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aus Heft 21/2010 Gesellschaft/Leben 12 Kommentare

Die bösen Onkels

Lange dachten wir, der Feminismus hätte die Männer erzogen: zu zarteren, sensibleren, netteren Wesen. Und jetzt? Mixa. Ribéry. Kachelmann. Was wurde bloß aus dem Traum vom guten Mann?

Von Peter Praschl 




Als der Feminismus noch Eier hatte, ließ er keinen Zweifel daran, was von Männern zu erwarten war: nichts. Ihr Sündenregister war schier endlos. Männer waren Egoisten, unfähig zu Liebe, Frieden, Zivilisation. Selbst beim Sex dachten sie immer nur an das eine – an ihre Macht. Über Gefühle, falls sie welche hatten, konnten sie nicht reden, und wenn ihnen doch einmal etwas naheging, hauten sie es entweder zu Klump oder suchten das Weite. Natürlich ohne ihren Unterhaltsverpflichtungen nachzukommen.
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Es dauerte nur ein halbes Lebensalter, bis diese Erzfeinde des Guten, Wahren und Schönen resozialisiert schienen. Als hätten sie nur darauf gewartet, ihr Mannsein abschütteln zu können, schabten sie sich den Brustpelz ab, gingen sie zur Ehetherapie mit, gaben über ihr Innenleben Auskunft, manchmal in regelrechten Wortstürzen. Abgesehen von den üblichen Irren in Nahost und Nordkorea gab es nicht einmal mehr in der Politik noch Bösewichte. Stattdessen bloß noch hibbelige Jungs wie Philipp Rösler und freundliche Herren wie Frank-Walter Steinmeier, bei denen man nie genau weiß, ob sie Macht nicht können oder nicht abkönnen.

Selbst im Weißen Haus regiert jetzt ein Mann, der stets das Gute will und sich nicht davon verdrießen lässt, dass er von den Hinterwäldlern aus der Tea-Party-Bewegung als Wiedergänger von Hitler und Stalin verdammt wird, weil er den Amerikanern zu Krankenversicherungen verhelfen will. Man wusste nicht, wie sie es geschafft hatten, aber irgendwie waren die Männer so geworden, wie Frauen sie sich immer erträumt hatten: empfindsamer, ernsthafter, verantwortungsbewusster, nicht immer so vom Testosteron gepeitscht. Manche wittern darin eine Krise der Männlichkeit. Aber daraus spricht vermutlich nur die Langeweile einer Gesellschaft, der ein wenig das kerlige Spektakel zu fehlen begonnen hat.

Doch plötzlich zeigt sich: Vielleicht war das alles nur eine Illusion. Keine Woche in diesem Frühjahr, in der man sich nicht fragen musste, ob die Fundamentalfeministinnen mit ihrem Generalverdacht gegen Männer recht hatten, jenem Verdacht, dass in ausnahmslos jedem Mann, und mag er sich noch sehr als Lamm gebärden, ein Wolf steckt, vor dem man sich besser in Acht nimmt.

Es begann mit den Passionsgeschichten aus der katholischen Kirche. Sie handelten davon, wie Priester, Mönche, Gottesmänner sich an den ihnen anvertrauten Kindern vergriffen. Und beinahe ebenso schlimm wie die Untaten, von denen man erfuhr, kam einem vor, wie sie jahrelang gedeckt, verdrängt, geleugnet und verharmlost worden waren. Ohrfeigen wären seinerzeit durchaus üblich gewesen, doch er sei jederzeit zum Gespräch mit den von ihm Abgewatschten bereit, beteuerte der Bischof Mixa, ehe er zum Rücktrittsgesuch gedrängt wurde.

Es klang, wie ertappte Männer schon immer geklungen haben: unfähig zur Einfühlung in andere, talentiert im Selbstmitleid; und sehr erstaunt darüber, dass sich jemand so auf-regen konnte über etwas, was doch nur gut gemeint gewesen war. Auch Mixas Chef, der Heilige Vater, kommt einem dieser Tage oft so ungeschickt, ratlos und überfordert vor wie ein ganz normaler Durchschnittssünder. Wie kann es sein, fragt man sich, dass einer, der sein ganzes Leben lang studiert hat, wie Gnade, Güte, Demut beschaffen sind, sich so schlecht darauf versteht, die nötigen Zeichen zu setzen? Merkt er denn wirklich nicht, wie sehr er riskiert, dass seine Kirche für auch nur einen dieser Läden gehalten wird, denen das eigene Image am wichtigsten ist, nicht das Wohlergehen der Menschen?

