Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München
Anzeige
Anzeige

aus Heft 21/2011 Kunst

In der Schwebe

Cornelius Pollmer  Bilder: Sarah Harvey

Wenn der Sommer nicht mehr weit ist: Die Bilder der englischen Künstlerin Sarah Harvey zeigen eine Schwerelosigkeit, wie es sie nur im Wasser gibt.

Bitte warten, die Bildergalerie wird geladen...


Anzeige
So sieht er doch aus, der perfekte Sommer: unendlich viel Wasser, unendlich viel Sonne, die Bikinischleife am Rücken einer jungen Frau. Und genauso war das doch immer: Luft anhalten, unter Wasser Purzelbäume schlagen, auftauchen und weiterwaten. Wir sind im Freibad, und zwar nicht in einer dieser Chlorhöllen, an deren Beckenrändern Männer mit verblichenen Tätowierungen Pommes essen. Wir sind in einem Pool irgendwo in der Toskana, vielleicht in der Nähe von Lucca - dort, wo sich Sarah Harvey das erste Mal beim Schwimmen fotografieren ließ.

Sarah Harvey ist Künstlerin und benutzt diese Aufnahmen, auf denen sie selbst zu sehen ist, als Rohstoff für ihre Malerei. Am Computer setzt sie mehrere Fotos zu einer neuen Realität zusammen: die schöne Pose des einen, die Brechungen des Lichts auf dem Wasser von einem anderen Bild, die Farben eines dritten. Diese digitale Melange überführt sie schließlich mit Öl auf Leinwand.

Harvey, 30, lebt und arbeitet in London. Dort hat sie auch die Chelsea School of Art besucht. Ihre Bilder wurden in Südkorea und Singapur ausgestellt, in Perth und Toronto. Ihre Bilder, das bedeutet letztlich also: sie. Schließlich ist Harvey auf fast jedem ihrer Ölgemälde selbst zu sehen. Warum eigentlich? »Weil ich weiß, welche Bewegungen im Wasser hinterher eine gute Vorlage für ein Bild hergeben«, sagt sie. Das klingt pragmatisch und nicht eitel, und sie selbst erkennt sich auf den Bildern ohnehin nicht mehr. »Ich sehe Mädchen und will uns Voyeure herausfordern, sie zu betrachten.« Na dann: Herausforderung angenommen.

Zur Website der Künstlerin geht es hier.

Anzeige

  • Kunst

    Wo wie wilden Vögel wohnen

    Nicht nur wir Menschen hegen den Traum vom schmucken Eigenheim. Zumindest, wenn es nach Jada Fitch geht. Die Künstlerin baut Häuser für Vögel. Mit Veranda und Kamin.

    Von Till Krause
  • Anzeige
    Kunst

    Wie Sperrmüll zu Kunst wird

    Ein unbekannter Künstler verpasst Gerümpel in den Straßen von Los Angeles traurige Clownsgesichter. Seine Arbeiten sind inzwischen sehr begehrt – dabei wurde der Mann eher zufällig zum Streetartist.

    Von Jona Spreter
  • Kunst

    »Das wollen Sie mich wirklich alles fragen?«

    Zuerst schien Sophie Calle schockiert von den Interview-Fragen. Dann erzählte die Künstlerin bereitwillig von ihrem Werk, dem Tod ihrer Eltern, ihrer Leidenschaft für Stierkampf – und der Abschiedsfeier, die sie für ihre Brüste veranstaltet hat.

    Von Tobias Haberl