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aus Heft 48/2008 Essen & Trinken Noch keine Kommentare

Es wird Zeit aufzuwachen

a) Vorsicht mit dem Kaffee, b) immer her mit dem guten Müsli, c) nicht zu viele Eier. Wir glauben, wir wüssten alles über gesundes Frühstück. Wir haben ja keine Ahnung!

Von Lars Reichardt 



Frühstückseier sind gefährlich. Das hat sicherlich jeder schon gehört, vielleicht sogar mal nachgebetet. Eier erhöhen ja den Cholesterinspiegel.

Stimmt aber angeblich nicht mehr. Eine im Februar veröffentlichte, über zwanzig Jahre angelegte amerikanische Langzeitstudie an 21000 Ärzten in verschiedenen Krankenhäusern will das belegt haben. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall: Die größten Eierliebhaber, die bis zu sieben Eier die Woche verzehrten, besaßen laut Studie den niedrigsten Cholesterinspiegel – ohne höheres Herzinfarkt- oder Schlaganfall-Risiko. Offensichtlich hat die Ernährung gar keinen großen Einfluss auf den Cholesterinspiegel. Einige Ernährungswissenschaftler widersprechen dem noch, sicherlich. Aber das Dogma von den bösen Eiern ist ins Wanken geraten.Eier sind gut und gesund. Es sagt uns nur niemand. Oder wir nahmen es in der Flut von Studienergebnissen bisher einfach nicht zur Kenntnis.
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Frühstücken spielt in der westlichen Esskultur ohnehin eine untergeordnete Rolle. Wir können uns nicht mehr retten vor Kochsendungen; Rezepte allerorten, auch im SZ-Magazin – für mittags oder abends, versteht sich. Das Frühstück ist kaum der Rede wert. Weil die Menschen sich fürs Frühstück keine Zeit nehmen?

Nicht nur. David Heber, Direktor des amerikanischen Center for Human Nutrition, benennt einen anderen nahe liegenden Grund: »Abend- oder Mittagessen machen einfach mehr Spaß als frühstücken. Wir bereiten das Frühstück gewöhnlich allein zu und essen es auch selten in Gesellschaft.« Die Gewohnheit des Allein-Frühstückens würden auch alle Frühstückstypen teilen, die Süßfrühstücker, die Müsli-Esser, die Brotkonsumenten, die sich in die Wurst-Käse-Fraktion und die Gemüse-Tofu-Aufstrich-Anhänger spalten, oder die spartanischen Kaffeetrinker, die morgens noch keinen Appetit verspüren.

Viele Menschen frühstücken nämlich überhaupt nicht. 95 Prozent aller regelmäßigen Raucher zum Beispiel. Oh Gott, erschrecken wir reflexartig, das Frühstück ist doch die wichtigste Mahlzeit am Tag! Sagt eigentlich wer? Wieder irgendeine Studie, vor langer Zeit erhoben. Aber viele Vorstellungen von einem gesunden Frühstück gelten inzwischen als völlig überholt.

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