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aus Heft 05/2010 Politik 10 Kommentare

Highway to Hellas

Seite 2

Von Alexandros Stefanidis 


Griechenland: Ruhmreiche Vergangenheit, peinsame Gegenwart
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FAKELAKI – Korruption, verpackt in Briefumschläge
»Briefumschlag« heißt auf Griechisch »Fakelo«. Die Verniedlichungsform lautet: »Fakelaki«. Bestechung und Korruption sind in Griechenland nicht die Ausnahme; es ist nicht skandalös, die Hand aufzuhalten. Im Gegenteil: Es gehört so sehr zum Alltag, dass wir die Verniedlichungsform dafür verwenden.

Die Antikorruptions-Organisation Transparency International bewertet Nationen nach dem »Korruptionswahrnehmungsindex« und hat Griechenland 2009 auf Platz 71 von 180 Ländern gelistet, korrupter als Ghana und Bots-wana. 1600 Euro Schmiergeld zahlt eine griechische Familie durchschnittlich pro Jahr.

Als meine Großmutter vor fünf Jahren mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde, bekam sie trotz teurer Krankenversicherung nur ein Bett auf dem Gang. Erst als mein Vater der zuständigen Krankenschwester ein dickes Fakelaki übergab, schob man sie in ein Zweibettzimmer, das ihr laut Versicherung schon bei der Einlieferung zugestanden hätte.

Als wir fragten, für wann denn der Termin der Magnetresonanztomografie anberaumt sei, blickten wir in das ratlose Gesicht des Röntgenarztes. Vielleicht in zwei oder drei Wochen, ein Gerät sei ausgefallen, das andere überlastet, sagte er. Eine Ausrede, die nur ein Ziel hatte: Fakelaki. Noch am selben Abend drückte ihm mein Vater notgedrungen den gewünschten Briefumschlag in die Hand, und plötzlich war ein Termin frei geworden: am nächsten Morgen.

Verordnungen? Gesetze? Ja, die gibt es in Griechenland. Eingehalten werden sie nicht. 2004 hat meine Familie für den Krankenhausaufenthalt meiner Oma mehr als 4000 Euro Schmiergeld bezahlen müssen. Wie das Familien schaffen, die kein Schmiergeld zahlen können? Sie sind auf die Barmherzigkeit der Schwestern und Ärzte angewiesen, meist pflegen sie ihre kranken Angehörigen selbst. Wenn Rusfeti die Scharniere der griechischen Wirtschaft sind, sorgen die Fakelakia als Schmierfett für einen reibungslosen Verlauf.

DHMOSIOS ΥPALLHLOS – Der Beamte
Seit Beginn der jüngsten griechischen Demokratie im Jahr 1974 ist unter Griechen kein Job begehrter als der des Staatsdieners. Schätzungen zufolge (eine glaubwürdige Statistik existiert in Griechenland nicht, weil Staatsdiener die Zahlen gern manipulieren, siehe EU-Stabilitätskriterien) arbeiten mehr als eine Million Menschen für den Staat. Das ist fast jeder vierte Erwerbstätige. Es ist ein bisschen so wie früher in den kommunistischen Blockstaaten, der Staat ist der größte Arbeitgeber, von ihm hängt alles ab.

Mein Onkel, nennen wir ihn Herkules – ich kann seinen richtigen Namen aus verschiedenen Gründen, die gleich folgen werden, nicht nennen –, arbeitet auch für den griechischen Staat. Als Beamter. Morgens steht Herkules gegen 7:30 Uhr auf, bringt seine Tochter zur Schule und fährt ins Büro. Dort bestellt er bei seiner Sekretärin einen Kaffee, zündet sich trotz Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden eine Zigarette an, setzt sich vor seinen Computer, schaltet ihn ein und googelt.

Er recherchiert nicht im Netz, seine Funktion als Stadtplaner im Bauamt erfordert das nicht. Eigentlich erfordert nichts die Anwesenheit meines Onkels. Müsste ich sein Jobprofil erstellen, würde ich einen langen Strich malen. Schaut man sich zum Beispiel Griechenlands zweitgrößte Stadt Thessaloniki auf Google Maps an, wird schnell klar, dass Stadtplanung in Griechenland zum letzten Mal in der Antike ein Thema war. Da müsste man schon Pergament aufrollen. Entlohnt wird mein Onkel allerdings mit knapp 2300 Euro pro Monat. Das ist für griechische Verhältnisse sehr viel Geld, das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei etwa 700 Euro.

