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aus Heft 41/2011 Gesellschaft/Leben 23 Kommentare

Pfoten weg

Wie sähe die Welt aus, wenn es keine Vergewaltigung gäbe? Ein Gedankenspiel.

Von Peter Praschl  Illustration: Dirk Schmidt




Nehmen wir an: Es gibt keine Vergewaltigungen mehr. Die Gehirnchemie der Menschen hat sich über Nacht verändert. Oder Gott endlich Erbarmen. Oder ein Journalist hat es sich ausgedacht, wider besseres Wissen, einen Artikel lang. Keine Vergewaltigungen mehr, keine einzige.

Sex ist endlich friedlich. Ein Vergnügen zwischen freien Menschen, kein Mittel, einen anderen zu beherrschen. Er findet nur statt, wenn zwei (oder wie viele auch immer) es wollen. Um einander zu genießen, Lust zu machen, zu trösten, Babys zu zeugen, egal. Aber nicht mehr gegen eines anderen Menschen Willen. Ein Nein ist ein Nein. Man muss nicht einmal groß darüber reden, man merkt es auch so.

Keine Frau denkt mehr nachts über die Schritte in ihrem Rücken nach. Oder über den Mann, der im Wartehäuschen auf den Nachtbus wartet. Den Nachhauseweg. Das Parkhaus. Die paar Meter in der Tiefgarage bis zum Aufzug. Darüber, ob sie hysterisch ist, wenn sie sich fragt, ob es sicher ist.

Wie soll man eine Welt ohne Vergewaltigungen beschreiben? Wahrscheinlich gliche sie der Welt, in der die allermeisten Männer leben: eine Welt, in der sexuelle Gewalt ein Abgrund ist, von dessen Existenz sie zwar wissen, in dessen Nähe das eigene Leben aber nie kommt.
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Manchmal, wenn man ihnen vertraute, wurde den Männern aus dem Abgrund erzählt: Geschichten von niedergedrückten Armen; oder wie ein Ex ihren Kopf zwischen seine Beine drückte und nicht mehr losließ, ihr Würgen, ihren Ekel, ihre Panik nicht zur Kenntnis nehmend, hinterher verwundert über ihre Schockiertheit: Warum regst du dich bloß so auf?

Beim Zuhören wurde einem immer ganz klamm. Auch, weil man sich halbwegs ausrechnen konnte, um wie viel klammer ihr in dieser Situation gewesen sein musste. Im Blick, mit dem sie es erzählte, stand die Erinnerung an eine Einsamkeit, die Angst machte. Oh Gott, sagte man, tut mir leid, sehr viel mehr fiel einem nicht ein. Ist lange her, sagte sie, doch man sah ihr an, dass das nicht stimmte, dass es nie lange genug her sein würde. Bei anderen ahnte man, dass etwas nicht stimmte, weil sie sich sichtlich unangenehm fühlten, wenn man sie an einer Stelle streichelte, an der ihr Körper sich an etwas zu erinnern schien, bitte nicht meinen Hals, kann ich nicht. Man fragte nicht nach, schließlich spürte man, wenn man besser nicht fragen sollte.

In ihrer Welt bekamen die Männer von Vergewaltigungen kaum etwas mit. Hin und wieder lasen sie etwas in der Zeitung, wahrscheinlich übersah man die meisten Meldungen. Wenn es sich nicht um prominente Opfer oder Verdächtige handelte, blieben sie kurz, ein paar Zeilen, in denen nicht viel stand. Man war froh, nicht mehr über die Einzelheiten zu erfahren. Das Wissen selbst wäre einem vorgekommen wie eine Art Gewalt; als hätte man einen fremden Menschen bedrängt, indem man von den Details seines Leidens wusste.

Über das Allgemeine konnte man sich informieren. Darüber, wie viele Vergewaltigungen und schwere sexuelle Nötigungen in Deutschland gemeldet wurden (2010: 7724 Fälle). Wie hoch die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Vergewaltigungen war (zwei- bis hundertmal höher, die Schätzungen gingen weit auseinander); wie viele Frauen in ihrem Leben schon einmal vergewaltigt oder sexuell genötigt worden waren – 14,5 Prozent, anderen Untersuchungen zufolge noch mehr. Es war eine bedrückend hohe Zahl. Sie bedeutete auch: dass es wahrscheinlich in der eigenen Umgebung Frauen gab, denen eine Vergewaltigung widerfahren war. Und dass man Männer kennen musste, die eine Frau vergewaltigt hatten, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen worden zu sein. Man schob solche Ahnungen gleich wieder weg, anders hätte man es nicht ausgehalten. Das Sicherheitsprivileg von Männern: Es konnte einem vieles passieren, aber das nicht. Was für eine abwegige Idee, zum Beispiel dass der Mensch, mit dem man lebte, einem seinen Körper aufdrängte, die Arme aufs Bettlaken drückte, einen behandelte, als hätte man nichts mitzureden: Sei still, du willst es doch auch.

