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aus Heft 06/2013 Reise 1 Kommentar

Rovinj

Venedig-Gefühl? Klar: Ganz Istrien wird doch als Klein-Italien gehandelt.

Von Kerstin Greiner  Foto: Corbis




Brücken
Zwar hat das kroatische Rovinj im Mittelalter mal zu Venedig gehört, die Altstadt liegt auch auf einer Halbinsel – aber trotzdem gibt es keine einzige Brücke. Früher gab es mal eine, herüber vom Festland auf die Insel, aber als der Kanal 1763 zugeschüttet wurde, verschwand auch sie. Nur das Café »Al Ponto« erinnert noch heute an den Übergang.

Gondeln
Auch Rovinj hat berühmte Boote, die flachbäuchigen Batanas: Sie werden gerudert oder gesegelt. Wenn die Batana-Fischer früher von der Arbeit kamen, trafen sie sich in einem »Spacio«, einem kellerartigen Raum, den viele Häuser in Rovinj haben – zum Essen, Trinken, Singen. Heute segeln die Fischer bei Ba-tana-Umzügen mit ihren traditionellen roten Zipfelmützen auf dem Kopf um die Halbinsel herum. Ihr Gesang dabei ist einzigartig: Weil sie früher beim Fischen nicht die Hände für Musikinstrumente frei hatten, ist in Rovinj ein besonderer A-capella-Gesang entstanden, bei der einige Sänger Musikinstrumente mit ihrer Stimme imitieren: die »Bitinada«. Touristen können Batana-Fahrten und ein Essen im »Spacio« buchen.

Stadtmaler
In der Künstlergasse Grisia lebt der 87-jährige Maler Bruno Mascarelli; er arbeitet seit Ende der Fünfzigerjahre in Rovinj.

Essen
In Istrien gibt es das ganze Jahr Trüffeln – und viel davon: In den Konobe, den kroatischen Wirtshäusern, bekommt man Trüffeln sogar auf Butterbrot serviert. Außerdem empfehlenswert: Meeresfrüchte und Fisch in allen Variationen und eine seltene Rinderart, die es nur in Istrien gibt, das Boškarin. Um dessen Fleisch zuzubereiten, brauchen Köche eine Sondererlaubnis und eine spezielle Ausbildung. Legendär ist die mit Nippes vollgestopfte Konoba »Veli Jozé«, Svetoga Kriza 1, Altstadt, direkt am Wasser. Boškarin-Rind probiert man am besten im ein paar Kilometer entfernten Hotel »La Grisa« in Bale, www.la-grisa.com, DZ ab 78 Euro.

Schlafen
»Villa Tuttorotto«, Dvor Massatto 4, Tel. 00385/52/81 51 81, www.villatuttorotto.com, www.schlosshotels.co.at – ein altes, vor Antiquitäten strotzendes Herrenhaus. Um durch die schmalen Gassen der autofreien Altstadt zum Hotel zu gelangen, erhält man eine Sondergenehmigung – aber nur für die halbe Stunde, die man zum Ein- und Ausladen der Koffer braucht. Frühstück auf dem Balkon mit Meerblick, DZ ab 79 Euro.

Unbedingt
In Restaurants die Hausweine bestellen: Weil Kroatien (noch) so wenig Wein exportiert, sind die gut. Die am weitesten verbreitete Rebe heißt Malvasia, aus der auch aromatische Dessertweine produziert werden.

Auf keinen Fall
Taschentücher mit Duft kaufen. Die Kroaten nehmen Parfümierungen sehr ernst.
 
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Kommentare

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  • Michael Risse (1) vielen Dank für den Tip. Nix wie hin!