Herkules ist seit seinem 19. Lebensjahr Beamter. Damals kam ein älteres Mitglied unserer Familie auf ihn zu, fragte ihn, welcher Partei er nahe- stehe, Herkules sagte »Nea Dimokratia« (das ist die Partei der Familie Karamanlis) – und er hatte einen Job. Ohne Studium, ohne Ausbildung, aber mit der richtigen Gesinnung. Immer wenn eine der beiden großen Parteien, Nea Dimokratia oder PASOK, die seit 1974 abwechselnd regieren, an die Macht kommt, erhalten Parteimitglieder oder Angehörige von Parteimitgliedern Posten im Staatsbetrieb.

Als Kostas Karamanlis, Neffe des von 1974 bis 1980 regierenden Kostas Karamanlis, im Jahr 2004 für die Nea Dimokratia an die Macht kam, stellte er in guter alter Tradition 68 000 neue Beamte ein. Alles Nea-Dimokratia-Wähler. Diese Tradition bläht seit mehr als dreißig Jahren den Staatsbetrieb auf und macht die jeweilige Wählerschaft glücklich. Deshalb wählt auch mein Onkel Herkules seit mehr als dreißig Jahren Nea Dimokratia. Er weiß, wem er seinen Lebensunterhalt zu verdanken hat.

Das heißt, das stimmt so nicht ganz: Nach der offiziellen Arbeitszeit trifft sich mein Onkel manchmal in Bars, Clubs oder Tavernen mit angehenden Bauherren. Die Männer diskutieren über die Fußballergebnisse vom Wochenende, reden übers Wetter, dann geht es ans Eingemachte. Um einen »besonderen« Kontakt zum Chef des Bauamts herzustellen, verlangt Herkules 150 Euro. »Es gibt Kollegen, die wollen dafür mehr«, sagt er. Für Tipps, wie man die Bauverordnung trickreich umgeht, bekommt er 300 Euro. Um eine Baugenehmigung zu garantieren, erhält Herkules in der Regel etwas mehr als ein Monatsgehalt. »Die Tarife variieren.«

Hat Herkules keine Gewissensbisse? Wie kann er seine Töchter zu anständigen Menschen erziehen und gleichzeitig seine Verantwortung missbrauchen und den Staat betrügen?

Er sagt: »Als ich mit 19 anfing, habe ich mich stets an die Vorschriften gehalten. Ich wollte ja nicht auffallen. Das Problem war: Ich fiel dadurch auf, dass ich mich penibel an die Vorschriften hielt. Die Kollegen beäugten mich mit bösen Blicken, mein Chef zitierte mich mehrmals zu sich, ich verschlechtere das Büroklima. Mit der Zeit kamen immer weniger Bauvorhaben auf meinen Schreibtisch, eines Tages kam keines mehr. Ich hatte also die Wahl: Entweder nichts tun und weiter von den Kollegen geächtet werden. Oder nichts tun und eine Menge Geld verdienen. Was hättest du getan? Nimm’s mir übel, wenn du willst. Aber so funktioniert nun mal das griechische System.«

Übrigens: Nächstes Jahr geht Herkules in Rente. Mit 51 Jahren. Kein unübliches Renteneintrittsalter für griechische Beamte. Erfreulich für ihn: Griechische Ruheständler erhalten laut OECD-Zahlen von 2007 im Schnitt etwa 94 Prozent ihres letzten Gehalts, deutsche Rentner nur 43 Prozent.

STHN MAURH – Schwarzarbeit
Warum soll man als griechischer Handwerker, Arzt, Bäcker oder Anwalt nicht schwarzarbeiten und damit die Mehrwert- und andere Steuern umgehen, wenn schon ein Minister das eigene Ministerium betrügt? Vassilis Manginas, ehemaliger Minister für Beschäftigung und Soziales, ließ im Jahr 2008 auf dem Berg Hymettos südöstlich von Athen für sich und seine Familie eine prunkvolle Villa mit Pool errichten.

