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aus Heft 18/2010 Gesundheit 13 Kommentare

Wundersame Heilung

Seite 3

Von Werner Bartens  Foto: Heji Shin


Natürlich ist Bader sich bewusst, dass einige Einzelfälle, mögen sie auch noch so spektakulär sein, nicht ausreichen, um seine Heilmethode in der allgemeinen Medizin zu etablieren. Er hat begonnen, mit Hautkliniken zu kooperieren, mit orthopädischen Zentren, mit Diabetes-Experten und anderen Fachärzten, die seine Technologie nutzen wollen. Stuart Hosie, Kinderchirurg im Schwabinger Krankenhaus, ist von der Methode angetan, der plastische Chirurg Hans-Günther Machens von der TU München ebenso.

Mit mehr als zehn Kliniken arbeitet Bader inzwischen zusammen. An etwa tausend Patienten europaweit wird die neue Therapie demnächst ausprobiert, in München, Leipzig, London, Barcelona und anderen Städten. Auch für Diabetiker könnte es enorm hilfreich sein, wenn sich Baders Therapie weiterhin als so erfolgreich erweist. Fast 50 000 Zuckerkranken werden in Deutschland jedes Jahr die Füße amputiert, weil offene Wunden nicht heilen. Die neue Behandlung schafft zwar nicht den Diabetes aus der Welt, könnte aber eine der ärgsten Folgen heilen.
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Geholfen hat die Behandlung auch einem Kind, das sich mit einer giftigen Substanz die Speiseröhre verätzt hatte. Normalerweise ist diese Verletzung tödlich, weil sich die Speiseröhre nach der Verätzung zusammenzieht und Essen wie Trinken unmöglich macht. Nur ein Transplantat kann in dieser Situation helfen, doch die Operation ist schwierig, und Komplikationen sind häufig. Das »lokale Boosting«, wie Bader die Injektion seines Mittels in die Speiseröhre nennt, funktionierte jedoch einwandfrei. Das Mädchen wurde gesund und kann wieder normal essen und trinken. Die Speiseröhre heilte narbenfrei und ohne weitere Komplikationen.

Womöglich hat dem Wundermittel sogar der Berner Sennenhund des Professors sein Leben zu verdanken. Als junger Welpe fraß er Schneckenkorn - in einer zehnfach tödlichen Dosis. Er wurde bewusstlos, hatte Schaum vor dem Maul. In der Tierklinik konnten die Ärzte der Familie nur wenig Hoffnung machen. Doch Bader spritzte dem Tier sein Mittel. Sechs Stunden später erwachte der Hund aus seinem Dämmerschlaf, zwei Tage später war er wieder zu Hause, wo er bis heute mit den Kindern spielt.

Eher beiläufig berichtet Bader von weiteren Erfolgsgeschichten und von Dankesbriefen: Mit einem Freund war er auf einem Motorboot unterwegs, eine Staustufe unter Wasser ließ das Boot kentern. Der Freund verletzte sich so schwer, dass eine Querschnittslähmung drohte. Bader ließ ihm seine Wachstumsfaktoren spritzen, der Freund bewegt sich heute völlig normal. Eine Patientin mit multipler Sklerose rief neulich begeistert bei Bader an, um ihm davon zu berichten, dass ihre große Wunde am Oberschenkel mithilfe seines Gels jetzt geheilt sei. Zwei Tage später meldete sie sich erneut. Sie könne jetzt auch ihr Bein wieder bewegen, das durch die Nervenkrankheit zuvor wie gelähmt war. »Womöglich haben die Wachstumsfaktoren die Nervenscheiden repariert, sodass die Patientin ihre Muskeln wieder steuern konnte, aber das ist ungewiss«, sagt Bader. Und wieder spricht der Wissenschaftler, der nur glaubt, was auch bewiesen ist.

Mit seiner Innovation stellt Bader ausgerechnet jenen Forschungszweig auf den Kopf, in dem er selbst jahrelang als Forscher führend war: das Züchten von Ersatzgewebe im Reagenzglas. »Aber man muss manchmal umdenken und neue Gedanken zulassen«, sagt er und erzählt von seinem Gartentor: Es ließ sich im Winter nicht nach innen öffnen, weil der Frost den Boden angehoben hatte. »Meine Frau schlug irgendwann vor, es einfach nach außen statt nach innen zu öffnen. Es funktionierte - obwohl wir es über Jahrzehnte anders gemacht hatten.«


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Ein medizinischer Durchbruch? Wenn Werner Bartens, 43, diesen Begriff hört, denkt er zunächst an einen entzündeten Wurmfortsatz. Der Arzt und Medizinredakteur der Süddeutschen Zeitung hat in der Vergangenheit selten tatsächliche Neuerungen und Therapieerfolge in der Medizin kennengelernt. Meist entpuppen sich vermeintliche Durchbrüche bei näherem Hinsehen als PR-Getöse der üblichen Marktschreier, die jeden statistischen Ausreißer als Sensation verkaufen. Bei der Recherche zu Augustinus Baders neuer Behandlung bekam Bartens einen gänzlich anderen Eindruck.

