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    <title>Geordnete Übergabe</title>
    <description>&lt;p&gt;Uli Hoene&amp;szlig; macht nach 30 Jahren Platz an der Spitze des FC Bayern. Zum Abschied hat er uns so nah an sich herangelassen wie noch niemanden zuvor: im Stadion, im B&amp;uuml;ro, in der Wurstfabrik, zu Hause.&lt;/p&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;Der Mittwoch vor Christi Himmelfahrt ist ein au&amp;szlig;ergew&amp;ouml;hnlich hei&amp;szlig;er Maitag. Heute will J&amp;uuml;rgen Klinsmann, dreieinhalb Wochen zuvor als Trainer des FC Bayern M&amp;uuml;nchen beurlaubt, in Stern TV zum ersten Mal &amp;ouml;ffentlich &amp;uuml;ber seine Entlassung sprechen. Drei Tage sp&amp;auml;ter wird sich entscheiden, ob das Team im letzten Saisonspiel doch noch die Meisterschaft erringen kann oder sich, im schlimmsten Fall, nicht einmal f&amp;uuml;r die Champions League qualifiziert. Und Uli Hoene&amp;szlig;, der Manager des FC Bayern, steht an diesem Abend auf einer Kanzel und spricht zu seiner Gemeinde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Veranstaltung &amp;raquo;Der besondere Gast&amp;laquo; in Kempten findet gew&amp;ouml;hnlich im Pfarrheim neben der Basilika St. Lorenz statt. Dieses Mal jedoch ist das Gespr&amp;auml;ch, moderiert vom Pfarrer der Gemeinde und dem langj&amp;auml;hrigen CSU-Vorsitzenden Theo Waigel, in die m&amp;auml;chtige Basilika selbst verlegt worden. Am sp&amp;auml;ten Nachmittag trifft Uli Hoene&amp;szlig; mit seinem Fahrer am Pfarrheim ein, in einem Audi, der, wie alle Dienstwagen des FC Bayern im Jahr nach einer Meisterschaft, die Initialen &amp;raquo;DM&amp;laquo; f&amp;uuml;r &amp;raquo;Deutscher Meister&amp;laquo; im Kennzeichen tr&amp;auml;gt. Entspannt, aber mit hochrotem, fast violettem Kopf steigt er aus dem Auto. Es best&amp;auml;tigt sich, was seine Ehefrau sp&amp;auml;ter erkl&amp;auml;ren wird: dass die oft alarmierende Gesichtsfarbe ihres Mannes nichts &amp;uuml;ber seinen Gem&amp;uuml;tszustand aussagt, sondern mit extremer Hitzeempfindlichkeit zu tun hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Auf der Kanzel der Basilika steht Uli Hoene&amp;szlig; sp&amp;auml;ter zwischen Waigel und dem Pfarrer, ein Mikrofon in der Hand, und redet &amp;uuml;ber seinen Lebensweg als Spieler und Manager. Unten in den &amp;uuml;berf&amp;uuml;llten Kirchenb&amp;auml;nken sitzen vier-, f&amp;uuml;nfhundert Leute. Auf die Frage nach seinem Glauben geht er kaum ein, sagt nur einmal, das christliche Prinzip der N&amp;auml;chstenliebe habe sein Handeln gepr&amp;auml;gt &amp;ndash; und dennoch haftet der Veranstaltung mehr und mehr etwas Religi&amp;ouml;ses an: Wenn Uli Hoene&amp;szlig;, wie es seine Art ist, im Lauf der Rede auf einmal die Stimme erhebt und von einem Fu&amp;szlig;ballthema ins Allgemeingesellschaftliche wechselt, dann wirkt er in dieser Umgebung tats&amp;auml;chlich wie ein Prediger. Am Ende gibt es sogar eine Art Kommunion: Die Menschen str&amp;ouml;men aus den B&amp;auml;nken heraus, reihen sich vor der Kanzel ein, um eine Gabe entgegenzunehmen, allerdings keine Hostien, sondern die von Hoene&amp;szlig; mitgebrachten Autogrammkarten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Bei der Diskussion zuvor hat sich Uli Hoene&amp;szlig; noch &amp;uuml;ber den ARD-&lt;em&gt;Brennpunkt&lt;/em&gt; am Tag nach Klinsmanns Beurlaubung ausgelassen. &amp;raquo;Der Witz des Jahres&amp;laquo; sei es gewesen, eine Meldung aus der Welt des Fu&amp;szlig;balls zum Gegenstand einer solchen Sondersendung zu machen. Doch nun best&amp;auml;tigt sein eigener Auftritt in der Kirche genau diesen Stellenwert: Die Menschentraube um Hoene&amp;szlig; l&amp;ouml;st sich lange Zeit nicht auf; jeder, vom sechsj&amp;auml;hrigen Jungen bis zum Greis in Tracht, will etwas von ihm wissen, will die einmalige Gelegenheit nutzen, ihm pers&amp;ouml;nlich eine Frage zum FC Bayern zu stellen &amp;raquo;Der Oddo geht schon wieder nach Mailand, oder?&amp;laquo; &amp;ndash; &amp;raquo;Ja, klar.&amp;laquo; &amp;ndash; &amp;raquo;H&amp;auml;tte man nicht vorher wissen m&amp;uuml;ssen, dass das mit Klinsmann nichts wird?&amp;laquo; &amp;ndash; &amp;raquo;Vielleicht. Aber wir sind keine Hellseher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;laquo;Fu&amp;szlig;ball ist das Gemeinschaftsstiftende schlechthin; alle haben etwas zu dem Thema zu sagen, haben eine Meinung, eine Idee, eine Variante f&amp;uuml;r die Mannschaftsaufstellung am Samstag. Die Politik, das zeigt sich in der halben Stunde deutlich, kann mit dieser Anziehungskraft nicht mithalten. Denn w&amp;auml;hrend Uli Hoene&amp;szlig; mit unersch&amp;ouml;pflicher Geduld Autogrammkarten verteilt, steht Theo Waigel, immerhin knapp zehn Jahre lang Bundesfinanzminister, v&amp;ouml;llig unbehelligt auf der Kanzel. Nur manchmal wendet sich ein Besucher, nachdem er die Hoene&amp;szlig;-Signatur ergattert hat, noch an ihn und fragt, ob er am Rand der Karte auch unterschreiben k&amp;ouml;nne. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Der Abend in Kempten geh&amp;ouml;rt zu den ersten Stationen eines Vorhabens, dem Uli Hoene&amp;szlig; nach l&amp;auml;ngerer Skepsis zugestimmt hat &amp;ndash; der Idee, ihn im letzten Jahr als Manager beim FC Bayern zu begleiten, bis zu seiner Kandidatur als Pr&amp;auml;sident auf der Jahreshauptversammlung am 27. November. Es ist der Versuch, einem Menschen n&amp;auml;herzukommen, dessen &amp;ouml;ffentliche Wirkung sich auf bemerkenswerte Weise zwischen zwei Polen bewegt: zwischen Kalk&amp;uuml;l und Leidenschaft, zwischen konsequentem Leistungsdenken und einem ungew&amp;ouml;hnlichen Ma&amp;szlig; an sozialem Gewissen. Wer ist Uli Hoene&amp;szlig; wirklich? Nach welchen Grunds&amp;auml;tzen hat er den Verein organisiert, und was wird sich beim FC Bayern alles &amp;auml;ndern, wenn er aus der st&amp;auml;ndigen F&amp;uuml;hrung des Clubs ausscheidet? Hoene&amp;szlig; wird auf diese Fragen bei verschiedenen Gelegenheiten Auskunft geben, auf der Fahrt zu Vortr&amp;auml;gen, im Trainingslager und in seiner N&amp;uuml;rnberger Wurstfabrik, aber auch in regelm&amp;auml;&amp;szlig;igen Interviews. In seinem letzten Jahr als Manager m&amp;ouml;chte er eine Bilanz seiner Zeit beim FC Bayern ziehen &amp;ndash; in einem Jahr, das so turbulent und schwierig wird wie nur wenige in seiner drei&amp;szlig;igj&amp;auml;hrigen Amtszeit: von der Entlassung J&amp;uuml;rgen Klinsmanns im April bis zu der gro&amp;szlig;en Krise um Louis van Gaal, Philipp Lahm und die grunds&amp;auml;tzliche Vereinspolitik des FC Bayern in den Tagen vor der Jahreshauptversammlung. &lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie auf der n&amp;auml;chsten Seite: Ein Manager &quot;unplugged&quot; - wie Hoene&amp;szlig; ohne Computer arbeitet und am Telefon Real Madrids Pr&amp;auml;sidenten zum Schweigen bringt.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;strong&gt;&quot;Ich schau das Internet gar nicht an&quot;: Ein  Topmanager ohne Computer und SMS&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Der erste Eindruck, der von Uli Hoene&amp;szlig; im pers&amp;ouml;nlichen Gespr&amp;auml;ch ausgeht, ist eine &amp;uuml;berraschende Ruhe. In Hunderten von Interviews hat sich &amp;uuml;ber die Jahrzehnte das Bild eines angespannten, nerv&amp;ouml;sen, jederzeit zur Explosion bereiten Gro&amp;szlig;managers verfestigt, jener Ruf einer &amp;raquo;Abteilung Attacke&amp;laquo;, wie sein Spitzname seit den Auseinandersetzungen mit Werder Bremen Mitte der Achtziger lautet. Wenn man ihm in seinem Eckb&amp;uuml;ro auf dem Trainingsgel&amp;auml;nde des FC Bayern gegen&amp;uuml;bersitzt, in einem der beiden gro&amp;szlig;en Sofas, l&amp;ouml;st sich dieses Bild innerhalb kurzer Zeit auf. Denn Uli Hoene&amp;szlig;, f&amp;uuml;lliger als im Fernsehen, wirkt abseits der Kameras zur&amp;uuml;ckgenommen, beinahe sanft, und eines der Gespr&amp;auml;chsthemen bei diesem ersten Treffen im M&amp;auml;rz schlie&amp;szlig;t sich auch an sein Bekenntnis an, die impulsiven Ausbr&amp;uuml;che in der &amp;Ouml;ffentlichkeit meistens mit sorgsamer Vorbereitung zu planen. Einige Wochen sp&amp;auml;ter wird er eine Kostprobe dieser Kunst geben: Er ist Gast der DSF-Sendung &lt;em&gt;Doppelpass&lt;/em&gt; am Sonntagmorgen, der Klinsmann-Auftritt bei &lt;em&gt;Stern TV&lt;/em&gt; und der Obama-Vergleich G&amp;uuml;nther Jauchs sind noch in bester Erinnerung, und Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; Gegenrede gipfelt in dem Satz: &amp;raquo;Wenn Klinsmann Obama ist, dann bin ich Mutter Teresa.&amp;laquo; In der Berichterstattung wird dieser Spruch wochenlang als neuestes Beispiel f&amp;uuml;r Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; Eigenschaft gewertet, sich ank&amp;uuml;ndigungslos in Rage zu reden. Er selbst erz&amp;auml;hlt kurz nach der Sendung in seinem B&amp;uuml;ro: &amp;raquo;Das war keine spontane Eingebung. Ich habe auch einige Leute vorher gefragt, ob ich das bringen kann. Die meisten waren der Meinung, ja, und da habe ich mir gesagt: Ich lass mich einfach mal treiben und schau, wie die Diskussion l&amp;auml;uft.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Uli Hoene&amp;szlig; ins Reden kommt, nimmt er beim Erz&amp;auml;hlen oft wechselnde Rollen ein, versucht die Stimmen der Menschen, &amp;uuml;ber die er spricht, nachzuahmen. Die Debatte um Real Madrids Interesse an Franck Rib&amp;eacute;ry keimt gerade auf, und Hoene&amp;szlig; erz&amp;auml;hlt von einem Telefonat mit dem Clubpr&amp;auml;sidenten Florentino P&amp;eacute;rez, des Englischen kaum m&amp;auml;chtig, und dessen Assistenten, der immer wieder als Dolmetscher einspringen muss. Hoene&amp;szlig; imitiert den vor Kurzem ins Amt zur&amp;uuml;ckgekehrten P&amp;eacute;rez mit sichtlichem Vergn&amp;uuml;gen: &amp;raquo;Uli, we&amp;rsquo;re all back in business again&amp;laquo;, ruft er durch den Raum, mit langgezogenem spanischem Akzent, und schiebt, jetzt wieder als er selbst, seine Antwort an den Assistenten hinterher: &amp;raquo;Pedro, do you have a pen and a piece of paper? Okay, then write down a one and eight zeros!&amp;laquo; Und er erz&amp;auml;hlt gen&amp;uuml;sslich von der Pause, die am Telefon eingetreten sei, als Pedro die festgelegte Transfersumme von hundert Millionen Euro vor sich gesehen habe. Im Lauf der n&amp;auml;chsten Monate wird Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; Parodierlust immer wieder aufblitzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Atmosph&amp;auml;re in der Bayern-Gesch&amp;auml;ftsstelle entspricht nicht unbedingt der k&amp;uuml;hlen, aufger&amp;auml;umten Arbeitswelt, die man von einem Topmanager erwartet. Uli Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; B&amp;uuml;ro wirkt eher wie ein im oberbayerischen Landhausstil gehaltenes Wohnzimmer, mit viel hellem Holz, Sisal-Teppichen, Korbm&amp;ouml;beln und einer rustikalen Schrankwand &amp;uuml;ber die ganze L&amp;auml;ngsseite des Zimmers hinweg. Auf seinem gro&amp;szlig;en Holzschreibtisch, das f&amp;auml;llt sofort auf, fehlt der Computer, und auf dem Couchtisch liegt kein iPhone oder Blackberry, sondern nur ein graues Sony-Ericsson-Handy, das aussieht, als stamme es aus den Neunzigerjahren. SMS, sagt er, schreibe er damit aber nicht; er wisse gar nicht, wie das geht.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Wenn man bedenkt, wie angesehen Uli Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; Arbeit in Wirtschafts- und Unternehmerkreisen ist &amp;ndash; 1999 wurde er etwa zum &amp;raquo;Manager des Jahres&amp;laquo; gew&amp;auml;hlt &amp;ndash;, dann hat diese Distanz gegen&amp;uuml;ber neuen Kommunikationstechnologien etwas &amp;Uuml;berraschendes. Denn sein Arbeitsstil bildet fast einen Gegenpol zu der ausgestellten Betriebsamkeit der meisten Manager-Existenzen. Abgesehen von der Freisprechanlage im Auto, die er, wenn er auf l&amp;auml;ngeren Strecken selber f&amp;auml;hrt, massiv in Anspruch nimmt, fehlen im Arbeitsalltag von Uli Hoene&amp;szlig; praktisch alle professionellen Insignien des Berufsstandes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Diesen Eindruck best&amp;auml;tigt auch seine f&amp;uuml;r einen Topmanager so ungew&amp;ouml;hnliche Sprache, die zwar nicht hemds&amp;auml;rmlig oder volkst&amp;uuml;mlich ist, aber jede Spur von Unternehmerjargon vermeidet. Wie sehr sich diese Redeweise von seiner Umgebung abhebt, wird immer dann klar, wenn man Hoene&amp;szlig; mit anderen Managern oder Wirtschaftsleuten erlebt, etwa an der Seite seines Vorstandskol-legen Karl-Heinz Rummenigge, dessen vor-&lt;br /&gt; gestanzten Wendungen der Rhetorik-Coach immer noch so deutlich anzumerken ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Im M&amp;auml;rz ist Uli Hoene&amp;szlig; innerhalb weniger Tage zu zwei Abendveranstaltungen als Redner eingeladen. F&amp;uuml;r seinen Heimatverein SSV Ulm stellt er sich als K&amp;ouml;der zur Verf&amp;uuml;gung, um mit seiner Anwesenheit m&amp;ouml;glichst viele lokale Firmenchefs zu einem Sponsorenabend zu locken. Und in der N&amp;auml;he von Rosenheim besucht er den &amp;raquo;Kaminabend&amp;laquo; der sogenannten Bayerischen Elite-Akademie, eine privatwirtschaftliche Initiative, die Seminare f&amp;uuml;r ausgesuchte bayerische Studenten veranstaltet. Gerade in diesen Milieus, vor der ambitionierten Vorstandsriege eines Drittliga-Vereins oder der selbst ernannten Kaderschmiede f&amp;uuml;r F&amp;uuml;hrungskr&amp;auml;fte, wird das besondere Auftreten von Uli Hoene&amp;szlig; anschaulich: Die Vorredner in Ulm haben zu viel Bierhoff und Klinsmann geh&amp;ouml;rt, reihen Allgemeinpl&amp;auml;tze &amp;uuml;ber Motivation und&lt;em&gt; team building&lt;/em&gt; aneinander; die Elitestudenten wiederum, alle mit einer kleinen Anstecknadel mit dem Akademie-Emblem am Revers, &amp;uuml;bertreffen sich in einer notd&amp;uuml;rftig angelernten Beflissenheit des Ausdrucks. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; Reden dagegen, die er stets ohne Manuskript h&amp;auml;lt, sind frei von jeder Floskel und bem&amp;uuml;hten Seriosit&amp;auml;t. In der Sprache zeigt sich bereits, was auch f&amp;uuml;r sein Handeln gilt: Inmitten der Zaghaften und Angepassten, der B&amp;uuml;rokraten und auf Sicherheit Bedachten verk&amp;ouml;rpert er eine seltene Unerschrockenheit und Souver&amp;auml;nit&amp;auml;t, eine manchmal fast cowboyhafte Handlungskraft. Er wei&amp;szlig; um diese Eigenschaft genau, nennt sie stolz &amp;raquo;meine ganz gro&amp;szlig;e St&amp;auml;rke und den Grund f&amp;uuml;r meine Popularit&amp;auml;t&amp;laquo;. Deshalb empfindet er auch die Frage, ob er jemals einen Berater oder Assistenten gehabt habe, als pers&amp;ouml;nliche Beleidigung: &amp;raquo;Da erschie&amp;szlig; ich mich lieber! Entweder ich mache etwas selbst oder gar nicht.&amp;laquo; Ende Mai ist Hoene&amp;szlig; zu Gast bei Maybrit Illner und er erz&amp;auml;hlt von einem Telefonat, das der Redaktionsleiter kurz vor der Sendung mit ihm gef&amp;uuml;hrt habe: &amp;raquo;Er fragte, ob wir uns im Vorfeld eine halbe Stunde zusammensetzen k&amp;ouml;nnten, um den Verlauf abzusprechen. Da hab ich gesagt: &amp;rsaquo;Interessiert mich &amp;uuml;berhaupt nicht! Wenn&amp;rsquo;s los geht, geht&amp;rsquo;s los!&amp;lsaquo; Da war er ganz verdattert, das sind die nicht gew&amp;ouml;hnt.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es geh&amp;ouml;rt zu den bemerkenswertesten Momenten in Gegenwart von Hoene&amp;szlig;, wenn er im Gespr&amp;auml;ch oder in einer Runde pl&amp;ouml;tzlich das Heft in die Hand nimmt und auf der Stelle Tatsachen schaffen will. Nach der Veranstaltung in Kempten etwa, auf dem Weg von der Basilika ins Pfarrheim, wo die Haush&amp;auml;lterin eine Brotzeit vorbereitet hat, werden Hoene&amp;szlig; und Waigel von einem Vertreter der Allg&amp;auml;uer Milchbauern angesprochen. Der Streit um den Milchpreis ist gerade in vollem Gange. &lt;br /&gt; Da der FC Bayern in der Woche darauf ein Freundschaftsspiel in Kaufbeuren bestreiten wird, fragt der Lokalpolitiker etwas sch&amp;uuml;chtern an, ob die Bayern-Mannschaft in diesem Spiel nicht mit einem Solidarit&amp;auml;ts-Trikot auflaufen k&amp;ouml;nne. Hoene&amp;szlig; reagiert zuerst interessiert, aber schon nach wenigen Sekunden versch&amp;auml;rft sich sein Ton: &amp;raquo;Ach, wissen Sie, diese ganzen Symbole, Trikots, Solidarit&amp;auml;t, das ist doch alles K&amp;auml;se. Das hat jeder nach f&amp;uuml;nf Minuten wieder vergessen. Wir machen etwas anderes.&amp;laquo; Er richtet sich an Theo Waigel: &amp;raquo;Wir m&amp;uuml;ssen eine vern&amp;uuml;nftige Runde zusammenstellen, aus Politikern und Gesch&amp;auml;ftsleuten, ich kenne die Gesch&amp;auml;ftsf&amp;uuml;hrer von Aldi und Lidl schon seit Langem, das sind ganz vern&amp;uuml;nftige M&amp;auml;nner.&amp;laquo; Und er l&amp;auml;sst sich von Waigel eine kurze Einf&amp;uuml;hrung in die Milchpreis-Politik geben, bittet ihn, Seehofer und Merkel ein solches Treffen vorzuschlagen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die ganze Szene dauert h&amp;ouml;chstens drei Minuten, doch am Ende steht der Beschluss, dass der Allg&amp;auml;uer Vertreter am n&amp;auml;chsten Tag ein Fax mit einem kurzen Abriss der Lage an Hoene&amp;szlig; schicken und Waigel die Zusammenstellung der Runde in Angriff nehmen soll. Auch wenn dieses Fax dann niemals in der Bayern-Gesch&amp;auml;ftsstellle auftaucht und sich die Idee verl&amp;auml;uft &amp;ndash; die kurze Debatte vor dem Holzgatter zum Pfarrhaus zeigt Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; Temperament sehr genau: Im Handumdrehen verwandelt er eine z&amp;ouml;gerliche Anfrage in ein konkretes politisches Vorhaben auf h&amp;ouml;chster Ebene. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Drei&amp;szlig;ig Jahre lang hat der FC Bayern von der Handlungs- und &amp;Uuml;berzeugungskraft seines Managers profitiert. Wenn Uli Hoene&amp;szlig; jetzt f&amp;uuml;r den Posten des Pr&amp;auml;sidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden kandidieren wird, &amp;auml;ndert sich die Organisationsweise des Vereins auf fundamentale Weise. Die Frage nach seinen beiden Nachfolgern, der eine f&amp;uuml;r die sportlichen, der andere f&amp;uuml;r die wirtschaftlichen Aufgaben, ist in diesem Fr&amp;uuml;hjahr ein beherrschendes Thema. F&amp;uuml;r Christian Nerlinger, der im Mai etwas &amp;uuml;berraschend als neuer Sportdirektor vorgestellt wird, hatte sich Hoene&amp;szlig; schon l&amp;auml;nger entschieden: &amp;raquo;Es waren nat&amp;uuml;rlich auch bekanntere Namen in der engeren Auswahl, Klaus Allofs zum Beispiel. Aber mir war klar, dass wir diesen Posten aus unseren eigenen Reihen besetzen m&amp;uuml;ssen. Die Leute wollen in diesen Schl&amp;uuml;sselpositionen ein Eigengew&amp;auml;chs haben.&amp;laquo; &amp;Uuml;ber seinen 36-j&amp;auml;hrigen Nachfolger, der schlie&amp;szlig;lich den Vorzug vor Kandidaten wie Mehmet Scholl, Jens Jeremies oder Oliver Kahn bekam, sagt Uli Hoene&amp;szlig;: &amp;raquo;Er hat mir gefallen, er erinnert mich ein bisschen an mich in dem Alter.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christian Nerlinger wird, wie Hoene&amp;szlig; im Fr&amp;uuml;hling erz&amp;auml;hlt, schon ab dem 1. Juli schrittweise eingearbeitet. Ab der kommenden Saison will Hoene&amp;szlig; auch, wie er es eigentlich schon im Sommer 2008 vorgehabt hatte, bevor Klinsmann ihn umstimmte, die Spiele von der Trib&amp;uuml;ne aus verfolgen. F&amp;uuml;r die Leitung des Marketings und die Zusammenarbeit mit den Sponsoren wird eine eigene Stelle geschaffen, die aber erst im Lauf des Jahres 2010 besetzt werden soll. &amp;Uuml;ber seinen R&amp;uuml;cktritt als Manager sagt Uli Hoene&amp;szlig;: &amp;raquo;Ich habe viele Bekannte, die mittelst&amp;auml;ndische Unternehmen leiten und es vers&amp;auml;umt haben, rechtzeitig ihre Nachfolge zu regeln. Das hat oft im Chaos geendet, sogar im Niedergang des Betriebs. Ich habe mir immer geschworen, das in meinem Umfeld anders zu machen.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Lesen Sie auf der n&amp;auml;chsten Seite: Warum an Hoene&amp;szlig; ein Vollblut-Gewerkschafter verloren gegangen ist, wie er seine heutige Frau kennenlernte, und wie ihn schwere Verletzungen in die Fu&amp;szlig;baller-Fr&amp;uuml;hrente zwangen. &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&quot;Ich war ein Tier damals&quot;: Vom Ziel, Fu&amp;szlig;ballprofi zu werden&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Uli Hoene&amp;szlig; wurde am 5. Januar 1952 in Ulm geboren, im Ortsteil Eselsberg, einem einfachen Viertel oberhalb der Stadt, in dem sich nach dem Krieg auch viele Fl&amp;uuml;chtlinge niederlie&amp;szlig;en. Das schmucklose, zweist&amp;ouml;ckige Haus, in dem das Gesch&amp;auml;ft und die Wohnung der Familie untergebracht waren, sieht bis heute unver&amp;auml;ndert aus; aus der Metzgerei, die Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; Eltern bis zur Demenz-Erkrankung seiner Mutter Paula Anfang der Achtzigerjahre betrieben, ist seit Langem ein Getr&amp;auml;nkehandel geworden. Keine Spur an dem frei stehenden Geb&amp;auml;ude in der Mitte einer ruhigen Stra&amp;szlig;enkreuzung, mit einem kleinen St&amp;uuml;ck Rasen davor, auf dem die Br&amp;uuml;der Uli und Dieter ihre ersten Fu&amp;szlig;ballspiele austrugen, weist auf die prominenten Vorbesitzer hin. Nur in einem Fenster des Gesch&amp;auml;fts h&amp;auml;ngen ein paar verblichene Seiten eines Fu&amp;szlig;ballmagazins, mit Bildern und Statistiken von der Europameisterschaft 1972.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Leben von Uli Hoene&amp;szlig; hat sich sehr fr&amp;uuml;h auf den Profifu&amp;szlig;ball fokussiert. &amp;raquo;Ich war kein herausragender Spieler in meiner Jugend&amp;laquo;, sagt er, &amp;raquo;auch von der Schnelligkeit her, sp&amp;auml;ter ja meine gr&amp;ouml;&amp;szlig;te St&amp;auml;rke, war ich eher hintendran. Aber mit 13 habe ich dann meinem Vater gesagt, er soll mich jeden Tag um halb sechs aufwecken, und dann bin ich vor der Schule noch laufen gegangen.&amp;laquo; Er schlie&amp;szlig;t sich sogar einem Ulmer Leichtathletikverein an, um regelm&amp;auml;&amp;szlig;iges Sprinttraining zu absolvieren: &amp;raquo;Ich wollte unbedingt Profi werden&amp;laquo;, sagt er, &amp;raquo;ich war ein Tier damals.&amp;laquo; Auch wenn man seine Weggef&amp;auml;hrten aus dieser Zeit fragt, welche Eigenschaften des jungen Uli Hoene&amp;szlig; ihnen am st&amp;auml;rksten im Ged&amp;auml;chtnis geblieben sind, f&amp;auml;llt ihnen sofort seine immense Zielstrebigkeit ein. Gustav Malejko, sein engster Freund in der Jugendmannschaft des SSV Ulm und heute im Aufsichtsrat des Vereins, erinnert sich an die prophetische Bemerkung, als sich der 15-j&amp;auml;hrige Hoene&amp;szlig; nach einem wichtigen Sieg von den feiernden Mitspielern abwendete und zu Malejko sagte: &amp;raquo;Schau, die gehen jetzt Bier trinken und wir spielen eines Tages bei Bayern M&amp;uuml;nchen.&amp;laquo; Und sein Bruder Dieter, ein Jahr j&amp;uuml;nger und als Jugendlicher eher mit M&amp;auml;dchen oder in der Basketballhalle unterwegs, sagt: &amp;raquo;F&amp;uuml;r Uli war mit 14 klar, dass er Fu&amp;szlig;baller wird.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenso fr&amp;uuml;h wie gro&amp;szlig;er sportlicher Ehrgeiz entwickelt sich aber auch ein Sinn f&amp;uuml;r wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenh&amp;auml;nge. Sein langj&amp;auml;hriger Trainer Udo Lattek, zun&amp;auml;chst bei der Jugendnationalmannschaft und ab Sommer 1970 beim FC Bayern, erz&amp;auml;hlt, wie die Mannschaft beim Aufbruch zu einem Juniorenl&amp;auml;nderspiel einmal eine Viertelstunde lang auf ihren Kapit&amp;auml;n warten musste: &amp;raquo;Der Junge war im ganzen Hotel nicht aufzutreiben. Irgendwann habe ich ihn dann in der Personalk&amp;uuml;che entdeckt: Der halbw&amp;uuml;chsige Hoene&amp;szlig; war umringt von Angestellten und erkl&amp;auml;rte ihnen, dass sie unterbezahlt seien und ein h&amp;ouml;heres Gehalt aushandeln m&amp;uuml;ssten.&amp;laquo; &amp;Ouml;konomische Interessen sind auch der Anlass f&amp;uuml;r die erste Begegnung mit seiner sp&amp;auml;teren Ehefrau. Susanne Martin, wie sie damals noch hei&amp;szlig;t, besucht eine Realschule ganz in der N&amp;auml;he des Schubart-Gymnasiums, in dem Hoene&amp;szlig; Schulsprecher und Schatzmeister der Sch&amp;uuml;lerzeitung ist. &amp;raquo;Die Zeitung war immer in finanziellen N&amp;ouml;ten&amp;laquo;, sagt er. &amp;raquo;Ich bin in Ulm von Firma zu Firma gegangen und habe die Anzeigen reingeholt.&amp;laquo; Irgendwann kommt ihm eine Idee: Die Realschule nebenan hat keine eigene Sch&amp;uuml;lerzeitung, und Hoene&amp;szlig; beschlie&amp;szlig;t, einen Lokalteil f&amp;uuml;r die Ereignisse an dieser Schule zu gr&amp;uuml;nden, damit auch dort die Zeitung gekauft wird. Der Rektor, bei dem Hoene&amp;szlig; vorspricht, verweist ihn auf die Sch&amp;uuml;lersprecherin &amp;ndash; Susanne. &amp;raquo;Wir haben uns das erste Mal getroffen am 27. Dezember 1967, im &amp;rsaquo;Caf&amp;eacute; Str&amp;ouml;bele&amp;lsaquo; &amp;ndash; und da hat es gleich &amp;rsaquo;zack&amp;lsaquo; gemacht.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Mit 18 geht Uli Hoene&amp;szlig; zum FC Bayern, gleichzeitig mit einer anderen Entdeckung Latteks, Paul Breitner aus Freilassing, der seit Mitte der Sechzigerjahre alle Sch&amp;uuml;ler- und Jugendnationalmannschaften mit Hoene&amp;szlig; durchlaufen hat, beide stets als die mit Abstand J&amp;uuml;ngsten. In M&amp;uuml;nchen-Trudering leben die zwei dann von 1970 bis 1973 in einer Drei-Zimmer-WG, bis zur Hochzeit von Uli und Susi am Tegernsee.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wenn man sich die Profi-Laufbahn von Uli Hoene&amp;szlig; heute noch einmal vergegenw&amp;auml;rtigt, f&amp;auml;llt sofort ins Auge, wie kurz die verletzungsfreie Phase seiner Karriere tats&amp;auml;chlich gewesen ist. Im Herbst 1970 deb&amp;uuml;tiert er in der Bundesliga, Anfang 72 in der Nationalelf (der &amp;raquo;Jahrhundertsieg&amp;laquo; in Wembley ist sein zweites L&amp;auml;nderspiel); in rascher Folge erlebt er die H&amp;ouml;hepunkte seines Fu&amp;szlig;ballerlebens, Europameister 72, Weltmeister 74, Europacup-Sieger mit dem FC Bayern, ebenfalls 74, im Wiederholungsspiel gegen Atletico Madrid &amp;ndash; &amp;raquo;mein gl&amp;uuml;cklichster Augenblick als Sportler&amp;laquo;, wie er sagt. Im Europacup-Finale 1975 dann, gegen Leeds United, verletzt sich Uli Hoene&amp;szlig; zum ersten Mal am rechten Knie. Die &amp;Auml;rzte stellen eine falsche Diagnose, er wird nicht operiert und soll sich &amp;uuml;ber die Sommerpause auskurieren; im ersten Training der neuen Saison knickt er aber erneut um, der Au&amp;szlig;enmeniskus wird in einer damals noch aufwendigen Operation entnommen, wenig sp&amp;auml;ter beginnt der Innenmeniskus Beschwerden zu machen. In der Zeit vom Sommer 75 bis zu seinem R&amp;uuml;cktritt als Spieler 1979 ist Hoene&amp;szlig; nie mehr richtig gesund und kann kaum trainieren; w&amp;auml;hrend der Saison wird sein Knie an jedem Donnerstag punktiert, damit er am Samstag ohne Schmerzen spielen kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine eigentliche Laufbahn dauert also kaum f&amp;uuml;nf Jahre &amp;ndash; und diese Wunde, diese tiefe Entt&amp;auml;uschung muss man immer in Erinnerung behalten, wenn von der ungew&amp;ouml;hnlichen Leidenschaft und Impulsivit&amp;auml;t des &lt;br /&gt; Managers Uli Hoene&amp;szlig; die Rede ist. Denn die Quelle seiner Leidenschaft &amp;ndash; der st&amp;auml;ndigen N&amp;auml;he zur Mannschaft, der drei&amp;szlig;ig Jahre w&amp;auml;hrenden Freudent&amp;auml;nze und Depressionen auf der Trainerbank &amp;ndash; ist vermutlich genau in dieser Verwundung zu suchen: dass sein Begehren als aktiver Fu&amp;szlig;ballspieler nie gestillt wurde; dass das 13-j&amp;auml;hrige selbst ernannte &amp;raquo;Tier&amp;laquo;, das die ersten Schulstunden jahrelang im Halbschlaf verd&amp;auml;mmerte, weil bereits zwei Stunden Waldlauf hinter ihm lagen, den ganzen Aufwand f&amp;uuml;r nichts als f&amp;uuml;nf mickrige Jahre betrieben hat. &amp;raquo;Wenn mir in der Anfangszeit als Manager ein Arzt best&amp;auml;tigt h&amp;auml;tte: Dein Knie h&amp;auml;lt noch zwei, drei Jahre&amp;laquo;, sagt Hoene&amp;szlig; einmal, am B&amp;uuml;rofenster stehend, mit Blick auf die trainierenden Bayern-Spieler unter ihm, &amp;raquo;f&amp;uuml;nf Minuten sp&amp;auml;ter w&amp;auml;re ich in Trikot und Schuhen wieder auf dem Platz gestanden.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Lesen Sie auf der n&amp;auml;chsten Seite: Wie ihn Adi Dassler mit seiner Tochter verkuppeln wollte und Hoene&amp;szlig; den wirtschaftlich runtergewirtschafteten FC Bayern &amp;uuml;bernahm.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Anf&amp;auml;nge als Manager: Wie Uli Hoene&amp;szlig; fast der Schwiegersohn von Adolf Dassler wurde&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Weil er schon Mitte der Siebziger nicht mehr regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig Fu&amp;szlig;ball spielen kann, ergreift Uli Hoene&amp;szlig; fr&amp;uuml;h die Gelegenheit, seine zweite Begabung auszubilden. Dass er es besser als die meisten Mitspieler versteht, aus seinem Beruf Kapital zu schlagen, stellt er sp&amp;auml;testens nach der Weltmeisterschaft 1974 unter Beweis; ein f&amp;uuml;r die Aldi-Kette konzipiertes WM-Buch von ihm und Paul Breitner, das nach seiner Idee mit jeweils einem Originalautogramm der beiden Herausgeber versehen ist, verkauft sich innerhalb weniger Monate 300 000 Mal. Mit 23 beginnt der dauerverletzte St&amp;uuml;rmer, dem damaligen Manager des FC Bayern, Robert Schwan, zu assistieren. &amp;raquo;Wenn wir in S&amp;uuml;damerika zu Freundschaftsspielen unterwegs waren&amp;laquo;, erz&amp;auml;hlt Hoene&amp;szlig;, &amp;raquo;habe ich auf der R&amp;uuml;ckreise die Geldtasche mit dem Honorar durch den Zoll getragen, weil Schwan Vertrauen zu mir hatte.&amp;laquo; Schon damals verfestigt sich in Hoene&amp;szlig; der Eindruck, dass sich der Verein zu sehr von den Zuschauereinnahmen bei Heimspielen abh&amp;auml;ngig macht und andere Einnahmequellen &lt;br /&gt; au&amp;szlig;er Acht l&amp;auml;sst. Noch als Spieler organisiert er daher den ersten Trikotsponsor f&amp;uuml;r den FC Bayern, einen Baufahrzeug-Hersteller aus seiner Heimatstadt Ulm: &amp;raquo;Den Vertrag mit Magirus habe ich im &amp;rsaquo;Franziskaner&amp;lsaquo; an der Oper auf einem Bierdeckel abgeschlossen. Daf&amp;uuml;r hab ich vom Verein eine Provision gekriegt.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser Zeit, kurz vor seinem Zerw&amp;uuml;rfnis mit dem Bayern-Trainer Gyula Lorant und dem Wechsel zum 1. FC N&amp;uuml;rnberg im Herbst 1978, wird eine andere Gro&amp;szlig;institution des deutschen Fu&amp;szlig;balls auf Hoene&amp;szlig; aufmerksam. Adolf Dassler, der knapp 80-j&amp;auml;hrige Gr&amp;uuml;nder von Adidas, sucht nach einem Nachfolger f&amp;uuml;r den Sportartikel-Konzern in Herzogenaurach. Hoene&amp;szlig; war schon l&amp;auml;nger sein Ansprechpartner gewesen, wenn es um die Zusammenarbeit von Adidas und dem FC Bayern ging. &amp;raquo;Ich habe dieselbe Schuhgr&amp;ouml;&amp;szlig;e wie Franz Beckenbauer&amp;laquo;, sagt er, &amp;raquo;und neue Testschuhe wurden regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig an den Franz und mich geschickt.&amp;laquo; Adolf Dassler will ihn enger an das Unternehmen binden &amp;ndash; &amp;raquo;und da der Alte nat&amp;uuml;rlich in Dynastien dachte&amp;laquo;, so Hoene&amp;szlig;, &amp;raquo;versuchte er einzuf&amp;auml;deln, dass ich auch sein Schwiegersohn werde. Ich lebte damals ein halbes Jahr lang von meiner Frau getrennt. Dassler hat mich regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig nach Herzogenaurach eingeladen, um irgendetwas zu besprechen. Die einzige Person, die er auch zu den Konferenzen bestellte, war komischerweise seine Tochter &amp;hellip; aber au&amp;szlig;er ein paar K&amp;uuml;sschen hat&amp;rsquo;s nie was gegeben.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Fr&amp;uuml;hling 1979 ist der 1. FC N&amp;uuml;rnberg so gut wie abgestiegen, und die Mannschaft des FC Bayern revoltiert gerade gegen die Verpflichtung von Max Merkel als Trainer. Uli Hoene&amp;szlig; bekommt einen Anruf von Pr&amp;auml;sident Wilhelm Neudecker. Nach der Entlassung Robert Schwans und einer Zwischenepisode mit Walter Fembeck sucht der verschuldete und seit dem letzten Europacup-Gewinn 1976 erfolglose FC Bayern einen neuen Manager. Hoene&amp;szlig; erkl&amp;auml;rt sich das Angebot heute damit, dass Neudecker &amp;raquo;nur einen unerfahrenen Prellbock gesucht hat f&amp;uuml;r die bevorstehende Steuerpr&amp;uuml;fung&amp;laquo;. Drei Wochen nach dem ersten Arbeitstag des neuen Managers tritt der Pr&amp;auml;sident zur&amp;uuml;ck und hinterl&amp;auml;sst Hoene&amp;szlig; einen sportlich wie wirtschaftlich maroden Verein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Gesundung und Expansion des FC Bayern unter seiner F&amp;uuml;hrung dann, die Steigerung des Umsatzes um das F&amp;uuml;nfzigfache, von zw&amp;ouml;lf Millionen Mark im Jahr 1979, bei 85 Prozent Zuschauereinnahmen, auf 300 Millionen Euro 2008, bei nur noch 18 Prozent Zuschauereinnahmen &amp;ndash; diese Zahlen und Daten f&amp;uuml;gen sich zu Uli Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; liebster und meisterz&amp;auml;hlter Geschichte. Bei den Vortr&amp;auml;gen und Ehrungen, die er in diesem Jahr absolviert, referiert er seine Erfolgsbilanz jedes Mal auf fast unver&amp;auml;nderte Weise, streut die gleichen Anekdoten ein, die bew&amp;auml;hrten Pointen: dass der Trikotsponsor Iveco im Jahr 1979 750 000 Mark pro Jahr gezahlt hat, die Telekom heute etwa 25 Millionen Euro; dass das ganze Vereinswohl fr&amp;uuml;her &amp;raquo;vom Wetter abh&amp;auml;ngig war&amp;laquo;, weil das zugige Olympiastadion bei Regen und K&amp;auml;lte leer blieb; dass er im Sommer 1979, kurz nach Amtsantritt, nach Kalifornien flog und im Flagstore der &amp;raquo;49ers&amp;laquo;, des ber&amp;uuml;hmten Football-Clubs von San Francisco, sein pers&amp;ouml;nliches Erweckungserlebnis in Sachen Merchandising hatte: &amp;raquo;Bei uns gab es damals nur Wimpel, Schals und Aufn&amp;auml;her im Stadion, f&amp;uuml;r die hartgesottenen Fans in der S&amp;uuml;dkurve. In dem Laden in San Francisco aber, mitten in der Stadt, sah ich an einem gew&amp;ouml;hnlichen Montagmorgen Dutzende von Gesch&amp;auml;ftsm&amp;auml;nnern und ganz normale Familien, die alles M&amp;ouml;gliche dort einkauften, Trikots, M&amp;uuml;tzen, Bettw&amp;auml;sche, Kaffeetassen. Da wusste ich: Hier liegt auch die Zukunft des FC Bayern!