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aus Heft 37/2015 Gesellschaft/Leben

»Wir wollten nie Ikonen sein«

Interview: Claas Relotius  Foto: Roderick Aichinger

Barbara und Nicholas Ercoline waren zwanzig und frisch verliebt, als sie im Sommer 1969 das Woodstock-Festival besuchten. Ein Foto von ihnen wurde zum legendären Cover eines Best-of-Albums und machte sie zum Sinnbild der Hippie-Generation. Heute, 46 Jahre später, sind sie noch immer ein Paar. Hippies sind sie auch noch. Ein bisschen.



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Das Paar, dessen Umarmung auf Millionen von Schallplatten um die Welt ging, lebt heute in der kleinen Gemeinde Pine Bush, zwei Autostunden nordwestlich von New York, nur eine Stunde vom damaligen Festivalgelände entfernt. Das Zuhause der Ercolines ist ein typisches amerikanisches Landhaus mit gepflegtem Vorgarten, gehäkelten Gardinen und USA-Flagge auf dem Dach. Ein ironisches Schild auf der Veranda bedeutet »Hippies nutzen den Hintereingang«, ansonsten erinnert auf den ersten Blick wenig an Jugend, Aufbruch, Rebellion. Nur das Foto, so scheint es, ist geblieben. Es hängt über dem Küchentisch.

SZ-Magazin: Wenn Sie sich heute das Foto vom August 1969 anschauen, wen sehen Sie dann?
Nicholas: Ein Paar, das ziemlich verknallt ist. Das schönste Mädchen, das ich je getroffen habe, und einen lockigen Burschen, der erstaunlich volles Haar hat.
Barbara: Ich sehe zwei Menschen, die noch ziemlich wenig vom Leben wissen. Das Komische ist, wir haben damals gar nicht mitbekommen, dass uns jemand fotografierte. Im Hintergrund blinken ein paar Lichter, ich bin mir nicht mal sicher, ob es früh am Morgen war oder am Abend. Wahrscheinlich am Morgen, mir war kalt, deshalb hast du die Decke um uns gelegt.

Die Geste hat etwas Liebevolles und auch sehr Erschöpftes, wie nach einer gemeinsam überstandenen Schlacht.
Barbara: Ich glaube, es war am Morgen des dritten und letzten Tages. Da herrschte nur noch Chaos, der ständige Regen hatte das Gelände komplett in Schlamm verwandelt, umgekippte Toilettenhäuser trieben durch den Matsch, Trinkwasser und Verpflegung waren ausgegangen, überall lagen Leute auf Drogen herum, und über uns rotierten die Armeehubschrauber, die Verletzte und Frauen mit Überdosen in die umliegenden Krankenhäuser flogen. Es hatte was von Krieg.
Nicholas: Einem sehr friedlichen Krieg. Ich meine: Das Militär hat uns bekiffte Hippies versorgt, wann hat es das sonst schon gegeben? Ich habe mal gelesen, dass an dem ganzen Wochenende drei Menschen gestorben sind, zwei an einer Überdosis, der dritte wurde von einem Traktor überfahren. Das sind natürlich drei Tote zu viel, aber bei einem Festival mit einer halben Million Menschen, fast ohne jedes Sicherheitspersonal – ist es da nicht fast ein Wunder, dass es nicht viel mehr gewesen sind?

Wie lange kannten Sie beide sich damals?
Barbara: Erst drei Monate. Wir hatten uns durch unseren gemeinsamen Freund Moe kennengelernt, mit dem ich eigentlich zusammen gewesen war.
Nicholas: Ich hatte zwei Jobs, um das College zu finanzieren, der eine auf dem Bau, der andere in einer Bar namens »Dino’s«, die hier in der Gegend sehr bekannt war. Moe, mein Chef in der Bar, kam eines Abends mit dieser blonden Schönheit im Arm an den Tresen und fragte, ob ich mich kurz mal um sie kümmern könnte, während er die Abrechnung machte. Das habe ich also getan, praktisch bis heute.

