elefanten besucht.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Drittens kann man es machen wie der Autor dieser Kolumne: Deren Lekt&amp;uuml;re steht selbstverst&amp;auml;ndlich jedem Leser frei. Er muss aber mit unangek&amp;uuml;ndigten Besuchen des Verfassers rechnen, der immer wieder unnachsichtig Inhaltsangaben der letzten zehn Texte anfertigen l&amp;auml;sst. Schlechte Noten bei den Tests k&amp;ouml;nnen gravierende Konsequenzen haben, die gef&amp;uuml;rchtet drakonischen Strafen werden vollst&amp;auml;ndig willk&amp;uuml;rlich festgesetzt und reichen vom Besuch mehrerer Heimspiele des TSV 1860 M&amp;uuml;nchen bis zur Lekt&amp;uuml;re von &lt;em&gt;Finnegan&amp;rsquo;s Wake&lt;/em&gt;.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Der Zoo in M&amp;uuml;nster hat jetzt ein weiteres Modell erprobt. Er hat n&amp;auml;mlich den G&amp;auml;sten freigestellt, wie viel Eintritt sie zahlen wollten, im Zweifel auch nichts. Ergebnis: ein Rekordbesuch. Im Dezember kamen so viele wie noch nie seit Gr&amp;uuml;ndung des Tierparks vor fast vierzig Jahren. Zwar zahlten sie pro Nase nat&amp;uuml;rlich viel weniger f&amp;uuml;r ihre Karte als regul&amp;auml;r, die M&amp;uuml;nsteraner sind ja nicht bl&amp;ouml;d. Aber weil eben viel mehr Leute kamen, nahm der Zoo zweieinhalb Mal so viel Geld ein wie sonst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Pay-What-You-Want&lt;/em&gt; nennt sich dieses Prinzip. Es soll Restaurants geben, die es praktizieren, auch nicht wenige Museen, und nat&amp;uuml;rlich funktioniert es nur bei guter sozialer Kontrolle, das hei&amp;szlig;t: Wie viel man zahlen m&amp;ouml;chte, sollte man der Dame oder dem Herrn im Kassenh&amp;auml;uschen ins Gesicht sagen, und wer ganz umsonst rein will, muss es dem Tiger erkl&amp;auml;ren.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Noch weiter geht derzeit nur die Milton Keynes Gallery in der Stadt Milton Keynes n&amp;ouml;rdlich von London. Dort n&amp;auml;mlich hat ein K&amp;uuml;nstler namens Tomas Georgeson einen unterschriebenen Scheck &amp;uuml;ber 8000 Pfund versteckt, was den Besuch der Galerie sp&amp;uuml;rbar intensivierte &amp;ndash; wobei sich die Aufmerksamkeit des Publikums ebenso auf Georgesons Kunstwerke richtete wie auf die nicht von ihm geschaffenen Lampen und Luftbefeuchter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ist das verwerflich? Auf wie vielen Millionen Kindergeburtstagen hat man schon die Freude des Menschen am Suchen und Finden eines Schatzes genutzt, um den Kleinen ein wenig Bewegung und frische Luft zu verschaffen?! Und hier wird der Mensch eben von seiner Gier verleitet, ein Museum zu besuchen. Er kommt also wegen des Schecks, aber bleibt er nicht vielleicht wegen der Kunst?&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Jedenfalls bin ich gespannt auf den n&amp;auml;chsten Winter, wenn der erste Zoo &lt;em&gt;Pay-What-You-Want&lt;/em&gt; mit dem Scheck-Prinzip verkn&amp;uuml;pft und ungeheure Besuchermengen diesen Tierpark &amp;uuml;berschwemmen. Versteckte man ihn zum Beispiel im Krokodilrevier, bek&amp;auml;me der Begriff &amp;raquo;Schn&amp;auml;ppchenj&amp;auml;ger&amp;laquo; auch noch mal einen ganz neuen Beiklang.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-02-22T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Unser Autor f&amp;uuml;hlt sich von Br&amp;uuml;llb&amp;uuml;rgern umgeben. Abhilfe k&amp;ouml;nnte vielleicht eine Tonaufnahme schaffen, die k&amp;uuml;rzlich in einer englischen Kirche hergestellt wurde.