Die ersten Heilerfolge der Therapie sind wirklich spektakulär - ebenso wie das dahinter stehende Prinzip: Bader und sein Team haben der Natur abgeschaut, wie sie die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. "Das ist so einfach, dass es wirklich funktionieren könnte", sagt Bartens. Noch muss sich Baders Methode in großen klinischen Tests beweisen. Doch auch die Chefärzte, mit denen er europaweit zusammenarbeitet - manche von ihnen zählen zu den Besten ihres Fachs -, sind zuversichtlich, einige gar begeistert. Sollten die Erprobungen an Hunderten von Patienten ähnlich erfolgreich verlaufen wie die ersten Heilversuche, ist auch Bartens geneigt, von einem medizinischen Durchbruch zu sprechen - ausnahmsweise.

Für weitere Fragen zu diesem Thema hat das Team von Professor Bader eine E-Mail-Adresse eingerichtet: info@regmed.net. Vom Werner Bartens ist zuletzt das Buch
Körperglück - Wie gute Gefühle gesund machen erschienen. 

Kommentare

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Kommentar:

  • Dagobert Duck (0) Wieso reden hier alle ständig von einem Mittel. Ich habe den Artikel zwar auch gelesen, aber soweit ich das verstanden habe, setzt die Behandlungsmethode dieses Herrn doch vor allem bei adulten/mesenchymalen Stammzellen an; was gibts da also zu blockieren seitens Pharmaindustrie. Außerdem - gesetz dem Fall, all das, was in dem Artikel steht, entspricht der Wahrheit - wäre die Lobby derer, die auf ein solches "Mittel" schon lange gewartet haben, größer als die jeder anderen Vereinigung mit potentiell niederträchtigen Beweggründen.
  • Christin Scholz (0) Negative Gedanken erschaffen negative Realitäten. Was wollen wir denn? Recht haben oder daran glauben und helfen?
  • Markus Wenzel (1) Dieser Artikel ist wirklich unter aller Kanone. Reißerische Sprache, unqualifizierte Behauptungen, Wertungen ohne Grundlage. Wie kann sowas im SZ-Magazin enden? BILD-Zeitung oder Apotheker-Rundschau wären geeigneter...
  • Ernesto Lukschik (0) Ich verstehe die Aufregung mancher Kommentatoren hier nicht.
    Denn selbst wenn wir unterstellen, das alle beschriebenen Heilungseigenschaften dieses Mittels zutreffen, werden wir nix davon haben.
    Schon im Normalfall dauert es regelmäßig sehr lange, bis ein Arzneimittel zugelassen wird, und erst recht, bis es die Kassenzulassung bekommt.
    In diesem Fall würden die Zulassungen bedeuten, dass tausende auf dem Markt befindliche Medikamente zu Ladenhütern würden und eingestampft werden müssten. Deshalb wird die Pharmaindustrie nix unversucht lassen, um eine Zulassung zu verhindern, und dies dürfte wohl weltweit so ähnlich ablaufen.
    Wenn überhaupt, dann haben vielleicht mal unsere Urenkel was davon ...
  • Peter Hilden (0) REGIVIDERM die 2te...
    wieder eine neue Wundersalbe... aber diesmal besser: DAS universelle Spezifikum, geschmiert und gespritzt!!

