Der Wille zur beruflichen Mobilität paart sich hier mit dem Unwillen, die Lebensumstände zu wechseln, hohe Flexibilität trifft auf zähe Beharrungskräfte, das Ergebnis ist ein unmöglicher Spagat, der den Superpendler langsam zerreißt – und mit ihm die Städte, die dem Verkehrsinfarkt täglich näher rücken.
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Mehr als die Hälfte der Bundesbürger leben noch in ihrem Geburtsort oder in einer Nachbargemeinde, hat eine aktuelle Umfrage herausgefunden, die Hälfte davon wiederum sogar noch im eigenen Elternhaus. Genau diese Mentalität ist es, die im Superpendler auf den modernen Arbeitsmarkt trifft. Die Kosten für die Umwelt, für die Landschaft, für das Klima sind nur leider enorm.
Natürlich kann man niemanden dafür verantwortlich machen, wo er Arbeit findet; und wie jemand wohnen möchte, geht die Allgemeinheit ebenfalls nichts an. Wer täglich Stunden im Auto verbringen will, um beides zu vereinbaren, macht eine legitime private Rechnung auf. Fatal ist nur, dass der Staat immer wieder willkürlich und absurd in diese Rechnung eingreift.
Jahrzehntelang hat er jene Eigenheime im Speckgürtel der Großstädte gefördert, wo die Superpendler jetzt wohnen und nicht mehr wegwollen; und mit der Pendlerpauschale sorgt er aktuell dafür, dass die weiten Wege zum Arbeitsplatz erstattet werden, die kurzen aber nicht. Das ist natürlich Quatsch. Es darf gar nichts mehr erstattet werden.
Nur dann wird wieder jene Balance zwischen Mobilität und Tradition hergestellt, die unsere Kulturlandschaft schon immer geprägt hat, und in dem Maße, wie die Energiekosten ins Unbezahlbare steigen, werden Arbeiten und Wohnen auch wieder näher zusammenrücken.
Umweltfreundliche und sogar attraktive Lebensformen könnten dabei entstehen, die es früher schon einmal gab und die es bald wieder geben könnte: Siedlungen, die von bestimmten Firmen und Berufen geprägt sind, und Stadtviertel, die wieder eine handwerkliche, kreative und kulturelle Identität bekommen.
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22 Uhr 03
11 Uhr 32
Natürlich kann man billigen Wohnraum im Speckgürtel nutzen und dafür jeden Tag lange Wege zur Arbeit in Kauf nehmen.
Man kann auch den teureren Wohnraum in der Stadt (in unmittelbarer Arbeitsplatznähe) wählen und dadurch die Kosten für die langen Wege sparen. Das ist eine freie Entscheidung.
Nur sollte der Staat nicht ein Modell (das Speckgürtelmodell) dem anderen vorziehen und auch noch fördern.
Gibt es eigentlich einen Kostenausgleich zwischen den Speckgürtel-Dörfern und den Städten, was die Nutzung der Infrastruktur der Städte durch die Umländer angeht? Denn diese zahlen ja ihre tollen Lohnsteuern in die Kassen der Speckgürtel nutzen aber sicher die Infrastrukturen wie Theater etc. der Städte. Gibt es da einen Ausgleich? Und ist es ein optische Täuschung, dass sich gerade die Speckgürteldörfer allerlei Luxus leisten können?
23 Uhr 22
23 Uhr 19
19 Uhr 00
Der Vorschlag des Kommentators, den Wohnort dahin zu verlegen wo auch die Arbeit ist, grenzt wahrlich schon an Hohn. Die Zeiten, an denen eine ganze Familie bei ein und demselben Arbeitgeber beschäftig waren sind schon lange vorbei. Kein Arbeitnehmer weiß ob er seinen Job in ein, zwei oder gar drei Jahren überhaupt noch hat. Und Begriffe wie Betriebswohnungen, -Kindergärten, oder -Siedlungen sind schon lange nicht mehr üblich.
Wenn schon die Pendlerpauschale generell in Frage gestellt wird, dann muß auch die Frage gestellt werden dürfen, warum dann auch beruflich bedingte Umzüge oder gar die doppelte Haushaltsführung noch steuerlich berücksichtigt wird?
16 Uhr 45
- gibt es so viele Pendler, weil die Leute nicht von zuhause wegziehen wollen, wenn sie ins Berufsleben einsteigen?
- oder gibt es so viele Pendler, weil die Leute schon von zuhause wegziehen, aber nicht direkt in die schöne große Stadt (wo es ja bekanntlich Wohnraum in solchen Massen gibt, dass die Wohnungssuchenden Prämien für die Vermittlung zahlen und schon am Abend den Zeitungshändlern die Ausgabe vom Folgetag mit den Wohnungsannoncen aus den Händen reißen) und dann aus den Vororten, die ja bekanntlich auch nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen sind, mit dem Auto pendeln?
Und es wird auch keine "Pendlerpauschale erstattet", sondern man kann gerade man 0,30 ct/km für die EINFACHE (!) Strecke als Werbungskosten geltend machen, was bedeutet, dass man je nach individuellem Steuersatz und danach, ob man überhaupt zusammen mit anderen Werbungskosten über die Werbungskostenpauschale hinaus kommt. Erst dann macht sich dies bei der Steuererstattung bemerkbar. Vielleicht sollte Herr Kniebe, wenn er den Pendlerverkehr als großes Übel ansieht, konkrete Vorschläge machen, wie denn die Pendler an arbeitsstättennahe Wohnungen kommen.