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/56629.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Der ber&amp;uuml;hmte, zu seiner Zeit avantgardistische Komponist John Cage hat mal ein St&amp;uuml;ck namens &lt;em&gt;4&amp;rsquo; 33&amp;rsquo;&amp;rsquo;&lt;/em&gt; komponiert (in Worten Four minutes, thirty-three seconds), eines jener Werke, &amp;uuml;ber die Spie&amp;szlig;er gerne &amp;raquo;Das kann ja jeder&amp;laquo; h&amp;ouml;hnen. In &lt;em&gt;4&amp;rsquo; 33&amp;rsquo;&amp;rsquo;&lt;/em&gt; ist vier Minuten und 33 Sekunden lang kein einziger Ton zu h&amp;ouml;ren. Jedenfalls kein vom Komponisten veranlasster, denn nat&amp;uuml;rlich h&amp;ouml;rt man trotzdem etwas, bei der Urauff&amp;uuml;hrung 1952 zum Beispiel das &amp;Ouml;ffnen und Schlie&amp;szlig;en des Klavierdeckels, mit dem der Pianist Beginn und Ende der drei S&amp;auml;tze des St&amp;uuml;ckes anzeigte &amp;ndash; &lt;em&gt;4&amp;rsquo; 33&amp;rsquo;&amp;rsquo;&lt;/em&gt; ist f&amp;uuml;r Klavier komponiert. Und da ist vielleicht auch das Husten des Nachbarn, der eigene Tinnitus, das Summen der Klimaanlage. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Cage kam, habe ich gelesen, die Idee zu diesem Werk, als er eine schalldichte Kammer an der Universit&amp;auml;t Harvard betrat, in der Erwartung, dort nichts zu h&amp;ouml;ren. Er h&amp;ouml;rte aber doch was, einen hohen und einen tiefen Ton. Der hohe, erkl&amp;auml;rte ihm ein Fachmann, werde von seinem Nervensystem erzeugt, der tiefe gehe von seiner Blutzirkulation aus.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Was lernen wir daraus? Dass es Stille nicht gibt, jedenfalls nicht f&amp;uuml;r uns, wir sind daf&amp;uuml;r nicht gemacht: eine, mag sein, banale Erkenntnis. Aber ist sie nicht erst banal geworden, weil Cage &lt;em&gt;4&amp;rsquo; 33&amp;rsquo;&amp;rsquo;&lt;/em&gt; komponiert hat?&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Jedenfalls ist es doch bedauerlich, dass es Stille nicht gibt, denn wonach sehnen wir uns an manchen Tagen mehr als genau nach ihr? Die Zeiten werden immer lauter, vielleicht weniger im tats&amp;auml;chlichen als im metaphorischen Sinn: Kaum ist eine verdammte Debatte zu Ende, hebt schon die n&amp;auml;chste an. Kaum haben sich die Zeitungen &amp;uuml;ber Steinbr&amp;uuml;cks Honorare beruhigt, ziehen sie &amp;uuml;ber Br&amp;uuml;derle her. Kaum hat jeder seine Meinung &amp;uuml;ber den Berliner Flughafen gesagt, kommt wieder der Stuttgarter Bahnhof dran. Und m&amp;uuml;ssten wir uns nicht endlich mal wieder vor einem Grippevirus zu Tode f&amp;uuml;rchten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es kommt einem vor, als s&amp;auml;&amp;szlig;e man Tag f&amp;uuml;r Tag neben einem Radio, das keinen Lautst&amp;auml;rkeregler hat, sondern immer auf Maximum steht. Die Welt ist voller Br&amp;uuml;llb&amp;uuml;rger, Br&amp;uuml;llmedien, dem Br&amp;uuml;llnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ist es also ein Wunder, dass genau jetzt sehr erfolgreich eine unscheinbare CD verkauft wird, die in einer kleinen, fast neunhundert Jahre alten Kirche in Seaford in der englischen Grafschaft East Sussex aufgenommen wurde? Die Kirchengemeinde dort wollte ein bisschen Geld f&amp;uuml;r Reparaturen verdienen, deshalb stellte man f&amp;uuml;r eine halbe Stunde ein Aufnahmeger&amp;auml;t in den Sakralraum und presste das Aufgenommene auf eine CD. Die ist nun dauernd ausverkauft, aus Deutschland, &amp;Ouml;sterreich, ja, Ghana kommen Anfragen. Man h&amp;ouml;rt, nun ja: nat&amp;uuml;rlich nicht nichts, das wissen wir seit Cage, sondern ab und zu leise Schritte, das Quietschen von Kirchenbankholz. Autobrummen im Hintergrund.