Das Problem: Der Minister hatte nur eine Genehmigung zum Bau eines Kiosks. Zudem ist der Bau von Wohnhäusern in der gesamten Region per Gesetz untersagt. Und: Arbeitsminister Manginas heuerte nicht einmal einen mittelständischen griechischen Betrieb für die Bauarbeiten an, nein, er beschäftigte pakistanische Schwarzarbeiter. Gut, Manginas trat immerhin zurück, aber geschätzt gehen dem griechischen Staat so im Jahr mehr als dreißig Milliarden Euro Mehrwertsteuer verloren. Europäischer Spitzenwert.

Mehr als ein Drittel der griechischen Wirtschaft wird »sthn maυrh«, also schwarz, abgewickelt. Quittungen? Bitte aufheben. Die haben Seltenheitswert.

TO PROBLHMA – Das Problem

Gerade mal 5000 Griechen geben in ihrer Steuererklärung an, mehr als 100 000 Euro brutto im Jahr zu verdienen. Schwer zu glauben, wenn man sich die Yachthäfen rund um Athen anschaut oder an einem Samstagabend einen Blick auf die bewachten Parkplätze der angesagten Bars und Clubs wirft: Ferrari, Lamborghini, Bentley. »Ein stinknormaler Porsche«, sagt Parkplatzwächter Panos, der von Trinkgeldern lebt, »muss hier schon in vierter oder fünfter Reihe parken. Nicht extravagant genug.«

Das zentrale Problem dieses Landes ist dennoch nicht die offenkundige Steuerhinterziehung, es ist der fehlende Gemeinsinn. Trotz jährlich wiederkehrender Waldbrände existiert keine freiwillige Feuerwehr, die diesen Namen verdient.

Und wenn doch, passiert das: 32 Löschfahrzeuge waren sie im vergangenen Sommer, eilten herbei von Thessaloniki, Athen zu retten. Die freiwillige Feuerwehr. Befehlshabender: Nikos Sachinidis, 57 Jahre alt, sechs Herzinfarkte. Sie brausten über die Autobahn, nein, wollten brausen. Hatten aber nicht mit der Maut gerechnet. Jedes Mal bremsen, bezahlen, 32-mal die Schranke hoch und runter, fahren, bremsen, bezahlen. Attika stand da schon in Flammen.

»7529 Euro Mautkosten«, rechnet Nikos Sachinidis vor, »und genau fünfeinhalb Stunden Verspätung.« Als die Freiwilligen die Feuerfront erreichten, sahen sie sich von zornigen Bürgern umringt. »Wo wart ihr? Wofür bezahlen wir euch?« Man verwechselte sie mit der Berufsfeuerwehr, beschimpfte und schlug sie. Am Ende hatten sie 98 000 Euro aus eigener Tasche bezahlt. Das Finanzministerium bedauerte: Kein Geld in der Kasse. »Spinnen die?«, fragt Sachinidis.

Welches Blatt man auch wendet, welche Statistik man auch heranzieht, fast immer steht Griechenland ganz unten. Waldbrandbekämpfung: versagt. Asylpolitik: versagt. Bildungs-, Gesundheits-, Renten-, Steuerpolitik: versagt.
Jetzt soll ein rigoroser Sparplan alles ändern: höhere Steuern auf Tabak, Treibstoff und Getränke. Zudem sollen die Gehälter von Staatsdienern eingefroren oder um vier Prozent gekürzt werden. Alle Ministerien sollen zehn Prozent weniger ausgeben, und Premierminister Papandreou hat bereits öffentlichkeitswirksam auf seinen Dienst-Mercedes verzichtet. Er fährt jetzt Skoda. Aber reicht das?

Die Steuererhöhungen akzeptieren die Griechen vielleicht gerade so zähneknirschend, obwohl zwei Drittel von ihnen immer noch nicht bereit sind, einen persönlichen Beitrag zur Verbesserung der Finanzlage ihres Landes zu leisten. Was Griechenland neben einem Sparplan braucht, ist ein grundlegender Mentalitätswechsel.