Muss man Sie sich als typische Hippies vorstellen?
Barbara: Nicht unbedingt. Ich wollte Erzieherin werden, Nick wollte studieren. Wir waren ziemlich politisch, aber eben auch nur einfache junge Leute vom Land, die von der Welt noch nicht viel gesehen hatten. So wie wahrscheinlich die meisten, die zu Woodstock gingen.
Nicholas: Wir hatten unsere Träume und konnten uns sehr mit diesem Gefühl von Aufbruch identifizieren.

Was für Träume waren das?
Nicholas: Die Vorstellung, auf gar keinen Fall so zu werden, wie unsere Eltern es uns vorlebten. Bürgerliche Jobs, ein Haus, das ganze Leben am selben Ort, dieser Kram eben. Das alles erschien uns unfassbar langweilig und falsch.

Wie haben Sie sich Ihr Leben stattdessen vorgestellt?
Barbara: Eben gar nicht, darum ging es ja. Dieses Pläneschmieden war etwas, was doch nur die Alten machten. Wir wollten nur für den Moment leben, am besten für immer. Woodstock war wie geschaffen dafür.

Die Veranstalter rechneten mit etwa 60 000 Besuchern. Tatsächlich machte sich rund eine Million Leute auf den Weg, von denen etwa die Hälfte das Festival erreichte. Was hat Sie getrieben?
Barbara: Neugier. Als das Festival begann, meldeten die Radiosender Warnungen für sämtliche Straßen und Autobahnen westlich von New York. Die einen sprachen von fünfzig, die anderen von hundert Kilometern Stau.
Nicholas: Irgendwann sagte der Typ im Radio, auf dem Festivalgelände herrsche Chaos, und jeder, der vorhabe, dahinzugehen, sei verrückt und solle es auf jeden Fall bleiben lassen. Daraufhin mussten wir natürlich auch hingehen.
Barbara: Ein Freund von uns hatte ein Auto, mit dem sind wir so nahe wie möglich an das Gelände gefahren. Dann sind wir stundenlang durch die Wälder marschiert. Irgendwo da, zwischen Schnapsflaschen und Müll, haben wir auch die Decke gefunden, die auf dem Foto zu sehen ist.
Nicholas: Wir sind dann über die Zäune geklettert, Tickets hatten wir nicht. Ich verdiente nur 76 Dollar im Monat, ein Ticket kostete 18 Dollar. Es klingt im Nachhinein komisch, aber das war es mir nicht wert.

Vor einigen Jahren machte eine US-Zeitung eine Umfrage innerhalb der Generation der Babyboomer, also Ihrer. Siebzig Prozent der Befragten gaben an, noch Jahrzehnte später zu bereuen, bei Woodstock nicht dabei gewesen zu sein.
Nicholas: Und wir hätten es fast wegen ein paar Dollar verpasst.

Der Regisseur Martin Scorsese, der als Filmassistent auf dem Festival arbeitete und nicht viel älter war als Sie, hat später einmal erklärt, jedem Besucher von Woodstock sei sofort klar gewesen, dass er an etwas Historischem teilnimmt.
Nicholas: So ging es mir auch. Es waren zum einen die enormen Ausmaße, zum anderen die Zeit, in die dieses Festival fiel: Es gab die Bürgerrechtsbewegung, den Kampf für Frauenrechte. Nixon wurde bald zum Präsidenten gewählt. Nur drei Wochen vor Woodstock war Apollo 11 auf dem Mond gelandet. Nur ein paar Nächte vorher hatten, unter Berufung auf die Beatles, die brutalen Morde der Manson-Family stattgefunden, die das halbe Land erschütterten.

