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aus Heft 08/2013 Mode & Accessoires Noch keine Kommentare

Schön, Sie zu sehen

Angenommen, Sie kommen nach Mailand und wollen so schnell wie möglich die interessantesten Menschen dort kennenlernen: Wo fangen Sie an? Am besten hier.

Von Norman Kietzmann und Silke Wichert 



Giovanna Battaglia (hier in einem Kleid von Bottega Veneta) ist eine Königin des Mailänder Stils und erklärter Liebling der Modeblogs.

GIOVANNA BATTAGLIA
Wenn diese Frau sich in einem Kleid zeigt, ist es danach sofort ausverkauft.

Warum sollte man sie kennen?
Bei den internationalen Modenschauen gehört sie zu den meistfotografierten Frauen, der Blog Iwanttobeabattaglia ist sogar nur ihr gewidmet. Dabei arbeitet die 33-jährige Mailänderin eigentlich hinter den Kulissen: als Stylistin für Magazine wie die japanische Vogue oder die amerikanische W. Doch seit das Internet jeden Streetstyle schneller um den Globus schickt, als Modemagazine das vermögen, sind Leute wie Battaglia die eigentlichen Stilikonen. Außerdem ist sie die Freundin von Kunsthändler Vladimir Restoin-Roitfeld, Sohn der immer noch einflussreichen Ex-Chefin der französischen Vogue, Carine Roitfeld. Ihren Wohnsitz hat sie deshalb zur Hälfte nach New York verlagert.

Ihr Stil
Alla milanese: immer elegant, ein bisschen bourgeois, viel Schmuck. Was sie trägt, ist aber fast schon egal, denn in jedem Fall sind die Sachen meist kurze Zeit später ausverkauft. Deshalb arbeitet sie immer häufiger auch als Beraterin für große Marken.

Ihr Motto

»Jetzt habe ich mir zehn Jahre als Stylistin den Hintern abgearbeitet, und plötzlich dreht sich alles nur darum, was ich selbst trage. Das ist für mich ja keine große Kunst!«

Wie sie wurde, was sie ist
Wer auf der Via Montenapoleone, der teuersten Einkaufsstraße Mailands, geboren wird und zu dessen frühesten Kindheitserinnerungen Versace-Schaufenster gehören, kann wahrscheinlich gar nicht anders, als in die Mode zu gehen. Sie fing als Hausmodel bei Dolce & Gabbana an und wurde dann mit Hilfe der heutigen Vogue Japan-Chefin Anna Dello Russo Stylistin. »Ich war sowieso ein schlechtes Model - ich wollte nie etwas anziehen, was mir nicht gefiel.«

 giovannabattaglia.com




MARCELO BURLON
Dov´è la Party? Immer da, wo dieser DJ gerade auflegt.

Warum sollte man ihn kennen?
Burlon, 39, ist ein Grenzgänger zwischen den Welten Mode und Musik. Labels wie Prada und Gucci buchen ihn, wenn sie eine Party schmeißen, weil er die Adressen der interessantesten Gäste hat. Für Missoni und Iceberg mischt er die Musik bei den Modenschauen. Zuletzt sang er bei dem Clubhit Mamarracho von den Barking Dogs mit.

Sein Markenzeichen
Wenn er auflegt, mixt er am liebsten Italo-House mit alten Disco-Klassikern und aktuellen Clubhits. Dazu trägt er gern Sakkos mit Leopardenmuster, Tanktops und einen akkurat getrimmten Vollbart. Ein bisschen sieht er dann aus wie Riccardo Tisci, der Chefdesigner von Givenchy, was aber nicht weiter verwundert: Die beiden sind beste Freunde.

Sein Motto
»Als ich hier ankam, Ende der Neunzigerjahre, war Mailand eine Stadt, die gelangweilt war und in der ein konventioneller Lifestyle herrschte. Der Mix aus Geld und Mode hatte die Kultur vergiftet. Das wollte ich ändern.«

Wie er wurde, was er ist
»Meinen Job«, sagt der gebürtige Argentinier, »habe ich mir selbst erfunden.« Er wuchs in Patagonien auf der Straße auf, brach die Schule ab. Nachdem seine Familie nach Mailand gezogen war, begann er zunächst als Türsteher und knüpfte dabei viele Kontakte, die später wichtig werden sollten. Der Erste, der seine Dienste als Partymacher in Anspruch nahm, war Raf Simons. Heute ist Burlon DJ, Fotograf, Blogger, Model und »social butterfly« der Stadt.
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