&amp;laquo; Schlie&amp;szlig;lich gibt er den Ulmer Nachwuchs-Funktion&amp;auml;ren oder den Kadetten der Elite-Akademie noch eine Einf&amp;uuml;hrung in die &amp;raquo;vier S&amp;auml;ulen&amp;laquo; seines Unternehmens &amp;ndash; Zuschauereinnahmen, Sponsoring, Merchandising und Fernsehgelder &amp;ndash; und macht sie mit seinem System vertraut, &amp;raquo;immer Exklusivit&amp;auml;t zu geben&amp;laquo; und in jeder Branche nur mit einem einzigen Partner zusammenzuarbeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Lesen Sie auf der n&amp;auml;chsten Seite: Hoene&amp;szlig;' erster Eindruck von Louis van Gaal, Sprechch&amp;ouml;re zu seinen Ehren in K&amp;ouml;ln, und Christian Nerlinger, sein Nachfolger.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt; &lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&quot;Er muss das Herz der Menschen gewinnen&quot;: Christian Nerlingers erste Arbeitstage&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Donaueschingen im Schwarzwald, Mitte Juli: Der FC Bayern hat in einem Golfhotel mit weitl&amp;auml;ufigen Rasenfl&amp;auml;chen und Parkanlagen sein Trainingslager bezogen. Im Kennzeichen der Dienst-Audis vor dem Hotel stehen inzwischen die Buchstaben &amp;raquo;RM&amp;laquo; f&amp;uuml;r &amp;raquo;Rekordmeister&amp;laquo;, die Verlegenheitsl&amp;ouml;sung in meisterlosen Jahren; Anfang Juni sind die Wagen der Spieler wie jedes Jahr ausgetauscht und von Audi versteigert worden. Seit drei Wochen hei&amp;szlig;t der Trainer der Bayern Louis van Gaal. Der ganze Verein atmet sp&amp;uuml;rbar durch, dass wieder ein erfahrener &amp;raquo;Fu&amp;szlig;balllehrer&amp;laquo;, wie ein h&amp;auml;ufig fallendes Wort in diesen Tagen lautet, die Mannschaft &amp;uuml;bernommen hat. Wie fundamental die Probleme zwischen Klinsmann und dem FC Bayern gewesen sein m&amp;uuml;ssen, l&amp;auml;sst sich den &amp;ouml;ffentlichen Kommentaren ohne Weiteres entnehmen. Hoene&amp;szlig; selbst hat etwa in der Basilika in Kempten seine &amp;raquo;monatelange Schlaflosigkeit&amp;laquo; wegen Klinsmann erw&amp;auml;hnt und ansonsten nur den Satz gesagt: &amp;raquo;Er war ein hervorragender Fu&amp;szlig;ballspieler &amp;ndash; der es dann nicht geschafft hat.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Van Gaal ist &amp;uuml;ber Pfingsten schon einmal kurz in M&amp;uuml;nchen gewesen; einen Tag lang war er auch bei Hoene&amp;szlig; zu Hause am Tegernsee, und abends im &amp;raquo;K&amp;auml;fer&amp;laquo; gab es einen kleinen Willkommensempfang, dessen &amp;raquo;W&amp;auml;rme&amp;laquo;, wie Hoene&amp;szlig; mit niederl&amp;auml;ndischem Akzent sagt, den neuen Trainer sehr beeindruckt habe. In Donaueschingen sind die Richtlinien des neuen Trainers sofort erkennbar. Es herrscht eine strikte Kleiderordnung; &lt;br /&gt; die Spieler tragen kurz&amp;auml;rmlige blaue, der Betreuerstab, von Christian Nerlinger bis zum Pressesprecher, wei&amp;szlig;e Trikots. Nur Uli Hoene&amp;szlig; ist von dieser Kleiderordnung ausgenommen. In Zivil sitzt er am Rande des Trainingsplatzes im Schatten, auf einer Bank unter einem Baldachin, und beobachtet das Geschehen vor ihm: ein Patron, der &amp;uuml;ber seine Familie wacht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Nachmittags dann, vor der Abreise zum Podolski-Abl&amp;ouml;sespiel in K&amp;ouml;ln, erz&amp;auml;hlt Hoene&amp;szlig; von seinen ersten Eindr&amp;uuml;cken: &amp;raquo;Wenn ich mir die Trainingsspiele anschaue, dann sehe ich, dass ein Stratege auf dem Platz steht.&amp;laquo; Er ist aufger&amp;auml;umt und guter Laune, was auch damit zusammenh&amp;auml;ngt, dass ihm auf seinem Trib&amp;uuml;nenplatz w&amp;auml;hrend der ersten Vorbereitungsspiele ungewohntes Wohlwollen entgegengebracht wird. &amp;raquo;Das habe ich noch nie erlebt bisher. Es gab sogar Sprechch&amp;ouml;re der gegnerischen Fans f&amp;uuml;r mich &amp;ndash; unglaublich!&amp;laquo;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Trib&amp;uuml;ne, sagt er, nutze er nun immer die M&amp;ouml;glichkeit, mit den Verantwortlichen der gegnerischen Vereine ins Gespr&amp;auml;ch zu kommen. Nur an die Perspektive k&amp;ouml;nne er sich nach drei&amp;szlig;ig Jahren auf der Trainerbank schwer gew&amp;ouml;hnen; er wolle den Spielern unten immer zurufen, endlich einen bestimmten Pass in die Tiefe zu spielen, doch gleichzeitig wisse er, dass sein Blick von oben verzerrt sei und der Ball gar nicht ankommen k&amp;ouml;nne. Vor dem Fernseher wird es zu Beginn der Saison lange dauern, bis man sich an den neuen Anblick gew&amp;ouml;hnt. Wenn Hoene&amp;szlig; w&amp;auml;hrend des Spiels eingeblendet wird, glaubt man die ersten Wochen immer noch, er sei vom Schiedsrichter auf die Trib&amp;uuml;ne verbannt worden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die unz&amp;auml;hligen Details, die die Arbeit eines Fu&amp;szlig;ballmanagers ausmachen, hat er in Donaueschingen schon an Christian Nerlinger &amp;uuml;bertragen. Und Hoene&amp;szlig; erz&amp;auml;hlt, dass er sich in den letzten drei&amp;szlig;ig Jahren wirklich f&amp;uuml;r alles verantwortlich gef&amp;uuml;hlt hat, von der Marke des Mineralwassers im Trainingslager bis zum Luftdruck der B&amp;auml;lle, die er vor Anpfiff eines Bundesligaspiels immer selbst &amp;uuml;berpr&amp;uuml;fte. &amp;raquo;Ich hab mich um jeden Schei&amp;szlig; gek&amp;uuml;mmert, Abfahrtszeiten, Busunternehmen, Trikots, zur Not hab ich den Spielern die Stollen reingeschraubt. Jetzt sitz ich hier und wei&amp;szlig; nicht mal, ob wir morgen in Wei&amp;szlig; oder Rot spielen.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Nerlinger ist seit knapp drei Wochen im Amt, und Uli Hoene&amp;szlig; muss die Reibungslosigkeit des &amp;Uuml;bergangs, die er im Fr&amp;uuml;hling prophezeit hat, relativieren. &amp;raquo;Ich merke schon jetzt&amp;laquo;, sagt er, &amp;raquo;dass es f&amp;uuml;r den Christian nicht leicht wird. Was ich mir erarbeitet habe, in dieser ganzen Tiefe, das hat Zeit gebraucht. Und ich habe das auch ein bisschen untersch&amp;auml;tzt: Er muss das Herz der Menschen gewinnen, und das geht nicht einfach durch seine Position &amp;ndash; das kommt oder es kommt nicht!&amp;laquo; Am Samstag darauf ist Christian Nerlinger im &lt;em&gt;Aktuellen Sportstudio&lt;/em&gt; zu Gast, und die Nervosit&amp;auml;t, die er ausstrahlt, seine h&amp;ouml;lzerne Sprache &amp;ndash; fast in jedem Satz der Einschub &amp;raquo;sehr, sehr&amp;laquo; &amp;ndash; verst&amp;auml;rken diesen Eindruck. Man sp&amp;uuml;rt im Trainingslager zum ersten Mal, dass dieses Jahr des &amp;Uuml;bergangs f&amp;uuml;r Hoene&amp;szlig; keineswegs so unbeschwert verl&amp;auml;uft, wie er manchmal vorgibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Lesen Sie auf der n&amp;auml;chsten Seite: Wie Hoene&amp;szlig; auf der Massagebank seine Management-Philosophie fand, und wie er noch heute als f&amp;uuml;rsorglicher Patriarch der Bayern-Familie wirkt.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&quot;Wir haben eine Sorgfaltspflicht f&amp;uuml;r unsere Angestellten.&quot; Der Unternehmer Uli Hoene&amp;szlig; &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Als er einmal &amp;uuml;ber sein letztes Profijahr bei den Bayern redet, erinnert sich Hoene&amp;szlig; an einen Dialog mit dem damaligen Masseur Josip Saric. Eines Morgens begr&amp;uuml;&amp;szlig;te ihn der Jugoslawe Saric bei der Behandlung mit &lt;br /&gt; den Worten: &amp;raquo;Uli, musst du aufpassen, wollen sie dich verkaufen!&amp;laquo; Robert Schwan, der vor Hoene&amp;szlig; massiert worden war, hatte von der Liege aus mit Pr&amp;auml;sident Neudecker telefoniert und den Transfer des verletzten Spielers angeregt. Auf diesen Vorfall gehen, wie Hoene&amp;szlig; heute sagt, seine moralischen Grunds&amp;auml;tze als Manager zur&amp;uuml;ck: &amp;raquo;Damals habe ich mir geschworen: Sollte ich je in einer solchen Position arbeiten, wird nie ein Spieler &amp;uuml;ber mich sagen k&amp;ouml;nnen, dass ich ihn &amp;uuml;ber seinen Kopf hinweg loswerden wollte.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;Uuml;ber seine ethischen Prinzipien, sein Engagement f&amp;uuml;r fr&amp;uuml;here Bayern-Spieler etwa, ist schon h&amp;auml;ufig berichtet worden: Wie er Gerd M&amp;uuml;ller in den Achtzigerjahren &amp;uuml;berredete, eine Entzugsklinik aufzusuchen, und dann in der kritischen Phase w&amp;auml;hrend der Entgiftung jeden Nachmittag von M&amp;uuml;nchen nach Murnau fuhr, um am Krankenbett des Bewusstlosen zu wachen. Oder die Anstrengungen, die er unternommen hat, um Sebastian Deisler zu helfen, die vielen n&amp;auml;chtlichen Gespr&amp;auml;che im Trainingslager in Dubai 2007, kurz vor dessen R&amp;uuml;cktritt, von denen bei Erscheinen von Deislers Autobiografie wieder die Rede war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; In den Akten der Bayern-Gesch&amp;auml;ftsstelle befindet sich eine Liste mit einem Dutzend ehemaliger Spieler, darunter Namen von Stars aus den Siebziger- und Achtzigerjahren, die in Schulden geraten sind und von ihrem ehemaligen Verein finanziell unterst&amp;uuml;tzt werden. Hoene&amp;szlig; sagt: &amp;raquo;Wir haben eine Sorgfaltspflicht f&amp;uuml;r die Leute, die f&amp;uuml;r uns arbeiten oder gearbeitet haben.&amp;laquo; Und es gibt in diesem Jahr gen&amp;uuml;gend Beispiele, die zeigen, wie er den Satz versteht. Im Auto von Ulm zur&amp;uuml;ck nach M&amp;uuml;nchen etwa, gegen zehn Uhr abends, w&amp;auml;hlt er die Nummer von Hermann Gerland, zu diesem Zeitpunkt noch Trainer eines Nachwuchsspielers namens Holger Badstuber in der dritten Liga. Der Vater Badstubers, lange Zeit Jugendtrainer beim FC Bayern, ist an Krebs erkrankt, und Hoene&amp;szlig; gibt Gerland ein paar Namen von Spezialisten durch, die man noch einschalten k&amp;ouml;nnte; &amp;raquo;Hermann&amp;laquo;, sagt er zum Abschied, &amp;raquo;bring mir doch morgen die Nummer des Mannes ins B&amp;uuml;ro, ich ruf ihn an&amp;laquo;. Leider k&amp;ouml;nnen diese Bem&amp;uuml;hungen nichts mehr ausrichten. Hermann Badstuber stirbt schon wenige Tage sp&amp;auml;ter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Auch auf der Autofahrt zu Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; N&amp;uuml;rnberger Wurstfabrik im September kommt die Rede auf eine solche Geschichte. Sie handelt von einem der &amp;uuml;ber 200 Angestellten, dessen junge Frau Ende der Neunzigerjahre gestorben ist. Der Mann kam mit der Situation nicht zurecht, mit den zwei kleinen Kindern, um die er sich k&amp;uuml;mmern musste, und wurde alkoholkrank. Er nahm Kredite auf, kam nicht mehr regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig zur Arbeit, und nach einigen Jahren hatte er zwar seine Sucht &amp;uuml;berwunden, doch Schulden von knapp 30 000 Mark angeh&amp;auml;uft. Uli Hoene&amp;szlig; h&amp;ouml;rte damals von der Verzweiflung des Mannes, lange Jahre ein verl&amp;auml;sslicher Mitarbeiter der Firma, von den immer deutlicheren Selbstmordabsichten, und reagierte: &amp;raquo;Ich habe also bei der Bank angerufen und die Filialleiterin gefragt, was denn geschehen w&amp;uuml;rde, wenn man diese 28 000 Mark jetzt sofort abbezahlen w&amp;uuml;rde. Geht nicht, sagte die Frau &amp;ndash; klar, sie wollte noch ein paar Jahre sch&amp;ouml;n ihre Zinsen bekommen. Da habe ich zu ihr gesagt: Ich gebe Ihnen jetzt zwei Stunden Zeit, und wenn ich nichts von Ihnen h&amp;ouml;re, stehen Sie morgen auf der Seite eins der N&amp;uuml;rnberger Abendzeitung, als gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Abzocker der Stadt.&amp;laquo; Schon nach einer Stunde habe die Frau zur&amp;uuml;ckgerufen, und die Schulden seien bezahlt worden. In dieser Geschichte vereinen sich zwei bemerkenswerte Charaktereigenschaften von Uli Hoene&amp;szlig;: Zum einen nat&amp;uuml;rlich zeigt sie sein gro&amp;szlig;es Herz, zum anderen sein Vergn&amp;uuml;gen, eine solche Hilfsaktion richtig in Szene zu setzen. Der noble Einsatz verbindet sich mit einer Machtgeste gegen&amp;uuml;ber einer dritten Person; dem einen Menschen hilft er aus existenziellen N&amp;ouml;ten, den anderen &amp;ndash; sollte er sich dieser Hilfe in den Weg stellen &amp;ndash; setzt er gleichzeitig unter Druck. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; In seiner Wurstfabrik in N&amp;uuml;rnberg hat Uli Hoene&amp;szlig; versucht, seine gesch&amp;auml;ftlichen und ethischen Grunds&amp;auml;tze an seinen Sohn weiterzugeben, den heute 30-j&amp;auml;hrigen Florian, der den Betrieb schon seit acht Jahren leitet. Das Unternehmen mit dem Namen HoWe, ein Akronym aus den Namen der Gr&amp;uuml;nder &amp;ndash; Uli Hoene&amp;szlig; und sein verstorbener Partner &lt;br /&gt; Werner Wei&amp;szlig; &amp;ndash;, wirkt beim Betreten der Gesch&amp;auml;ftsr&amp;auml;ume fast wie eine S&amp;auml;bener Stra&amp;szlig;e der Wurstherstellung: Auch Florian Hoene&amp;szlig; hat sein B&amp;uuml;ro im Landhausstil eingerichtet; auch in diesem Gro&amp;szlig;betrieb, mit einer Produktion von bis zu drei Millionen Rostbratw&amp;uuml;rsten t&amp;auml;glich, ist die Verwaltung &amp;uuml;berschaubar und famili&amp;auml;r gehalten &amp;ndash; nur drei Schreibtische im Eingangsbereich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Idee, eine Wurstfabrik zu gr&amp;uuml;nden, geht auf die WM-B&amp;uuml;cher zur&amp;uuml;ck, die Hoene&amp;szlig; 1974 und 1978 f&amp;uuml;r Aldi herausgab. Einem befreundeten Starnberger Fleischfabrikanten, dem damaligen Bayern-Funktion&amp;auml;r Rudolf Houdek, erm&amp;ouml;glichte es Hoene&amp;szlig; Anfang der Achtzigerjahre, seine Wurstwaren bei dem Discounter unterzubringen. Aldi wollte sich von Houdek bald auch N&amp;uuml;rnberger Rostbratw&amp;uuml;rste liefern lassen, aber da die Wurst nur in dieser Stadt produziert werden darf, war das unm&amp;ouml;glich, und Hoene&amp;szlig; &amp;uuml;berzeugte einen Bekannten aus seiner N&amp;uuml;rnberger Zeit, den Gastronomen Wei&amp;szlig;, mit ihm eine Fabrik zu kaufen. Der Metzgerssohn Uli Hoene&amp;szlig; begriff diesen Schritt auch als nachtr&amp;auml;gliche Realisierung eines Vorhabens, das er sich eigentlich f&amp;uuml;r seine Eltern gew&amp;uuml;nscht h&amp;auml;tte: &amp;raquo;Ich habe meinem Vater immer vorgeworfen, dass er kein richtiges Gesch&amp;auml;ft macht. Er wollte sich nicht vergr&amp;ouml;&amp;szlig;ern, was ich nie verstanden habe.&amp;laquo;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Hoene&amp;szlig;, den in N&amp;uuml;rnberg alle nur &amp;raquo;den Senior&amp;laquo; nennen, ist, wie er sagt, kaum noch pers&amp;ouml;nlich pr&amp;auml;sent in der Fabrik, h&amp;ouml;chstens drei- oder viermal im Jahr. Beim Mittagessen, vor einem Berg von Rostbratw&amp;uuml;rsten, als er gerade nach drau&amp;szlig;en zum Telefonieren gegangen ist, erz&amp;auml;hlt sein Sohn allerdings eine andere Geschichte. &amp;raquo;Mein Vater zeichnet weiterhin jede Rechnung selbst ab. Au&amp;szlig;erdem ruft er st&amp;auml;ndig hier an und l&amp;auml;sst sich die Bestellungen durchgeben, in der Hochphase im Sommer bestimmt zwanzig Mal am Tag.&amp;laquo; Als Uli Hoene&amp;szlig; wieder zur&amp;uuml;ckkommt und mit dieser Zahl konfrontiert wird, wiegelt er ab &amp;ndash; nein, vielleicht f&amp;uuml;nf, sechs Mal, nicht mehr. Aber Florian Hoene&amp;szlig; nimmt sofort sein Handy aus der Jacketttasche und ruft die Sekret&amp;auml;rin im Raum daneben an: &amp;raquo;Frau Landkammer, wie oft meldet sich mein Vater bei Ihnen am Tag wegen der Bestellungen? &amp;ndash; Schon, gell? Mindestens.&amp;laquo; L&amp;auml;chelnd steckt er das Handy wieder ein. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;So wie Uli Hoene&amp;szlig; im Gespr&amp;auml;ch &amp;uuml;ber systematisches Doping im Fu&amp;szlig;ball oder die g&amp;auml;ngige Praxis von privaten Vermittlungsprovisionen bei Spielertransfers stets mit aller Leidenschaft betont, dass &amp;raquo;der FC Bayern sauber&amp;laquo; sei, spricht er beim Gang durch die Fabrik, im wei&amp;szlig;en Schutzanzug, auch &amp;uuml;ber die Zusammensetzung seiner W&amp;uuml;rste. &amp;raquo;Hier k&amp;ouml;nnte jeder Journalist ohne Anmeldung reinspazieren, wir h&amp;auml;tten nichts zu verbergen. Wir verwenden nur die frischesten Produkte. Es gibt nicht einmal ein Tiefk&amp;uuml;hlhaus; alles, was am Morgen geliefert wird, ist am Nachmittag verarbeitet.&amp;laquo; F&amp;uuml;r seine Fabrik soll dasselbe wie f&amp;uuml;r seinen Fu&amp;szlig;ballverein gelten; der Kampf gegen Doping ist hier der Kampf gegen Konservierungsstoffe. Sp&amp;auml;ter, auf der R&amp;uuml;ckfahrt nach M&amp;uuml;nchen, wertet er die erfolgreiche Arbeit seines Sohnes im Betrieb auch als gutes Omen f&amp;uuml;r die aktuellen Sorgen beim FC Bayern, f&amp;uuml;r die Aussicht, dass es mit dem jungen Christian Nerlinger als Nachfolger ebenso funktionieren wird.   &lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie auf der n&amp;auml;chsten Seite: Wie Uli Hoene&amp;szlig; Gl&amp;uuml;ck definiert, warum er 1996 kurzzeitig nach New York floh, und wie er beinahe in einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Krisen: Ein Zwischenfall im Flugzeug und die Schamhaare Christoph Daums&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wenn Uli Hoene&amp;szlig; &amp;uuml;ber sich selbst spricht, ist er meistens in einer Weise mit sich im Reinen, die zu Widerspruch reizt. Seine Unerschrockenheit, das &amp;raquo;Klartext-Reden&amp;laquo;, wie er es selbst nennt, begr&amp;uuml;ndet er einmal damit, dass sein privates Leben vollkommen intakt sei: &amp;raquo;Ich habe meine beiden Kinder gut ausgebildet, ich habe keine Kredite abzubezahlen, wir haben das sch&amp;ouml;ne Haus am Tegernsee gebaut, das ist alles wunderbar. Die pers&amp;ouml;nliche Situation ist bei mir gel&amp;ouml;st, ich kann meine ganze Kraft in den Beruf stecken.