Die griechische Regierung um Georgios Papandreou hat das auch erkannt. Sonntagnachmittag, Kabinettssitzung. Live im Internet. »Einen neuen politischen Stil«, verspricht der Premierminister. »Offene Regierung«, heißt das Motto. »Die Ministerien werden im Internet über jeden Kassenzettel, jede Entscheidung, jede Personalie Rechenschaft ablegen«, kündigt er an. Zur »offenen Regierung« gehört auch, dass sich die Griechen via Chat mit den Politikern unterhalten können.

Diese Woche kam in einem der Diskussionsforen eine originelle Idee auf: ein Spendenkonto namens »Nationale Rettung«. Jeder Bürger soll da nach seinen Möglichkeiten einzahlen, sagt zum Beispiel Panagiotis Amoiridis, 23 Jahre alt. Gute Idee, pflichteten viele bei. Scrollte man seinen Diskussionspfad aber ein bisschen weiter nach unten, fand man einen ebenfalls vielfach gelobten Eintrag von »Ellas2010«: »Super Idee, das Spendenkonto! Gebt die Bankdaten doch bitte gleich an die EU-Kommission weiter. LOL.«

Die Griechen, so perfide es klingt, stecken alle unter einer Decke. Und als Grieche sage ich das halb desillusioniert, aber auch halb amüsiert. Wir haben einen Lebensweg entwickelt, der es uns erlaubt, nicht auf Gesetze, nicht auf Verordnungen und nicht auf Politiker angewiesen zu sein. Es gibt dafür ein schönes altgriechisches Wort: Anarchismus. Oder anders ausgedrückt: Wir sind unregierbar.

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Das griechische System hat auch Vorteile: Als unser Kollege Alexandros Stefanidis während der Recherche Anfang Januar in Thessaloniki bei Rot über eine Kreuzung fuhr, stoppte ihn die Polizei und verlangte die Papiere. Strafe laut Bußgeldkatalog: 700 Euro. Er schwitzte, aber der Polizist las seinen Namen und fragte: "Bist du der Sohn vom Christoforos?" – "Ja, warum?" Der Rest ist Geschichte.

Kommentare

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Kommentar:

  • Wolf Mengel (0) "alexandros mein lieber.. beschäftige dich ein bisel mehr mit griechischer Politik und Geschichte." (den xeris kala - akou na mathis)

    wow, welch ein weltmaennischer, ueberlegener ton, strahlt geballtes, profundes wissen aus... sehr beeindruckend!

    erklaert aber vermutlich hinreichend, warum dieses schoene land in einer solch boesen lage ist... schade
  • Johnannes Heesters (0) @NIKOLAOS NIKOU
    Ich habe auch Migrationshintergrund. Allerdings genau andersherum. Bin Deutscher der seit 5 Jahren in Griechenland lebt. Wenn Sie hier mit Katharsis die "Selbstreinigung" nach Aristoteles meinen ... darauf warten die Griechen schon seit tausenden von Jahren. Dieser Begriff "Katharsis" wurde auch schon mit "Erziehung zu einer stoischen Haltung gegenüber dem Schicksal" übersetzt. Ich denke das trifft auf die griechischen Verhältnisse eher zu.

    @KOSTAS ZANGOGIANNIS
    Hier kann ich K.Berkmann nur Recht geben. Ihre Logik entspricht der eines Diebes. Wenn Sie das Wort Korruption überhaupt in den Mund nehmen und auf Affären in Deutschland verweisen empfinde ich es als Frechheit. Interessanterweise erwähnen Sie hier auch Siemens. Wer hat sich denn das Siemens (OTE) Schmiergeld eingesteckt ? Deutsche ganz bestimmt nicht, doch wohl eher Griechen.

    Insgesamt kann ich obige "Griechenland" Kritiken nur voll bestätigen.

    Touristen ( oder allgemein Ausländer "Xenos" ) werden hemmungslos ausgeplündert. Es ist absolut üblich für eine Ware oder Leistung, sofern der nicht Grieche diese nachfragt, zwischen 50 und 200 Prozent mehr zu verlangen. Mir sind hier viele, viele Fälle bekannt. Nebeneinanderliegende, identische Wohnungen werden dann dem Griechen für 700 Euro vermietet, dem Ausländer werden 1200 Euro abverlangt. ABSOLUT ÜBLICH ...

