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bedeckt München
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aus Heft 31/2009 Der perfekte Plan

Gardasee - Ostseite

Rainer Stephan  Illustration: Zsuzsanna Ilijin Foto: Mauritius

Hier geht´s in der Urlaubszeit schlimmer zu als am Wühltisch im Sommerschlussverkauf. Aber mitten im Touristentrubel gibt es auch ein paar Rückzugsorte - man muss sie nur finden

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Faustregel: Je weiter man gen Süden vorstößt, um so massentouristischer
wird's am Gardasee. Es häufen sich die Campingplätze, die Bausünden, die Allerweltspizzerien, aber - dank günstiger Anfahrtswege aus Verona und Brescia - halt auch die gastronomischen Edeladressen. So in Lazise, in Desenzano und vor allem in Sirmione, wo schon die alten Römer gern Urlaub machten. Nicht erstaunlich also, dass das neben Sirmione gelegene »Vecchia Lugana« es als erstes Restaurant am See zu einem Michelin-Stern brachte.
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Landschaftlich reizvoller - doch kulinarisch mindestens so interessant wie
an den Uferstraßen, wird es oberhalb des Sees. Ein größerer Kontrast als
zwischen dem Touristenrummel von Garda und der Idylle des Klosters Eremo di San Giorgio ist kaum vorstellbar. Und die kleinen Dörfer in den Weinhügeln südlich des Sees, wo Custoza und Lugana wachsen, wirken auch mitten in der Hochsaison, als würden sie seelenruhig die Zeit verschlafen. Gerade darum haben die regionalen Küchentraditionen hier besonders gut überlebt.

Gletschermühlen Marmitte dei Giganti.
Zugang und Parkplatz bei der Bar
»Al Rustico« an der Straße von Nago nach Torbole (von Nago aus direkt nach der zweiten Serpentinenkurve). Fantastische Szenerie aus bizarren
Felstrichtern und blühenden Sträuchern.
Restaurant Re Lear, Malcesine, Tel. 0039/ 045/740 06 16. Wo sonst gibt's
Schweinshaxe (Stinchetto) mit Trüffelcreme? Und die schmeckt auch noch
hervorragend.
Restaurant Al Pescatore, Castelletto di Brenzone, Tel. 045/743 07 02.
Essen Sie die Bigoli (dicke Nudeln) con le sarde, danach eine Schleie. Das
hat auch unserem Bundespräsidenten Horst Köhler hier geschmeckt.
Kloster Eremo di San Giorgio, über Garda bzw. Bardolino. Unbedingt den
Amaro Rabarbaro aus dem Klosterladen mitnehmen. Und mit Fra Lorenzo über einen meditativen Kurzaufenthalt in einer der Gästezellen reden.
Weinhandlung Azienda Agricola Cà Bottura. (Nur ein paar Gehminuten vom Kloster entfernt.) Vergessen Sie Ihre Vorurteile wider den Bardolino -
probieren Sie den Superiore.
Restaurant und Hotel Antica Locanda del Contrabbandiere, Pozzolengo,
Tel. 030/91 81 51. Erholung vom Uferstraßenstress im Hügelland hinterm
südlichen See-Ende bei bester Regionalküche - vom Keller ganz zu schweigen. Aber rechtzeitig reservieren, es gibt nur drei Zimmer.
Restaurant La Dispensa, Castellaro Lagusello bei Pozzolengo. Tel.
0376/888 50. Hat Donnerstag- und Freitagabend sowie am Wochenende ganztägig geöffnet. Und ist dann oft voll - kein Wunder bei den Spezialitäten. Geheimtipp zum Einstieg: fetter Speck mit frischen Feigen.
Restaurant Vecchia Lugana, Sirmione, www.vecchialugana.com, Tel.
030/91 90 12 oder 91 61 63. Das »Vecchia Lugana« verteidigt seinen Ruf als
bestes Restaurant am See neuerdings nicht nur mit seiner exquisiten Küche, sondern auch mit glamourösen Zusatzprogrammen wie »Essen auf dem Boot«.
Hotel Villa Cortine, eine Gründerzeitvilla, umgeben von einem hübsch
verwunschenen Park. Via Grotte, 6, Sirmione, Tel. 030/990 58 90,
www.palacehotelvillacortine.it, DZ ab 280 Euro.
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