&amp;laquo; Man ist angesichts solcher Gl&amp;uuml;cksbeschw&amp;ouml;rungen fast in Versuchung, nach dunkleren Bezirken in seiner Biografie zu fahnden. Gibt es im Leben von Uli Hoene&amp;szlig; tats&amp;auml;chlich keine Zweifel? Ist wirklich alles so harmonisch und erf&amp;uuml;llt? Eine gro&amp;szlig;e Krise zumindest ist &amp;ouml;ffentlich geworden; die monatelange Trennung von seiner Frau im Jahr 1996, die Beziehung mit einer um 15 Jahre J&amp;uuml;ngeren, die Flucht nach New York einen Sommer lang. &amp;raquo;In der Zeit wollte der Uli alles anders machen&amp;laquo;, erinnert sich sein Bruder Dieter, &amp;raquo;er hat ja kurzzeitig sogar Klavierunterricht genommen.&amp;laquo; Im Jahr 2009 wirkt die Selbstzufriedenheit und Ausgeglichenheit aber nicht gespielt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immerhin ist er ein Mensch, der mehrmals in der Vergangenheit an der Schwelle des Todes stand, 1975 bei einem schweren Autounfall mit Sepp Maier, 1982 bei jenem Flugzeugabsturz in Hannover, den er als Einziger der vier Personen am Bord &amp;uuml;berlebte, 1992 bei einer Notoperation am Darm und im November 1981 bei einem weiteren Zwischenfall im Flugzeug, der in der &amp;Ouml;ffentlichkeit bislang unbekannt geblieben ist. Zusammen mit seinem langj&amp;auml;hrigen Freund Werner Gegenbauer, dem heutigen Pr&amp;auml;sidenten von Hertha BSC und Gegenspieler seines Bruders Dieter, sa&amp;szlig; er in einem kleinen Privatflugzeug von Bologna nach M&amp;uuml;nchen, als die Maschine in einem Hagelsturm zwanzig Minuten au&amp;szlig;er Kontrolle geriet. &amp;raquo;Gegenbauer und ich haben uns an der Hand gehalten und wussten: Das war&amp;rsquo;s! Am Ende ist das sogar ein positives Gef&amp;uuml;hl: Wenn du merkst, du hast keine Chance mehr, dann geht&amp;rsquo;s dir pl&amp;ouml;tzlich gut. An Bord war &amp;uuml;brigens auch dieser Bluesbarde Willi Michl, ein Bekannter des Piloten. Der hat dann w&amp;auml;hrend der Turbulenzen angefangen zu singen. Der hat Arien geschmettert! Und ich hab mich nach hinten gedreht und gesagt: Wenn du jetzt nicht sofort aufh&amp;ouml;rst, bring ich dich um!&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Uli Hoene&amp;szlig; konnte nach dem Absturz von 1982 sofort wieder in ein Flugzeug steigen, weil er zum Zeitpunkt des Ungl&amp;uuml;cks geschlafen hatte und sich an nichts erinnerte. Er achtet seitdem aber sehr genau auf die Wahl der Maschine: &amp;raquo;Ich fliege nur noch mit Profis, egal wie teuer es ist. Meine Kinder haben die Anweisung, keine Billigflieger zu benutzen. Die Differenz zahle ich. Und beim FC Bayern lasse ich es nicht zu, dass unsere Scouts innerhalb Afrikas fliegen. Der beste Fu&amp;szlig;baller der Welt ist es nicht wert, dass einer unserer Angestellten stirbt.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die schwierigste Phase in Uli Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; Managerleben ist zweifellos die Kokain-Aff&amp;auml;re um Christoph Daum gewesen, die Wochen bis zu dem unerwarteten Ergebnis der freiwilligen Haarprobe. &amp;raquo;Ich hatte Hunderte von Hassbriefen auf meinem Schreibtisch liegen. Das war zum ersten Mal eine Situation, in der ich dachte, ich schaffe das nicht. Wenn der nicht die Probe macht, bin ich kaputt.&amp;laquo; Die Rede kommt auf die bis heute r&amp;auml;tselhafte Frage, warum Christoph Daum damals &amp;uuml;berhaupt einen Test durchf&amp;uuml;hren lie&amp;szlig;, wo er doch wusste, dass er vermutlich positiv sein w&amp;uuml;rde. Hoene&amp;szlig; sagt dazu: &amp;raquo;Ich habe irgendwann geh&amp;ouml;rt, dass es zuvor eine Untersuchung von befreundeten &amp;Auml;rzten gegeben hat &amp;ndash; negativ. Als dann in Deutschland die offizielle Probe gemacht wurde, haben die &amp;Auml;rzte am Ende aber noch ein paar Schamhaare entnommen, die ja wesentlich langsamer wachsen. Und darauf war der Herr Daum nicht vorbereitet.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;Lesen Sie auf der n&amp;auml;chsten Seite: &lt;/em&gt;Warum sich neue Trainer vor allem bei einem oder zwei Glas Wein beweisen m&amp;uuml;ssen,&amp;nbsp; und warum der oft unnahbar wirkende Hoene&amp;szlig; eigentlich ein Romantiker ist.&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Die DNS des FC Bayern: Uli Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; R&amp;uuml;ckzug und die Zukunft seines Vereins&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wenn sich in diesem Jahr ein Eindruck vom FC Bayern immer wieder best&amp;auml;tigt hat, dann die erstaunliche Bedeutung der Geselligkeit f&amp;uuml;r die Funktionsweise des Vereins. Allein das &amp;raquo;Weintrinken&amp;laquo; der Verantwortlichen im Mannschaftshotel, am Vorabend eines Spiels: Im Jahr 2009 hat der FC Bayern bisher drei Trainer besch&amp;auml;ftigt, und jedes Mal, wenn Uli Hoene&amp;szlig; &amp;uuml;ber einen von ihnen spricht, ist die Frage, wie der Trainer zu diesem Abendritual steht, eigentlich ein Charaktertest, ob er zum FC Bayern passt. &amp;raquo;Der J&amp;uuml;rgen hat da meistens Wasser getrunken&amp;laquo;, sagt Hoene&amp;szlig; &amp;uuml;ber Klinsmann, und sein verst&amp;auml;ndnisloser, leicht sp&amp;ouml;ttischer Gesichtsausdruck sagt alles dar&amp;uuml;ber aus, warum die Zusammenarbeit so schnell endete. Umgekehrt scheint in seinen Reden jederzeit durch, dass der Ruck, der am Ende der Saison mit Jupp Heynckes durch die Mannschaft ging, nicht allein mit der Sachkenntnis und Erfahrung des Trainers zu tun hatte, sondern mit einer wiedererwachten Lebenskultur: &amp;raquo;Der Knackpunkt war f&amp;uuml;r mich sein zweites Spiel, das 3:1 in Cottbus&amp;laquo;, erinnert sich Hoene&amp;szlig; sp&amp;auml;ter. &amp;raquo;Jupp hatte Geburtstag an dem Tag, und ich habe heimlich beim &amp;rsaquo;K&amp;auml;fer&amp;lsaquo; einen Tisch bestellt, nat&amp;uuml;rlich nur f&amp;uuml;r den Fall eines Sieges. Nach der R&amp;uuml;ckkehr ist die ganze Mannschaft mit Frauen bis um drei in der Fr&amp;uuml;h zusammengesessen. Ich hab Christian Nerlinger irgendwann das Du angeboten; Hermann Gerland stand auf dem Tisch und hat gesungen. Da wusste ich: Jetzt geht&amp;rsquo;s aufw&amp;auml;rts!&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch die Hoffnung, in Louis van Gaal endlich den Richtigen gefunden zu haben, einen w&amp;uuml;rdigen Nachfolger Ottmar Hitzfelds, n&amp;auml;hrt sich zu Beginn der Saison gerade an solchen Fragen. &amp;raquo;Er ist nach der Arbeit kein Asket&amp;laquo;, sagt Hoene&amp;szlig; in Donaueschingen, &amp;raquo;trinkt wie der Ottmar gern ein oder auch zwei Glas Rotwein und mag gutes Essen, was mir nat&amp;uuml;rlich sehr viel Spa&amp;szlig; macht.&amp;laquo; Und Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; Bekenntnis, im Trainingslager noch nie so wenig geschlafen zu haben wie in diesem Jahr, ist als Auszeichnung f&amp;uuml;r den neuen Trainer zu verstehen. Dass er das soziale Gef&amp;uuml;ge des Clubs so ernst nimmt, hat nat&amp;uuml;rlich nicht einfach mit seiner lebensbejahenden Art zu tun. Er begreift die Geselligkeit beim FC Bayern vielmehr als entscheidenden Vorteil seines Clubs gegen&amp;uuml;ber zahlungskr&amp;auml;ftigeren, aber atmosph&amp;auml;risch sterilen Vereinen in Spanien und England. &amp;raquo;Klar, das ist doch unsere einzige Chance, wenn wir die besten Spieler oder Trainer bekommen wollen. Schauen Sie sich jetzt den Herrn P&amp;eacute;rez von Real Madrid an, wie der mit der Sense durch den Verein geht: Da wird keiner warm empfangen.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Uli Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; Arbeitsweise wird in Medienberichten h&amp;auml;ufig mit Attributen wie &amp;raquo;H&amp;auml;rte&amp;laquo; oder &amp;raquo;Kompromisslosigkeit&amp;laquo; belegt. Nach au&amp;szlig;en, in Verhandlungen mit Spielerberatern oder Fernsehanstalten, mag dieser Eindruck zutreffen; wie f&amp;uuml;r alle machtorientierten Menschen gilt auch f&amp;uuml;r ihn, dass die ganze Herzlichkeit und F&amp;uuml;rsorge, die er ausstrahlt, rasch erkalten und ins Gegenteil kippen kann, wenn sich jemand seinen Zielen entgegenstellt. Was aber das Innenleben des Clubs angeht, ist die Behauptung nicht &amp;uuml;bertrieben, dass die Vereinigung von Freundschaft und Gesch&amp;auml;ft den fast romantischen Grundsatz seiner Arbeit ausmacht. &amp;raquo;Nur so geht es &amp;ndash; das glaube ich zumindest&amp;laquo;, sagt Hoene&amp;szlig;, mit einem f&amp;uuml;r seine Verh&amp;auml;ltnisse ungewohnten Beiklang von Zweifel. Mit den erfolgreichen Trainern des FC Bayern war er immer auch eng befreundet; die sportlichen Probleme mit den erfolgloseren lie&amp;szlig;en sich nicht von pers&amp;ouml;nlichen Problemen trennen. Deshalb ist auch die gro&amp;szlig;e Krise, in die der FC Bayern im Herbst mit Louis van Gaal ger&amp;auml;t, zuallererst ein Mentalit&amp;auml;tskonflikt. Die Arbeitsweise eines Trainers steht zur Debatte, der seinen Spielern vor dem Mittagessen im Hotel per Handzeichen die Erlaubnis erteilt, tischweise zum Buffet zu gehen, und drei Stunden sp&amp;auml;ter von ihnen erwartet, selbstbestimmt und dominant Fu&amp;szlig;ball zu spielen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Sp&amp;auml;testens nach den beiden Niederlagen gegen Bordeaux in der Champions League wird Uli Hoene&amp;szlig; mit ungew&amp;ouml;hnlich harter Kritik an der Vereinsf&amp;uuml;hrung in den letzten Jahren konfrontiert. Philipp Lahm greift die Einkaufspolitik des Vorstands am Tag des Bundesligaspiels gegen Schalke in seinem Interview mit der S&amp;uuml;ddeutschen Zeitung in einer Direktheit an, wie es kein Spieler in der Amtszeit von Uli Hoene&amp;szlig; je getan hat.  Die ersten Reaktionen von Rummenigge und Hoene&amp;szlig; klingen verst&amp;auml;ndnislos und herrisch; das Gespr&amp;auml;ch mit Lahm zwei Tage sp&amp;auml;ter endet aber nach anf&amp;auml;nglichen Ruppigkeiten in einer konstruktiven Diskussion. Uli Hoene&amp;szlig;  sitzt an diesem Montagabend im November ein wenig abgek&amp;auml;mpft in den Gesch&amp;auml;ftsr&amp;auml;umen des Vorstands. Er ist mit dem Inhalt des Interviews weiterhin nicht einverstanden und sagt: &amp;raquo;Ich glaube nicht, dass wir falsche Transfers get&amp;auml;tigt haben. Ein Verein kann auch nicht &amp;uuml;ber den Kopf eines neuen Trainers hinweg ein dauerhaft g&amp;uuml;ltiges Spielsystem festlegen, wie Philipp Lahm meint. In der jetzigen Situation w&amp;uuml;rde es uns vielmehr helfen, wenn alle Spieler endlich einmal an ihrer Leistungsgrenze Fu&amp;szlig;ball spielen w&amp;uuml;rden.&amp;laquo; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Hoene&amp;szlig; wei&amp;szlig;, dass die Versch&amp;auml;rfung der Krise genau zur falschen Zeit kommt. Er h&amp;auml;tte am 27. November gern ein wirtschaftlich wie sportlich bestens bestelltes Feld &amp;uuml;bergeben. Der eine Bereich ist, wie gerade die Nachricht &amp;uuml;ber die Beteiligung von Audi an der FC Bayern AG best&amp;auml;tigte, auf jeden Fall gew&amp;auml;hrleistet. Doch der andere macht ihm Sorgen wie seit dem Missverst&amp;auml;ndnis mit Otto Rehhagel vor knapp 15 Jahren nicht mehr. Sollte sich der FC Bayern in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten massiv mit einer Trainerverpflichtung geirrt haben? Kann Uli Hoene&amp;szlig; seinen feinen Instinkten, was Vereinsentscheidungen von gro&amp;szlig;er Tragweite betrifft, nicht mehr trauen? &amp;raquo;Ich wei&amp;szlig;&amp;laquo;, sagt er, &amp;raquo;es sieht so aus, als w&amp;uuml;rde meine Aura gerade ein wenig br&amp;ouml;ckeln. Aber das macht mir nichts aus. Wir werden den FC Bayern gemeinsam aus dieser Krise bringen.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wie immer sich allerdings die jetzige Lage entwickelt, ob das Spiel gegen Leverkusen am Sonntag eine weitere Dramatisierung ausl&amp;ouml;st oder vielleicht die lang erhoffte Wende zum Guten &amp;ndash; eines steht auf jedem Fall fest: Der R&amp;uuml;ckzug des Managers, sein Wechsel ins Pr&amp;auml;sidentenamt ist die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Bew&amp;auml;hrungsprobe f&amp;uuml;r den FC Bayern seit Jahrzehnten. Denn ab Januar fehlt nicht nur ein erfahrener Verhandlungspartner oder ein findiger Akquisiteur von Sponsoren, sondern zuallererst ein Mensch, der Tag f&amp;uuml;r Tag die Kultur des FC Bayern bestimmt hat. Der Verdacht ist sogar begr&amp;uuml;ndet, dass die j&amp;uuml;ngsten Vorkommnisse, das Interview von Lahm und die &amp;ouml;ffentliche Kritik an der Vereinspolitik, kaum auf diese Weise ge&amp;auml;u&amp;szlig;ert worden w&amp;auml;ren, wenn der R&amp;uuml;ckzug der zentralen Figur des Clubs nicht unmittelbar bevorstehen w&amp;uuml;rde.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Denn Uli Hoene&amp;szlig; &lt;em&gt;ist &lt;/em&gt;der FC Bayern. Drei&amp;szlig;ig Jahre lang hat er diesen Verein im w&amp;ouml;rtlichen Sinne verk&amp;ouml;rpert. Das ist nicht zuletzt daran erkennbar, dass die Pers&amp;ouml;nlichkeit des Managers und die typische Spielweise der Bayern-Teams in den letzten Jahrzehnten erstaunliche &amp;Uuml;bereinstimmungen aufweisen. Mythen wie das &amp;raquo;Sieger-Gen&amp;laquo; oder das &amp;raquo;Mia san Mia&amp;laquo;-Gef&amp;uuml;hl, die sich um jede Bayern-Mannschaft gebildet haben, entsprechen genau dem stolzen, von sich selbst &amp;uuml;berzeugten Auftreten ihres Managers, seiner Gabe, die Dinge mit solcher &amp;Uuml;berzeugungskraft zu vertreten und, wenn n&amp;ouml;tig, sch&amp;ouml;nzureden, bis sie sich tats&amp;auml;chlich in seinem Sinne f&amp;uuml;gen. Das vielbeschworene &amp;raquo;Bayern-Gen&amp;laquo; stammt von Uli Hoene&amp;szlig;, und die DNS des Clubs wird sich, wie man jetzt erahnen kann, nach seinem R&amp;uuml;cktritt grundlegend ver&amp;auml;ndern.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;An einem Abend im Oktober, der &amp;uuml;berraschende Wintereinbruch hat eine dichte Schneedecke auf die Wiesen rund um den Tegernsee gelegt, wollen Uli und Susi Hoene&amp;szlig;  &amp;ndash; die ihn meistens &amp;raquo;Ulrich&amp;laquo; nennt &amp;ndash; im Souterrain ihres Hauses einige Fotoalben durchschauen, f&amp;uuml;r die Bebilderung dieser Geschichte. Nach dem Essen f&amp;uuml;hrt Hoene&amp;szlig; durch das gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gige, ebenfalls von hellen Holzt&amp;ouml;nen dominierte Haus, auf einem Grundst&amp;uuml;ck, das er vor einigen Jahren Gunter Sachs abgekauft hat. Nichts erinnert in den Wohnr&amp;auml;umen an die Biografie eines ber&amp;uuml;hmten Fu&amp;szlig;ballers &amp;ndash; keine Pokale, keine Fotografien, keine Vitrinen mit Erinnerungsst&amp;uuml;cken. Auf dem Boden des Swimmingpools hat Hoene&amp;szlig;, viele Jahre erfolgsverw&amp;ouml;hnter B&amp;ouml;rsenspekulant, gro&amp;szlig;fl&amp;auml;chig die beiden Symbole des Aktienhandels eingravieren lassen, den Stier und den B&amp;auml;ren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Er kommt noch einmal auf Jupp Heynckes zu sprechen, der in den Wochen als Trainer oft hier im Haus &amp;uuml;bernachtet hat. Noch jetzt, ein halbes Jahr sp&amp;auml;ter, freut er sich dar&amp;uuml;ber, dass an dem Sonntagnachmittag im Mai kein Journalist ermitteln konnte, wo das Treffen der Bayern-Verantwortlichen stattfand, bei dem Klinsmanns Entlassung und Heynckes&amp;rsquo; Verpflichtung beschlossen wurde. &amp;raquo;Die einen schrieben, in meinem alten Haus in Ottobrunn, die anderen im &amp;rsaquo;Bogenhauser Hof&amp;lsaquo;, obwohl der doch, wie jeder herausfinden kann, am Sonntag Ruhetag hat.&amp;laquo; Der Bayern-Vorstand kam aber in Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; M&amp;uuml;nchner Stadtwohnung zusammen und entschied dort, wie die Pressemeldung sp&amp;auml;ter lautete, bei laufendem Videotext nach der Niederlage der Wolfsburger im Sonntagsspiel, handeln zu m&amp;uuml;ssen. &amp;raquo;Der Videotext, mein Gott&amp;laquo;, sagt Hoene&amp;szlig;, &amp;raquo;eine Stunde lang sa&amp;szlig;en Rummenigge, Nerlinger, Hopfner und ich abwechselnd vor meinem Premiere-Decoder, um das Ding anzukriegen, aber wir haben es nicht geschafft. Also mussten wir dauernd auf den bl&amp;ouml;den Videotext schauen.&amp;laquo;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Bei der Nachspeise im Haus am Tegernsee kommt das Gespr&amp;auml;ch auf das Ausw&amp;auml;rtsspiel in Freiburg. Auf die Frage, ob das Spiel am Samstag um halb vier oder um halb sieben beginne, stutzt Hoene&amp;szlig; und sagt: &amp;raquo;Oh, das wei&amp;szlig; ich noch gar nicht.&amp;laquo; Seine Frau lacht; Hoene&amp;szlig; verteidigt sich damit, dass es die neue Ansto&amp;szlig;zeit am Samstagabend erst seit dieser  Saison gebe &amp;ndash; doch die Botschaft hinter der Aussage ist eindeutig. In den vergangenen Jahrzehnten w&amp;auml;re es nicht vorgekommen, dass der Manager des FC Bayern zwei Tage zuvor nicht wei&amp;szlig;, wann genau ein richtungsweisendes Bundesligaspiel seiner Mannschaft angepfiffen wird. Uli Hoene&amp;szlig; schaut etwas verlegen zu seiner Frau hin&amp;uuml;ber, dann redet er weiter. Er hat sich mit seinem R&amp;uuml;ckzug schon arrangiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;---&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;Uli Hoeness &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Geboren am 5. Januar 1952 in Ulm&lt;br /&gt;Ab 1970 Profi beim FC Bayern M&amp;uuml;nchen, &lt;br /&gt;ab 1972 Nationalspieler&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Erfolge als Spieler: &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;1972 Europameister, &lt;br /&gt;1974 Weltmeister, &lt;br /&gt;1974&amp;ndash;76 Europapokalsieger der Landesmeister mit dem FC Bayern&lt;br /&gt;Ab 1975 chronische Kniebeschwerden &lt;br /&gt;R&amp;uuml;cktritt als Nationalspieler 1976&lt;br /&gt;Wechsel zum 1. FC N&amp;uuml;rnberg 1978&lt;br /&gt;R&amp;uuml;cktritt als Fu&amp;szlig;baller 1979&lt;br /&gt;Ab Mai 1979 Manager beim FC Bayern &lt;br /&gt;(Jahresumsatz des Vereins 1979: 12 Mio. Mark;&lt;br /&gt;Jahresumsatz 2008: 300 Mio. Euro)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Gr&amp;ouml;&amp;szlig;te sportliche Erfolge in der Zeit als Manager:&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Champions-League-Sieg 2001, Uefa-Cup-Sieg 1996, 16 Mal deutscher Meister&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Niederlagen: &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;verschossener Elfmeter im EM-Endspiel 1976 gegen die CSSR; Finale im Europacup der Landesmeister 1982 gegen Aston Villa und 1987 gegen FC Porto; Finale der Champions League 1999 gegen Manchester United&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Auszeichnungen u. a.:&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Unternehmer des Jahres 1999, Bayerischer Verdienstorden 2002, Bayerischer Sportpreis 2006, Goldene Pyramide der Stiftung Deutsche Sporthilfe 2009, Bambi 2009&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;---&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;Andreas Bernard traf Uli Hoene&amp;szlig; f&amp;uuml;r dieses Portr&amp;auml;t zum ersten Mal im M&amp;auml;rz 2009. Drei&amp;szlig;ig Jahre zuvor, in Hoene&amp;szlig;&amp;rsquo; erstem Amtsjahr, begegnete er dem Bayern-Manager schon einmal: 1979 absolvierte er ein Probetraining in einer Sch&amp;uuml;lermannschaft des FC Bayern. Nach dem Training spendierte ihm Uli Hoene&amp;szlig; im Vereins-lokal einen gro&amp;szlig;en Eisbecher. Das Eis war eine wohltuende Aufmunterung, weil sich auf dem Platz schnell herausgestellt hatte, dass es f&amp;uuml;r einen Wechsel zum FC Bayern nicht reichen w&amp;uuml;rde. &lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;Fotos: Fred Joch 3, Robert Brembeck 1, Getty 6, dpa 4, privat: 3&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Geordnete Übergabe</dc:subject>