    Ausländer, die in Griechenland ein Geschäft betreiben, werden systematisch gegenüber Griechen ( von den Behörden ) benachteiligt. Es kommt durchaus oft vor das einem Ausländer aus irgendwelchen nichtigen Gründen die Gewerbeerlaubniss entzogen wird um dann eine Woche später an gleicher Stelle den Neffen irgendeines Provinzfürsten zu finden.

    Griechenland ist und war ein Land geprägt von Kleinstindustrie, Tourismus und Landwirtschaft. Mit der Einführung des Euro wurde dann die Plünderung von Xenos auf eine neue Stufe gehoben. Man verschuldete sich bei den Xenos. Ging viel schneller und vor allem mit erheblich höheren Summen. Laut FTD werden mehr als 70 % der griechischen Staats/Firmenanleihen von anderen EU Staaten ( Banken ) gehalten. An vorderster Front dürfte hier die EZB stehen die diese Staatsanleihen zwar nicht kaufen darf aber beliehen hat. Dieses geliehene Geld verjuxte man dann hemmungslos anstatt es in dringend benötigte Infrastruktur zu investieren. Jegliche neue Infrastrukturmaßnahme ist vorne mit dem blauen "EU Förderschild" versehen. Ganz Griechenland ist zugepflastert damit. Ein normaler OTE (Telefon) Anschluss dauert aber immer noch bis zu einem Jahr. Falls Antrag hier von einem Griechen gestellt wird dessen Tante bei der OTE arbeitet wird es wohl schneller gehen.

    Griechenland ist pleite, realistisch wahrscheinlich noch viel mehr als diese Schönrechner in Athen uns Glauben machen wollen. Interessant ist in diesem Zusammenhang die offizielle EU Statistik des BIP pro Einwohner. Hiernach liegt das griechische pro Kopf BIP gerade mal 20 % unter dem deutschen. Da frage ich mich womit das gehen soll ? Mit Schafskäse, Olivenöl und einem Durchschnittsverdienst von 700 Euro ? Wohl kaum .... Die Schuldenquote dürfte somit noch erheblich höher liegen. Ganz erheblich sogar.

    Und was passiert nun ?

    Griechenland hat m.E. über Jahre hinweg andere Staaten systematisch über seine durchs Ausland finanzierte Verschuldung ausgeplündert. Nun nimmt man die gesamte EU in den wirtschaftlichen "Schwitzkasten". Zahlt ihr nicht bekommen eure Banken Schwierigkeiten. Nun ... jetzt wird die EU ( überwiegend die Deutschen ) zahlen.

    Das ist ein Fass ohne Boden. Griechenland wird und vor allem kann sich nicht reformieren. Absolut bezeichnend ist der heutige "Beamten Generalstreik". Es wird nach erneuter EU Hilfe weitergehen wie bisher. Die griechischen Politiker würden momentan, um an frisches Geld zu kommen, ihre Großmutter verkaufen um dann hinterher das frische Geld "wählerwirksam" erneut zu verteilen.

    Und es kann doch wohl nicht sein das der z.B. in Gelsenkirchen lebende, ohnehin schon stark gebeutelte, Deutsche für diese hemmungslosen Konsumorgien dieser Taschenspieler zahlen muss.

    DAS DARF NICHT SEIN ....

    Deshalb ... je schneller man diese Leute aus dem Euro ausschliesst um so besser für alle Beteiligten.

    Griechenland könnte dann mal zeigen was von der vielbeschworenen, 5000 Jahre alten, damals sicherlich vorhandenen, Kultur übriggeblieben ist.

    Für mich ist es jedenfalls langsam Zeit "Time to say Goodbuy" in Griechenland zu sagen.

    Habe noch nie einen Leserbrief geschrieben ... Obiges lag mir aber auf der Seele.

    Vielleicht liest es ja mal ein Verantwortlicher.
  • Nikolaos Nikou (0) Eine schöne subjektive Darstellung der in Griechenland herrschenden orientalischen verhältnissen von einem Griechen mit migration und orientalischen Hintergrund...Alexandros Stefanidis -im eifer der neubekehrten..... - versucht sich als großer aufklärer....wundert sich, was seine aus dem orient stammenden vorfahren, so alles aus griechenland gemacht haben... alexandros mein lieber.. beschäftige dich ein bisel mehr mit griechischer Politik und Geschichte.. deine Angaben sind zum Teil falsch und zum Teil oberflächlich , geeignet um bestehende Vorurteile zu bestätigen.. so einfach ist die geschichte aber nicht... mit dem onkel .. die oma den Vater und den polizisten aus pontos.....es gibt auch ein anderes Griechenland....welches für die KATHARSIS schon sorgen wird.....