Nur kurz konnte man sich damit beruhigen, es mit einem ganz speziellen Problem der katholischen Kirche zu tun zu haben. Dann begannen auch die Absolventen der weltlichen Odenwaldschule von ihren Kindheitserfahrungen zu berichten: wie sie von ihren fortschrittlichen Lehrern im Bett oder unter der Dusche besucht wurden oder zum Strip-Poker überredet, stell dich doch nicht so an, ist doch nichts dabei. Als die Schule erstmals davon erfuhr, es ist schon ein paar Jahre her, unternahm sie: nichts.

Und noch jetzt, da die Leidensgeschichten in den Zeitungen stehen, ergeht zusammen mit der öffentlichen Zerknirschtheit auch der Appell, der Reformpädagogik noch eine Chance zu geben. Dabei hat man aus all den vereinzelten Einzelfällen lauter Einzelner das Allgemeine doch schon gelernt: Man sollte sich auch von den gütigen, partnerschaftlichen, freundlichen Erziehern das Misstrauen besser nicht wegschmelzen lassen. Wenn ihnen danach ist, hält der pädagogische Eros sie ja doch nicht davon ab, einem Schützling ans Geschlechtsteil zu fassen.

(Auf der nächsten Seite lesen Sie, warum uns die Verhaftung eines sympathischen Wettermanns und die außerehelichen Fehltritte eines Fußballstars leider nicht wirklich überraschen.)

Kommentare

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Kommentar:

  • Dave Blair (0) @Herrn Blaumann
    Jammern ist so was von unmännlich.
  • Rüdiger Blaumann (0) Praschl ist ein Mann mit Kastrationsphantasien. Weil er als 68er kein Mumm hat, dürfen aus einer Sicht die anderenMänner auch nicht Mann sein.
    Praschl lebt in weiblicher Perspektive, weil er die soziale Innenwelt als die primäre Welt ansieht und die sinnliche welt der vorsozialen Erscheinungsverarbeitung als sekundär annimmt.
    Solche pseudomänner sog humaistischer Prägung hassen richtige Männer!
    Der aggressive Teil der Frauenbewegung ist doch gerade entstanden, weil richtige Männer, die immer von Frauen bewundert wurden, durch die Verkrüppelung der Kultur nach 1919, 1933,1945 ff langsam ausstarben bzw. dezimiert wurden
  • Stefan Müller (0) Hier nochmal wie die SZ eine Doppelmörderin beschreibt:

    Erweiterter Suizid, mit in den Tod genommen, persönliche Tragödie. Man könnte fast denken, die Frau hat ihren Kindern einen Riesengefallen getan, als sie sie mit den eigenen Händen getötet hatte.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/poli...
  • F S (0) Sehr geehrter Herr Pratschl,
    völlig abgesehen von dem fragwürdigen Schreibstil, der sehr an Organisationen von der Liste des Verfassungsschutzes erinnert (man tausche das Wort "Mann" einfach mal gegen das Wort "Ausländer"), möchte ich doch die noch fragwürdigeren Quellen erfahren:

    Wenn ich diesen Artikel lese, so wird heftigst suggeriert, Franck Ribéry habe das Alter der Prostituierten gekannt habe und es einfach geil gefunden, Sex mit einer Minderjährigen zu haben.
    Hätten Sie die Zeitung genau gelesen, dann wäre Ihnen aufgefallen, dass die betroffene Zahia D. vor der Polizei selbst zugegeben hat, dass sie die Fußballer über ihr Alter getäuscht hat. Darüberhinaus ist auch nicht klar, ob er ihr überhaupt (abgesehen von Flug, Unterkunft und Verpflegung) etwas bezahlt hat.
    Was kann man ihm dann noch vorwerfen? Genau: Er hat mit einer Frau geschlafen und vorher nicht nach ihrem Ausweis gefragt.

    Herr Pratschl, mir ist durchaus bewusst, dass es Ihnen in Ihrem Alter eher selten passiert, dass Sie unwissentlich mit einer Minderjährigen schlafen. Eine 17-jährige mit Falten ist mir noch nicht begegnet. Aber wenn man Mitte 20 ist? Wie soll das funktionieren?