    <dc:creator>Andreas Bernard</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T18:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Ende der alten Masche</title>
    <description>&lt;p&gt;Die Gr&amp;uuml;nen versuchen schon so lange, in der Mitte anzukommen, dass sie langsam selbst nicht mehr genau wissen, was sie wollen. Einblicke in eine Partei, die das Verh&amp;auml;ltnis zu sich selbst verloren hat.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21489.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Stricken? Nat&amp;uuml;rlich strickte niemand auf dem Parteitag in Rostock. Lange vorbei. Die Gr&amp;uuml;nen sind eine Partei wie jede andere, die Einzigen, die das immer noch nicht richtig wahrhaben wollen, sind die Gr&amp;uuml;nen selbst. Renate K&amp;uuml;nast stand bei den Journalisten und lie&amp;szlig; ein paar Informationen in ihre Hemdkragen fallen, danach kam Sven Giegold, der fr&amp;uuml;her mal bei Attac war, danach Tarek Al-Wazir, der Vers&amp;ouml;hner mit der sanften Stimme. Das ganz normale Taktieren auf so einem Parteitag? Ich sa&amp;szlig; in der letzten Reihe und f&amp;uuml;hlte, wie der Sauerstoff aus dem Saal entwich.&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Die anderen Journalisten waren alle Parteitagsprofis, aber jetzt waren auch sie ein wenig irritiert. Was denn? All die kritischen Antr&amp;auml;ge sollten zur&amp;uuml;ckgezogen werden? Statt der gro&amp;szlig;en Aussprache, statt des gemeinsamen Nachdenkens dar&amp;uuml;ber, wie es weitergehen soll mit den Gr&amp;uuml;nen &amp;ndash; nur eine lustlose Selbstfeier der Parteif&amp;uuml;hrung? &amp;raquo;Die haben Angst&amp;laquo;, zischelte eine Funktion&amp;auml;rsstimme hinter mir. Angst raubt einem die Luft. Die Gr&amp;uuml;nen sind eine Partei wie alle anderen; die Frage ist, was das f&amp;uuml;r Konsequenzen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;raquo;Linke Mitte&amp;laquo;, das wollen sie sein, das war die Botschaft von Rostock. &amp;raquo;Linke Mitte&amp;laquo;, da st&amp;ouml;hnt jemand wie Ludger Volmer auf, &amp;raquo;das ist fast ein Aufruf zum Parteiaustritt. Das bedeutet Klientelpolitik f&amp;uuml;r das linke B&amp;uuml;rgertum. Als wir die Partei 1980 gr&amp;uuml;ndeten, wollten wir Mitte-Links sein, das ist etwas ganz anderes. Es ging uns darum, zwischen den Unter- und den Mittelschichten einen Interessenausgleich herzustellen. Wir nannten das den &amp;ouml;kologisch-solidarischen Gesellschaftsvertrag. Heute hei&amp;szlig;t das, vollkommen verflacht: Gr&amp;uuml;ner New Deal.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Volmer ist jemand, der das alte, linke Wort &amp;raquo;dialektisch&amp;laquo; in den Mund nimmt, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Er wirkt gut gelaunt, obwohl sein Abschied nach 25 Jahren Politik nicht gerade glorreich war. Er ist ein Veteran und neigt als solcher ein wenig zur Melancholie. Im Dezember erscheint sein Buch &amp;uuml;ber die Gr&amp;uuml;nen, &amp;raquo;eine Bilanz&amp;laquo;, sagt er. Und? &amp;raquo;Der GAU war 1994, als es unter Joschka Fischer eine gezielte Diskursverschiebung gab. Die gr&amp;uuml;ne FDP, die &amp;ouml;kologische B&amp;uuml;rgerrechtspartei. Das war eine strategische Selbstkastration. Damit hat man freiwillig Platz gemacht f&amp;uuml;r die Linke und das soziale Profil aufgegeben.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;30 Jahre alt werden die Gr&amp;uuml;nen im Januar 2010, irgendwie drohend schwebte dieses Datum auch &amp;uuml;ber dem Rostocker Parteitag, Ende Oktober. Sie hatten die Bundestagswahl gewonnen, ohne sie zu gewinnen. &lt;br /&gt; 10,7 Prozent, das beste Wahlergebnis jemals. Und jetzt sa&amp;szlig;en sie alle da und trauten sich &amp;uuml;berhaupt nichts mehr zu. Keine Debatten, keine Diskussionen. Unbehagen an der eigenen Unmotiviertheit, und eine Parteispitze, deren Mitglieder &amp;raquo;Kampfschweine&amp;laquo; genannt werden. Ein echtes Generationendrama: Die Alten versuchen, ihr rot-gr&amp;uuml;nes Erbe zu retten. Die Noch-nicht-Alten sagen, dass Rot-Gr&amp;uuml;n eh nicht ihr Projekt war. Und die Jungen fragen: Projekt, was f&amp;uuml;r ein Projekt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Diesen ganzen Wirrwarr h&amp;auml;tte man in Rostock kl&amp;auml;ren k&amp;ouml;nnen, kl&amp;auml;ren m&amp;uuml;ssen. Ein Neuanfang im Schatten von Schwarz-Gelb. Klare Konturen, neue Konstellationen im F&amp;uuml;nf-Parteien-System. Der Mut zu Jamaika und zu Schwarz-Gr&amp;uuml;n. Umworben von den j&amp;uuml;ngeren Machtstrategen der CDU, denen mit den randlosen Brillen. Eine SPD, die in sich zusammenf&amp;auml;llt, der alte Feind, denn gegen die SPD wurden die Gr&amp;uuml;nen ja 1980 gegr&amp;uuml;ndet. Und eine Linke, die die Gr&amp;uuml;nen allerdings genauso ratlos macht wie die SPD. Aber das ist der traurige gr&amp;uuml;ne Realismus 2009: Die Jungen tr&amp;auml;umen wieder von einem Projekt, die Alten machen weiter Politik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Und so ist ausgerechnet diese Generationenpartei in Lager gespalten, die sich anhand von Altersgrenzen ziehen lassen. Dabei sind die Fragen, die Gesine Agena oder Max L&amp;ouml;ffler stellen, die beiden Vorsitzenden der Gr&amp;uuml;nen Jugend, gar nicht so viel anders als die Fragen von Ludger Volmer. Im gr&amp;uuml;nen Schl&amp;uuml;sseljahr 1994 kamen Agena und L&amp;ouml;ffler gerade mal in die Schule, ihr politischer Horizont war immer schon rot-gr&amp;uuml;n eingef&amp;auml;rbt. Kohl kennen sie nicht einmal mehr als Schatten und Worte wie &amp;raquo;Wirtschaftsdemokratie&amp;laquo; nur aus den B&amp;uuml;chern. &amp;raquo;Bei dem Wort werden die Jungen immer ganz hellh&amp;ouml;rig&amp;laquo;, sagt Volmer, &amp;raquo;die internationale Finanzpolitik war mal eine gr&amp;uuml;ne Dom&amp;auml;ne. Das wurde alles von Fischer abger&amp;auml;umt, als er 1994 gesagt hat, Wachstum ist gut, weil nur so Arbeitspl&amp;auml;tze geschaffen werden. Und von der Fraktion gab es daf&amp;uuml;r Beifall.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Was junge Gr&amp;uuml;ne wie Agena und L&amp;ouml;ffler mit jemandem wie Volmer verbindet, ist die Unzufriedenheit mit den einfachen Antworten, mit dem auch innerparteilichen Taktieren, mit Pragmatismus als Entschuldigung f&amp;uuml;r Ideenarmut. Auf dem Parteitag von Rostock ersch&amp;ouml;pfte sich das in der Diskussion um Worte: &amp;raquo;Offenheit&amp;laquo;, das war ein gutes Wort, das suggerierte Selbstbewusstsein und lie&amp;szlig; die T&amp;uuml;r zur CDU angelehnt, ohne sich irgendwie festlegen zu m&amp;uuml;ssen. &amp;raquo;Scharnier&amp;laquo;, das war ein b&amp;ouml;ses Wort, das stand f&amp;uuml;r die FDP-Werdung, die Gr&amp;uuml;nen als Mehrheitsbeschaffer, als Funktionspartei. Der Politikwissenschaftler Franz Walter sah die Gr&amp;uuml;nen schon 2006 in der Krise und sprach vom &amp;raquo;Karneval der Cham&amp;auml;leons&amp;laquo;.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Um zu kl&amp;auml;ren, wer sie sind, sprachen die Gr&amp;uuml;nen auch in Rostock oft vom Milieu. Fast nur Mittelschichtgesichter waren da in den Reihen zu sehen, praktisch kein Migrant, wie man heute sagt. Die Gr&amp;uuml;nen str&amp;auml;uben sich nur noch zum Schein dagegen, dass sie die Partei der Besserverdienenden und der Besserdenkenden sind. Sie verkaufen das gern als Notwendigkeit, als Spiegel des gesellschaftlichen Wandels. Aber langsam wird klar, was die Gr&amp;uuml;nen dadurch verloren haben. Auffallend oft h&amp;ouml;rt man, dass die Partei die Sozialpolitik vernachl&amp;auml;ssigt habe, dass sie sich nur auf das Wohlf&amp;uuml;hlthema &amp;Ouml;kologie verlassen habe, dass sie den Arbeitsbegriff nicht konstruktiv hinterfragt habe, dass mit dem bisherigen Personal keine Erneuerung m&amp;ouml;glich sei, dass die Grabenk&amp;auml;mpfe zwischen gr&amp;uuml;nen Fraktionen abschreckend seien f&amp;uuml;r junge W&amp;auml;hler. &amp;raquo;Die sind nicht politikverdrossen&amp;laquo;, sagt Max L&amp;ouml;ffler, 21, &amp;raquo;die sind parteienverdrossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;(Lesen Sie auf der n&amp;auml;chsten Seite: Die Identit&amp;auml;tskrise der Gr&amp;uuml;nen sagt auch etwas aus &amp;uuml;ber den Zustand der Politik allgemein.)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21489.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;laquo;Viele engagieren sich deshalb gleich lieber anders oder anderswo: Etwa 5000 Mitglieder hat die Gr&amp;uuml;ne Jugend, eine Organisation wie Campact verschickt ihren Newsletter an 185 000 Abonnenten. Direkt vergleichen kann man beides nicht, aber Campact steht doch f&amp;uuml;r eine neuere Form der Politisierung: Man ist so etwas wie die APO des Internetzeitalters, es gibt Online-Kampagnen, schnell und pr&amp;auml;zise l&amp;auml;sst sich so der Protest gegen Atomstrom oder Gen-Mais mobilisieren. Die Schwelle f&amp;uuml;rs Engagement liegt nicht sehr hoch, Campact ist lokal pr&amp;auml;sent, modern in der latenten Bindungslosigkeit und bequem, ohne deshalb in Symbolpolitik zu versacken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Und so sagt die Identit&amp;auml;tskrise der Gr&amp;uuml;nen auch etwas aus &amp;uuml;ber den Zustand der Politik allgemein: Einst waren sie Avantgarde, heute sind sie wie alle. Sie sind &amp;ouml;kologischer Mainstream und damit auf dem Weg zur gr&amp;uuml;nen Volkspartei. Aber warum verhalten sie sich so defensiv? So &amp;auml;ngstlich? So ungr&amp;uuml;n? Hat das mit den &amp;raquo;Kampfschweinen&amp;laquo; zu tun, die in den Diskussionsschlachten der Siebzigerjahre gest&amp;auml;hlt wurden? Den Funktion&amp;auml;ren, die diese einst basisdemokratische Partei im festen Griff halten? Die gelernt haben, ihre Siege zu genie&amp;szlig;en, weil sie wissen, wie gut es sich anf&amp;uuml;hlt, Macht zu haben und nicht zu den Verlierern zu geh&amp;ouml;ren? Die sich wie Denkm&amp;auml;ler benehmen, die auf ihren eigenen Staub stolz sind?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Oder hat es auch mit der etwas antriebsschwachen Riege der 30- bis 40-J&amp;auml;hrigen zu tun, die nicht von Visionen geplagt werden, daf&amp;uuml;r von der generationstypischen Bei&amp;szlig;hemmung? Denen vieles leichter gefallen &lt;br /&gt; ist, die deshalb nie einen wirklichen Machtinstinkt erworben haben, die lieber ein guter Vater sein wollen als ein guter Vaterm&amp;ouml;rder? Wie will man mit solchen Angestellten eine Revolution machen? Oder wenigstens auf dem Parteitag einen kontroversen Antrag durchboxen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Robert Habeck ist jemand aus dieser Generation und er sieht das durchaus selbstkritisch. &amp;raquo;Ein gewisses Wabern ist zu sp&amp;uuml;ren&amp;laquo;, sagt er &amp;uuml;ber Rostock und die Ratlosigkeit in der Partei und z&amp;auml;hlt lauter Fragen auf, &amp;uuml;ber die sich die Partei bis zur Bundestagswahl 2013 definieren k&amp;ouml;nnte. Das Thema Grundeinkommen oder Grundversorgung etwa, ein Konzept, das mit Hartz IV bricht, aber auch mit dem Denken der Gewerkschaften. Ein gr&amp;uuml;nes Steuerkonzept. Oder ein gro&amp;szlig;es Umverteilungsprogramm, das sich nicht im klassischen &amp;raquo;Wir geben es den Armen&amp;laquo; beschr&amp;auml;nkt. Wie definieren die Gr&amp;uuml;nen einen neuen Wirtschaftsbegriff? Was ist die gr&amp;uuml;ne Staatsvorstellung? &amp;raquo;Wir haben Angst vor der eigenen Courage&amp;laquo;, sagt Habeck. &amp;raquo;Wir leiden immer noch unter dem rot-gr&amp;uuml;nen Blues.&amp;laquo;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Woher also soll die Erneuerung kommen? Jemand wie Habeck ist dabei Teil der L&amp;ouml;sung und Teil des Problems. Er sieht aus wie der Jamie Oliver der Gr&amp;uuml;nen, er hat in Schleswig-Holstein einen selbstbewussten Wahlkampf gef&amp;uuml;hrt, war offen f&amp;uuml;r alle Koalitionen und wurde daf&amp;uuml;r mit dem bisher besten Ergebnis in diesem Bundesland belohnt. Er h&amp;auml;tte sich um den Parteivorstand bewerben k&amp;ouml;nnen, entschied sich aber f&amp;uuml;rs Familienleben mit den vier S&amp;ouml;hnen auf dem Land, an der d&amp;auml;nischen Grenze. Er ist 40 Jahre alt und fragt sich selbst, warum sich seine Generation so schwer tut mit dem Karrieremachen, diese Generation, die die Politik der n&amp;auml;chsten 15, 20 Jahre dominieren und definieren wird, irgendwie randlos und konturenschwach, wie ihre Kollegen von der CDU-Pizza-Connection.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;raquo;Das kann man ja auch positiv interpretieren&amp;laquo;, sagt Habeck, &amp;raquo;es gibt da eine kommunikative Offenheit, nicht mehr die Kultur &lt;br /&gt; der alten M&amp;auml;nner, der breiten Schultern und des breiten Lachens.&amp;laquo; Von &amp;raquo;Grundzweifeln&amp;laquo; spricht Habeck und von &amp;raquo;Grundentt&amp;auml;uschungen&amp;laquo;, man ist eben ein Kind der Zeit, in der man gro&amp;szlig; geworden ist. &amp;raquo;Der Idealismus war die Grundmelodie der Siebzigerjahre, dieses Gef&amp;uuml;hl, aus eigener Kraft an die Spitze zu kommen, weil man ja der Beste ist. Unser Problem ist es, aus dem mangelnden Glauben, dass Ideale die Welt ver&amp;auml;ndern k&amp;ouml;nnen, etwas Gutes entstehen zu lassen&amp;laquo;, sagt Habeck. Oder: &amp;raquo;Aus der Melancholie soll Idealismus wachsen.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Soll. Oder muss? In M&amp;uuml;nchen sitzt Dieter Janecek, 33, der Landesvorsitzende der bayerischen Gr&amp;uuml;nen, und sagt: &amp;raquo;Wir sind mehr &lt;br /&gt; als links.&amp;laquo; Und: &amp;raquo;Fr&amp;uuml;her ging es um die Frage: Wollen wir regieren? Heute geht es um die Frage: Wie wollen wir regieren?&amp;laquo; Janecek ist offen f&amp;uuml;r Schwarz-Gr&amp;uuml;n, aber das ist nicht entscheidend. So wenig wie f&amp;uuml;r Gerhard &lt;br /&gt; F&amp;ouml;rster, der in einem engen B&amp;uuml;ro in L&amp;uuml;chow sitzt, wo er f&amp;uuml;r die B&amp;uuml;rgerinitiative arbeitet, gr&amp;uuml;nes Kernland also, der letzte Zipfel der alten BRD, Atom-Country. Bis Rot-Gr&amp;uuml;n an die Macht kam, war die Wut, war der Protest gro&amp;szlig;. Danach kamen nur noch 5000 Leute aus dem Landkreis, um zu demonstrieren. Letztes Jahr kamen schon wieder 16 000. Gr&amp;uuml;ne Erneuerung also von den Wurzeln her? Beim Wort Gorleben jedenfalls leuchten die Augen Gesine Agenas von der Gr&amp;uuml;nen Jugend. &amp;raquo;Dieses Gef&amp;uuml;hl, dass wir eine Bewegung sind&amp;laquo;, sagt sie, &amp;raquo;zu wissen, wo der Gegner steht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;laquo;Ist die Zukunft der Gr&amp;uuml;nen also ihre eigene Vergangenheit? Die Besteuerung des internationalen Bankverkehrs, die jemand wie Ludger Volmer in den Achtzigerjahren forderte, ist heute Konsens zwischen CDU und Gordon Brown. Postmaterialistisch klingt fast wie Wellnesshotel. Und die strukturelle Krise der Parteiendemokratie hat auch die Gr&amp;uuml;nen erfasst. Woran will man sich also w&amp;auml;rmen? In Rostock hatten sie das gr&amp;uuml;ne Kuschelthema Atomkraft ans Ende des ersten Tages gesetzt, eine seltsam leuchtende Erinnerung, die nostalgische Protestsonne, die heute wieder von so vielen Aufklebern grinst. Es war das reine Kalk&amp;uuml;l. Die Gr&amp;uuml;nen sind zerrissen zwischen der eigenen Folklore und der Realit&amp;auml;t einer ganz normalen Funktion&amp;auml;rspartei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;---&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ludger Volmer, Mitbegr&amp;uuml;nder der Gr&amp;uuml;nen, hat ein Buch geschrieben: &lt;/em&gt;Die Gr&amp;uuml;nen. Von der Protestbewegung zur etablierten Partei &lt;em&gt;erscheint am &lt;br /&gt; 8. Dezember. Au&amp;szlig;erdem empfiehlt Georg Diez zwei Gr&amp;uuml;nen-Videos auf Youtube aus dem Jahr 1980: &lt;/em&gt;&quot;&lt;a href=&quot;http://alturl.com/od6q&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;1980: Gr&amp;uuml;ne zur Bundestagswahl&quot;&lt;/a&gt; &lt;em&gt;oder &lt;/em&gt;&lt;a href=&quot;http://alturl.com/n9g3&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Gr&amp;uuml;ndungsparteitag DIE GR&amp;Uuml;NEN 13.1.1980 Karlsruhe&quot;&lt;/a&gt; &lt;em&gt;&amp;ndash; wirklich spektakul&amp;auml;r.&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Ende der alten Masche</dc:subject>
