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Mehr Aufschluss verheißen zwei tolle Episoden, die aus Carla Brunis Biografie überliefert sind. Die eine funktioniert wie ein Claude-Chabrol-Film und spielt, welch fantastische Kulisse, im palastartigen marokkanischen Sommerhaus eines berühmten französischen Philosophen. Im Jahr 2000 reist Carla Bruni als Geliebte eines anderen berühmten Philosophen an, der die fünfzig auch schon überschritten hat. Alle reden, so stellt man sich das zumindest vor, pausenlos druckreif über das Leben, die Liebe und die letzten Dinge. Dann wirft Carla ein Auge auf den 25-jährigen Sohn ihres Lovers, der natürlich ebenfalls Philosoph ist, aber leider mit der Tochter des Gastgebers verheiratet, es folgt eine große Verwirrung der Herzen… Am Ende jedenfalls reist Bruni mit dem jungen Mann ab, zerstört seine Ehe, zeugt ein Kind mit ihm und widmet ihm einen wunderschönen Song.
Die zweite Geschichte ist auch nicht schlecht. Da ist Carla Bruni gerade mit Eric Clapton zusammen, der sie für die große Liebe seines Lebens hält. Sie besuchen ein Rolling-Stones-Konzert, und auf Carlas Drängen bringt Clapton sie backstage hinter die Bühne. Er ist nicht blöd, er ahnt genau, was das bedeutet. »Bitte, Mick«, sagt er zu seinem alten Kumpel Mick Jagger, »diese hier nicht. Ich liebe sie.« Was, man kann es nicht anders sagen, sowohl Mick als auch Carla scheißegal ist. Innerhalb von Tagen beginnen sie eine Affäre, die schließlich auch zum Ende von Mick Jaggers Ehe mit Jerry Hall führt. Nur – was sagt uns das jetzt alles? Einerseits, dass Carla Bruni ein zwar undurchschaubarer, aber gänzlich unsentimentaler und freier Geist ist, wie es wirklich nur noch wenige gibt. Und andererseits, dass Nicolas Sarkozy noch viel größenwahnsinniger – oder unerschrockener – ist, als wir ohnehin schon dachten. Wahrscheinlich sogar beides zugleich.
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