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aus Heft 26/2011 Hotel Europa

Anker's Hörn, Hallig Langeneß

Foto: dpa

Alles andere als einsam hat sich Till Krause auf der Hallig Langeneß gefühlt. Ob das am selbstgemachten Kuchen lag? Oder doch am Aquavit?

130 Menschen, ein paar Häuser, eine Straße: Auf der Hallig Langeneß, einem Fetzen Land mitten in der Norsee ist es herrlich ruhig, eigentlich hört man nur das Pfeifen des Windes.
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Auf das Hotel komme ich gleich zu sprechen, aber vorher muss ich unbedingt die Fahrräder loben, die man sich dort leihen kann: Sie haben einen Elektromotor, der jeden Tritt ins Pedal noch ein bisschen verstärkt, wie ein unsichtbarer Freund, der einen anschiebt. »Das ist so sexy wie ein Treppenlift«, lästert ein Kollege, aber der war auch noch nie auf der Hallig Langeneß. Denn auf diesem kleinen Stück Land mitten in der Nordsee kann man ein wenig Extra-Tretkraft gut gebrauchen – Gegenwind!

Mit den Zauberrädern schafft man es vom Hotel »Anker’s Hörn« in einer halben Stunde bis zum anderen Ende der Hallig und wieder zurück, danach sind die Backen rot und die Haare zerzaust. Man kriegt dann ein Stück selbst gebackenen Eierlikörkuchen von der Gastgeberin, kann in der Sauna mit Meerblick oder einfach nur im Strandkorb sitzen und Ringelgänse zählen. Das Hallighotel ist genau so, wie man sich ein Haus vorstellt, das ein junges Ehepaar mit Feingefühl renoviert und zu einem kleinen Hotel umgebaut hat: hell, maritim und verträumt. Auch andere Halligbewohner kommen hierher und erzählen vom Leben mitten im Meer. Aufgeschnappter Gesprächsfetzen vom Nebentisch: »Fühlt es sich einsam an, hier zu leben, mit 130 Einwohnern, wo man 90 Minuten mit der Fähre ans Festland braucht?« Die Antwort: »Nö!« Dann gab es einen Aquavit.

Anker’s Hörn, Mayenswarf 2, 25863 Hallig Langeneß, Tel. 04684/291, www.ankers-hoern.de, DZ ab 99 Euro.

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