Und über allem schwebte der Krieg in Vietnam.
Nicholas: Ich hatte Glück und kam wegen des Platzes am College und durch ein Losverfahren um den Einsatz herum. Viele meiner Freunde hatten Pech und kamen nie aus Vietnam zurück.
Barbara: Einer, der zurückkam, war unser guter Freund Jim, den alle nur »Corky« nannten. Er liegt auf dem Foto rechts neben uns, in seine Decke von der Army gehüllt. Auf dem Plattencover ist er leider so gut wie gar nicht mehr zu sehen, weil das Foto abgeschnitten wurde.

Wissen Sie noch, wem der gelbe Plastikschmetterling links gehörte?
Barbara:
Der gehörte Herby, einem jungen Kerl, dem wir gleich beim Betreten des Geländes begegneten. Er trug nichts als eine weiße Unterhose, er war auf LSD und rief die ganze Zeit: »Hey, ich bin Herby und komme aus Kalifornien, und ich habe meine Freunde verloren!«
Nicholas: Er tat uns irgendwie leid und kam uns ziemlich verloren vor, also haben wir ihn und seinen Schmetterling mitgenommen. Eine gute Entscheidung, denn ohne den Schmetterling wäre das Foto vielleicht nie auf dem Albumcover gelandet und so berühmt geworden.

Haben Sie eine Ahnung, was aus Herby geworden ist?
Nicholas: Das habe ich mich auch oft gefragt. Vielleicht ist er für immer Hippie geblieben oder ein Manager in Nadelstreifen geworden, wer kann das schon sagen? Ich denke manchmal an ihn und hoffe, dass wir eines Tages noch mal von ihm hören.

Woran erinnern Sie sich besonders, wenn Sie heute an Woodstock denken?
Barbara:
Ich denke an die vielen verschiedenen Menschen, die so normalerweise nicht zusammenkamen: Lehrer, Musiker, Polizisten, Bauarbeiter, Studenten, auch junge Familien mit ihren Kindern. Man sah Mütter ihre Säuglinge stillen, während nur Meter weiter andere Leute Sex hatten. Mir ist vor allem dieser Geruch in Erinnerung geblieben. Es war unglaublich intensiv, roch überall nach Rauch, Marihuana, Schweiß, Regen, Schlamm, Urin.

Es soll gerade mal 600 Toiletten gegeben haben.
Barbara: Selbst die wurden kaum benutzt. Die einzige Regel war, nicht in das Trinkwasser zu pinkeln, das einige aus den Pfützen schöpften.

Woran erinnern Sie sich, Nicholas?
Nicholas: Vor allem an die vielen halbnackten Frauen, die überall oben ohne herumliefen.
Barbara: Wer hätte das gedacht.
Nicholas:
Das war eben total rebellisch zu dieser Zeit. Außerdem erinnere ich mich an die dauernden Lautsprecherdurchsagen auf dem Gelände. Einmal hieß es: »Jimmy soundso, komm sofort zu dem und dem Zelt, da wird gerade dein Kind geboren!« Das klang wie eine dieser Durchsagen, die man heute vielleicht aus dem Baumarkt oder dem Footballstadion kennt, wenn jemand seine Kinder verloren hat. Aber hey, bei Woodstock wurden Väter ausgerufen, damit sie die Geburt ihrer Babys nicht verpassen! Da wurden Menschen geboren, und zwar mitten auf dem Festival! Spätestens da wusste ich, hier ist etwas ganz und gar nicht mehr normal.

War die Musik gar nicht so wichtig?
Barbara: Von dem Hügel aus, auf dem wir saßen, konnte man die Bühne nicht sehen, wir konnten immer nur hören, wer gerade auftrat. Joe Cockers With a Little Help From my Friends ging mir nicht mehr aus dem Kopf.
Nicholas: Bei mir war es My Generation von The Who.

Die Platte mit dem Foto von Ihnen auf dem Cover kam neun Monate nach Woodstock heraus. Was haben Sie gedacht, als Sie die Platte in den Händen hielten?
Nicholas: Unser Freund Corky brachte sie eines Abends mit in die Bar. Wir reichten sie herum und fanden alle, dass es ein schönes Foto war, das erstaunlich gut unsere eigenen Erinnerungen an das Wochenende wiedergab. Irgendwann, erst nach ein paar Minuten, fiel mir auf, dass das Mädchen auf dem Cover die gleiche Brille hatte wie Bobbi und der Typ fast die gleichen Locken wie ich. Dann dachte ich: Moment mal, das sind ja wir!

Ein freier Fotograf namens Burk Uzzle hatte das Bild gemacht. Er sagte später, Sie beide hätten den Frieden von Woodstock versinnbildlicht wie kein anderes Motiv.
Barbara: Ich bin mir sicher, er hätte auch Tausende andere Paare finden können, wir waren nur zwei von unendlich vielen. Und es war Zufall, dass er uns genau in dem Moment über den Weg lief, als wir in unserer Decke auf dem Hügel standen.

Gibt es die Decke noch?
Nicholas: Leider nicht. Gut zehn Jahre nach dem Festival, Anfang der Achtziger, war ich einmal für eine längere Reise mit meinem Auto unterwegs und bekam plötzlich Probleme mit dem Vergaser, der wie verrückt qualmte. Da musste die Decke, die auf dem Rücksitz lag, dran glauben, um das Rohr zu stopfen. Am Ende blieb nur ein schmutziger Fetzen übrig. Bobbi war ziemlich sauer, vor allem als dann Jahre später Leute zu uns kamen, die uns 50 000 Euro für die Decke boten.

Wer die beiden Menschen auf dem Cover sind, wurde erst zwanzig Jahre nach Woodstock bekannt. Ein amerikanisches Fotomagazin war dem Motiv nachgegangen und hatte Sie dann aufgespürt.
Nicholas: Das war ziemlich seltsam. In den Jahren nach Woodstock hatte sich eigentlich so gut wie niemand für uns interessiert, aber dann, plötzlich, wurden wir irgendwie berühmt. An ein und demselben Tag meldeten sich fast dreißig Anwälte bei uns, um uns wegen der Rechte an dem Foto zu vertreten.
Barbara: Sie sagten, da wäre eine Menge Geld für uns drin. Aber wir waren damals dabei, unsere Kinder großzuziehen, wir hatten keine Lust auf Anwälte, also haben wir alle Anfragen abgelehnt. Trotzdem waren wir natürlich stolz: Wir waren jetzt das Woodstock-Paar.

Wie lebt es sich denn als Ikone der Hippie-Generation? Fühlen Sie sich verpflichtet, einer bestimmten Erwartung gerecht zu werden? Denken Sie an das Foto, bevor Sie eine Versicherung abschließen oder am Wochenende den Rasen mähen?
Nicholas: Ja, das kommt vor. Neulich, als ich meine Steuererklärung machte, dachte ich an das Foto und sah diese beiden jungen Menschen, die von der Welt der Steuererklärungen noch ziemlich weit entfernt waren. Ich schätze, viele Leute sind enttäuscht, wenn sie uns heute sehen, weil wir leider auch so verdammt bürgerlich geworden sind wie die meisten. Andererseits: Wir wollten nie Ikonen sein. Und wir haben niemandem versprochen, für immer Hippies zu bleiben.

Auch nicht sich selbst? Sie sagten, Sie wollten nie wie Ihre Eltern werden. Tatsächlich besitzen Sie heute selbst ein gutbürgerliches Haus und wohnen immer noch am selben Ort.
Nicholas: Ja, und wir gehen sogar bürgerlichen Berufen nach, ich arbeite für das Bezirksbauamt, während Bobbi als Erzieherin schuftet. Es lässt sich nicht leugnen, wir sind genau da gelandet, wo wir auf keinen Fall hin wollten. Das ist eigentlich bezeichnend für Woodstock: Das Festival war mehr als bloß ein Mythos, es hat wirklich viele Menschen in unserer Generation inspiriert und geprägt – aber tatsächlich ist dieselbe Generation irgendwann genau so spießig geworden wie die davor.

Wissen Sie, warum?