    <dc:creator>Georg Diez</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T18:00:00+01:00</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/31525">
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    <title>Ungebremster Datendrang</title>
    <description>&lt;p&gt;Klein, schnell und immer dabei: Der USB-Stick hat es zum heimlichen Wahrzeichen dieses Jahrzehnts gebracht. Aber warum speichern wir eigentlich alles wie die Verr&amp;uuml;ckten?&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21486.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Ein halbes Leben auf ein paar Millimetern Elektronik. Vor ein paar Tagen kommt ein Kollege ins B&amp;uuml;ro, er hat auf der Stra&amp;szlig;e einen USB-Stick gefunden, steckt ihn in den Computer. &amp;raquo;Unglaubliches Zeug da drauf&amp;laquo;, ruft er und z&amp;auml;hlt auf: Fotos, Bewerbungsunterlagen, Teile einer Diplomarbeit, Passw&amp;ouml;rter f&amp;uuml;r verschiedene Programme. Die Kollegen sehen zu, nach wenigen Minuten ist ein vollst&amp;auml;ndiges Profil des wildfremden Eigent&amp;uuml;mers erstellt. Lustig. Gruslig. Und jeder denkt: &amp;Auml;h, wo ist eigentlich &lt;em&gt;mein&lt;/em&gt; USB-Stick? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nie war es einfacher, solche Mengen von Texten, Fotos, PDFs, Liedern, was auch immer, in Sekunden zu kopieren und mitzunehmen. Der USB-Stick ist die Aktentasche des 21. Jahrhunderts. Millionen transportieren damit Daten zwischen B&amp;uuml;ro und Wohnung. Und so, wie sich in den Tiefen einer Tasche alles M&amp;ouml;gliche ansammelt (Woher kommt denn der Kugelschreiber? Hey, ein Kaugummi!), so tragen die meisten auch auf dem Stick immer mehr Zeug rum, das sie l&amp;auml;ngst mal h&amp;auml;tten aufr&amp;auml;umen k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Alle haben USB-Sticks. Und fast alle verlieren sie irgendwann mal. Die &lt;em&gt;Los Angeles Times&lt;/em&gt; meldete neulich, auf einem afghanischen Basar sei ein Stick mit Geheimdaten des US-Milit&amp;auml;rs aufgetaucht. Und die Polizei in Hannover hat gerade einen Mann verhaftet, der Kinderpornos besa&amp;szlig; &amp;ndash; er wurde entdeckt, weil er sie auf einem USB-Stick gespeichert hatte, zusammen mit Dateien, in denen seine Adresse stand. Erfreulich, dass der Kerl so doof war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Patent ist noch jung, es wurde im Jahr 2000 vorgestellt von einem israelischen T&amp;uuml;ftler namens Dov Moran &amp;ndash; dessen Firma mit der Idee inzwischen eine Milliarde Dollar im Jahr umsetzt. Der USB-Stick ist also genauso alt wie das ablaufende Jahrzehnt &amp;ndash; und wenn man in Zukunft auf die Nullerjahre zur&amp;uuml;ckblickt, dann wird er eins der Symbole dieser Zeit sein. Kein Statussymbol wie Netbook oder iPhone, sondern eins von den Werkzeugen, die sich ganz beil&amp;auml;ufig durchgesetzt haben. So wie fr&amp;uuml;her mal Kaffeemaschine oder Fahrrad.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Bleibt die Frage: Warum wollen &amp;uuml;berhaupt alle st&amp;auml;ndig alles mit sich herumtragen? Warum speichern die Menschen ihr halbes Leben auf einem Stick, den sie &amp;uuml;berallhin mitnehmen? Vielleicht geht es um ein Gef&amp;uuml;hl der Sicherheit. Wer von der Bewerbungsmappe bis zum Fotoalbum alles bei sich hat, ist f&amp;uuml;r jede Situation ger&amp;uuml;stet. Nein, man muss da nicht schon wieder die Finanzkrise bem&amp;uuml;hen, das Jahrzehnt, in dem wir leben, ist von Anfang an schwierig gewesen, Sicherheiten schwinden, Arbeitspl&amp;auml;tze wackeln, da ist es beruhigend, f&amp;uuml;r jede Situation ger&amp;uuml;stet zu sein, von der Kontaktpflege (Urlaubsfotos zeigen) bis zur spontanen Bewerbung (Lebenslauf ausdrucken). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irene G&amp;ouml;tz, Professorin f&amp;uuml;r Europ&amp;auml;ische Ethnologie und Herausgeberin des Buches &lt;em&gt;Prek&amp;auml;r arbeiten, prek&amp;auml;r leben&lt;/em&gt;, sagt: &amp;raquo;Immer mehr Menschen arbeiten nur noch von Projekt zu Projekt. Man muss mobil sein und flexibel. Wir leben als Dauer-Update &amp;ndash; da ist der USB-Stick nat&amp;uuml;rlich das perfekte Werkzeug.&amp;laquo; Kein Wunder, dass die Schweizer Firma Victorinox erfolgreich Taschenmesser mit eingebautem Stick verkauft. Digitale Nomaden: allzeit bereit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Kommt noch der Sammeltrieb dazu. Es ist ja f&amp;uuml;r viele ein gutes Gef&amp;uuml;hl, zu Hause vor der B&amp;uuml;cherwand zu stehen oder vor dem CD-Regal und zu denken: alles da, alles beisammen, alles, was mich und mein Leben aus- und greifbar macht. Mit dem USB-Stick wird dieses Gef&amp;uuml;hl transportierbar: Wer einen Stick voll privater Daten rumtr&amp;auml;gt, hat immer auch ein St&amp;uuml;ckchen Zuhause dabei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Klingt altmodisch. Aber bald wird der USB-Stick sowieso ein Anachronismus sein. Wenn man den Computerexperten glaubt, dann ist die Idee, Daten in physischer Form zu transportieren, veraltet; bald werden wir alles im Internet speichern und k&amp;ouml;nnen einfach immer und von &amp;uuml;berall darauf zugreifen. Wer 2003 einen USB-Stick am Schl&amp;uuml;sselbund hatte, zeigte, dass er computerm&amp;auml;&amp;szlig;ig ganz vorn dran ist &amp;ndash; zehn Jahre sp&amp;auml;ter wird jemand, der einen USB-Stick tr&amp;auml;gt, vielleicht signalisieren: Nein, ich m&amp;ouml;chte nicht alles ins Netz stellen, wo jederzeit irgendwelche Hacker darauf zugreifen k&amp;ouml;nnen, ich habe meine Daten hier auf einem kleinen Ger&amp;auml;t, das nur mir geh&amp;ouml;rt. Ja, eines Tages k&amp;ouml;nnte der USB-Stick tats&amp;auml;chlich ein Symbol f&amp;uuml;r den Schutz des Privaten sein. Es darf ihn halt nur nicht jeder st&amp;auml;ndig verlieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;---&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Bald kommt ein USB-Stick auf den Markt, bei dem Max Fellmann noch mal schwach werden k&amp;ouml;nnte: Er kostet 220 Euro &amp;ndash; und enth&amp;auml;lt das Gesamtwerk der Beatles (ab 7.12. auf&lt;a href=&quot;http://www.beatles.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt; www.beatles.com&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Foto: Getty&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Ungebremster Datendrang</dc:subject>
    <dc:creator>Max Fellmann</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T18:00:00+01:00</dc:date>
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    <link>http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/31503</link>
    <title>Bergeweise Glück</title>
    <description>&lt;p&gt;Das W&amp;ouml;rterbuch sagt: &quot;Ge/m&amp;uuml;t/lich = eine angenehme, behagliche Atmosph&amp;auml;re schaffend.&quot; Wir sagen: Dann aber nichts wie los! Das &lt;em&gt;SZ-Magazin&lt;/em&gt; verlost sechsmal wunderbare H&amp;uuml;ttenferien in den Alpen.&lt;/p&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;So geht&amp;rsquo;s! &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Spenden Sie 5 Euro an eine der unten genannten Hilfsorganisationen. Tragen Sie auf den &amp;Uuml;berweisungsschein als Verwendungszweck Ihre Wunschh&amp;uuml;tte ein. Senden Sie eine Kopie mit Ihren Kontaktdaten per Post, Fax, Mail an: &lt;br /&gt;SZ-Magazin, Hultschiner Str. 8, 81677 M&amp;uuml;nchen,&lt;a href=&quot;mailto: huetten@sz-magazin.de&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt; huetten@sz-magazin.de&lt;/a&gt;, Fax 089/21 83 95 70; &lt;br /&gt;Einsendeschluss: 2. Dezember 2009. Jeder &amp;Uuml;berweisungsschein gilt als Los. Sie k&amp;ouml;nnen auch mehrere &amp;Uuml;berweisungsscheine zu je 5 Euro senden! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- &lt;span style=&quot;text-decoration: underline;&quot;&gt;&amp;Auml;rzte ohne Grenzen, Konto 97097, Bank f&amp;uuml;r Sozialwirtschaft, BLZ 37020500&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- &lt;span style=&quot;text-decoration: underline;&quot;&gt;WWF, Konto 2000, Bank f&amp;uuml;r Sozialwirtschaft, BLZ 55020500&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- &lt;span style=&quot;text-decoration: underline;&quot;&gt;SZ-Adventskalender, Konto 600 700, Stadtsparkasse, BLZ 701 500 00&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der Unternehmensgruppe S&amp;uuml;ddeutscher Verlag und ihre Angeh&amp;ouml;rigen d&amp;uuml;rfen nicht teilnehmen. Eine Barauszahlung der Preise ist nicht m&amp;ouml;glich&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Auf den n&amp;auml;chsten Seiten finden Sie die H&amp;uuml;tten, die Sie gewinnen k&amp;ouml;nnen!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;.&lt;/em&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21503.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Bergdorf Priesteregg, Salzburger Land &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt; Das H&amp;uuml;ttendorf Priesteregg hat erst vor wenigen Wochen hoch &amp;uuml;ber Leogang er&amp;ouml;ffnet: 16 Chalets mit je zwei Schlafzimmern, Sauna, Whirlpool, Kamin. Das Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck wird morgens in die H&amp;uuml;tte gebracht, zum Skigebiet f&amp;auml;hrt ein kostenloser Shuttlebus. Und der Gewinner darf auch noch drei Personen vom 24. bis 31. Januar in seine Winterh&amp;uuml;tte mitnehmen.&lt;span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21505.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Anderle-H&amp;uuml;tte, K&amp;auml;rnten &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Anderle-H&amp;uuml;tte im K&amp;auml;rntner Nationalpark Nockberge eignet sich besonders f&amp;uuml;r Familien. Sie hat eine gem&amp;uuml;tliche Stube mit Holzherd und Herrgottswinkel, die Eltern schlafen im Himmelbett. In einem zweiten Schlafraum kommen bis zu vier Personen unter. Die Skier muss keiner weit tragen: Bis zum Familienskigebiet Hochrindl sind es nur 500 Meter. Der K&amp;auml;rntner Landesverband &amp;raquo;Urlaub am Bauernhof&amp;laquo; erm&amp;ouml;glicht gleich &lt;em&gt;zwei&lt;/em&gt; Familien einen einw&amp;ouml;chigen Urlaub: &lt;br /&gt;Die erste Familie darf im Schnee Weihnachten feiern (19. bis 26.12.2009), die zweite Familie Silvesterraketen z&amp;uuml;nden (26.12.2009 bis 2.1.2010).&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21502.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Almdorf Seinerzeit, K&amp;auml;rnten &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Im Nationalpark Nockberge nahe Bad Kleinkirchheim liegt das Almdorf Seinerzeit: 21 frei stehende H&amp;uuml;tten, vier Jagdh&amp;auml;user, drei Chalets &amp;ndash; jede H&amp;uuml;tte mit Kamin und Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cksservice. Im Umkreis von zehn Kilometern gibt es zwei Skigebiete mit insgesamt 55 Liften. Wer sich einfach nur erholen will, kann sich in der Wellnessh&amp;uuml;tte massieren lassen, bestellt im Gasthaus eine Brettljause oder kuschelt mit einer der Katzen &amp;ndash; jede H&amp;uuml;tte hat n&amp;auml;mlich ein eigenes Haustier. Der Gewinner darf mit einer Begleitperson eine Woche lang Urlaub machen, Termin nach Wahl; Sie erhalten einen Gutschein, der sechs Monate lang g&amp;uuml;ltig ist.&lt;br /&gt;        &lt;span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21504.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Chalet in Haute Nendaz, Wallis&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt; Das Chalet &amp;uuml;ber dem Rhonetal in der Schweiz ist rustikal und gem&amp;uuml;tlich, das Skigebiet Verbier/Quatre Vall&amp;eacute;es keine drei Kilometer entfernt. Insgesamt sechs Personen d&amp;uuml;rfen vom 16. bis zum 23. Januar den Blick auf das Bergpanorama genie&amp;szlig;en. Die Abende k&amp;ouml;nnen der Gewinner und seine Freunde vor dem Kamin verbringen &amp;ndash; oder im nur 500 Meter entfernten D&amp;ouml;rfchen Haute Nendaz bei K&amp;auml;sefondue und Schnaps.&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21501.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt; AlpenParks Hagan Lodge, Steiermark &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt; Hier startet der Winterspa&amp;szlig; direkt vor der Haust&amp;uuml;r: Die 46 Lodges bei &lt;br /&gt;Altaussee im Steirischen Salzkammergut liegen mitten im Skigebiet der Loser Bergbahnen. Eine der zweist&amp;ouml;ckigen H&amp;uuml;tten mit gem&amp;uuml;tlichem Kaminofen ist f&amp;uuml;r Sie und f&amp;uuml;nf Ihrer Freunde vom 10. bis zum 17. Januar 2010 reserviert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Bei der Verlosung leer ausgegangen? Einfach eine Seite weiter klicken bitte.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt; &lt;span style=&quot;text-decoration: underline;&quot;&gt;Sie k&amp;ouml;nnen Ihre Traumh&amp;uuml;tte k&amp;uuml;nftig auch selbst reservieren: &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Anderle-H&amp;uuml;tte&lt;/strong&gt;, Landesverband &amp;raquo;Urlaub am Bauernhof&amp;laquo;, Tel. 0043/463/33 00 99, &lt;a href=&quot;http://www.urlaubaufderalm.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.urlaubaufderalm.com&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;AlpenParks Hagan Lodge&lt;/strong&gt;, Tel. 0043/3622/723 23, &lt;a href=&quot;http://www.alpenparks.at&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.alpenparks.at&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Bergdorf&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;Priesteregg&lt;/strong&gt;, Tel. 0043/664/116 65 64, &lt;a href=&quot;http://www.priesteregg.at&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.priesteregg.at&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Almdorf Seinerzeit&lt;/strong&gt;, Tel. 0043/4275/7201, &lt;a href=&quot;http://www.almdorf.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.almdorf.com&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Chalet in Haute Nendaz&lt;/strong&gt;, Tel. 0251/ 899 05 65, &lt;a href=&quot;http://www.frosch-ferienhaus.de&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.frosch-ferienhaus.de&lt;/a&gt;, &lt;br /&gt; geben Sie als Objekt CH 383.040 an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Produktion: Kerstin Greiner, Tanja Mairhofer, Katja Riedel&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Bergeweise Glück</dc:subject>
    <dc:creator></dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T18:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Sagen Sie jetzt nichts, Xavier Naidoo</title>
    <description>&lt;p&gt;Ein Interview, in dem der S&amp;auml;nger nichts sagt und doch alles verr&amp;auml;t.&lt;/p&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;strong&gt;Name:&lt;/strong&gt; Xavier Naidoo  &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Geboren:&lt;/strong&gt; 2. Oktober 1971 in Mannheim  &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Beruf:&lt;/strong&gt; S&amp;auml;nger  &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Ausbildung:&lt;/strong&gt; Realschulabschluss, Kochlehre (abgebrochen)  &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Status:&lt;/strong&gt; Psalm 23, Vers 4&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heidelberg, November 1998: Xavier Naidoo schlendert durch die Fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngerzone. Er ist damals zwar schon bekannt, aber es wird noch ein paar Monate dauern, bis er zum ersten Mal mit Musikpreisen wie dem Echo ausgezeichnet werden wird, ein paar Jahre m&amp;uuml;ssen noch vergehen, bis er die Hymne zum Fu&amp;szlig;ballsommerm&amp;auml;rchen 2006 singen wird. Zwei Studentinnen fragen nach einem Autogramm, Naidoo kritzelt seinen Namen auf ihre Mappen, da beginnen die Studentinnen seinen ersten Hit &lt;em&gt;Nicht von dieser Welt &lt;/em&gt;anzustimmen, andere Studenten kommen dazu, singen mit, aus der kleinen Gruppe wird ein Chor &amp;ndash; Naidoo l&amp;auml;chelt, blickt gen Himmel und murmelt zwei, drei W&amp;ouml;rter, die nicht zu verstehen sind. Dankt er gerade Gott? War das der Moment, in dem Deutschlands bekanntester S&amp;auml;ngerhirte seiner Herde zum ersten Mal gegen&amp;uuml;berstand? Feststeht: Seine Herde ist seitdem enorm gewachsen, Naidoo ist einer der erfolgreichsten Musiker der letzten elf Jahre. Ende Oktober schoss sein neues Album &lt;em&gt;Alles kann besser werden &lt;/em&gt;erwartungsgem&amp;auml;&amp;szlig; auf Platz eins der Charts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Sagen Sie jetzt nichts, Xavier Naidoo</dc:subject>