Frauen aber konnte das jederzeit widerfahren, jeder von ihnen, in jeder Art von Lebenssituation und Beziehung. Bei keiner Art von Mann konnte man sich wirklich sicher sein, er konnte Jahre mit einem gelebt, man konnte sich gut mit ihm verstanden haben, er konnte dennoch zum Vergewaltiger werden.

In der Gedankenspiel-Welt, in der es keine Vergewaltigungen mehr gibt, muss keine Frau mehr darüber nachdenken, dass jemand sich an ihrem Willen vorbei über ihren Körper hermachen könnte. Kein einziger Gedanke mehr, wie sie sich davor schützen soll und wie sich wehren, falls einer es versucht. Diese Gedanken waren zwar völlig sinnlos gewesen, weil man sich vor Vergewaltigungen durch Nachdenken nicht hatte schützen können, denn wie immer eine Frau sich verhielt, es konnte sie treffen. Man redete ihr zwar ein, dass Männer durch Signale provoziert würden, doch die Kriminalakten besagten etwas völlig anderes: Den Vergewaltigern konnte alles zum Signal werden. Wenn eine selbstbewusst war, traf es sie vielleicht, weil einer ihr das Selbstbewusstsein ein für alle Mal austreiben wollte; wenn eine schüchtern war, traf es sie, weil von ihr kein Widerstand zu erwarten war. Dennoch dachte etwas in den Frauen immer wieder darüber nach: Wie komme ich nach Hause? Kann ich da hin? Kann ich mit dem mit, was macht er, wenn ich ihm sage, dass ich doch nicht will? Es waren nicht wirklich Gedanken, eher Beklemmungen, eine Witterung, eine Beunruhigung. Frauen gingen nachts nicht allein nach Hause, auch wenn sie dazu Lust gehabt hätten. Sie deponierten vor Dates bei Freundinnen, wie man sie finden könne, falls man nichts mehr von ihnen hörte. Sie schauten auf den Boden, wenn nachts ein betrunkener Mann in den Bus stieg, bloß unsichtbar bleiben. Ruf mich an, ich hol dich ab, sagten sie zu ihren Töchtern, tu mir den Gefallen. Sobald es um ihre Töchter ging, war übrigens auch in den Vätern die Ahnung gleich wieder da, wie nahe der Abgrund war. Und dass man nie wirklich wissen konnte, was in Männern rumorte.

Jetzt, in der Welt, aus der die Vergewaltigungen verschwunden sind, fährt eine Frau nachts im Hotelaufzug zu ihrer Etage hoch und denkt sich nichts dabei, wenn ein Mann zusteigt. Jetzt zieht sie nachts noch einmal los. Jetzt betritt sie jede Bar, jede Kneipe, jede Straße, auf die sie Lust hat. Jetzt sagt sie ihrer Tochter: Viel Spaß, amüsier dich. Jetzt reist sie, wohin sie will. Jetzt sagt sie einem neuen Liebhaber, wenn sie dann doch keine Lust hat: Nein – und zögert nicht dabei. Jetzt sagt sie ihrem Ehemann, wenn sie noch immer keine Lust auf ihn hat: Nein, und weiß: Sie handelt sich vielleicht anstrengende Gespräche ein, aber niemand wird sich über ihren Körper hermachen. Sie muss nicht mehr daran denken, ihren Körper zu schützen.

Diese eine Sekunde fehlt, die bisher immer wieder da war: diese Sekunde, in der sie die Lage abcheckte, die Männer in ihrer Umgebung, die Stimmung des Mannes, mit dem sie sich eingelassen hatte; diese Sekunde, in der sie sich fragte, ob sie vielleicht übertrieb. Sie kann bleiben, wie sie ist, sie selbst: Ja sagen, Nein sagen, gar nichts sagen – es wird ihr nicht schaden.

In einer Welt ohne Vergewaltigungen müssten Frauen ihre Witterung nicht mehr haben, keinen bangen Augenblick lang. Sie wären in derselben Welt, in der Männer immer schon sind. Es würde sich nicht wirklich viel ändern. Und doch etwas Entscheidendes: Dieser eine Abgrund würde nie wieder Menschen verschlucken.