    Gruß
    Felix Krull
  • kostas zangogiannis (0) @K.Berkmann. Ich möchte nur darauf hinweisen, daß Deutschland auch von der Wirtschafts- und Währungsunion gewonnen hat, viel mehr als die PIGS Staaten. Das übersteigt wohl ihr Fassungsvermögen-verständlich. Als Dieb lass ich mich von einem Deutschen nach den Spenden-, Lichtenstein-, Siemens-, Schweizer CD-, und Was-weiß-ich-noch-Aphären, nicht bezeichnen. Bei euch gibt es auch genug Korruption, also nehmt bitte den Mund nicht zu voll.
  • K. Berkmann (0) Wie es scheint, geht es in Griechenland lustig zu. Warum auch nicht, jedes Land hat so seine Eigenheiten.

    Nur als deutschem Steuerzahler stellen sich mir da ein paar Fragen:
    - Was hat so ein Land in der Euro-Währungsunion zu suchen?
    - Warum schauen unsere angeblichen „Währungshüter“, Herr Trichet und seine hochbezahlten „Spezialisten“ von der EZB, dem seit Jahren tatenlos zu? Und hat deren Nicht-Reagieren gegen Regelverstöße irgendwelche Konsequenzen? (tricher (französisch) bedeutet übrigens betrügen, täuschen. Nomen est omen)
    - Wie viele deutsche Steuermilliarden sind schon in Griechenland verpulvert worden, und warum interessiert sich kein deutscher Politiker dafür?
    - Wie lange machen die deutschen Steuerzahler das alles noch mit?

    @ KOSTAS ZANGOGIANNIS
    Ihre Logik ist die eines Diebes, der jemanden beraubt, danach mit dem geraubten Geld bei demjenigen einkaufen geht und dann dafür Dankbarkeit erwartet, weil er damit Arbeitsplätze erhalten hat.

    Nicht die Griechen sind das Problem, die können so bleiben, wie sie sind; die Illusion einer europäischen Währungsunion ist das, was nicht stimmt.
    Von Anfang an gab es Experten, u.a. der „Crash-Prophet“ Max Otte, die darauf hingewiesen haben, dass hier Wirtschaftszonen künstlich zusammengefügt werden, die nicht zusammenpassen. Das gilt genauso für die anderen PIGS-Staaten (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien).
    Es wäre also am Besten, wenn diese Staaten die Euro-Währungsunion schnellstmöglich wieder verlassen (müssen). Oder, noch besser, Deutschland tritt aus! Und die Euro-Träumer à la Waigel und Konsorten werden zur Rechenschaft gezogen.

    Da man, was unsere Politiker betrifft, leider immer mit dem Schlimmsten rechnen muss, hier das übelste und leider realistischste Szenario:
    Um die Illusion von Europa weiter zu erhalten, wird Griechenland aus „Solidarität“ gerettet mit deutschen Steuermilliarden, danach folgen Portugal, Spanien usw. , bis am Ende alle gemeinsam den Bankrott erklären.
    Wollen wir es wirklich so weit kommen lassen?

    Und der Euro bricht sowieso auseinander, früher oder später.
  • Wieland Lautenschlaeger (0) Kann jemand den Griechen erklaeren, dass deren korrupter Lebensstyle nicht in den der EU passt?

    Griechen waren lange vor unserer Zeit Vorbilder fuer jedermann.

    Heute lebt Griechenland von seiner Vergangenheit. Griechenland ist armselig, korrupt, biegt die Wahrheit um Bilanzen zu faelschen zu seinem eigenen Vorteil - um in die EU aufgenommen zu werden - faelscht Bilanzen, um in der EU zu bleiben, versorgt sich gegenseitig mit Poestchen.

    1/4 der Griechen arbeitet fuer den korrupten Staat Griechenland. Und 4/4 wissen es.

    Braucht die EU einen Staat wie Griechenland?

