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aus Heft 32/2009 Sommer

Ein Sommergedicht

Thomas Gsella 

Endlich Sommer? Man kann auch anderer Meinung sein. Ein Gedicht.

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Wenn ihn Tiere tätlich beißen,
soll der Mensch sich wortreich rächen
 – wenn auf lieblich wüstenheißen
grillgeschmückten Außenflächen
Schnaken, Zecken, Wespen, Mücken
zwicken, zwacken, saugen, summen,
Zähne fletschen, Säbel zücken
und die pflaumendicken dummen
Hummeln brummeln, Spinnen rennen,
Kneifer krabbeln, Läuse pissen,
spucken, reizen, ätzen, brennen,
und dann kommen die Hornissen,
weil sie uns im feuchten Glanze
unsres Schweißes gern besuchen,
sie versenken ihre Lanze,
aber niemand hört uns fluchen,
denn von oben dröhnt das Fiepsen
all der Meisen, Amseln, Spatzen,
all dies gottverdammte Piepsen
über sonnverbrannten Glatzen –
soll der Mensch zwar regredieren,
aber groß sei seine Wut:
»Hitze Mist! Haut ab, ihr Tieren!
Sommer Kacke! Winter gut!«
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Thomas Gsella war langjähriger Chefredakteur der Zeitung "Titantic", er lebt und arbeitet als Satiriker und Schriftstellerin Aschaffenburg.

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