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Oh nein, dachte ich im ersten Moment, als diese Nachricht kam. Könnten sie mir nicht wenigstens die Glühbirne auf meinem Schreibtisch lassen? Ich habe doch zum Beispiel nie ein Auto besessen, Autofahren in Deutschland war mir immer zu nervenaufreibend und testosteronüberladen und ploppgefährdet, in meiner persönlichen CO2-Bilanz hätte ich noch etliche Jahre, gefühlt sogar lebenslänglich, Glühlampenfreiheit gut. Aber es ist schon klar, so funktioniert das nicht.
Niemand, den ich kenne, mag Energiesparlampen. Egal, was sie in der Werbung von verbesserter Leuchtqualität, wärmeren Farbtemperaturen und natürlichem Wohlgefühl erzählen, irgendetwas stimmt nicht mit diesem Licht. Sie sparen Energie aber das ist nur meine persönliche, unwissenschaftliche Meinung , indem sie Lebenskraft aus ihrer Umgebung aufsaugen und alles um sie herum ein wenig fahler, öder und trostloser aussehen lassen. Oder vielleicht will ich einfach nur, dass meine Lichtquelle nach dem Prinzip einer kleinen Sonne funktioniert und nicht mit Atomstößen in Gasröhren, die Lichtquanten erzeugen und dabei einen fiesen Leuchtstoff aktivieren.
Aber ich sehe ein, dass die anrührend kurzlebige, sorglos verschwenderische Glühbirne, die nur etwa fünf Prozent ihrer aufgenommenen Energie in Licht umwandelt, ohne ein Verbot wohl nie verschwinden würde. Appelle allein an den Geldbeutel und ans Umweltbewusstsein der Verbraucher helfen auf Dauer nicht, weil jeder der Meinung ist, die winzige Ausnahme, die er selber macht, diese kleine glühende Extravaganz sie werde beim großen Lauf der Dinge schon nicht so ins Gewicht fallen. Im Einzelfall stimmt das ja auch, im Menschheitskollektiv aber eben nicht mehr. Und deshalb ist dieser traurige, vernünftige, unausweichliche Glühbirnenabschied, der nun auf uns zukommt, nur der Vorbote einer neuen Zeit. Mehr und mehr Freiheiten, Wahlmöglichkeiten, persönliche Vorlieben werden auf der Strecke bleiben.
Wir werden sie gemeinsam verabschieden, mit Wehmut im Herzen. Und das einfach nur, um alle zusammen alle sechskommasieben, -kommaacht, -kommaneun Milliarden noch ein paar Generationen lang durchzukommen.
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