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Gro&amp;szlig;artige Idee, oder? Wie w&amp;auml;re es, man w&amp;uuml;rde CDs ver&amp;ouml;ffentlichen mit den T&amp;ouml;nen eines Kuhstalls am fr&amp;uuml;hen Nachmittag? Reine Landlust: Wiederk&amp;auml;uen, Strullen, das Klatschen von Kuhfladen, ab und zu ein leises Muh. Oder man legt zum Einschlafen &amp;raquo;Angela Merkel beim Regieren&amp;laquo; ein: kratzendes Abzeichnen von Gesetzen, ein gefl&amp;uuml;stertes Telefonat mit Hollande, das leise Klirren einer Kaffeetasse, dann der &amp;uuml;ber Handytasten huschende Daumen, ein der FDP gewidmeter Seufzer. Was k&amp;ouml;nnte entspannender sein als eine halbe Stunde &amp;raquo;Helmut Schmidt raucht&amp;laquo;? Was inspirierender als &amp;raquo;Peter Handke beim Verfassen eines Absatzes von &lt;em&gt;Mein Jahr in der Niemandsbucht&lt;/em&gt;&amp;laquo;? Welch ein Hit w&amp;auml;ren &amp;raquo;Bahnchef Grubes erste gedankliche Zweifel an Stuttgart 21&amp;laquo;! So sanfte, kaum h&amp;ouml;rbare Gr&amp;uuml;belger&amp;auml;usche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; K&amp;ouml;nnen nicht manche M&amp;auml;nner auf Dienstreisen in Hotels schlecht schlafen, einsam, fern von ihrer geliebten Frau? Da w&amp;auml;re es sch&amp;ouml;n, sie h&amp;auml;tten eine CD mit dem regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig-vertrauten Atmen der Schlummernden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Und h&amp;ouml;rst du, Leser, jetzt gerade das kaum vernehmbare &amp;raquo;Plopp&amp;laquo; im Hintergrund? Das ist das Ende dieses Textes.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2013-02-15T12:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Bald soll es Autos ohne Fahrer geben, die sich selber durch den Verkehr steuern. Unser Kolumnist ist beeindruckt und w&amp;uuml;nscht sich auch Pferdeturniere ohne Pferde und die Tour de France ohne Fahrr&amp;auml;der.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/56507.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Wenn ich alles richtig verstanden habe, wird es nicht mehr lange dauern, bis eines der gro&amp;szlig;en Paare der Weltgeschichte f&amp;uuml;r immer getrennt wird: das Auto und sein Fahrer. Schon jetzt besitzen viele Menschen in gro&amp;szlig;en St&amp;auml;dten keinen eigenen Wagen mehr; sie nehmen sich einen, wenn sie ihn brauchen: bei einem der vielen Carsharing-Unternehmen, die ihre Autos in den Stra&amp;szlig;en geparkt haben. Das ist ein hervorragender Gedanke, wenn auch ungewohnt f&amp;uuml;r Leute meiner Generation, in deren Kindheit die ersten gesprochenen W&amp;ouml;rter oft nicht &amp;raquo;Mama&amp;laquo; oder &amp;raquo;Papa&amp;laquo; waren, sondern &amp;raquo;Brumm-brumm&amp;laquo;.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Die Scheidung des Autos vom Fahrer wird aber noch viel weiter gehen, dahin n&amp;auml;mlich, dass das Auto gar keinen Fahrer mehr ben&amp;ouml;tigt. L&amp;auml;ngst haben, wie ich dem &lt;em&gt;Spiegel &lt;/em&gt;entnehme, einerseits sowohl Mercedes oder Volkswagen als auch andererseits Google Techniken entwickelt, die es schon in f&amp;uuml;nf Jahren erm&amp;ouml;glichen werden, serienreife Fahrzeuge anzubieten, die sich selbst &amp;uuml;ber unsere Stra&amp;szlig;en chauffieren, w&amp;auml;hrend jener Mensch, der