    <dc:creator>Tibor Bozi</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T16:40:00+01:00</dc:date>
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    <title>Das Beste aus aller Welt</title>
    <description>&lt;p&gt;Unser Kolumnist stellt sich erst vor, er w&amp;auml;re ein Schweinegrippevirus, beneidet dann einen schottischen Gl&amp;uuml;ckspilz und erf&amp;auml;hrt am Ende alles &amp;uuml;ber Fahrradwaschanlagen in Deutschland.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21512.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Bisweilen stelle ich mir vor, ich w&amp;auml;re ein Schweinegrippevirus. Jemand h&amp;auml;tte mich in seine rechte Hand geniest und nun s&amp;auml;&amp;szlig;e ich da und wartete auf mein Gl&amp;uuml;ck: dass der Nieser jemand anders die frisch benieste Hand reichte und mich &amp;uuml;bertr&amp;uuml;ge &amp;ndash; aber nichts da, der Mann w&amp;uuml;sche sich, stelle ich mir weiter vor, seine Virushand, ich landete im Ausguss und ers&amp;ouml;ffe in Abw&amp;auml;ssern. St&amp;uuml;rbe einen sinnlosen Virustod. Ich h&amp;auml;tte das Gl&amp;uuml;ck gesucht, doch nur ein Gluck, Gluck, Gluck gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Irgendwo las ich ein Interview mit einem f&amp;uuml;hrenden Grippeforscher, der sagte: Dem geb&amp;uuml;hre der Nobelpreis, dem es gel&amp;auml;nge, Batterien von Waschbecken auf allen Flugh&amp;auml;fen aufzustellen &amp;ndash; dieser Mann w&amp;uuml;rde nicht nur den Schweinegrippenviren, sondern allen Viren ernsthaft an den Kragen gehen. Aber aus irgendeinem Grunde scheint die Waschbeckenindustrie keine den Pharmafirmen nur ann&amp;auml;hernd gewachsene Lobby zu haben, ihre Vertreter sind Waschlappen gegen die mit allen Wassern gewaschenen Pharmakerle, blo&amp;szlig; verstehe ich nicht: warum?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Dann stelle ich mir vor, auf den Titelseiten unserer Zeitungen w&amp;uuml;rde seit Jahrzehnten jeden Tag jeder an der normalen Influenza Verstorbene, jeder Verkehrstote, jedes Zigarettenopfer in zentimeterhohen Lettern vermeldet, so wie uns jetzt Tag f&amp;uuml;r Tag die Schweinegrippenopfer vorgez&amp;auml;hlt werden. Was wohl aus uns geworden w&amp;auml;re? Ob das Land nicht eine einzige Riesenklapsm&amp;uuml;hle w&amp;auml;re? Oder ist es schon eine solche, und man sagt es uns nur nicht?&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; Bruno, mein Freund, sagt, er lasse sich nicht impfen, er meide aber Kinos und Theater und gehe stattdessen &amp;ouml;fter an die frische Luft. Worauf ich rufe, frische Luft!, rufe ich, wei&amp;szlig;t du, was David Booth in Schottland an der frischen Luft passiert ist? Er hatte sich, weil er &amp;ouml;fter an die frische Luft wollte, aber keine Lust versp&amp;uuml;rte, sich auf Spazierg&amp;auml;ngen zu langweilen, einen Metalldetektor gekauft, mit dem er ein bisschen herumzusuchen beabsichtigte, an der frischen Luft. Und was geschah?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Er nahm das Ding zum ersten Mal mit, stieg aus dem Auto, ging sieben Meter und fand einige goldene Halsb&amp;auml;nder aus vorchristlicher Zeit, eine Million Pfund wert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Geh an die frische Luft, Bruno, sagte ich, und du brauchst keinen Nobelpreis mehr, du wirst auch so reich, es gibt da noch eine andere Geschichte aus Gro&amp;szlig;britannien, von einem Mann namens Terry Herbert, der im s&amp;uuml;dlichen Staffordshire mithilfe eines gebrauchten Detektors f&amp;uuml;r drei Euro den gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten je gefunden angels&amp;auml;chsischen Schatz entdeckte. S&amp;auml;ckeweise Gold. Jedes Mal, wenn er auf Schatzsuche ging, berichtet Herbert, habe er vorher gemurmelt:&lt;br /&gt; &amp;raquo;Spirits of yesteryear take me where the coins appear.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Und ausgerechnet an diesem Tag habe er &amp;raquo;coins&amp;laquo; durch &amp;raquo;gold&amp;laquo; ersetzt &amp;ndash; und wumm! Ein einziges Wort hat den Unterschied gemacht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Spirits of yesteryear &amp;hellip;Seit ich das gelesen habe, murmele ich, bevor ich aus dem Haus gehe:&lt;br /&gt; &amp;raquo;Geister aus vergangenen Reichen&lt;br /&gt; Lasst die Viren von mir weichen.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Na ja, der Reim k&amp;ouml;nnte besser sein. Aber ich bin gesund.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; K&amp;uuml;rzlich beklagte ich hier das Nichterfundenwordensein von Fahrradwaschanlagen, worauf zahlreiche Leser mich auf das Vorhandensein von Fahrradwaschanlagen in M&amp;uuml;nster, Hannover sowie Oldenburg hinwiesen, danke! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch machte mich Leserin L. aus Polen mit einigen wunderbaren Erfindungen ihres Vaters bekannt, eines Mannes namens Lewanski. Zum Beispiel habe er die Tuba Lewanskiego (zu deutsch vielleicht: Lewanskis R&amp;ouml;hre) erfunden, einen unten und oben offenen Zylinder aus Plexiglas von 80 Zentimetern L&amp;auml;nge und einem Durchmesser von 30 Zentimetern. Diese Tuba st&amp;uuml;lpe man sich &amp;uuml;ber den Kopf und sei sofort von st&amp;ouml;renden Ger&amp;auml;uschen unbehelligt, ohne die Au&amp;szlig;enwelt aus den Augen zu verlieren. Dabei empfinde man eigenartige Ruhe. Leider, schreibt Frau L., sehe man dabei ziemlich bescheuert aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber muss einem die Ruhe das nicht wert sein, in diesen Zeiten? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Au&amp;szlig;erdem ist das Ding sicher virendicht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;---&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;Ob sich Axel Hacke nun auch einen Metalldetektor kauft? Das Beispiel von Terry Herbert aus Staffordshire hat ihm zu denken gegeben. Der Schatz, den Herbert fand, besteht aus &amp;uuml;ber 1300 Einzelteilen, darunter 68 goldene Schwertknaufe, Teile von aufwendig dekorierten Kampfhelmen, Kreuze und mit Bibelspr&amp;uuml;chen gravierte Goldb&amp;auml;nder sowie f&amp;uuml;nf kleine goldene Schlangen, &amp;uuml;ber deren Bedeutung selbst die Experten r&amp;auml;tseln. Bestimmt verbirgt sich ein &amp;auml;hnlicher Hort irgendwo in bayerischer Erde!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Das Beste aus aller Welt</dc:subject>
    <dc:creator>Axel Hacke</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T12:00:00+01:00</dc:date>
  </item>

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    <title>&quot;Bei Gericht bin ich immer die Jüngste&quot;</title>
    <description>&lt;p&gt;Interviews mit Menschen, die wir gut finden. Diese Woche: Jasmin Wanka, deren erster gro&amp;szlig;er Fall die Verteidigung eines mutma&amp;szlig;lichen Terroristen ist.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21519.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Respekt, Frau Wanka, Sie sind 28 Jahre alt und bei Ihrem ersten gro&amp;szlig;en Fall verteidigen Sie einen mutma&amp;szlig;lichen Al-Qaida-Terroristen.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Jasmin Wanka:&lt;/strong&gt; Ich bin bei Gericht immer die J&amp;uuml;ngste. Und dann auch noch eine Frau! Das gibt es in der Strafverteidigung nur selten.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;Mit Ihrem Mandanten &amp;Ouml;mer &amp;Ouml;. haben Sie gleich einen sehr gro&amp;szlig;en und medienwirksamen Fall &amp;uuml;bernommen. Ihre Zwischenbilanz nach gut zwei Monaten Prozessdauer?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bisher l&amp;auml;uft es sehr gut, ich kann mich nicht beschweren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Ihr Mandant wurde wegen Mitgliedschaft in einer ausl&amp;auml;ndischen terroristischen Organisation angeklagt. Wom&amp;ouml;glich wollte er also Terroranschl&amp;auml;ge in Deutschland durchf&amp;uuml;hren. Denken Sie dar&amp;uuml;ber manchmal nach?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nein, das darf man nicht. Ich habe zu Herrn &amp;Ouml;. eine rein fachliche Beziehung, sonst k&amp;ouml;nnte ich ihn auch nicht verteidigen. Ich vertrete ihn seit Anfang dieses Jahres und wir haben ein ganz gutes Vertrauensverh&amp;auml;ltnis. Obwohl er mir mit Sicherheit nicht alles erz&amp;auml;hlt. Er soll ja auch K&amp;auml;mpfer rekrutiert haben, wie etwa Bekkay Harrach, der j&amp;uuml;ngst in seinen Videos Deutschland mit dem &amp;raquo;b&amp;ouml;sen Erwachen&amp;laquo; gedroht hatte. Mit diesem Thema hatte ich bislang aber nichts zu tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Haben Sie nicht Bedenken, dass Sie k&amp;uuml;nftig nur noch als Terroristenanw&amp;auml;ltin gelten?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nein. Ich habe mich nun mal entschieden, Strafverteidigerin zu werden. Deshalb mache ich keinen Unterschied, ob jemand als Terrorist, M&amp;ouml;rder oder Schl&amp;auml;ger angeklagt ist.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;Wie reagieren Ihre Freunde und Familie?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Sie fragen mich immer wieder, wie ich nur all diese b&amp;ouml;sen Jungs verteidigen kann. Aber sie akzeptieren meinen Beruf und freuen sich, dass mich dieser Prozess nat&amp;uuml;rlich voranbringen wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wie sind Sie an den Fall gekommen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&amp;Uuml;ber eine Empfehlung, so l&amp;auml;uft es ja oft. Die  Familie von &amp;Ouml;mer &amp;Ouml;. hat dann direkt bei mir angefragt. Aufgrund der L&amp;auml;nge und Wichtigkeit des Verfahrens m&amp;uuml;ssen es zwei Pflichtverteidiger sein, falls mal einer nicht kann oder krank ist. Der andere Verteidiger ist ein Mann und auch erst 33 Jahre alt. Aber Herr &amp;Ouml;. wollte ausdr&amp;uuml;cklich eine Anw&amp;auml;ltin dabeihaben. Warum, wei&amp;szlig; ich aber nicht.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;F&amp;auml;llt Ihnen ein Grund ein, warum es f&amp;uuml;r den Angeklagten von Vorteil sein k&amp;ouml;nnte, von einer Frau verteidigt zu werden?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nein. Er verh&amp;auml;lt sich zu mir genauso wie zu meinem Kollegen. Dumme Spr&amp;uuml;che muss ich mir von anderen anh&amp;ouml;ren, zum Beispiel von den Sicherheitsleuten im Gef&amp;auml;ngnis. Als ich k&amp;uuml;rzlich durch die Schleuse hineinging, piepste es. Ich habe gefragt: &amp;raquo;Soll ich meine Uhr ausziehen&amp;laquo;? Da sagten die W&amp;auml;rter: &amp;raquo;Die Uhr nicht, den Rest schon.&amp;laquo;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Solche Spr&amp;uuml;che sind aber hoffentlich die Ausnahme?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Na ja, vor Gericht muss ich mir von meinen &amp;auml;lteren Kollegen immer wieder anh&amp;ouml;ren, dass sie mehr Erfahrung haben. Sie versuchen mich dadurch kleinzuhalten. Ich muss sie also erst mal fachlich von mir &amp;uuml;berzeugen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;---&lt;em&gt;&lt;br /&gt;Jasmin Wanka arbeitet seit anderthalb Jahren als selbstst&amp;auml;ndige Anw&amp;auml;ltin in Stuttgart und vertritt &amp;Ouml;mer &amp;Ouml;. seit Anfang 2009. Ihm wird vorgeworfen, Al-Qaida-Mitglied zu sein und unerlaubterweise einen Laptop, schusssichere Westen und Geld nach Pakistan ausgef&amp;uuml;hrt zu haben. Zudem hat er angeblich neue K&amp;auml;mpfer f&amp;uuml;r Al-Qaida rekrutiert.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>&quot;Bei Gericht bin ich immer die Jüngste&quot;</dc:subject>
    <dc:creator>Julia Rothhaas (Interview)</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T18:00:00+01:00</dc:date>
  </item>

  <item rdf:about="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/31533">
    <link>http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/31533</link>
    <title>Teebeutel</title>
    <description>&lt;p&gt;Das Schisma der Teetrinker-Gemeinschaft ist &amp;uuml;berwunden. Technische Innovationen machen es m&amp;ouml;glich, dass sich Beuteltee immer h&amp;auml;ufiger mit losem Tee messen kann. Ein Klassiker wird endlich modern.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21523.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Dass der Teebeutel nicht identisch mit dem Tee ist, sondern als industriell gefertigtes Produkt der bequemeren Zubereitung dient: Diese Vorstellung war viele Jahre undenkbar. In der K&amp;uuml;che lagen die wei&amp;szlig;en S&amp;auml;ckchen, eingepfercht in verschiedenfarbige Packungen, jederzeit in der Schublade bereit. Fast schien es, als w&amp;uuml;rde der Tee direkt in den &amp;raquo;Teefix&amp;laquo;- oder &amp;raquo;Me&amp;szlig;mer&amp;laquo;-Beuteln gez&amp;uuml;chtet, wobei nur die Farbe des Etiketts an der wei&amp;szlig;en Schnur R&amp;uuml;ckschluss auf die jeweilige Geschmacksrichtung erlaubte. Loser Tee dagegen wirkte wie ein m&amp;uuml;hevoll gewonnenes Luxusgut, das sich zu den Beuteln so verhielt wie die ausgel&amp;ouml;sten Walnusskerne in den L&amp;auml;den zu den N&amp;uuml;ssen selbst. Es dauerte lange, bis sich zum ersten Mal die Ahnung einstellte, dass die Dinge anders lagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Bis vor einiger Zeit noch teilte sich die Schar der Teetrinker genau in diese beiden Lager: Auf der einen Seite standen diejenigen, die den praktischen Beuteltee tranken, auf der anderen die Liebhaber, die Connaisseure, die nichts als lose Bl&amp;auml;tter gelten lie&amp;szlig;en, aufbewahrt in edel gestalteten Dosen und T&amp;uuml;ten. Inzwischen hat sich diese Spaltung immer mehr gegl&amp;auml;ttet und steht vor dem Verschwinden. Anspruchsvolle Marken, wie Tea Fort&amp;eacute; oder Kusmi, produzieren aufwendig designte Beutel, in Pyramidenform und unter Verwendung ausgesuchter Materialien. Die alte Teetrinker-Weisheit, dass schon die br&amp;ouml;selige, fast gemahlene Konsistenz den Beuteltee indiskutabel mache, dass es sich wom&amp;ouml;glich um ein reines Abfallprodukt bei der Ernte handle, mag bei manchen Packungen aus dem Supermarktregal noch zutreffen. F&amp;uuml;r die neuen Marken, die in Innenstadtbars und Flughafenlounges getrunken werden, gilt sie nicht mehr. Der Inhalt von Dosen und S&amp;auml;ckchen ist identisch. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Diese Entwicklung geht vermutlich auf die Ver&amp;auml;nderungen der Kaffeekultur in den letzten 15 Jahren zur&amp;uuml;ck; die Konjunktur des Teebeutels ist ein verz&amp;ouml;gerter Effekt von &amp;raquo;To go&amp;laquo;-Bechern und luxuri&amp;ouml;sen Espresso-Pads. Denn auch jener Teil der Bev&amp;ouml;lkerung, der keinen Kaffee mag, m&amp;ouml;chte sein Hei&amp;szlig;getr&amp;auml;nk mittlerweile in urbanen Zusammenh&amp;auml;ngen genie&amp;szlig;en, mit einem m&amp;ouml;glichst hochwertigen Tee in der Hand an der Theke stehen oder durch die Innenst&amp;auml;dte flanieren. Die Teekultur musste sich in den letzten Jahren also modernisieren und neue Formen finden, um Qualit&amp;auml;t und Flexibilit&amp;auml;t zu vereinen. Deshalb &amp;uuml;bertreffen sich die Firmen gerade bei der Gestaltung der einst so schmucklosen wei&amp;szlig;en Beutel. Und in Bars oder anspruchsvollen Firmenkantinen sieht das Teesortiment mittlerweile so gediegen aus wie ein Regal im Manufactum-Laden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;---&lt;em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;em&gt;Die Rubrik&lt;/em&gt; 50 Zeilen&lt;em&gt; wird abwechselnd von drei Autoren geschrieben. Auf&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;em&gt;Andreas Bernard&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;em&gt; folgt &lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;em&gt;Tobias Kniebe&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;em&gt;, danach &lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;em&gt;Georg Diez&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;em&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;em&gt;Foto: Reuters&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Teebeutel</dc:subject>
    <dc:creator>Andreas Bernard</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T18:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Die Gewissensfrage</title>
