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aus Heft 10/2012 Stars Noch keine Kommentare

Die 30-jährige Jessica Alba

Sie nahm jedes Angebot an, sie wollte es allen recht machen. Heute ist die Schauspielerin wählerischer. Und hat ihre Gründe.

Von Lars Jensen (Interview)  Foto: Getty Images(1)





SZ-Magazin: Frau Alba, mit 30 wird es ernst, sagt man. Empfinden Sie sich jetzt als erwachsene Frau?

Jessica Alba: Erwachsen? Sagen wir so: Ich fühle mich freier, je älter ich werde. Ich bin eine freie Frau, und das finde ich sehr, sehr angenehm.

Ist Freiheit ein anderes Wort fürs Erwachsensein?

Glaube ich nicht. Zum Erwachsensein gehört ja nicht nur Freiheit, sondern auch Verantwortung. Ich habe früh in meinem Leben Verantwortung übernommen – zum Beispiel als ich mit 13 Jahren die Hauptrolle in der TV-Serie Flipper spielte. Da hing das Projekt davon ab, dass ich jeden Morgen die Disziplin aufbrachte, mein Bestes zu geben. Ich hatte nie ein Problem damit, die Ansprüche anderer an mich zu erfüllen. Andererseits habe ich mich noch mit 25 oder 26 total unfrei in meinen Entscheidungen gefühlt.

Wovon oder von wem haben Sie sich seitdem befreit?
Damals war ich sehr darauf bedacht, es den Leuten in meinem Umfeld recht zu machen. Ich habe jeden Film und jeden Werbejob angenommen, den meine Agenten mir vorschlugen, weil ich nicht den Mut hatte zu widersprechen. Und am Drehort habe ich mich bemüht, die Wünsche aller zu erfüllen.

Warum?
Gute Frage. Kann ich mir heute auch nicht mehr erklären. Vielleicht war ich eine Streberin. Als junges Mädchen wollte ich unbedingt erfolgreich sein und habe dem Erfolg alles untergeordnet. Ich habe manchmal ein ganzes Jahr ohne Pause gearbeitet, mir aber eigentlich nie Gedanken gemacht, die über den jeweiligen Job hinausgingen.

Denken Sie, dass Sie zu früh angefangen haben zu arbeiten?
Denke ich nicht. Ich wollte unbedingt Schauspielerin sein, niemand hätte mich aufhalten können. Und meine Neigung, es allen recht machen zu wollen, hätte sich bestimmt auch bei einer anderen Karriere entwickelt.

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Wann haben Sie festgestellt, dass Sie auch mal Nein sagen können?

Meine erste Tochter, Honor, ist im Juni 2008 geboren, an diesem Tag hat sich mein Blick auf die Welt verändert. Ich habe ein Jahr Pause vom Film gemacht und hatte viel Zeit zum Nachdenken. Und habe festgestellt: Es gibt wichtigere Dinge, als Filme zu drehen. Als mein Mutterschaftsurlaub zu Ende ging, haben mir meine Agenten diese oder jene Rolle angeboten. Aber sie haben eine neue Jessica kennengelernt. Ich konnte nicht wieder zurück zu einem Leben, in dem ich von Job zu Job hechle, nur weil ich einen lukrativen Vertrag unterzeichnet habe. Da hat es natürlich geholfen, dass ich bereits genug Geld verdient hatte, um unabhängig zu sein.

Welche Projekte haben Sie denn abgesagt?
Ach, ich rede nicht über solche Details. In den letzten beiden Jahren habe ich mich übrigens vor allem meiner Firma gewidmet, was mir ganz neue Horizonte eröffnet hat.

Welche Firma haben Sie denn?
Einen Internetversand namens Honest.com. Wir sind die erste Website, die Bio-Babybedarf verkauft. Wir stellen unsere eigenen Windeln, Cremes und Seifen her – alles frei von Giftstoffen. Im Januar haben wir angefangen, und bislang übertrifft der Umsatz alle Erwartungen.

Glückwunsch. Welche Position haben Sie im Unternehmen?
Ich bin Mitgründerin und Vorstand.

Wollen Sie sich auf die Firma konzentrieren oder wieder häufiger Filme drehen?

Was mir vorher nicht klar war: wie unfassbar anstrengend es ist, eine Firma zu gründen, und wie viele Entscheidungen man treffen muss, vom Personal bis zu den Produkten. Wir haben jetzt Manager eingestellt, also werde ich mich weniger ins Tagesgeschäft einmischen. Aber wir wollen expandieren und neue Produkte entwickeln, was mir am meisten Spaß macht. Darauf werde ich mich konzentrieren und nur noch Filme drehen, mit denen ich mich total identifiziere.

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