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Alphabet der Sexualität 07. April 2009 Noch keine Kommentare

L - Lebensmittel

Unsere Autorin liest ein Buch über das Liebesleben der alten Römer und kann seitdem im Supermarkt keine Gurken, Möhren oder Hackfleisch mehr kaufen, ohne ungewollt an Sex zu denken.

Von Ariane Stürmer 



Ich kann einfach nicht mehr in den Supermarkt gehen. Also, ich könnte schon, aber dann wäre da wieder dieser echt unpassende Reflex: Sex. Ständig muss ich an Sex denken. In der Obstabteilung, beim Gemüse, an der Fleischtheke, am Süßigkeitenregal.

Angefangen hat alles, als ich neulich zum Einkaufen ging. Während ich die Gurken der Reihe nach ob ihrer Frische befühlte, bemerkte ich, wie mich der Mann neben mir beobachtete. Sein Blick war irgendwie komisch, eigenartig. Ach was, lüstern! Meinte er etwa, ich würde die Gurke für etwas anderes als einen gemischten Salat verwenden wollen?

Stunden später spukte mir der Gedanke immer noch im Kopf herum. Vielleicht, weil ich erst wenige Tage zuvor ein Buch über das Sexleben der alten Römer gelesen hatte. Die Römer waren nämlich auch nicht gerade einfallslos, wenn es um die Verbindung von Essen und fleischlichen Freuden ging. Jetzt ließ mich eine Frage nicht mehr los: Denken Menschen an Sex, wenn sie Lebensmittel einkaufen?
Vermutlich schon.
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Was man mit Erdbeeren und Sahne so alles anstellen kann, wissen wir seit Mickey Rourkes und Kim Basingers 9 1/2 Wochen. Gurken (und Möhren und Bananen) sind laut einer Internetumfrage in 56 Prozent deutscher Betten zu finden.

Und es geht noch ungewöhnlicher: Hackfleisch! Wenn man sich im Netz zu diesem Thema ein bisschen umsieht, begegnen einem die merkwürdigsten Vorschläge. Eben Hack zum Beispiel. Das soll sich entsprechend geformt zur männlichen Selbstbefriedigung eignen. Das Gegenstück abseits von Gurke und Banane wäre Rettich - der mancher Frau aber im kulinarischen Sinne zu scharf ist und wohl entsprechend brennt.

Panierte Zwiebelringe törnen offenbar an, wenn sie über einem erigierten Penis hängen (und der Partner daran knabbert). Die Gummischnuller von Haribo empfehlen sich für das gleiche Spiel, sollen aber genuckelt, nicht geknabbert werden.

Ich gebe zu: So genau wollte ich das alles dann doch wieder nicht wissen. Jetzt, da ich es aber schon einmal weiß und unzählige unsägliche Internetseiten besucht habe, belastet mich eine neue Frage: Werde ich je wieder Hackfleisch und Wiener Würstchen kaufen können, ohne an Sex zu denken?

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