    <description>&lt;p&gt;&quot;Ich habe einen Kater, der nur in meiner Wohnung lebt. Seinen nat&amp;uuml;rlichen Jagdtrieb lebt er aus, indem er Nachtfalter f&amp;auml;ngt &amp;ndash; die ich anlocke, indem ich abends die Fenster &amp;ouml;ffne und das Licht brennen lasse. Wenn Falter an der Decke sitzen, hole ich sie mit einem Besen herunter. Darf ich meinem Kater derart bei der Jagd assistieren und damit Leiden und Tod eines unschuldigen Tieres mit herbeif&amp;uuml;hren?&quot; Heinrich K., Wunsiedel&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21517.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Um ehrlich zu sein: Mir gef&amp;auml;llt Ihr Vorgehen nicht. Auch wenn Sie sich liebevoll um Ihren Kater sorgen, diese Sorge hat etwas von der eines r&amp;ouml;mischen Imperators f&amp;uuml;r sein Volk, zu dessen Unterhaltung er mal eben ein paar Sklaven oder Christen in die Arena treibt. Sie werfen nun die mittels Lichtfalle ihrer Freiheit beraubten Nachtfalter Ihrem Zimmerl&amp;ouml;wen zu dessen Spa&amp;szlig; zum Fra&amp;szlig; vor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Frage nach dem Verhalten gegen&amp;uuml;ber Tieren weist hier eine Besonderheit auf: Dem Wohlbefinden eines S&amp;auml;ugetiers steht das von Insekten gegen&amp;uuml;ber; und die Frage der moralischen Rechte von Tieren stellt sich nicht im Gegensatz von Tier und Mensch, sondern innerhalb des Tierreiches. Wobei der Kater kein Adressat der Moral ist. Wenn er mit Beute spielt, ist das weder gut noch b&amp;ouml;se; sobald jedoch Sie als Mensch eingreifen, m&amp;uuml;ssen Sie Ihr Handeln moralisch verantworten. Als Halter eines Tieres in der Wohnung sind Sie verpflichtet, auch dessen Interessen wahrzunehmen. Deshalb k&amp;ouml;nnte die Verantwortung f&amp;uuml;r den Kater das Opfern von Insekten rechtfertigen, wenn diese deutlich weniger schutzw&amp;uuml;rdig sind. Tats&amp;auml;chlich kennt man solche Abstufungen zwischen Tieren sowohl in der Tierethik als auch im t&amp;auml;glichen Leben: Ein Hersteller von Katzenklatschen w&amp;uuml;rde vermutlich &amp;Auml;rger mit Tiersch&amp;uuml;tzern bekommen, w&amp;auml;hrend Fliegenklatschen unbeanstandet in den Regalen liegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das spr&amp;auml;che f&amp;uuml;r Ihre Form von &amp;raquo;Brot und Spielen&amp;laquo; f&amp;uuml;r Katzen. Wenn ich dennoch dagegen bin, liegt das an einer allgemeinen Achtung jeglichem Leben gegen&amp;uuml;ber und wieder einmal an Kant: Der meinte, dass Grausamkeiten gegen Tiere abh&amp;auml;rten gegen&amp;uuml;ber Grausamkeiten gegen Menschen und das Verhalten zu Tieren einen Spiegel des Verhaltens zu Menschen darstellt. Da Katzen nicht notwendigerweise Nachtfalter jagen m&amp;uuml;ssen, sehe ich keine ausreichende Rechtfertigung f&amp;uuml;r Ihre Mitwirkung an solch t&amp;ouml;dlichen Spielchen &amp;ndash; auch wenn es nur um Insekten geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Haben Sie auch eine Gewissensfrage? Dann schreiben &lt;br /&gt; Sie an Dr. Dr. Rainer Erlinger, SZ-Magazin, Hultschiner Str. 8, 81677 M&amp;uuml;nchen oder an &lt;a href=&quot;mailto:gewissensfrage@sz-magazin.de&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;gewissensfrage@sz-magazin.de.&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Die Gewissensfrage</dc:subject>
    <dc:creator>Dr. Dr. Rainer Erlinger</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T18:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Maronensuppe mit Chicorée</title>
    <description>&lt;p&gt;Von ihrer Mutter hat Anna Schwarzmann gelernt, kein Hauptgericht ohne Suppe anzurichten. Deswegen empfiehlt sie diese Woche Maronensuppe mit Chicor&amp;eacute;e, ein Rezept, bei dem die ganze Familie helfen kann.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21521.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Geliebt oder gehasst &amp;ndash; Suppen lassen niemanden kalt. Die Suppe ist ein &lt;br /&gt; idealer kulinarischer Begleiter durch die nasse Jahreszeit. &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;Ich bin kein Suppenkasper: Das habe ich wohl von unserem Vater, ein Essen ohne Suppe vorab braucht unsere Mutter bis heute gar nicht erst hinzustellen. Und selbstverst&amp;auml;ndlich k&amp;ouml;chelt auf unserem Holzofen immer eine Fleischbr&amp;uuml;he. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Typische Herbstfr&amp;uuml;chte sind die Maronen. Sie sind recht einfach zuzubereiten und sehr s&amp;auml;ttigend, da sich die St&amp;auml;rke beim Kochen verzuckert. Maronen haben einen sehr angenehm s&amp;uuml;&amp;szlig;en und nussigen Geschmack und harmonieren ganz wunderbar mit der leicht bitteren Note des Chicor&amp;eacute;e, was die Suppe zu einer perfekten Wintersuppe macht. Man muss unbedingt frische Maronen verwenden, auch wenn man wenig Lust versp&amp;uuml;rt, die Maronen von der manchmal sehr hartn&amp;auml;ckigen Haut zu befreien. Meine Nichten und Neffen machen aus dem Sch&amp;auml;len einen Wettbewerb: Derjenige, der die meisten am saubersten putzt, bekommt einen Euro &amp;ndash; so ist das Sch&amp;auml;len ganz schnell erledigt. F&amp;uuml;r Allergiker sind Kastanien &amp;uuml;brigens interessant, weil sie v&amp;ouml;llig glutenfrei sind.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;Maronensuppe mit Chicor&amp;eacute;e (6 Personen)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;600 g Maronen, &lt;br /&gt;1 Scheibe Speck, &lt;br /&gt; 50 g Butter, &lt;br /&gt;4 klein gew&amp;uuml;rfelte Schalotten,&lt;br /&gt;1 Scheibe Knoblauch, &lt;br /&gt;50 g gew&amp;uuml;rfelter Knollensellerie, &lt;br /&gt;Zucker, &lt;br /&gt;Sherry medium, &lt;br /&gt;750 ml Gefl&amp;uuml;gel- oder Gem&amp;uuml;sebr&amp;uuml;he, &lt;br /&gt; 1 Thymian- und 1 Rosmarinzweig,&lt;br /&gt;2 EL Tr&amp;uuml;ffeljus, &lt;br /&gt;Salz, &lt;br /&gt;Pfeffer, &lt;br /&gt; 200 ml Sahne, &lt;br /&gt;Balsamico, &lt;br /&gt;Orangensaft, &lt;br /&gt;Chicor&amp;eacute;e &lt;br /&gt; &lt;br /&gt; Maronen einritzen, im Ofen bei 220 Grad 10 Min. r&amp;ouml;sten, bis sie aufplatzen, sch&amp;auml;len. Speck im Topf auslassen, Butter zuf&amp;uuml;gen. Schalotten, Knoblauch, Sellerie mit einer Prise Zucker darin and&amp;uuml;nsten. Maronen zugeben (ein paar zur&amp;uuml;ckbehalten), mit Sherry abl&amp;ouml;schen, reduzieren. Fond aufgie&amp;szlig;en, Rosmarin, Thymian zuf&amp;uuml;gen. 15 &amp;ndash; 20 Minuten gar k&amp;ouml;cheln. Mit Salz, wei&amp;szlig;em Pfeffer, Tr&amp;uuml;ffeljus abschmecken. P&amp;uuml;rieren, passieren. Halbfl&amp;uuml;ssig geschlagene Sahne unterr&amp;uuml;hren, mit 1 Spritzer Balsamico w&amp;uuml;rzen. In Streifen geschnittenen Chicor&amp;eacute;e mit Butter und etwas &lt;br /&gt; Zucker d&amp;uuml;nsten. Mit Orangensaft abl&amp;ouml;schen, reduzieren, salzen. Suppe aufsch&amp;auml;umen, in Teller geben, mit Chicor&amp;eacute;e und Maronen servieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;---&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;fliesstext&quot;&gt;&lt;em&gt;Anna Schwarzmann, 44, kocht im &quot;Gasthof Widmann&quot; in &amp;Uuml;beracker bei Maisach und schreibt neben Anna Sgroi, Christian J&amp;uuml;rgens und Tim Raue f&amp;uuml;r unser Kochquartett. &lt;br /&gt;N&amp;auml;chste Woche: Strammer Max von Christian J&amp;uuml;rgens. &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Maronensuppe mit Chicorée</dc:subject>
    <dc:creator>Anna Schwarzmann</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T18:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Abendmahl</title>
    <description>&lt;p&gt;Von wegen &quot;Oh du Fr&amp;ouml;hliche&quot;: Weihnachten bedeutet Menschenmassen in den Kaufh&amp;auml;usern, Verkehrschaos auf den Stra&amp;szlig;en, und vom Stress in der K&amp;uuml;che reden wir gar nicht erst. Dabei geht es so viel entspannter, zum Beispiel im im s&amp;uuml;dfranz&amp;ouml;sischen Lub&amp;eacute;ron.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21491.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Weihnachtsurlaub in den Bergen kann h&amp;auml;ufig auch Stress bedeuten (au&amp;szlig;er nat&amp;uuml;rlich Sie gewinnen &lt;a href=&quot;/texte/anzeigen/31503&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;eine unserer Winterh&amp;uuml;tten&lt;/a&gt;): Staus auf der Autobahn, vor den Skiliften und auf den Reservierungslisten der Restaurants. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Entspannter ist da ein Kurzurlaub in Bonnieux im s&amp;uuml;dfranz&amp;ouml;sischen Lub&amp;eacute;ron und speziell im Hotel &quot;La Bastide de Capelongue&quot;. Obwohl es dort weder Stollen noch Gans gibt, stehen die Chancen gut, ein paar Kilo zuzunehmen: Das &quot;Gros Souper&quot; am Heiligen Abend endet mit 13 Desserts, gemeint sind Jesus und die 12 Apostel. Orangen sind dabei Pflicht, aber das war&amp;rsquo;s dann auch schon mit den figurfreundlichen Zutaten. Ansonsten gibt es unter anderem Calissons d&amp;rsquo;Aix, kandierte und gef&amp;uuml;llte Fr&amp;uuml;chte, Pl&amp;auml;tzchen, Cremes, Nougats, alles serviert vom Zwei-Sterne Koch Edouard Loubet. Auf dem gleichen Besitz liegt neben dem zauberhaften Hotel auch die &quot;Ferme de Capelongue&quot; mit 10 modernen Designer-Appartements. &lt;br /&gt;Von Bonnieux aus sind die St&amp;auml;dte Aix-en-Provence, Avignon oder Arles schnell zu erreichen. Noch n&amp;auml;her sind allerdings viele der 50 Weing&amp;uuml;ter des Lub&amp;eacute;ron, deren Besuch sich sowohl &amp;ouml;nologisch als auch &amp;ouml;konomisch lohnt: die C&amp;ocirc;te de Lub&amp;eacute;ron &amp;ndash; Weine sind hervorragend, aber nicht teuer.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Hotel La Bastide de Capelongue&lt;/strong&gt;, &lt;br /&gt; Tel. 0033/4/90 75 89 78, &lt;a href=&quot;http://www.capelongue.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.capelongue.com&lt;/a&gt;, DZ ab 190 Euro, Weihnachtsmen&amp;uuml; 91 Euro pro Person.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Abendmahl</dc:subject>
    <dc:creator>Eva Fischer</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T18:00:00+01:00</dc:date>
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    <title>Folge 15: Ohtel, Wellington</title>
    <description>&lt;p&gt;So weit entfernt haben wir noch kein Hotel f&amp;uuml;r Sie getestet! Aber Neuseeland entsch&amp;auml;digt seine G&amp;auml;ste sehr gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gig f&amp;uuml;r die Reisestrapazen. Unser Autor hat sich nach Ankunft im Wellingtoner Ohtel erstmal richtig ausgeschlafen - am n&amp;auml;chsten Morgen war es, als w&amp;auml;re er schon ewig dort gewesen.&lt;/p&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Himmel, ist dieses Wellington weit weg. 25 Flugstunden, der Hintern f&amp;uuml;hlt sich nach 12 schon durchgescheuert an und nach 18 hilft auch das opulente Unterhaltungsprogramm von Air New Zealand nichts mehr: Kabinenkoller, Gehirndruckverlust, akute Sehnsucht nach echter Luft. Deswegen bleibt man, wenn endlich das Taxi vor dem Ohtel h&amp;auml;lt, auch erstmal einfach auf dem Gehweg stehen und l&amp;auml;sst sich einfrischen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der dunkelblaue S&amp;uuml;dpazifik ist nur hundert Meter weit weg und frischt sehr gut, schlie&amp;szlig;lich kommt der Wind quasi direkt aus der Antarktis. Das satte Gr&amp;uuml;n der H&amp;uuml;gel, auf denen diese Stadt steht, lindert gleichzeitig den Augenschmerz und die niedlichen viktorianischen Holzh&amp;auml;user &amp;uuml;berall lassen schon erahnen, dass sich die Reise gelohnt hat. Aber erst hat man was anderes im Sinn: duschen&amp;amp;schlafen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie gut, dass das Ohtel so famili&amp;auml;r (meint: klein) ist, dass man weder beim Einchecken noch bei der Zimmersuche mehr als die rudiment&amp;auml;ren Gehirnfunktionen braucht. Schon steht man in einem der zehn sonnengefluteten Zimmer, die vom Hausherrn Alan pers&amp;ouml;nlich eingerichtet wurden - dass er 22 Jahre als Architekt gearbeitet hat, merkt man auf jedem Meter. Es warten handverlesene Mid-Century-M&amp;ouml;beln, herrliche Stoffe aus einer neuseel&amp;auml;ndischen Schneiderei und eine Badewanne, f&amp;uuml;r die man mindestens ein Seepferdchen-Abzeichen br&amp;auml;uchte. Man ist schon sehr geschw&amp;auml;cht, aber mit dem Pazifiklicht und Wellenrauschen auf der einen Fensterseite und der liebenswerten Hauptstadt der Kiwis auf der anderen Fensterseite, erscheint einem dieses gediegene Hotelchen als nichts weniger als der perfekte Platz. Dann umfangen einen auch schon die Traumweiten eines riesigen Bettes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man aus der Narkose aufwacht, schl&amp;auml;gt das Meer immer noch und es riecht nach Kaffee, also muss Morgen sein. Das Ohtel hat keine richtige Lobby, sondern nur einen freundlichen Empfangsraum mit einem einzigen gro&amp;szlig;en Tisch und Kamin. Der Chef begr&amp;uuml;&amp;szlig;t einen mit Handschlag, als w&amp;uuml;rde man hier seit Jahrzehnten absteigen und aus der kleinen K&amp;uuml;che kommt ein Kopf, der nach den Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cksw&amp;uuml;nschen fragt. Diese freundliche Aufnahme so weit weg von zu Hause tut gut, und ist zu keinem Moment zu eng oder verkrampft. Das gilt irgendwie f&amp;uuml;r das ganze Ohtel ( und Neuseeland) - es ist, als w&amp;auml;re man bei Freunden abgestiegen, die einen sehr guten Geschmack haben und nichts von einem wollen. (Bis auf die Kreditkarte, ganz am Schlu&amp;szlig;!). Es gibt hier - wie in der ganzen Stadt - keine Reisegruppen, keine Abfertigung, nichts von der Stange. Alles ist &amp;uuml;bernett. Man setzt sich nachmittags auf einen der zwei St&amp;uuml;hle, die hier simpel vor die schmale Hausfront gestellt werden und sieht den Sch&amp;uuml;lern zu, die in den Hafenanlagen Cricket spielen. Die K&amp;ouml;chin bringt Kaffee, der ein paar H&amp;auml;user weiter ger&amp;ouml;stet wurde und erz&amp;auml;hlt von guten Fischrestaurants, von denen es in Wellington au&amp;szlig;erordentlich viele gibt. Sie geht am liebsten ins White House, das ein paar hundert Meter weiter rechts liegt oder ins Shed 5, das ein paar hundert Meter weiter links liegt. So ist das, in Wellington: Das Gute ist immer nahe. &lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;ohtel, 66 Oriental Parade, Wellington 6011, Neuseeland, &lt;br /&gt;Tel. 0064 4 8030600, &lt;a href=&quot;http://www.ohtel.com/index.asp&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.ohtel.com&lt;/a&gt;, &lt;br /&gt;Suiten ab 250 Euro/Nacht&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit wem hinfahren: Man kann im Ohtel auch gut alleine sein, ohne einsam zu werden, das ist ein entscheidender Vorteil gegen&amp;uuml;ber den Grand Hotels. Andererseits darf man die erotische Ausstrahlung der fein geschwungenen d&amp;auml;nischen Holzm&amp;ouml;beln nicht untersch&amp;auml;tzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unbedingt Essen und Trinken: Das neuseel&amp;auml;ndische Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cks-Leibgericht: Vier Scheiben French Toast plus viel gebratener Speck, plus zwei Bananen plus ein halber Eimer Ahornsirup - alles sch&amp;ouml;n &amp;uuml;bereinander. Wer das nicht schafft, gilt als Schw&amp;auml;chling.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was man im Hotel am liebsten klauen w&amp;uuml;rde: Die Aroha-Kissen und Patchwork-Decken, die so eine sch&amp;ouml;ne Br&amp;uuml;cke zwischen zeitgen&amp;ouml;ssischem DIY-Kunst und den 50er-Jahre-M&amp;ouml;beln bilden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welches Zimmer: Alle zehn Zimmer sind besonders. Nr. 5 hat aber zum Beispiel ein wirklich unversch&amp;auml;mt gro&amp;szlig;es Bad. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht perfekt: Das Interior Design ist so kompromisslos, dass man f&amp;uuml;r den Badbereich auf Zwischenw&amp;auml;nde oder satinierte Scheiben verzichtet hat. Sprich, man kann vom Klo aus bis zum Hafen schauen. Die Zimmer sind also strenggenommen nix f&amp;uuml;r Versch&amp;auml;mte oder Menschen, die nicht miteinander schlafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;---&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;Fotos: Ohtel&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Folge 15: Ohtel, Wellington</dc:subject>
    <dc:creator>Max Scharnigg</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-18T00:08:00+01:00</dc:date>
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    <title>Holz vor der Skihüttn</title>
    <description>&lt;p&gt;Gewinnen Sie in dieser Woche in Paar Ski von Zweydinger und eine Reise nach Bayrischzell, in Deutschlands gr&amp;ouml;&amp;szlig;tes Skigebiet.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://sz-magazin.sueddeutsche.de/upl/images/user/8059/21560.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Kaum f&amp;auml;llt in den Bergen der erste Schnee, stehen &amp;raquo;Banditen&amp;laquo;, &amp;raquo;Teufel&amp;laquo; und &amp;raquo;Rebellen&amp;laquo; in den Startl&amp;ouml;chern. Gemeint sind die Ski, die im angriffslustigen Design f&amp;ouml;rmlich zu schreien scheinen: &amp;raquo;Mein Berg, mein Hang, meine Spur!&amp;laquo; Damit Sie all den M&amp;ouml;chtegern-Herminatoren auf ihren bunten Dingern beweisen k&amp;ouml;nnen, dass man auch ohne Get&amp;ouml;se gut und stilvoll Skifahren kann, verlosen wir in dieser Woche gemeinsam mit der &lt;a href=&quot;http://www.augustzweydinger.com/pages_de/modelle_de.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Skimanufaktur August Zweydinger&lt;/a&gt; ein Paar Ski mit massivem Eschenholzkern. Der Allmountain-Ski ist innen mit Titanal verst&amp;auml;rkt und verf&amp;uuml;gt &amp;uuml;ber einen speziellen Tuning-Schliff. Diesen k&amp;ouml;nnen Sie dann gleich im gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten deutschen Skigebiet ausprobieren: Vom 15. bis 17. Januar fahren Sie mit einer Begleitperson nach Bayrischzell, wohnen f&amp;uuml;r ein Wochenende im Vier-Sterne-Hotel &lt;a href=&quot;http://www.der-alpenhof.com/hotel.php&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&amp;raquo;Der Alpenhof&amp;laquo;&lt;/a&gt; und bekommen zwei Skip&amp;auml;sse noch dazu. Jetzt w&amp;auml;re uns nur noch eins wichtig: Fahren Sie bitte m&amp;ouml;glichst elegant. Und sicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:subject>Holz vor der Skihüttn</dc:subject>
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    <dc:date>2009-11-19T18:00:00+01:00</dc:date>
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