    Nein.

    Braucht die EU Leute wie die Griechen, die nichts, aber auch NICHTS verstanden haben seit sie die Vorreiterrolle uebernommen haben tausende von Jahren zuvor? Menschen, welche die eigenen Waelder verbrennen lassen, weil es sie einen Dreck interessiert, solange sie ihren eigenen Vorteil leben? Weil das Einzige, was Griechen in den vergangenen Jahrhunderten gelernt haben, ist die "Hand aufzuhalten" gegenueber anderen?

    Danke, Griechen, aber die EU hat genug Probleme. Eure brauchen wir nicht auch noch, wir haben genug mit unseren zu tun. Kuemmert euch um euer Land, eure Regierung, eure korrupte Regierung, eure korrupten Griechen - jeden Einzelnen - und wenn ihr die vielschichtigen griechigen Probleme eurer selbst geloest habt, und euer Bruttosozialprodukt, und die damit zusammenhaengenden Aufnahmebedingungen der EU - dann versuchts doch noch mal von Neuem. Sollte wenigstens drei Dekaden dauern, bis ihr erneut vor unsere Tuer klopft - vielleicht sogar mit mehr Erfolg.

    Wenn nicht - drei Dekaden sind um die 36 Jahre. Das sollte selbst Hellas genug Zeit geben, sich selbst zu erneuern. Oder unterzugehen in Unwichtigkeit.

    Eure Entscheidung.



