bedecktMünchen 29°
Anzeige
Anzeige

aus Heft 22/2010 Hotel Europa

Hotel Hirschgasse

Max Scharnigg 

Ach, Heidelberg! Max Scharnigg verliert sein Herz im romantischen Städtchen am Necker - und im reizenden "Hotel Hirschgasse".

Bildergalerie: 1 2 weiter
Anzeige


Anzeige
In den Phasen des Lebens, in denen man mit dem Land seiner Herkunft hadert, begebe man sich auf eine Reise nach Heidelberg und dort in das »Hotel Hirschgasse«. An diesem uralten Ort (seit 1472!) findet man plötzlich alles Schlimme schön: die Butzenscheiben, die echten Efeuranken und die auf dem Weinetikett, Schloss und Schlemmerfrühstück. Hier ist alles so romantisch, wie man es daheim kaum aushalten würde.

Das klappt, weil das Haus die Hauptrolle in dieser teutonischen Romanze mit Ironie spielt: Ritterutensilien hängen in der »Mensurstube« wie Requisiten eines Schülertheaters; der Oberkellner näselt so, dass man nachts von Heinz Rühmann träumt. Die zwanzig Suiten wurden noch von Laura Ashley persönlich (ja, die gab es echt) eingerichtet, und der Fernseher fährt auf Knopfdruck langsam aus der Biedermeier-Kommode. Es würde einen nicht wundern, wenn abends ein Nachtwächter über das Kopfsteinpflaster geht. Dann taucht man in jenen schweren Schlaf, den man nur vom Elternhaus kennt. Draußen rauscht der Fluss, und ein Käuzchen scheint zu rufen: Heimat!

---

Hirschgasse 3, Heidelberg, Tel. 06221/45 40, www.hirschgasse.de,
DZ ab 150 Euro.
  • Hotel Europa

    »Villa Langer«, Steinbach am Attersee

    Nur für fünfzig Tage öffnet die »Villa Langer« am Attersee als Hotel die Türen. Für die 25 zusammengewürfelten Gäste kocht der Hausherr persönlich.

    Von Lars Reichardt
  • Anzeige
    Hotel Europa

    »Château de la Resle«, Montigny la Resle, Burgund

    Ein Hoch auf die Langeweile – ohne die hätte es nämlich dieses feine Hotel im Burgund nie gegeben.

    Von Julia Rothhaas
  • Hotel Europa

    »Excelsior Hotel Gallia« - Mailand, Italien

    Bahnhofshotel der anderen Art: Der Art-déco-Bau mitten in Mailand wurde lange Zeit etwas vernachlässigt. Nun verhalf ihm ein Scheich zu neuem Glanz.

    Von Michael Ebert