
Edmund Stoiber mit Jan Heidtmann, leitender Redakteur des SZ-Magazins
Vor allem aber wird das – zu Recht oder zu Unrecht - gegenwärtige Image der USA in der Welt schonungslos an den Pranger gestellt. Die Vereinigten Staaten von Amerika werden als moralisch verkommene Macht dargestellt, die in ihrem Kampf ums Öl ohne Rücksicht auf frühere Freunde vorgeht und sich sogar mit dem gefährlichen Schurken selbst verbündet. Die CIA paktiert mit einem korrupten bolivianischen General und mit dem Bond-Gegner Green, um sich in Südamerika auch die letzten Ölreserven zu sichern. Bond nicht im Kampf gegen die Russen, sondern gegen die USA – bis gestern völlig unvorstellbar! Und ist es ein Zufall, dass am Ende ausgerechnet ein schwarzer CIA-Agent den Amerikanern die moralische Integrität zurückgibt? Wohl kaum. Bond nimmt sozusagen eine Wende in der Welt vorweg: Mit der Wahl Barack Obamas zum amerikanischen Präsidenten wird der weit verbreitete Anti-Amerikanismus zusammenbrechen. Noch vor dem Amtsantritt Obamas wird dieses Element die Weltpolitik grundlegend verändern. Dieser positive Aufbruch birgt viele neue Chancen, aber auch Risiken und Herausforderungen gerade für uns Europäer. Denn der Weltpolizist Amerika war in seinen Aktionen, aber auch in der Kritikwürdigkeit für seine Partner manchmal bequemer als sie es gerne zugeben.
Das Ende ist versöhnlich. Sogar Bond-Traditionalisten entdecken noch lieb gewordene Details wie die klassische Präsentation des Titelsongs. Tradition und Fortschritt, das Erfolgsrezept selbst im Geheimdienst Ihrer Majestät. 007 findet die Wahrheit und verzichtet – gegen jede Erwartung - auf seine tödliche Vergeltung. Seine Geliebte hat ihn nicht verraten. Bonds schwarzer Freund von der CIA wird befördert, die Welt vertraut auf ein neues Amerika.
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