    ps. Leave Hellas alone - they have enough problems with themselves. And they are not worth to bother other countries - nor than the European Union at all.
  • Gregor Gaprad (0) Wenn man nur will und alle es wollen, ist sehr vieles möglich, auch ein überfälliger Abschied Griechenlands aus der EU. Einfach hinaus. Griechenland betrachtet sich als dem Orient zugehörig und respektiert Europa nicht. Der einzige Zweck ist Geldempfang. Jede Hoffnung auf Änderung ist lachhaft, da müßte man schon die Griechen selbst abschaffen. Ich käme, als von griechischen Eltern Geborener, niemals auf die Idee, bezüglich dieses Themas das Wort "wir" zu verwenden. Ich kann mich nicht mit einem Volk identifizieren, dem kaum mehr einfällt als Egoismus, Agression, Feindseligkeit, Nationalismus, Rassismus, Kulturlosigkeit. Die ständigen Verweise auf eine glorreiche Antike betreffen eine jahrtausende zurückliegende Zeit. Dieser Scherz hat ausgedient, die Gegenwart hat nichts zu bieten; breiten Antisemitismus vielleicht noch, oder erbitterte Fremdenfeindlichkeit. Die im Artikel beschriebenen Fälle sind alltägliche Realität, und jeder, der auch nur für kurze Zeit in jenem Land gelebt hat, kann weitere unfaßbare Beispiele voller Zynismus und Menschenverachtung nennen: Zwei wegen Waffen- und Drogenhandel verurteilte Polizisten sind nach Wochen wieder frei und im Dienst, "weil ein Polizist auf Straße besser dienen kann als im Gefängnis". Die griechische Polizei zählt zu den korruptest vorstellbaren Apparaten. Die Angst, mit ihr jemals in Kontakt zu kommen, verhilft zu einer paradiesischen Untätigkeit voller Geldgeschenke.
    Und es stimmt schon: Kein Mensch zahlt Steuern, jedenfalls nicht die korrekten.
    Wenn Großeltern schwer erkranken muß man den Rettungsfunk mit dem Alter belügen, weil sonst gleich gar niemand kommt. Wenn man selbst schwer erkrankt, sollte man sich in jedem Fall gut anziehen, da man andernfalls im Spital als Habenichts taxiert wid, der nicht schmieren kann. Nacht-Krankenschwestern müssen von den Angehörigen privat gemietet werden.
    Ein durch und durch agressiver, hochbetrügerischer Tourismus, der auch vor Gewalt gegenüber Touristen nicht halt macht, um die Gier zu befriedigen und den Betrug zu sichern. So viel zum Thema Gastfreundschaft.
    Blutrache auf manchen Inseln.
    Knallhartes Doping im Sport plus eine der europäischen Drehscheiben im Dopinghandel.
    Unvorstellbare Umweltverschmutzung, wahnwitziger Umgang mit dem bedenklich knappen Wasser: Volkssport großzügiges Autowaschen just in Wochen höchster Dürreperioden. Permanenter Wasserverlust in Athen (von beinahe der Hälfte der Gesamtbevölkerung bewohnt!) durch ein völlig marodes Leitungssystem. Die regelmäßigen, beinahe schon planbaren und immer mehr vernichtenden Waldbrände gar nicht zu erwähnen.
    Und all diese Geschichten werden von Griechen immer wieder mit einem verniedlichenden Lächeln erzählt. Es ist aber nicht lustig. Wie kommt ein ganzer Kontinent dazu, daß seine Währung durch den beinharten Betrug eines einzelnen Landes wankt?
    Griechen denken nicht gesellschaftlich, sie denken nur innerhalb des Familienclans. Alles darüber hinaus muß bekämpft werden, und das fängt schon beim Nachbarn an.
    Wie also soll so ein Volk Europa anders sehen als reine Geldquelle, wenn es nicht einmal einen inneren Zusammenhalt gibt? Was auch immer Europa sich an Maßnahmen einfallen läßt, es kostet Griechenland ein müdes Lächeln - die hohe Kunst des Betrugs hat für alles vorgesorgt, wirklich alles. Es stellt sich aber auch die Frage, warum alle nun so erstaunt tun. All das ist seit jeher bekannt, ein alter Hut, und niemand tut etwas. Die Lösung: Fort von Europa, was gar nicht Europa sein will und kann. Soll dieses Land doch innerhalb seiner versperrten Grenzen in seinem Stolz dahinsiechen. Im Notfall sollen sich dereinst Hilfsorganisationen mit Spendengeldern um das abgedriftete Entwicklungsland kümmern.
  • kostas zangogiannis (0) Schöner Artikel, kann nicht sagen, daß etwas darin nicht der Wahrheit entspraeche. Nur im Moment sieht man vieles überspitzt und pessimistischer als sonst. Nicht jeder Grieche ist ein überbezahlter, fauler und korrupter Beamte. Und aus dem Bericht des Herrn Stefanidis habe ich entnommen, daß es in Griechenland eine freiwillige Feuerwehr gibt: das ist mir neu. Herrn Rotstein möchte ich darauf hinweisen, daß es in den EU-Verträgen eine Solidaritätsklausel gibt, das heisst, daß die wirtschaftstärkeren Mitglieder den schwächeren helfen sollen. Auf seinen gerechtfertigten Einwand, daß Griechenland falsche Statistiken vorgetäuscht hatte, wende ich ein, daß praktisch alle Euro-Länder ihre Wirtschaftsdaten ein wenig verschönert haben, sie haben das bloß nicht verraten wie es unsere Regierung im Jahr 2004 getan hat. Ein Austritt aus der EU oder gar dem Euro ist juristisch nicht möglich, übrigens das wurde vor kurzem für Irland, Italien und jetzt auch für Griechenland angemahnt. Das geht aber nicht, daß jedesmal wenn ein Euro-Mitglied in finanziellen Schwierigkeiten steckt, man direkt seinen Rausschmiss verlangt, denn dann würde bald nur Deutschland in der Euro-Zone bleiben. Was die Steuergelder der EU-Bürger betrifft, die wurden zu einem sehr großen Teil dazu verwendet, Konsumgüter aus den EU-Länder zu importieren, etwa Mercedes Benz und BMW Autos, und sind somit zurück in die Urspungsländer geflossen und haben dort Arbeitsplätze gesichert.
  • Daniel Rotstein (1) Das ist doch schön für die Griechen dass sie eine so lockere Haltung gegenüber Vetternwirtschaft und Steuerhinterziehung bewahren, das macht das Leben doch gleich viel entspannter. Das die EU-Staaten mit ihren Steuergeldern dafür bezahlen müssen ist jedoch nicht in Ordnung, und da der "Mentalitätswechsel" einer Nation eine Illusion ist, bitte raus aus der EU!
  • Sofia Tachias (1) Kostas Karamanlis ist der Neffe und nicht der Sohn von Kostas Karamanlis. Trotzdem ein sehr guter und vor allem unterhaltsamer Artikel. Sofia Tachias