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aus Heft 10/2012 Stars

Die 20-jährige Lena Meyer-Landrut

Max Fellmann (Interview)  Fotos: Frank Schemmann, dpa, Getty (2) Haare & Make up Bild1: Yvonne Meyer

Einmal Superstar und zurück. Was tun, wenn man als Teenager schon alles erreicht hat? Weitermachen. Und das Beste hoffen.



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SZ-Magazin: Frau Meyer-Landrut, Sie sind 20 Jahre alt und haben in kurzer Zeit schon mehr erreicht als andere in einem ganzen Leben. Jetzt wollten Sie mal ein bisschen kürzertreten. Klappt’s?

Lena Meyer-Landrut: Na ja, ich hatte mir nach all den Auftritten und der ganzen Hektik vorgenommen, möglichst viele normale Sachen zu machen, mal an die Universität gehen, zum Beispiel. Ich hatte ja zwei Jahre durchgehend Programm. Dann habe ich aber gemerkt, die Zeit, die ich für mich habe, will ich nur in meinem Bett verbringen. Gar nichts machen, niemanden sehen.

Waren Sie so erschöpft?
Ja, ich musste mal alles Revue passieren lassen. Nachdenken, was passiert ist, wie ich mich fühle, wer ich eigentlich bin, ob ich mich verändert habe.

Sehr interessante Fragen. Gehen wir sie mal durch, oder?
Nein, wir können sie alle überspringen, weil ich sehr schnell zu dem Schluss gekommen bin, dass mir noch nicht reicht, was ich bis jetzt gemacht habe. Ich will nicht zurückschauen oder aufhören mit meiner Karriere. Die Ruhephase hat mich jetzt wieder so gepolt, dass ich ehrgeizig geworden bin und mir sage: Ich will es noch einmal richtig versuchen, wie alle anderen Musiker. Auf mich selbst gestellt.

Schreiben Sie jetzt auch selber Songs?
Ja. Zwar nicht ganz allein, aber mit ein bisschen professioneller Unterstützung klappt das ganz gut.

Arbeiten Sie weiterhin mit Stefan Raab zusammen?

Mit Stefan habe ich bis jetzt noch nichts Neues geschrieben. Aber ich arbeite mit vielen verschiedenen Leuten! Schweden sind dabei, Engländer, natürlich auch Deutsche.

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Hatten Sie das Gefühl, Ihnen wurde in der Vergangenheit zu viel vorgeschrieben?
Es war schon einiges fremdbestimmt. Dadurch, dass ich bei Brainpool und bei Stefan Raab unter Vertrag stehe und bei der Plattenfirma. Was natürlich auch super war für mich, weil ich ja keine Ahnung von dem ganzen Geschäft hatte. Aber es darf dann irgendwann auch mal anders weitergehen.

Andere ziehen mit Anfang 20 zu Hause aus und tasten sich langsam ans selbstbestimmte Leben ran.
Ist bei mir auch der Fall. Ich komme eben nur aus einer anderen Richtung.

Haben Sie Gleichaltrigen gegenüber einen Vorsprung?
Ich habe auf jeden Fall oft eine andere Sicht auf Dinge. Arbeit zum Beispiel. Was bedeutet arbeiten für meine Freunde? Fünf Tage die Woche von acht bis fünf irgendwo hingehen, danach Zeit zu Hause und am Wochenende Party machen. Davon sind die teilweise schon gestresst. Und dann denke ich: Was? Warum bist du denn jetzt gestresst? Nicht, weil ich jetzt so viel härter arbeiten würde …

Sondern?
Sondern weil es diese Abläufe bei mir gar nicht gibt. Da läuft es so, dass ich fünf Tage am Stück 18 Stunden unterwegs bin, im Hotel schlafe und Essen aus der Restaurantküche kriege. Dann komm ich nach Hause, und in meinem Kühlschrank ist alles vergammelt, weil ich vorher nicht dran gedacht habe, den auszuräumen, so erwachsen bin ich dann doch noch nicht. Die meisten meiner Freunde wohnen entweder noch zu Hause oder sind gerade in eine WG gezogen, um zu studieren.

Entsteht da Distanz?
Leider auch, ja.
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Max Fellmann

war schon bei Lenas ersten Auftritten beeindruckt von ihrem Musikgeschmack - so sang sie in Raabs Show unter anderem ein Lied des großartigen, aber eher unbekannten englischen Duos \\\"The Bird and the Bee\\\". Als Fellmann Lena nach dem Interview fragte, welche Musik sie im Augenblick am liebsten höre, schwärmte sie von der norwegischen Indie-Band \\\"Kakkmaddafakka\\\": ebenfalls großartig, ebenfalls viel zu wenig bekannt.

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