Wird nicht geschehen, ist ja bloß ein Gedankenspiel. Kann man sich nicht wirklich vorstellen, nicht einmal einen Artikel lang. Vielleicht sollten Männer öfter darüber nachdenken, dass sie in einer Welt leben, in der es Vergewaltigungen gibt.


Kommentare

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  • Matthias Aucello (0) Ich kann Estefania Pallero nur zustimmen, der Artikel ist wirklich sehr einseitig verfasst. Außerdem halte ich die Zeilen "Bei keiner Art von Mann konnte man sich wirklich sicher sein, er konnte Jahre mit einem gelebt, man konnte sich gut mit ihm verstanden haben, er konnte dennoch zum Vergewaltiger werden." für eine wirkliche Unterstellung weil der Autor doch nicht gerade allen ernstes jeden Mann als potenziellen Vergewaltiger darstellt ? Anschließend sollte noch gesagt werden dass das Problem der sexuellen Gewalt nicht nur Frauen betrifft sondern vor allem viele Kinder und mitunter auch Jugendliche davon betroffen sind und es sich dabei keinesfalls immer um Frauen handelt. Selbstverständlich handelt es sich dabei um furchtbare Verbrechen, doch ist der Artikel meiner Meinung nach in keinster Weiße tiefgreifend genug um das Problem zu beschreiben.
  • Rita Schaefer-Arend (0) Jetzt fährt eine Frau nachts im Hotelaufzug.... und bewegt sich überall frei und weit weg von Angst - Warum? Weil sie gelernt hat, " nein" zu sagen, sich verbal und physisch zu verteidigen, ihre Wünsche durchzusetzen und Respekt einzufordern! Wie ist das möglich? Weil es Mütter gibt, die ihre Töchter all das lehren und dann erst sagen:" Amüsier dich!" Und das fühlt sich sehr gut an !!!
    vor einigen Sekunden · Gefällt mir nicht mehr · 1
  • ENDBUREAUCRAZY BULLIES (0) NEW - https://www.youtube.com/watch?v=jtWCcCkB...

    NOT THAT IT IS GERMAN OR EUROPEAN UNION'S FOLD FOR WHAT IS TAKING PLACE, BUT INSTEAD LIBERAL/COMMUNIST BUREAUCRACY BULLIES IN INDIVIDUAL EUROPEAN STATES WHO LOVE TO PICK ON SMALL PEOPLE WITH IDEA TO TURN THEM INTO DISSIDENTS FOR THE SAKE OF THEIR POLITICAL AGENDA (anti German-European sentiment is used or stereotyping = exactly why we see Greece in flames and numerous people are incarcerated throughout German prison system) WITH USE OF GENOCIDE PROCEDURES WHILE BEHIND OUR BACKS, CRIMINALS ARE SUGGESTING TO THE REST OF COMMUNITY DURING THEIR BOGUS FINANCIAL CRISES WHICH THEY HAVE CREATED, HOW IT'S RIGHTISTS FOLD FOR EUROPEAN UNION TO FALL APART AND EVEN HOW THERE IS STILL HOPE(because YOUR hope people, dies last if you remember)...WE CAN STILL SAVE EUROPE(after they have screwed Europe with third world population flood and cheap Chinese imports = all with INTENTION to turn you in jobless trash for the sake of NWO, they dare to talk to you about hope - imagine this).

    As far as America, see for yourself on video(truth about chameleon Ron Paul, other presidential candidates, and manipulated voting pols)...
    NEW - https://www.youtube.com/watch?v=jtWCcCkB...
  • Bastian Avsec (0) NEW - NOT LIABILITIES OR DISCRIMINATION, BUT INSTEAD ASSASSINATIONS !!!

    LEARN TRUTH ABOUT EQUAL EMPLOYMENT OPPORTUNITY COMMISSION, UNITED NATIONS, AMNESTY INTERNATIONAL AS WELL AS NEW WORLD ORDER(MULTICULTURALISM = TERRORISM) GOVERNMENTS !!! NOT THERE TO PROTECT YOUR RIGHTS, BUT TO DENY YOUR RIGHT TO EXISTENCE !!! http://myshortbiography.blogspot.com

    ABDUCTIONS / RENDITIONS / BRAIN CHIP IMPLANTS / BLACKLISTING / BLACKBALLING / MK-ULTRA BRAINWASHING against civilian population TODAY ACCROSS THE EUROPE AND NORTHERN AMERICA / ASSASSINATIONS and much more per WHO, WHY, AND HOW !!! Say THANK YOU to STASI Angela Merkel's(Wulff/Westerwelle) Psychopathic and criminal control personality with her labor/liberal/communist/zionist partners worldwide and there to save you from yourself(they are chiping and butchering us while talking abut extremism !!) !!! http://myshortbiography.blogspot.com/

    WHY TO ACCEPT LIABILITIES FOR CRIMES COMMITTED WHEN WE CAN SIMPLY ASSASSINATE OUR VICTIMS(YOU) THANKS TO HUMAN RIGHTS ORGANIZATIONS AND FREE PRESS/MEDIA(most severe censorship ever !!!) !!

    This news is related to WHITES AREN?T WELCOME IN AMERICA ANY LONGER !!! OUT OF AMERICA WITH WHITES NOW !!! http://www.youtube.com/user/BostjanAvsec

    NEVER FORGET JÖRG HAIDER WHO HAVE FOUGHT FOR OUR RIGHTS AND WAS ASSASSINATED ON BEHALF OF ABOVE MENTIONED CRIMINALS !!!!
  • Angela Aicher (0) @Bad Man: Genau an ihrem Kommentar wird erkennbar, warum in der Mehrzahl Frauen betroffen sind. Wir waren Jahrhunderte eine machtlose Minderheit, ohne Möglichkeit selbst Geld zu verdienen. Und deswegen gezwungen, einem Mann zu Diesten zu sein, seine Kinder zu bekommen und von seinem Geld zu leben. Ihrer Geschichte entnehme ich, dass sie sich auch in einer sehr machtlosen Position befinden, ein Flüchtling? Angewiesen auf den guten Willen, einen Gefallen. Den auch sie sich erst verdienen müssen durch Dienen.

    Männer, die übergriffig werde, merken es zumeist nicht. Die Hand auf dem Rücken, das anzügliche Zwinkern-streng genommen sind das schon Grezüberschreitungen. An die wir so gewöhnt sind, dass wir sie nicht wahrnehmen. Was bleibt ist ein unbestimmt ungutes Gefühl, dass sich in solchen Momenten die Machtverhältnisse zugunsten des Stärkeren verschieben und die Frau auf eine niedrigere Stufe zurückgestellt wird. Liebe Männer, wie gesagt, auch ihr bekommt das so nicht mit, aber es zementiert in solchen Momenten die Rangfolge.
    Die meisten Vergewaltiger sind aber nicht der Fremde im Park oder der Tiefgarage. Traurigerweise passieren die meisten (sorry, gibt Satistiken und Zahlen dazu, aber so genau muss ich das hier nicht aufzeigen) Übergriffe passieren innerhalb Beziehungen oder es ist ein Bekannter. Deswegen habe ich zwar auch ein mulmiges Gefühl nachts allein auf der Straße, wenn ein Typ hinter mir herläuft, aber ich weiß, der Mann, den ich in meine Wohnung lasse, weil ich ihn mag, der ist der Gefährlichere...

    Für Männer, die glauben, das wäre nicht zu ändern-zieht bitte nach Schweden, dort stehen die Freier von Prostituierten unter Strafe, und das bewirkt doch tatsächlich ein Umdenken, man möchte es nicht für möglich halten, aber Männer sind halt doch keine Tiere. Für alle anderen: Es gibt eine Initiative, die u.a. von Thomas Helmer unterstützt wird. 'Männer gegen Männergewalt' versammelt die, die die Schnauze voll haben von so rückständigen Typen, die verhaltensmäßig in der Steinzeit feststecken.
    Danke
  • Ohne Gewalt (0) In einer Welt ohne Vergewaltigungen könnten Professoren und Lehrer nicht mehr herausreden, dass sie gedacht hätten, dass ihre Schüler und Studenten mit Sex einverstanden gewesen wären, weil sie zur Besprechung gekommen wären.

    Opfern wäre es schon viel geholfen, wenn sie die Anerkennung bekommen würden, dass was ihnen widerfahren ist, eine Vergewaltigung oder wenigstens eine Straftat war, und kein "Missverständnis".

    Man träumt aber von einer Welt ohne Vergewaltigung - und sagt, es darf keine Vergewaltigung geben. Und was es nicht geben darf, gibt es auch nicht.

