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Neue Fotografie 24. November 2009 Noch keine Kommentare

Im zweiten Leben Monster

Fotografie hat im SZ-Magazin schon immer eine herausragende Stellung eingenommen. Daher stellen wir Ihnen hier junge, talentierte Fotografen vor. Diesmal: Kathrin Holighaus und ihre Hausbesuche bei Rittern, Monstern und Elfen.


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Name: Kathrin Holighaus
Jahrgang: 1975
Ausbildung: Neuen Schule für Fotografie Berlin
Kontakt: kathrinholighaus@online.de

Frau Holighaus, der Name Ihrer Fotostrecke - "Parallelwelt" - fällt in den Medien oft im Zusammenhang mit gescheiterter Integration. Wollen sich Menschen, die in historischer Kleidung oder Fantasy-Kostümen eine Art zweites Leben führen, so genannte Live-Rollenspieler, nicht auch irgendwie der Realität entziehen?
Kathrin Holighaus:
Nein, ich verstehe "Parallelwelt" in dieser Arbeit wirklich als zwei komplett verschiedene Lebenswelten, die auf meinen Bildern aufeinandertreffen. Ich habe mich lange mit den Spielern unterhalten, und natürlich kann so ein Hobby auch eine Form von Eskapismus sein, aber das macht doch jeder. Manche lesen Bücher, andere spielen Online-Rollenspiele. Und im Vergleich zu Letzteren sind mir diese Leute, die sich wirklich verkleiden, lieber. Sie beschäftigen sich sehr intensiv mit dem jeweiligen Thema, anstatt einfach schnell eine digitale Figur zu kreieren. Diese Hingabe finde ich einfach toll.
 
Rollenspieler werden häufig als "Nerds" und "Freaks" bezeichnet. War die Szene ihnen gegenüber sehr verschlossen?
Nein, die meisten Spieler waren mir gegenüber sehr offen. Ihr wichtigstes Anliegen war allerdings, dass ich Sie nicht lächerlich mache. Der erste Spieler, den ich kennergelernt habe, war "Napoleon". Mit seinem Foto habe ich dann Aufrufe in verschiedenen Internetforen gestartet. Die Zuschriften waren in den überwiegenden Fällen positiv. Leider fehlen noch eine Reihe von Gruppen: zum Beispiel die "Indianer" und "Vampire".
 
Sind Sie durch das Projekt auf den Geschmack gekommen, selber mal in eine Rolle zu schlüpfen? Und wenn ja, in welche?

Ich hatte damit vorher nichts zu tun - und ich kannte auch niemanden, der das macht. Ein Bedürfnis, selber mal mitzumachen, habe ich eigentlich auch heute nicht. Aber wenn ich müsste... ich glaube, ich wäre eine Straßenkünstlerin. Oder eine Hellseherin.

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Interview: Sebastian Schöbel

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