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aus Heft 07/2013 Stars

»Wage etwas, aber geh nicht zu weit«

Seite 2: »Ich heiße Burda und brauche ein Kleid für den Bambi.«

Tanja Rest (Interview)  Fotos: Robert Fischer


Die Stars dürfen die Kleider offiziell ja nicht behalten. Bekommen Sie wirklich jedes zurück?
Runhof: Manchmal sagen Celebritys: Das Kleid ist so toll, das möchte ich jetzt kaufen. Gut, dann verschenkt man es einfach oder macht einen Superspezialpreis. Aber die allermeisten wollen die Kleider gar nicht geschenkt haben, weil sie damit nichts mehr angefangen können.
Talbot: Wenn sie es einmal bei einer großen Veranstaltung getragen haben, können sie es ja nicht noch mal anziehen.
Runhof: Wir sagen das immer dazu, wenn ein Kleid schon von einem Star getragen wurde. Das schwarz-silberne Abendkleid zum Beispiel hat Judith Rakers sehr gut gefallen. Wir haben ihr gleich gesagt: Du weißt, das hat Kristen Stewart schon angehabt. Aber das hat sie nicht gestört, sie hat es dann bei »Ein Herz für Kinder« in Berlin getragen.

Kommen nach einem solchen Auftritt dann direkt die Anfragen?
Talbot:
Es bricht nicht lawinenartig über uns herein. Aber es gibt einen Effekt, den man manchmal noch Jahre später spürt.

Und nun hoffen Sie auf die Oscars.
Runhof:
Unsere PR-Leute in Los Angeles sind da jetzt natürlich dran. Die halten Kontakt zu den Stylisten – und zwar mit allen Mitteln: Die twittern die an, simsen, mailen, rufen an und halten sich in Restaurants und Bars auf, von denen sie wissen, dass die Stylisten dort gerne hingehen.

Wird man Sie verständigen, wenn eines Ihrer Kleider im Dolby Theatre getragen wird?
Runhof: Bestimmt nicht. Ob der Star ein Kleid anzieht, und wenn ja, welches, entscheidet sich immer in letzter Minute. Auch Armani und Chanel wissen es erst dann, wenn die Schauspielerin über den roten Teppich läuft. Dann sitzen alle PR-Leute vorm Fernseher, und sobald die Lady in dem Kleid erscheint, wird losgemailt und getwittert. Aber man kann auch enttäuscht werden. Da kommt vorher die Stylistin und sagt: Ich hätte dieses Kleid gerne für Claire Danes – und dann gibt sie es einer unbekannten Schauspielerin, die das Kleid bei einer unwichtigen Veranstaltung trägt.

Für die Oscars nominiert sind diesmal zehn Damen im Alter von neun bis 85 Jahren. Welche hätten Sie denn gerne?
Runhof:
Am allerliebsten Helen Hunt. Ich könnte sie mir wunderbar vorstellen in einem dunkelblauen Crêpe-Kleid mit Spitze – diskret, elegant, nobel. Wenn etwas in dieser Richtung klappen sollte, wir würden aus dem Bett fallen vor Aufregung.

Kim Basinger hat 1998 den Oscar in einer mint-grünen Robe von Escada entgegengenommen, davon reden sie bei Escada heute noch.
Talbot: Das allerbeste Beispiel ist aber Elie Saab mit diesem Halle-Berry-Kleid vor elf Jahren. Ein Oberteil aus durchsichtigem Tüll, mit Blumenstickereien an allen wichtigen Stellen. Genauso musste ein Kleid in dieser Saison aussehen, und das hat Elie Saab schlagartig berühmt gemacht. Dieses eine Kleid! Der Jackpot.

Hat es so einen Moment auch für Sie gegeben?
Talbot:
Etwas Ähnliches. Das war 1994, ich saß in unserem ersten Laden in der Münchner Hildegardstraße. Da kam eine blonde Dame rein, hat sich umgeschaut, ein bisschen was anprobiert, noch zwei Freundinnen angerufen und dann ein Kleid gekauft. Ich habe sie nach ihrem Namen gefragt und wann sie das Kleid tragen will. Und sie: »Ich heiße Burda und brauche das Kleid für den Bambi.« Sagte mir alles nichts. Ich war nur froh, dass wir das Kleid verkauft hatten. Das war bestimmt die Hälfte von unserer Ladenmiete.

Maria Furtwängler hat Sie groß rausgebracht?
Runhof:
Das hat schon Furore gemacht. Dabei war Bambi damals noch gar keine große Nummer, die Verleihung fand im Münchner Arri-Kino statt. Die Leute sind im Hosenanzug und im Kostümchen da hingegangen.
Talbot: Unter den Fotos stand manchmal sogar: »Soundso in einer selbst entworfenen Robe«.
Runhof: Damals haben wir die Kraft des Celebrity Dressing zum ersten Mal erfahren. Und daran haben wir uns dann orientiert – weil es für uns als kleines Label schlichtweg die einzige Möglichkeit war, Aufmerksamkeit zu erregen.

Gibt es auch Stars, von denen Sie hoffen, dass sie niemals in Talbot Runhof gesehen werden? Dann könnten wir das hier schon mal öffentlich machen.
Runhof:
Also erst mal sind wir Kummer gewohnt. Wir machen ja einige Tausend Kleider im Jahr, und davon geraten immer ein paar an die falschen Leute. Dagegen kann man nichts tun. Obwohl – manchmal stellt sich auch heraus, dass die falsche Trägerin genau die Richtige war. Beispiel: Kim Kardashian. Eigentlich eher Promi-Trash, aber leider sah sie supertoll in unserem Kleid aus. Und jetzt – wegen ihrer Beziehung mit Kanye West – ist sie plötzlich erste Liga, Mode-Königsklasse.

Gehen Sie selbst auch auf Rote-Teppich-Termine?
Runhof:
Nicht so gerne. Wenn wir eine Einladung bekommen, gehen wir schon hin, aber es ist Arbeit. Es ist anstrengend. Es ist langweilig. Also bitte, bitte keine Einladungen schicken.

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Tanja Rest ist Leiterin des Ressorts »Panorama« der Süddeutschen Zeitung und war in dieser Funktion auch selbst schon mal auf einer Oscar-Party - in der Villa von Regisseur Roland Emmerich in Los Angeles. Florian Henckel von Donnersmarck drückte ihr am frühen Morgen ganz kurz seinen gerade gewonnenen Oscar in die Hand. Tanja Rest nahm ihn in einem Kleid von Zara entgegen.

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