    Diese utopische Situation wird derzeit künstlich hergestellt, in dem man sagt, dass die Übergriffe ja keine Vergewaltigungen waren.
  • Estefania Pallero (0) Wenn man den Artikel so liest, könnte man ja direkt männerfeindlich werden. Zum Glück bin ich keine radikal-feministische Emanze... Es werden nicht nur Frauen und Mädchen vergewaltigt, genötigt und gedemütigt. Das passiert auch Männern und Jungs. Ich finde diese Darstellung zu übertrieben und vor allem zu einseitig. Ich spaziere um Mitternacht noch durch den Park, ich fahre morgens nach einer Party alleine U-Bahn und ich mache grundsätzlich alles, was ich will, wann ich will, wie ich will und mit wem... ICH entscheide und sonst NIEMAND. Wer ständig in der Angst vor Übergriffen lebt, der kann auch gleich Zuhause bleiben und sich verkriechen... Ich verstehe den grundsätzlichen Gedanken hinter diesem imaginären Experiment, aber die Darstellung vom potenziellen Vergewaltiger trifft ja nun wirklich nicht auf jeden Mann zu. Dieser Eindruck wird hier - zumindest meinem Empfinden nach - jedoch erweckt und das finde ich nicht besonders konstruktiv, was die eigentliche Problematik betrifft.
  • harry hirschmüller (0) klar, über solche utopien darf man nachdenken. sie machen bestehende verhältnisse deutlich. aber utopien sind eben das: utopisch. wie sähe die welt aus ohne hunger? ohne armut? ohne krankheiten? wenn es keine ungerechtigkeiten gäbe. dann wären wir alle gleich, gleich groß, gleich schön, gleich klug und gleich reich. sind wir aber nicht und werden wir auch nicht. löwen und häschen werden nicht gemeinsam unterm baum sitzen und gras mümmeln.
  • Paul Hartmann (0) Ich kann mich Thomas Krattenmacher nur anschließen. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, die höchste nur mögliche Sensibilität walten zu lassen, wenn es um Sex geht. Mir ist es absolut unbegreiflich, wie man sich so wenig im Griff haben kann, im Falle eines Widerstandes oder sogar eines klaren "Nein"s sich nicht zurücknehmen zu können. Diese Fähigkeit sollte uns doch von Tieren unterscheiden. Für viele Männer gilt das aber ja offensichtlich nicht.

    Ein weiteres Problem steckt ja sogar darin, sich zu fragen, wo denn überhaupt eine "sexuelle Gefälligkeit" endet und wo Vergewaltigung beginnt. Sehr häufig habe ich von Frauen auch schon Dinge gehört wie "Wie oft habe ich in Beziehungen schon gedacht 'Na gut, dann lass ich ihn halt machen und hoffe es ist möglichst schnell vorbei'." Bereits da sträuben sich mir die Nackenhaare. Wobei es in dieser Hinsicht natürlich auch um Kommunikationsprobleme in Partnerschaften handelt. Jedenfalls scheint es mir bereits an solchen Punkten heikel zu werden.

    Vergleichbar finde ich allerdings als Mann die Angst vor Gewalt im Allgemeinen. Keine Angespanntheit mehr an U-Bahnhöfen, in dunklen Straßen mitten in der Nacht oder wenn man einer Gruppe ziewlichtig wirkender Gestalten begegnet. Es gibt ja auch als Mann immer Stärkere, und sinnlose Gewalt ist bekanntlich leider auch keine Seltenheit.
  • hannah i (0) Manche dieser Kommentare hier lassen leider wenig Empathie mit Opfern erkennen...

    @Simplicissimus Teutsch: In diesem Artikel geht es nicht um genaue Opferzahlen (und glauben Sie mir, von einer enormen Dunkelziffer bei Opfern von sexueller Gewalt kann man ausgehen!), sondern um den Inhalt. Und eben hierfür ist es unerheblich von was für einer Zahl die Rede ist. Setzen Sie sich doch mit dem Inhalt auseinander, denn genau was Sie ja anscheinend nicht wollen ("trivialisieren"), tun sie.

    @Bad Man: Danke, dass Sie ihre Geschichte hier teilen. Sie legen dar, wie die Machtmechanismen bei sexueller Gewalt funktionieren (gegen Frauen und Männer).

    @Peter Myrdal: Mit Verlaub, aber was für ein Quatsch erzählen Sie denn da? Denken Sie ernsthaft, irgenjemand (egal ob Frau oder Mann) ist gerne Opfer? Und was schwaffeln Sie denn von Geschlechterkampf? In diesem Artikel geht es darum, dass eine Welt ohne sexuelle Gewalt leider eine Utopie ist, sogar im "aufgeklärten" Deutschland!
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