Diesem Traditionsgericht gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen. Deswegen kochen wir es jetzt einmal "molekular".
Anzeige
Das heißt, wir nehmen die Zutaten, verarbeiten sie anders, tauschen welche aus und hoffen bzw. sind sicher, dass es nachher schmeckt. Gesund ist es allemal, da wir den gepökelten Schinken gegen mageres, nahrhaftes Kalbsfilet austauschen und so auch etwas für unseren Körper tun. Olivenöl macht das schmackhaft und gut verdaulich. Leider fast ohne jegliche gesundheitsfördernde Wirkung, dafür aber eine geschmackliche Explosion ist die weiße Trüffel. Aber man kann ja nicht alles haben.
Strammer Max – einmal anders (4 Personen)
Zutaten: 400 g Kalbsfilet, in feinste Würfel geschnitten,
0,2 l Weißweinessig,
4 mittelgroße Eier,
2 Knoblauchzehen,
120 ml Olivenöl,
Saft von 1 bis 2 Limonen,
Meersalz,
schwarzer Pfeffer,
2 TL feinst geschnittene Schnittlauchröllchen,
4 Scheiben Ciabattabrot (1 ½ cm dick, 4 cm breit, etwa
14 cm lang),
50 g weiße Trüffel
In einem großen Topf etwa ½ l Wasser zum Sieden bringen. Essig hinzugeben. Die Eier getrennt voneinander in Tassen aufschlagen. In das siedende Wasser geben, mit einem Schaumlöffel ein wenig formen. 4 bis 6 Minuten stocken lassen. Schüssel mit 1 Knoblauchzehe ausreiben. Darin Kalbfleisch mit Olivenöl (etwas Öl zurückbehalten) vermengen, mit Limonensaft marinieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, Schnittlauch untermischen. Etwas Olivenöl und 1 Knoblauchzehe in einer Pfanne erhitzen. Knoblauchzehe entfernen. Die Ciabatta-Scheiben goldgelb rösten. Dann Tatar auf die Scheiben verteilen, ein pochiertes Ei darauf legen und mit gehobelter Trüffel krönen.
---
Christian Jürgens, 40, kocht im Hotel "Überfahrt" in Rottach-Egern am Tegernsee und schreibt neben Anna Sgroi, Anna Schwarzmann und Tim Raue für unser Kochquartett.
Jürgens hat gerade vom Gault Millau 19 Punkte erhalten und ein Kochbuch geschrieben: Menüs für alle Sinne, Südwest Verlag.
Nächste Woche: Artischocke aus dem Ofen, von Anna Sgroi.
Die Leuchte
Das Modul-Regal
Der Eimer
Der Stapelhocker
20 Jahre
Sagen Sie
Perfekter Plan
CUS




08 Uhr 24
Ich zitiere mal die Wikipedia:
"Strammer Max ist ein einfaches Gericht aus Mischbrot, Schinken und Spiegelei. Ursprünglich zur sächsischen und Berliner Küche gehörend, ist Strammer Max heute in ganz Deutschland als Hausmannskost und Kneipenessen verbreitet."
Also ein einfaches, bodenständiges Gericht. Hier wird daraus das krasse Gegenteil gemacht. Soll hier der Name dem Esser einen Bodenständigen Character geben, damit er sagen kann gestern habe er strammen Max gegeben und sich damit dem gemeinen Volk verbunden zeigen kann, in Wahrheit aber edel gespeist zu haben.
Nein das ist Etikettenschwindel - kochen Sie meinetwegen dieses Gericht (auch wenn ich den Einsatz von Kalbsfleisch nicht besonders unterstützenswürdig finde), aber nennen Sie es nicht "strammer Max".