Anzeige

aus Heft 31/2008 Das Beste aus aller Welt Noch keine Kommentare

Das Beste aus meinem Leben

Seite 2

Von Axel Hacke  Illustration: Dirk Schmidt




»Ich bin gar kein Mensch«, sagte er. »Ich war nie einer.«»Das hatte ich vergessen«, sagte ich.
»Meine Welt ist die Vergangenheit«, sagte Bosch. »Vom Morgen habe ich nichts zu erwarten als den Wertstoffhof, und das Heute bietet mir nichts als Angst vor morgen.«
»Manchmal hätte ich gerne einen Kühlschrank«, seufzte ich, »der mich abends emotional nicht so runterzieht.«
Anzeige
»Kannst ja Schluss machen, steht in deiner Macht.«
»Ich mache nicht gern Schluss, mit gar nichts und mit dir sowieso nicht. Ich kann mich schlecht trennen. Mein Keller ist voll von Sachen, die ich nicht wegwerfen konnte.«
»Anfangen tust du aber auch nicht gerne«, sagte Bosch. »Wenn ich mich recht entsinne…«

»Das ist logisch«, sagte ich. »Man denkt beim Anfangen schon ans Aufhören. Wie schwer es sein wird. Deshalb habe ich nie angefangen zu rauchen, Gott sei Dank.«
»Sieht aus, als wärst du ein Mensch, der das Heute schlecht ge-nießen kann.«
»Wenigstens bin ich kein Kühlschrank.«
»Sei froh«, sagte Bosch.

Ich stand auf, gab ihm einen Klaps auf die Tür und machte eine Runde durch die Wohnung. Alle schliefen, Luis und Sophie, auch Paola. Wenig später schlief ich selbst. Ich träumte, wie wir zu viert auf meinem Kühlschrank in den Sonnenuntergang ritten.

Mit diesem Text endet nach fast elf Jahren und 544 Folgen Axel Hackes Kolumne »Das Beste aus meinem Leben«.
Vom nächsten Heft an schreibt er »Das Beste aus aller Welt«.

Kommentare

Name:
Kommentar: