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Neue Fotografie 10. April 2014

Traumfänger

Marlene Thiele (Interview)  Fotos: Vanessa Nicette

Für Vanessa Nicette sind Träume »kleine, faszinierende Kurzgeschichten«. Seit 2011 sammelt die Fotografin die Krimis, Tragödien und Komödien der Nacht und porträtiert die Träumenden. Ein Projekt, für das sie um die Welt reisen will.


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Name:
Vanessa Nicette
Geboren: 17.11.1989
Ausbildung: Ausbildung zur Fotodesignerin an der BEST-Sabel-Hochschule Berlin
Webseite: http://vanessa-nicette.de/

SZ-Magazin: Frau Nicette, ist Ihnen die Idee zu dieser Fotostrecke im Traum gekommen?
Vanessa Nicette: Nicht ganz, allerdings faszinieren mich Träume, seit ich ein Kind bin. Ich liebe es, von den Träumen anderer zu lesen. Sie sind wie kleine, faszinierende Kurzgeschichten. Daher wollte ich schon seit einer Weile etwas dazu machen. Umgesetzt habe ich es schließlich, als sich unser Reportagefotografielehrer bereit erklärte, eine Arbeit zu einem Thema unserer Wahl zu benoten. Die Note habe ich längst, doch ich arbeite weiter an meiner Fotostrecke.

Wonach wählen Sie die Personen aus, die sie porträtieren?
Vor allem nach Sympathie. Angefangen habe ich mit Leuten aus Berlin und dem Umland, darunter waren Freunde oder nette Menschen, die ich im Gespräch kennenlernte. Letztes Jahr habe ich zwei Touristen aus Puerto Rico getroffen. Als ich ihnen tags drauf wieder begegnete, habe ich sie einfach gefragt, ob sie an meinem Fotoprojekt teilnehmen möchten. Irgendwann würde ich gerne für diese Arbeit um die Welt reisen.

Sie kennen die Träume verschiedenster Menschen – können Sie Rückschlüsse auf den Charakter des Träumers ziehen?

Bisher habe ich nichts feststellen können. An mir selbst ist mir aufgefallen, dass ich in Träumen häufig halb realisierte Begegnungen verarbeite. In Gesprächen wurde mir das von anderen bestätigt.

Was träumen Sie selbst?
Besonders im Gedächtnis blieb mir ein Alptraum aus der Kindheit, in dem ich von Wölfen verfolgt wurde. Ich träumte ihn immer wieder, konnte mich aber jedes Mal an die Ereignisse des vorherigen Traums erinnern, habe die Geschichte also quasi weitergeträumt. Das ist schon eine Weile her: Meinen letzten Alptraum hatte ich mit 15 Jahren. Ich habe übrigens von vielen gehört, dass gerade die Träume aus der Kindheit noch besonders stark im Gedächtnis geblieben sind.
 
Ist Ihnen der Traum einer anderen Person besonders im Erinnerung geblieben?
Ja, der von meiner besten Freundin Nadine. Sie musste immer für mein Hobby hergehalten und daher hat sie auch für eine meiner Videoarbeiten einen Vampir gespielt. Anschließend übernachtete sie bei mir und gab im Schlaf ein gruseliges Knurren von sich. Am nächsten Morgen erzählte sie, im Traum ein Vampir gewesen zu sein. Von den komischen Geräuschen hatte sie Halsschmerzen. Sie muss das echt verinnerlicht haben.
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