Barbara: Es war damals sehr einfach, anders zu sein, sich alternativ zu positionieren. Die Feindbilder, wer gut war und wer böse, das ließ sich alles sehr klar definieren. Mit den Jahren hat das nachgelassen, die Grenzen sind irgendwann verschwommen. Und wahrscheinlich haben auch wir darin nachgelassen, die Dinge und uns zu hinterfragen.
Nicholas: Wir sind eben älter geworden und damit auch bequemer, so geht es ja den meisten. Es gibt keinen klaren Zeitpunkt dafür, es passiert schleichend. Irgendwann schließt man eher Versicherungen ab, als zu Rockfestivals zu fahren. Und irgendwann ertappt man sich dabei, dass man lieber ein Wochenende lang vor dem Fernseher hockt, als drei Tage bekifft im Dreck zu verbringen.

Mut macht, dass Sie immer noch ein Paar sind.
Barbara: Wir haben nur zwei Sommer nach Woodstock geheiratet. Sich so früh aneinander zu binden, war in unserem damaligen Umfeld fast schon wieder revolutionär.
Nicholas: Es klingt kitschig, aber: Der Sommer der Liebe ging mit Woodstock zu Ende. Und die Liebe unseres Lebens begann.

Die Generation von Woodstock ist auch die mit mehr Ehescheidungen als je zuvor in der Geschichte. Was haben Sie richtig gemacht, was andere falsch gemacht haben?
Barbara: Dafür gibt es keine Anleitung. Jede Ehe hat ihre Krisen, aber wir sind immer gemeinsam weitergegangen. Vielleicht haben wir auch einfach Glück.
Nicholas: Wir waren vor ein paar Wochen im Urlaub, wir sind mit einem Van mehr als 800 Meilen durchs Land gefahren, fast wie früher. Wer das nach fast fünfzig Ehejahren schafft, ohne sich die Köpfe einzuschlagen, der passt ganz gut zusammen, finde ich.
Barbara: Dass es ohne eingeschlagene Köpfe abging, lag aber auch an deinem neuen Navigationssystem. Früher haben wir uns immer wegen des richtigen Weges gestritten. Das müssen wir jetzt nicht mehr.
Nicholas: Ich kann mit diesem Ding sogar während der Fahrt Hotels buchen. Das hätte uns früher mal einer erzählen sollen.

Vermissen Sie manchmal die Tage, an denen Sie planlos zu Rockfestivals fuhren, ohne Hotels und ohne Navigationssysteme?

Barbara: Ja, aber man kann das nicht festhalten.
Nicholas: Ehrlich gesagt, ich vermisse es nicht. Es war sicher die beste Zeit, aber diese Zeit ist jetzt vorbei. Vielleicht bin ich ein Langweiler geworden, aber ich bin eben auch keine zwanzig mehr.

Wird die Welt mit dem Älterwerden kleiner oder größer?
Barbara: Auf jeden Fall größer.
Nicholas: Kleiner, ganz klar!
Barbara: Wie kommst du darauf?
Nicholas: Ich fürchte, das Leben macht einen früher oder später zynisch. Damals, zu der Zeit von Woodstock, hatte ich unendlich viel Vertrauen in die Menschen und in das Gute. Heute kann ich das nicht mehr so behaupten.
Barbara
: Das klingt traurig. Ich würde sagen, ich bin viel offener und viel toleranter als früher. Und vor allem suche ich mir das, wofür ich kämpfe, heute selbst aus. Auch wenn ich nicht mehr so aussehe wie auf dem Foto, bin ich in meinem Inneren viel mehr Hippie als damals.

Fotos: Roderick Aichinger; Sorin Morar; Burk Uzzle; privat
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Claas Relotius

Claas Relotius erfuhr bei der Vorbereitung auf dieses Interview, dass »Woodstock« nicht in Woodstock stattfand, sondern in einer kleinen Farmer-Gemeinde namens Bethel. Auf dem Festivalgelände von einst grasen heute Kühe und Schafe um ein Museum.