    "Stopp, bevor ich dich küssen kann muss ich erst deinen Ausweis sehen!"

    Und da dachte ich eben noch, der "gute Mann von heute" soll romantisch sein.
  • florian hauck (0) Herr Praschl ist Opfer der eigenen feminisierten Presse, die das Opfer(Frau)-Täter(Mann)- Prinzip wie in Stein gemeiselt vermittelt.
    Die polizeilichen Statistiken sprechen freilich eine ganz andere Sprache.

    Sein chauvinistisch -sexistischer Eröffnungssatz wäre freilich ein neuer Höhepunkt der Frauendiskriminierung gewesen, hätte er konsequent auf das Fehlen von weiblichen Schamlippen hingewiesen(und das in der Pornosprache) in Bezug auf den Feminismus, der ja bekannterweise ursprünglich von Frauen begründet wurde.
  • Maximilian Morgenstern (0) Kommen Sie auf die Welt, Herr Hepp. Und ziehen Sie ihre rosarote Brille aus.
  • Stefan Müller (0) Es ist schon eine Frechheit, ich verweise darauf dass Frauen ebenso abscheuliche Verbrechen begehen können und es wird mir noch angekreidet! Wenn ich es zur Sprache bringe, dann bin ich ein geistig gestörter Frauenhasser.

    Es ist alles mit Quellen und Studien hinterlegt. Aber darum geht es glaube ich gar nicht. Die Rollen sind nämlich schon verteilt: Männer sind Täter und Frauen sind Opfer, wer etwas anderes behauptet ist ein geistig gestörter Frauenhasser.

    Ein ziemlich einseitiges Weltbild!
  • An Kneb (0) Interessant, diese Pauschal Beurteilung. Aber Moment mal ich zitiere
    "Vor seiner Festnahme war der gute Mann immer ganz anders auffällig geworden: als Ehrenfeminist,".
    Hmm, machen Sie sich mit diesem Artikel nicht selbst verdächtig, Herr Parschl?
  • Nicolas Hepp (0) Herr Praschl, Sie erwähnten eine Zeit, 'als der Feminismus noch Eier' hatte. Ich werde diese Formulierung zu den goldenen Zitaten des Jahres 2010 hinzufügen. Ja, es gab eine frühere Zeit, in der es noch nicht abwegig und 'hyperfeministisch' war, Vergewaltigungen und systematische Frauenerniedrigungen für kriminell zu halten. Jetzt regiert McPorn und ich brauche Ihnen nicht zu schreiben, dass schon 12jährige einem Medienwust sexueller Gewalt, Erniedrigungen, 'Gang Bangs', Massenvergewaltigungen ausgesetzt sind. Auf Frauen wird uriniert, sie werden vor der Kamera gequält und erniedrigt. Und das alles geschieht in einer Gesellschaft, die keinerlei Achtung mehr vor den Frauen hat. Und wenn ich hier noch Kommentare lese, dass Frauen brutal wie Männer wären, dass Frauen Männer vergewaltigen und ihre Kinder schänden usw., dann frage ich mich, warum Sie hier ein Forum für offenbar geistig gestörte Frauenhasser bieten.
  • Stefan Müller (0) Frauen können genauso brutal und mörderisch sein wie Männer. Das mag den Feministinen fremd und falsch erscheinen, halten sie die Männer doch für den Grund allen Übels. Der Feminismus versucht uns nämlich einzutrichtern, dass Männer stets Täter und Frauen Opfer sind. Aber es gibt Mörderinen, Vergewaltigerinen und weibliche Folterer. Beide Geschlechter sind zu abscheulichen Taten fähig. Und je mehr Macht Frauen haben werden, desto mehr Grausamkeiten werden durch Frauen begangen. Warum wird nicht darüber geschrieben? Weil es keinen interssiert, denn wir wissen ja wer die Täter sind.

    Einige Beispiele:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sabrina_Har...
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lynndie_Eng...
    http://de.wikipedia.org/wiki/Condoleezza...
    http://www.bz-berlin.de/aktuell/welt/leh...
    http://www.maennerrat.de/vergewaltigung-...
    http://www.shortnews.de/id/696187/Suedaf...
    http://pan-optikum.blogspot.com/2008/09/...
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