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aus Heft 45/2012 Ein Interview ohne Worte 1 Kommentar

Sagen Sie jetzt nichts, Martin Schulz

Europapolitiker Martin Schulz über Griechenland, den Friedensnobelpreis für die EU und seinen Streit mit Silvio Berlusconi.

Fotos: Tibor Bozi



Name: Martin Schulz  
Geboren: 20. Dezember 1955 in Eschweiler, NRW  
Beruf: Politiker  
Ausbildung: Lehre zum Buchhändler  
Status: Unaufhaltbar     

Martin Schulz ist auf einer heiklen Mission: Er muss die in Verruf geratene Idee eines vereinten Europas retten. Dafür reist er auf dem Kontinent von Stadt zu Stadt, von einem Parlament ins andere, von einem Interviewtermin zum nächsten: In Straßburg unterstützt er den zweijährigen Aufschub zur Sanierung der Staatsfinanzen in Griechenland, in Berlin begrüßt er die EU-Reformpläne Wolfgang Schäubles, in Brüssel mahnt er zu mehr Sachlichkeit in der Debatte um die Euro-Krise, und immer wieder geißelt er Aussagen wie jene von Bayerns Finanzminister Markus Söder, man müsse an Griechenland »ein Exempel statuieren« als »unverantwortliches Gerede«. Martin Schulz, SPD, seit Januar 2012 Präsident des Europaparlaments in Straßburg, ist in der Krise so stark in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt wie noch nie in seiner politischen Karriere. Seit 1994 sitzt er im Europaparlament, zuvor führte der gelernte Buchhändler seine eigene Buchhandlung. Für das Interview in München muss er sich den Pullover seines Assistenten ausleihen. Sein Fahrer hat den Koffer schon ins Hotel gefahren. Bei so vielen Terminen kann man schon mal den Überblick verlieren.

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Kommentare

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  • Heidrun Schuppan (1) "Sagen Sie jetzt nichts, Martin Schulz." - Wie treffend. Ich habe Herrn Schulz eine längere E-Mail geschickt, habe aber nicht einmal eine noch so kurze Antwort bekommen. Zum gleichen Thema habe ich mich an den Frankfurter OB, Peter Feldmann, gewandt - auch keine Resonanz. Weshalb laden Politiker uns Bürger ein, Ihnen mitzuteilen, was sie bedrückt und beschäftigt, wenn sie unsere Post nicht einmal lesen?