Ein Interview ohne Worte | Heft 25/2009
Sagen Sie jetzt nichts, Charlotte Knobloch
Ein Interview, in dem die Präsidentin des Zentralrats der Juden nichts sagt und doch alles verrät.
Fotos: Camillo Büchelmeier
BILDERGALERIE
Das Jüdische Zentrum in München wird in Anlehnung an Ihre Verdienste auch Charlottenburg genannt. Amüsiert Sie das?
Geboren: 29. Oktober 1932 in München
Beruf: Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland
Ausbildung: Handelsschule
Status: Die bayerische Löwin
Eigentlich wollte Charlotte Knobloch in den Fünfzigerjahren nach Amerika auswandern, doch dann kamen die ersten beiden Kinder und sie blieb in Deutschland, gemeinsam mit ihrem Mann. 60 Jahre später spricht Charlotte Knobloch als Präsidentin des Zentralrats für knapp 110 000 Juden in Deutschland. Wenn sie auftritt, dann mit ernster Miene. Ihre Themen: Krieg im Gazastreifen, Holocaust-Leugner, Rassismus und der Papst. Selten äußert sie sich distanziert, meist nimmt sie empört Stellung, was ihr nicht nur Freunde einbringt. Zu unserem Termin im Jüdischen Gemeindezentrum kommt Knobloch mit zwei Personenschützern. Wie traurig, dass eine 76-jährige Frau von bewaffneten Männern beschützt werden muss.
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