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aus Heft 19/2012 Aus dem Magazin

Was Paare zusammenhält

Seite 2: Wahre Größe

Werner Bartens  Illustrationen: Serge Bloch


Wahre Größe

Auch ein paar Äußerlichkeiten sind zu beachten: Große Männer jenseits der 1,90 Meter sind weniger eifersüchtig und generöser als kleinere, hat die Forschung ergeben. Sie zweifeln weniger an der Treue des Partners, zudem wissen sie, dass sie bessere Erfolgsaussichten bei den Frauen haben. Aus dieser entspannten Haltung heraus halten ihre Beziehungen oft länger. Bei Frauen ist eine mittlere Größe zwischen 1,68 und 1,76 Meter vielversprechend. Außerdem haben Studien ergeben, dass Frauen mit diesen Maßen auch am gesündesten bleiben und die meisten Kinder bekommen - und deshalb sicher sein können, immer wieder umworben zu werden.

Die wahre Größe eines Partners zeigt sich aber auch in kleinen Gesten: Schon Händchenhalten stabilisiert eine Beziehung, Dadurch sinken das Bedrohungsgefühl, die motorische wie die emotionale Anspannung und sogar die Schmerzwahrnehmung; all das festigt das Miteinander. Das gilt übrigens auch für Freunde: Der Hirnforscher James Coan von der University of Virginia hat zum Beispiel herausgefunden, dass auf einer Bergtour der Anstieg umso flacher wirkt, je länger und besser man den Freund oder Partner kennt, der einen begleitet.

Geruch und Gefühl

Ein klassischer Test, ob eine Beziehung passt, ist bereits in den ersten Momenten der Kontaktanbahnung möglich: Man muss einander riechen können. Im Wortsinne, denn wer sich riechen mag, bleibt länger zusammen. Evolutionär ist das sinnvoll, da ein als attraktiv empfundener Geruch darauf hinweist, dass der potenzielle Partner ein deutlich anderes Immunsystem hat. Tun sich die beiden zusammen, bedeutet dies, dass sich die Abwehrsysteme in den gemeinsamen Nachkommen mischen und diese daher widerstandfähiger gegen diverse Keime wären.

Bedauerlicherweise ändert sich der Hormonstatus und damit der Eigengeruch von Männern wie Frauen mit den Jahren. Warum und in welche Richtung, ist noch unbekannt. Kann sie ihn - oder er sie - nach langen Jahren der Beziehung nicht mehr riechen, ist das ein Alarmzeichen. Es kann auf eine baldige Trennung hindeuten, auch wenn die Waffen im Zerrüttungskampf noch gar nicht geschärft worden sind.

Stress? Bloß nicht reden!

Solchen Krisen gilt es vorzubauen, und auch hierbei hilft die Wissenschaft: In belastenden Situationen stehen Männer ihren Frauen oder nicht verheirateten Partnerinnen am besten bei, wenn sie ihnen den Nacken massieren und ansonsten schweigen, berichtet Markus Heinrichs von der Universität Freiburg. Diese Art der Zuwendung senkt die Stresshormone, und Puls, Atmung und Blutdruck nähern sich wieder Normalwerten an. Versuchen Männer hingegen, gestresste Frauen mit Worten zu beruhigen, hat dies kaum positive Auswirkungen auf den Körper.

Für Männer gilt die umgekehrte Regel: Stehen sie unter Druck, wollen sie vor allem mit der Partnerin reden und Verständnis signalisiert bekommen. Fühlen sie sich auf diese Weise unterstützt und gestärkt vor einer schwierigen Aufgabe und zudem ihrer engen Bindung an den Partner versichert, reagieren sie weniger stark auf Stress und sind bei anschließenden psychischen Belastungen robuster. Sie haben weniger Angst und reagieren dann auch bei schwierigen Aufgaben nicht so nervös.

Liebe heilt alle Wunden

Entscheidend für die Dauerhaftigkeit einer Beziehung ist auch der Umgang mit Streit. Stress, den man sich gegenseitig macht, hindert sogar die Wundheilung, hat ein Forscherteam um die Psychologin Janice Kiecolt-Glaser von der Ohio State University herausgefunden. Um dies zu erforschen, wurden Ehepaaren kleine Wunden am Arm zugefügt. Zunächst bekamen sie eine unterstützende Beratung von Psychologen, wie sie etwaige Paarprobleme besser lösen konnten. In einer zweiten Versuchsreihe wurden sie aufgefordert, sich über ein heikles Thema ihrer Beziehung zu unterhalten, was fast immer in eine aggressive Diskussion mündete.

Egal, wie sich die Paare während der Beratung oder im Streit verhielten, bei allen heilten die Wunden nach den hilfreichen Gesprächen besser. Die Blutgerinnung und das Abwehrsystem waren aktiviert, Stressmoleküle ließen sich kaum im Körper feststellen. Nach dem Streit lief das Alarm- und Kampfsystem des Körpers hingegen auf Hochtouren: Die Wunden heilten langsamer und feindliche Erreger konnten nicht so gut bekämpft werden.

Besonders interessant: Bei Paaren, die sich auch in der Auseinandersetzung freundlich und zugewandt verhielten, war die Wundheilung kaum beeinträchtigt. Wer dagegen feindselig und verletzend, ärgerlich und aggressiv gegenüber dem anderen auftrat, bei dem blieben die Wunden länger bestehen. Der Fortschritt der Wundheilung bei den Streithähnen unter den Paaren betrug nur 60 Prozent im Vergleich zu jenen, die sich auch ihre Wertschätzung zeigten, wenn sie anderer Meinung waren. Konstruktiv streiten ist also gesünder und lässt den Partner länger leben - auch nicht ganz unwichtig für eine Beziehung, die lange halten soll.

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Werner Bartens,

Medizinredakteur der Süddeutschen Zeitung, nahm die wissenschaftlichen Belege, wonach Männer mit einer Größe jenseits von 1,90 Meter generöser, entspannter und erfolgreicher bei Frauen sind, wohlwollend zur Kenntnis: Er misst 1,98 Meter.