sich einst &amp;raquo;Fahrer&amp;laquo; nannte, ein gutes Buch liest oder eine Magazin-Kolumne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das hat etwas Kr&amp;auml;nkendes, denn das Auto ist immer noch etwas anderes als ein Geschirrsp&amp;uuml;lautomat, dessen Dienste wir ohne jeden Verlust an Selbstbewusstsein annehmen. War das Kraftfahrzeug nicht immer eine Art Erweiterung unserer Pers&amp;ouml;nlichkeit? Machte es Besitzer und Fahrer nicht zu mehr, als sie eigentlich waren? Und nun soll es weder Besitzer noch Fahrer mehr geben? Nun sollen wir ein Auto besteigen in dem Gef&amp;uuml;hl, das wir darin nicht mehr wirklich gebraucht werden? In einem Gef&amp;uuml;hl von, wie soll ich sagen: Nutzlosigkeit?&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Interessant ist aber nun Folgendes: dass der Prozess der Trennung einst selbstverst&amp;auml;ndlich verbundener Paare l&amp;auml;ngst auch anderswo viel weiter fortgeschritten ist, als wir denken. In den USA finden zum Beispiel seit Jahren mit zunehmendem Erfolg Springreit-Turniere ohne Pferde statt, sogenannte &amp;raquo;horseless horse shows&amp;laquo;: Junge Menschen bezwingen dort einen Spring-Parcours zu Fu&amp;szlig;. Sind nicht in &lt;em&gt;Wetten, dass..?&lt;/em&gt; schon zwei Mal Menschen solo gegen die Kombination Reiter und Pferd angetreten? Ja, so ist es, einmal 1983, wenn ich mich recht entsinne. Und dann wieder 2011. Da gewann das Paar Mensch/Tier nur noch sehr knapp.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Eine bestechende Idee, denn warum soll man ein Pferd den Strapazen des Sports aussetzen, wenn der Mensch diese doch auch allein bew&amp;auml;ltigen kann? Sehr gespannt bin ich nun, wie es sein wird, wenn dieser Grundgedanke bald auch auf das Dressurreiten ausgeweitet wird und die ersten von uns in grazi&amp;ouml;s-gez&amp;uuml;gelten Traversalen, Piaffen und Pirouetten &amp;uuml;ber den Sand der Dressur-Vierecke schweben. Und mit welcher Freude werden wir sehen, wie muskul&amp;ouml;se Herren, vor einen Sulky gespannt, in elegantem Trab von einer automatischen Peitsche gez&amp;uuml;chtigt die Rennbahnen umkurven!&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&amp;Uuml;berhaupt scheint der Sport das angemessene Feld zu sein f&amp;uuml;r die Pioniere dieser Bewegung: Viele fragen sich schon lange, warum sich Menschen den Anstrengungen des Schachs aussetzen, wenn es l&amp;auml;ngst Computer gibt, die viel besser spielen. Mensch und Schachbrett &amp;ndash; eine im Grunde groteske Paarung! Wie ich &amp;uuml;brigens auch finde, dass man im Radsport aus der absurden Doperei die einzig wahre Konsequenz ziehen sollte: Radrennen ohne Radler. Oder k&amp;ouml;nnte es die angemessene Strafe f&amp;uuml;r Lance Armstrong sein, dass er die Tour de France allein und ungedopt zu Fu&amp;szlig; bew&amp;auml;ltigen muss? Auch in der Leichtathletik w&amp;auml;re Doping ja sinnlos, wenn Kugelsto&amp;szlig;er nicht mehr schwere &lt;br /&gt; Kugeln herumwuchten m&amp;uuml;ssten. Wenn es Speerwurf ohne Speer g&amp;auml;be.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Alles k&amp;ouml;nnte so leicht sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Au&amp;szlig;erdem bin ich sehr gespannt auf die Entwicklung der Formel 1 in Zeiten, in denen Herr Vettel in einem Carsharing-Fahrzeug ohne Lenkrad und Gaspedal mit automatischer Abstandsregulierung durchs Autodrom saust.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
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