    Wirkt WIRKLICH gegen Verbrennungen 3.Grades, Querschnittlähmung, Hüftkopfnekrosen, schwerste Speiseröhrenverätzungen, schwerste Vergiftungen, ja, sogar Multiple Sklerose ist jetzt heilbar!
    Und gut, daß der "blonde Bayer" diese sensationelle Erfindung nach fachlicher Absicherung und patentrechtlichem Schutz jetzt der Menschheit zukommen lassen will...
    ...leider wird sich diesmal der WDR nach dem Regividerm-Debakel kaum noch einmal vorführen lassen, und daß man in der SZ einem Herrn Werner Bartens (warum erinnert mich der Name an Herrn Klaus Martens?) gestattet, sein fragwürdiges Buch zu promoten, läßt mich erschaudern. Hier werden die Hoffnungen zahlreicher Menschen mißbraucht, die auf der Suche nach einer Heilung nach jedem Strohhalm greifen werden. Und dabei betrogen werden.
    Auch wenn die lokale Anwendung von Sanamander (vielleicht) ein kleiner Puzzlestein bei der Verbesserung der lokalen Wundversorgung darstellen könnte.
    Alles andere ist HOKUSPOKUS... ganzheitlicher!
  • Egon Tech (0) Guten Tag Herr von Richthofen,wenn Sie der sind,den ich meine,dann grüssen Sie die 'Rose auf Rügen ' von mir(etech-48@web.de )...
    Zum Thema,ich beobachte das Geschehen schon geraume Zeit mit Misstrauen,dieser Herr Prof. sollte erst eine Patentrecherche machen,bevor er soetwas in die Welt posaunt...allererste Unverfrorenheit,lange patentiert und aus Jahrzehnte Grundlagenforschung der Zellbiologie,Immunmodulatoren und angewandter Nanotechnologie(Nanobiologicals+Nanominerals )entwickelt...angewandt und !! geklaut !! Jene Dame weiss aus eigener Erfahrung um das Potential...ich werde dieses als gröbste Patentverletzung(PA, Egon Tech, jeder Zeit nachlesbar !!) betrachten und auch so handhaben,das Potential ist aber sagenhaft und wird einen neuen Abschnitt in der Medizin bedeuten,nur nicht von dem Herrn,hier sind ganz andere federführend...Geistesdiebstahl wird streng bestraft !! Mit freundlichem Gruss,Egon Tech
  • Gudrun Taubmann (2) ... und hier, für alle, die's interessiert:

    1. Einige Artikel aus der Publikumspresse, in denen unter anderem auch Prof. Baders Forschungen erwähnt werden
    (z.T. auch schon von Werner Bartens)

    SPIEGEL WISSEN 30.06.2009
    AN DER WUNDE
    Ein Biomediziner plant eine neue Stammzelltherapie.
    http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelwis...

    DIE ZEIT (Ausgabe ? 23/2001 – nach der URL zu schließen)
    DIE ZWEITE HAUT
    von Werner Bartens
    http://www.zeit.de/2001/23/200123_z-orga...

    DIE ZEIT (Ausgabe ? 35/2000 – nach der URL zu schließen)
    K L O N E N I I I - Revolutionäre Zellen
    Von Werner Bartens
    http://www.zeit.de/2000/35/200035_barten...


    Augustinus Bader (2005)
    Brückenschlag zwischen der präventiven und regenerativen Medizin
    http://www.journal-of-preventive-medicin...

    2. Patentanmeldungen von Bader

    TISSUE REGENERATION METHOD
    (weiter unten auf der Seite kommt deutscher Text mit ausführlichen Erklärungen)
    http://www.wikipatents.com/CA-Patent-255...

    PLASTER WHICH RELEASES ACTIVE COMPOUND
    (nur in Englisch)
    http://www.faqs.org/patents/app/20090018...

    Für Nicht-Mediziner ist das natürlich ziemlich schwer zu beurteilen...

    Schönen Tag noch
    GT
  • Gudrun Taubmann (2) Guten Morgen,

    ich hab mal ein bisschen recherchiert:

    Hier findet man eine Liste der wissenschaftlichen Publikationen von Augustinus Bader:
    http://www.uni-leipzig.de/~bader/publica...

    (Dies ist ein Test, ob die Links als solche "übersetzt" werden oder in HTML formatiert werden müssen. Es folgt noch mehr.)
  • Juergen Helmerichs (0) Guten Morgen,
    ich habe den Artikel über A. Bader mit Interesse gelesen. Nach meinem Eindruck `zwischen den Zeilen´ meine ich, dass er als seriös einzustufen ist. Nun bin ich kein Fachmann auf dem Gebiet der Medizin, weiß aber, dass die Grenzbereiche jeder wissenschaftlicher Forschung immer noch Fragen offen lassen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf ein Krankheitbild hinweisen, dass als `Sudeck´ (richtig geschrieben?) bezeichnet wird. Meines Wissens konnte eine wirksame Therapie mit Ausheilung des Sudecksyndroms bisher nicht entwickelt werden. Nun könnte ich mir vorstellen, dass Herr Bader die richtigen Ansätze liefert, um den Sudeck vielleicht in den Griff zu kriegen (?). Doch leider kann ich ihn dazu nicht befragen.
    Netter Gruß
    J. Helmerichs
  • Thomas Morgan (0) "...die Studien in Fachmagazinen publiziert, in denen sie nur erscheinen, wenn andere Kollegen die Untersuchungen begutachtet haben"
    Welche Fachmagazine sind damit gemeint? Ich habe bis jetzt keine finden können...
    Und glaubhaft ist so ein Werbebroschürentext nicht wirklich, oder?
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