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aus Heft 14/2011 Design & Wohnen

»Ich muss langsam anbauen, wegen der Kunst.«

Antje Wewer (Interview) 

So wohnt Berlin: zu Hause bei Stefan Landwehr.

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SZ-Magazin: Sie wohnen in Kreuzberg in einer ehemaligen Wäscherei. Wie kam es dazu?
Stephan Landwehr:
Ich habe 15 Jahre lang meine Hemden dort reinigen lassen, mein Bilderrahmenladen ist gegenüber. Als die Besitzer in Rente gingen, habe ich die Wäscherei sofort für dreißig Jahre gepachtet.

Man sieht nicht mehr viel von der Wäscherei.
Es war eine totale Ruine. Im Erdgeschoss überall Beton, darauf waren Plattformen für die Waschmaschinen. Oben, wo sich heute ein Teil meiner Sammlung befindet, wurde gebügelt, es gab nirgends eine Heizung, die Wasserleitungen waren uralt. Aber ich habe viel erhalten: Die geflieste Treppe und die Fenster sind originalgetreu renoviert. Die Pflastersteine im Innenhof sind auch alt, da habe ich nur einen Ahornbaum gepflanzt. Vor meiner Eingangstür liegt eine Steinskulptur von Mandla Reuter, man kommt nur noch durch die Küche ins Haus.
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Sie haben eine ansehnliche Sammlung zeitgenössischer Kunst. Wie lebt es sich damit?
Dynamisch. Es kommt immer etwas dazu, langsam muss ich anbauen. Es kam schon mal vor, dass ich für einen Rahmen ein Bild bekommen habe, einige Skizzen sind Kneipengeschenke von Künstlern, aber ich kaufe auch in Berliner Galerien. Zuletzt ein abstraktes Bild von Ralf Dereich.

Und die Möbel?
Sind meistens selbst entworfen. Wie mein Sofa. Es setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen, ich habe es auf einer Serviette skizziert, dann bauen und polstern lassen.

Haben Sie einen Lieblingsplatz?
Das Bett im Gästezimmer. Da schlafe und lese ich viel lieber als in meinem eigentlichen Schlafzimmer im ersten Stock.

Warum?
Weil es neben der Küche liegt, voller Bücher und kleiner Bilder ist und man vom Bett aus in den Hof schauen kann.

Kochen Sie noch in Ihrer Küche, seit Sie das Restaurant »Grill Royal« betreiben?
Sehr oft sogar. Allerdings nicht mehr wie früher für Gäste, sondern für mich, wenn ich nachts heimkomme und aufgedreht bin. Kochen beruhigt.

Warum stehen Ihre Schuhe auf der Treppe?
Weil man eingetragene Lederschuhe nicht im Schrank verstecken sollte.

Sonst noch Spleens?
Ich lasse immer das Licht brennen. Damit ich den Weg nach Hause finde.

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Stephan Landwehr, 52, ist Bilderrahmer und erfolgreicher Berliner Gastronom: Er betreibt das Restaurant »Grill Royal« und die Bar »King Size«. Landwehr lebt in einem ehemals gewerblich genutzten Hinterhaus in Kreuzberg.




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